Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Fruchtstück 0001: Das Angenehme mit dem Schönen zu verbinden

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Upate zu Wir rechnen jahr auff jahre / in dessen wirdt die bahre vns für die thüre bracht,
Wie es enden wird, vermag ein irdischer Verstand nicht zu ergründen und
Ein Haufen belebter Maschinen, welche von der Natur hervor getrieben worden wären, für sie zu arbeiten:

——— Christoph Martin Wieland:

Zufällige Gedanken über das Verhältniß des Angenehmen und Schönen zum Nützlichen

Schluss, aus: Teutscher Merkur I, 1775, in: Von der Freiheit der Literatur, Insel 1997:

Und dann giebt es noch eine Gattung unverbesserlicher Leute, die von jeher erklärte Verächter des Schönen gewesen sind; nicht weil ihnen der Kopf schief sitzt, sondern weil sie nichts nützlich nennen als was ihren Seckel füllt. Nun ist das Handwerk eines Sykofanten, Quacksalbers, Amuletenkrämers, Dukatenbeschneiders, Kupplers, Tartüffen, u. s. w. so einträglich es auch sein mag, gewiß nicht schön: es ist also natürlich, daß diese Herren allerseits bey jeder Gelegenheit eine tiefe Verachtung gegen das Schöne das ihnen nichts einträgt zu Tage legen. Ueberdieß, wie manchem Görgen ist seine Dummheit nützlich? Wie mancher verlöhre sein ganzes Ansehen, wenn die Leute, unter denen er’s gewonnen oder erschlichen hat, Geschmack genug hätten, Ächtes vom Unächten, und Schönes vom Schlechten zu unterscheiden? Solche Leute haben freylich eine wichtige Personalursache, Feinde vom Wiz und Geschmack zu seyn. Sie sind in dem Falle jenes Ehrenmannes, der seine häßliche Tochter an einen Blinden verheyrathet hatte, und nicht zugeben wollte, daß seinem Tochtermanne der Staar gestochen würde. Aber wir andern, die nur dabey zu gewinnen haben, wenn wir klüger werden, was für Abderiten müßten wir seyn, wenn wir uns von diesen interessierten Herren bereden lassen wollten blind zu werden oder blind zu bleiben, damit — ihrer Töchter Häßlichkeit nicht offenbar werde?

Ray Donley, Omnia Vanitas, 2012 Ray Donley, Medea, 2012

Der Tochter Hässlichkeit: Ray Donley: Omnia Vanitas; Medea, 2012,
via Frank T. Zumbach: Ray Donley (Continued), 27. Februar 2012.

Der Hässlichkeit Tochter: Bridge City Sinners: Through and Through, aus: Here’s to the Devil, 2019.
Man beachte Libby Lux‘ Dobro-Ukulele:

Written by Wolf

7. Februar 2020 um 00:01

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