Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Archive for the ‘Land & See’ Category

Da unten in jenem Thale (da geht ein Kollergang)

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Update zu Willkomm und dervoo und
Herrjeh, schweigt mir vom Tegernsee!:

Das muss ich erzählen. Wie ich mal auf einer Autorenlesung von Peter Rühmkorf war.

Ein andermal, das wird zu lang. 2019 wäre Peter Rühmkorf 90 geworden, wenn er nicht 2008 den Griffel auf ewig niedergelegt hätte. Der 25. Oktober ist 2019 ein Freitag, da kann man gut feiern gehen; das haben Rühmkorfs Eltern anno 1929 geschickt eingerichtet. Und das zweite Fontane-Jahr in Folge ist sowieso schon ausgereizt.

——— Arnim & Brentano:

Müllers Abschied

Mündlich.

aus: Des Knaben Wunderhorn,
Band 1, 1805:

Da droben auf jenem Berge,
Da steht ein goldnes Haus,
Da schauen wohl alle Frühmorgen
Drey schöne Jungfrauen heraus;
Die eine, die heißt Elisabeth.
Die andre Bernharda mein,
Die dritte, die will ich nicht nennen,
Die sollt mein eigen seyn.

Da unten in jenem Thale,
Da treibt das Wasser ein Rad,
Das treibet nichts als Liebe,
Vom Abend bis wieder an Tag;
Das Rad das ist gebrochen,
Die Liebe, die hat ein End,
Und wenn zwey Liebende scheiden,
Sie reichen einander die Händ.

Ach Scheiden, ach, ach!
Wer hat doch das Scheiden erdacht,
Das hat mein jung frisch Herzelein
So frühzeitig traurig gemacht.
Dies Liedlein, ach, ach!
Hat wohl ein Müller erdacht;
Den hat des Ritters Töchterlein
Vom Lieben zum Scheiden gebracht.

——— Joseph von Eichendorff
als Florens:

Lied.

1810, Erstdruck in: Deutscher Dichterwald, 1813, Seite 40,
spätere Fassungen:
Das zerbrochene Ringlein:

In einem kühlen Grunde,
Da geht ein Mühlenrad,
Meine Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treu versprochen,
Gab mir ein’n Ring dabei,
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht‘ als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus,
Und singen meine Weisen
Und gehn von Haus zu Haus.

Ich möcht‘ als Reiter fliegen
Wohl in die blut’ge Schlacht,
Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht.

Hör‘ ich das Mühlrad gehen,
Ich weiß nicht, was ich will,
Ich möcht‘ am liebsten sterben,
Da wär’s auf einmal still.

——— Peter Rühmkorf:

Auf eine Weise des Joseph Freiherrn von Eichendorff

von Rühmkorf im Oktober 1960
auf der Tagung der Gruppe 47
in Aschaffenburg vorgetragen:

In meinem Knochenkopfe
da geht ein Kollergang,
der mahlet meine Gedanken
ganz außer Zusammenhang.

Mein Kopf ist voller Romantik,
meine Liebste nicht treu —
Ich treib in den Himmelsatlantik
und lasse Stirnenspreu.

Ach, wär ich der stolze Effendi,
der Gei- und Tiger hetzt,
wenn der Mond, in statu nascendi,
seine Klinge am Himmel wetzt! —

Ein Jahoo, möcht ich lallen
lieber als intro-vertiert
mit meinen Sütterlin-Krallen
im Kopf herumgerührt.

Ich möcht am liebsten sterben
im Schimmelmonat August —
Was klirren so muntere Scherben
in meiner Bessemer-Brust?!

Postkarte In einem kühlen Grunde, 1963, Goethezeitportal

Postkarte: L. v. Senger: In einem kühlen Grunde, Verlag Hermann A. Wiechmann, München, Seriennummer [unleserlich]. Verzeichnisse von Büchern, Bildern und Kunstpostkarten umsonst und postfrei, 1963, handschriftlich fortgesetzt:

wollen wir uns gerne einmal ausruhen, es kann auch warm sein nach dem kalten Winter 1962 schaffen wir es nicht. Seit Weihnachten haben wir es vor, Richtung Hamburg u. Silvester Geschirr abliefern anschließend Ferien. Es wird immer wieder hinausgeschoben, darum freuen wir uns über Ihren Besuch. Nach der hübschen blühenden Tochter [?] zu urteilen muß es Ihnen großartig gehen.

via Jutta Assel/Georg Jäger: Eichendorff-Motive auf Postkarten. Eine Dokumentation. Das zerbrochene Ringlein. In einem kühlen Grunde …, Goethezeitportal, Oktober 2011.

Soundtrack: Friedrich Glück, 1814: In einem kühlen Grunde, Gerhart-Hauptmann-Chor Herbst 1968,
in: Bunt sind schon die Wälder, anlässlich der Einführung des Farbfernsehens, DDR 1969:

Und dasselbe nochmal in Genießbar: von Hannes Wader — mit der üblichen Textabweichung „mein Liebchen“ statt von Eichendorff von letzter Hand autorisiert „mein‘ Liebste“:

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Written by Wolf

4. Januar 2019 at 00:01

Veröffentlicht in Land & See, Romantik

You never no

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Update for Break in college sick bay and
Die deutsche Sirene vom Zwirbel im Rhein in die Bronx:

——— Josephine H.:

The city

in: Facebook, December 6th, 2018:

as you walk insid. so much
peopel. So much sowns. cars
driving along. fast or slo.
you never no. so much houses.
hi and lo.

The city, a poem by Josie. you never no, indeed, Constanze Cohu H., Facebook, December 6th, 2018

Image: Mama, December 6th, 2018.

Soundtrack: The Distillers: City of Angels, from: Sing Sing Death House, 2002:

Written by Wolf

6. Dezember 2018 at 02:34

Veröffentlicht in Land & See, Postironismus

Wie Hippo und ich uns einmal Siegfried Lenz geschenkt haben (Träum die nächsten hundert Jahre)

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Update zu And all I got’s a pocketful of flowers on my grave
und Rotkäppchen und der Penishase:

Vor Zeiten hatte ich eine Brieffreundin. Sie hieß — nicht standesamtlich, nur im richtigen Leben — Hippo und war die Herbergstochter des Hauses Evangelische Jugend-, Freizeit- und Bildungsstätte Koppelsberg in Plön. Zu der war ich durch die Vermittlung eines Baums gekommen, namentlich der Bräutigamseiche im Dodauer Forst, der sich bei Eutin unweit von Plön erstreckt.

Hippo von hinten, ca. Juni 1994

Hippo und ich hatten viel Freude miteinander. Um 1990 war es niemandes Vorsatz, je zu heiraten, obwohl Hippo mich aus dem Astloch einer Bräutigamseiche gefischt hatte, aber sie war meine längste Brieffreundschaft — und ich hatte viele, um unter dem Vorwand des Schreibens an einsamen Samstagabenden die Nürnberger Kneipen leerzusaufen und vollzuqualmen, was seinerzeit eine erschwingliche und gesellschaftlich voll akzeptierte Beschäftigung für einen Studenten war.

Ein Wochenende lang war ich sogar zu Gast in Hippos Jugend-, Freizeit- und Bildungsstätte Koppelsberg. Dort wurde ich als Umzugshilfe und zum Pastinakenschälen eingespannt und zu Yogi-Tee, dem Bio-Bier einer norddeutschen Kleinbrauerei, das heute als Hipsterbrühe durchginge, und zum spätherbstlichen Barfußlaufen am nächtlichen, windgepeitschten, grobkieseligen Ostseestand eingeladen und war noch wochenlang illuminiert von der Freundlichkeit und dem schönen, ungetrübten Deutsch der Menschen.

Hippo machte „was mit Jugendlichen“, ich studierte irgendwas mit Lesen und Schreiben ohne jegliche Aussicht auf eine bezahlte Anschlussverwendung. Von ihr gab es zu lernen, dass man für soziale Berufe nicht allein ein Praktikum, sondern gar ein Vorpraktikum braucht, gegen eine Bezahlung, die an offene Verhöhnung arbeitender Menschen grenzt; von mir, wie viel Bier in einen schlaksigen Studenten von 1,96 Metern lichter Höhe passt. Sie war zuverlässig jeden neuen Monat in einen anderen jungen Mann aus ihrem ehemaligen schulischen oder ihrem jetzigen sozialen Umfeld verliebt, und ich versuchte immer noch zum ersten Mal, mit meinem Liebesleben abzuschließen. Ihr verwies ich, allzuoft zu behaupten, ihr sei langweilig, weil mir das Hinfortwünschen von Zeit blasphemisch und somit einer Geistlichentochter unwürdig vorkommt, und sie mir, ständig mehrere A4-Seiten lang über Bücher zu quatschen, denn ich hatte mir eine portofreundlich kleine Handschrift antrainiert, die ich bis in hohe Promillebereiche gestochen leserlich halten konnte, und Weblogs waren Science-Fiction.

Cover Siegfried Lenz, So zärtlich war Suleyken, 1955, Auflage 1986„Ich mag Lakritze“, schrieb sie einmal, „magst du auch Lakritze?“

„Das heißt Bärendreck“, schrieb ich zurück, „und ist aus ‚So zärtlich war Suleyken‚.“

„Nein, es heißt: ‚Willst noch Lakritz?'“, schrieb sie wieder, „hab ich in der Sendung mit der Maus gesehen. Ha! Und deine ewigen Bücher kenn ich nicht.“

„Sehr richtig“, schrieb ich, und es sagt der Joseph Waldemar Gritzan am Schluss von ‚Die achtzehnte der Masurischen Geschichten: Eine Liebesgeschichte‘. Und ob das ein ewiges Buch ist, das uns alle überleben wird. Und wenn du’s nicht kennst, siehe das beiliegende Angebinde.“

Das ließ ich mir nie nehmen, ihr gelegentlich ein Buch zu schenken, wenn sie wieder von meinem Auslassungen darüber besonders genervt war. Ich hatte nämlich bis kurz zuvor eine Buchhändlerin gekannt, die mir am Rande der Legalität ihren Buchhandelsrabatt weiterreichte, und rechnete aus Gewohnheit immer noch die verbleibenden 60 Prozent meiner Erwerbungen, die in den jeweils folgenden Wochen fällig wurden, in meine Kneipenzechen mit ein. Ein verlagsfrisches So zärtlich war Suleyken war damals für 6,80 D-Mark zu haben. Das sind, liebe Kinder, ungefähr 3,48 Euro, weniger als heute ein Bier in München, und was das abzüglich 40 Prozent für den Buchhandel macht, könnt ihr millennialen Bologna-Opfer gefälligst selber im Kopf, und Briefe waren eine Art Low-time-Chat, der einem Zeit ließ, bis zur nächsten Antwort ein ganzes Buch zu kaufen. Bis zum nächsten Werktag waren die auch vor dem Internet schon im zuständigen Buchladen, wie sie das auch immer gemacht haben.

„Du mit deinen ewigen Büchern“, schrieb sie gegen Ende der nächsten Woche, „jetzt hab ich dir auch eins geschickt.“

„Was sagt dir,“ fragte ich brieflich an, als ich am selben Tag, da Hippo ihre Büchersendung mit dem Suleyken im Briefkasten finden musste, eine Büchersendung von Hippo mit einer älteren Ausgabe davon in meinem Briefkasten fand, „was“, schrieb ich, „sagt dir, dass ich das noch nicht hab, wenn ich sogar weiß, wer ‚Willst noch Lakritz?‘ sagt?“

„Weil du sowas halt weißt“, schrieb Hippo, „und weil die Sendung mit der Maus nicht lügt. Außerdem war klar, dass du mir sofort eins schickst, und ich nicht zulassen kann, dass du keins mehr hast.“

So war Hippo: klein, knuffig und klug und eine große Barfußmädchenseele (Ringelnatz, 1929).

A, B, C. Annika, Beate, Claudia, ca. 1991

Dieser Tage ist mir ein alles Lesezeichen in die Finger gefallen: eine Karte von der grundguten Hippo aus Plön, deren Wege und Tage der evangelische und der katholische und der weltgeistliche Herr schirmen mögen. Offenbar hatten wir’s wieder mal über Gedichte und Märchen und ihre Liebesgeschichten gehabt, und sie verwendete eigene Fotoabzüge als Ansichtskarten.

Das Gedicht, das Hippo im April 1995 aus dem Gedächtnis zitierte, habe ich lange nicht nachverfolgt: Ich kannte es von Hippo und fertig. Erst jetzt, wo ich es verbloggen will, erhellt, was für eine Rarität das ist. Der Dichter Josef Wittmann ist allem Anschein nach derselbe, der unter einer österreichischen Domain im bayerischen Tittmoning an der Salzach, also Österreich gegenüber wohnt — das ist ganz gegen Hippos sonstige nordische Art und Gewohnheiten.

Es war auch nicht einfach, den korrekten Text herbeizuschaffen: Das von Hippo erwähnte Daumesbreit („oder so ähnlich“) ist nicht nachweisbar, schon gar nichts, worüber man absichtslos im internetfreien Finnland des späten 20. Jahrhunderts gestolpert wäre. Eine Version davon steht in der dänischen Bearbeitung eines schwedischen Lesebuchs für Deutschlernende, das bairische Original dieses Originals nur in einem — mit Verlaub — nicht gerade maßgebenden Weblog. Hippo macht ja — so jedenfalls mein letzter Stand über ihre Lebenswege — „was mit Jugendlichen“ und würde verstehen oder wenigstens hinnehmen, dass ich in ihre extemporierte Ansichtskarte unbefugt zwei annäherungsweise korrigierte Gedichttexte einflicke.

——— Hippo, Anfang April 1995:

Kartentext von Hippo, April 1995

Du siehst, Wolfgang, ich muß dich enttäuschen, das Gedicht ist nicht von mir — aber immerhin kann ich Dir die Ergänzung (fehlende Fototeile) anbieten. Ich habe es in Finnland im Buch „DAUMESBREIT“ (oder so ähnlich) gefunden + es hat mich — PENG — total angesprochen. Komischer Weise: Als ich aus dem Urlaub wiederkam, war’s aus mit Florian — ich habe ihm dann das Gedicht (auf Post-It-Zettel notiert) zu lesen gegeben. Er: „Ja.“ Alles ziemlich komplex. Fortsetzung folgt, irgendwann.

——— Josef Wittmann:

Dornröschen

aus: Grimms Märchen — modern,
Philipp Reclam Jun., 1979,
cit. nach: Karen Dollerup, Lotte Nielsen (Hrsg.): Alles klappt! im neuen Jahrtausend. Tekstbog 3, 1991; Dansk udgave: Gyldendalske Boghandel, Nordisk forlag A/S, Kopenhagen 1994,
2. udgave, 4. oplag 2010:

Schlaf weiter:

Ich bin kein Prinz,
ich hab kein Schwert
und keine Zeit
zum Heckenschneiden
Mauerkraxeln
Küsschengeben
und Heiraten …

Morgen früh
muss ich zur Arbeit gehen
(sonst flieg ich raus)

Ich muss zum Träumen
auf den Sonntag warten

und zum Denken auf den Urlaub

Schlaf weiter
und träum die nächsten hundert Jahre
vom Richtigen …

——— Josef Wittmann:

dornresal

möglicherweise aus:
Hansl, Grädl & Co.
Märchen in bairischer Mundart,
Friedl Brehm Verlag, Feldafing 1977,
cit. nach: Ironical Life:
Ein neues Gedicht :-),
19. August 2007:

schlaf zua:

i bin koa brinz
i hob koa schweat
& hob koa zeid
zum heggnschneidn
mauergraxln
busslgeem
& heiradn …..

i muas moang fruah
in d arward geh
(sunsd fliage naus)

i muas zum dramma
aufn sonndog wartn
& zum denga aufn urlaub

schlaf zua
& draam de näxdn
hundad johr
vom richdign

P.S.: Bist Du jeden Samstag im Bela Lugosi? Wer ist dieser Kneipenstammtisch?

P.P.S.: Habe gerade Antwortkarte an Florian geschrieben — ich glaube ich liebe Karsten.

(JANOSCH:)
— „Stellt der erste Flaum sich ein,
— Soll der Bauer ein Mädel frein.“

Titelbild: Barfuß-Ex-Claudi

Schöne Grüße,
HIPPO

Claudi, Plön, April 1995

Im übrigen würde Hippo sich kaputtlachen, dass sie einst von einem bairischen — das ist doch in Süddeutschland! — Gedicht so weggeweht wurde. Und nein, Bärendreck ist nicht so meins, ich war nicht jeden Samstag im Bela Lugosi, weil ich manchmal auch die Weißgerbergasse abklappern musste (alle Unternehmen erloschen), Bestandteil eines Stammtisches war ich nie. Und nach einer Barfuß-Ex-Claudi zu googeln, fang ich vorsichtshalber gar nicht erst an.

Brieffreundschaften sind nie fürs ganze Leben, im Idealfall sind sie eine bereichernde Lebensabschnittsbegleitung. Irgendwann hören sie auf, und niemand weiß mehr zu sagen, wer als erstes nicht mehr zurückgeschrieben hat. Von Hippo aus dem Astloch gefischt zu werden, war ein großer Zufall, ein Segen und ein Privileg. Wer auch mal sowas will: An die Postadresse

Bräutigamseiche
Dodauer Forst
23701 Eutin

wird ungebrochen Montag mit Samstag ausgeliefert.

Hippo kopfüber, Juni 1994

Bilder: Hippo, Juni 1994 bis April 1995, featuring ABC (Annika, Beate, Claudia) ca. 1991. Meine damalige Adresse ist nicht missbrauchbar: Das ist die vom Bahnhof Röthenbach an der Pegnitz, in dem schon lange keiner mehr drin wohnt;
Siegfried Lenz: So zärtlich war Suleyken, 1955, Auflage 1986 (meine), via Tauschgnom, 25. Juli 2017.

Soundtracks:

  1. Eins, das ich von Hippo gelernt hab. Das ist bei meinem einzigen Besuch bei ihr auf dem Weg zum Ostseestrand in ihrem Auto auf Kassette gelaufen:
    They Might Be Giants: I Hope That I Get Old Before I Die,
    aus: They Might Be Giants, The Pink Album, 1986:

  2. Eins, das Hippo von mir gelernt hat. Das müsste immer noch ein Lieblingslied von ihr sein,
    sowas geht nicht weg:
    Marius Müller-Westernhagen: Wir waren noch Kinder, aus: Das erste Mal, 1975:

Written by Wolf

16. November 2018 at 00:01

Veröffentlicht in Land & See, Novecento

Wenn–dann (weiß ich auch nicht)

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Update zu Des Frühlings beklommnes Herz und
Süßer Freund, das bißchen Totsein hat ja nichts zu bedeuten:

Adalbert Stifter ist der Wald. Es lassen sich sogar trefflich Kränze aus seinen verschiedenen Gewächsen winden:

——— Adalbert Stifter:

Der Nachsommer

3. Band, 4. Der Rückblick, 1857:

Sie fragte mich, ob ich denn nicht gerne in die Stadt gehe.

Ich sagte, daß ich nicht gerne gehe, daß es hier gar so schön sei, und daß es mir vorkomme, in der Stadt werde alles anders werden.

‚Es ist wirklich sehr schön‘, antwortete sie, ‚hier sind wir alle viel mehr beisammen, in der Stadt kommen Fremde dazwischen, man wird getrennt, und es ist, als wäre man in eine andere Ortschaft gereist. Es ist doch das größte Glück, jemanden recht zu lieben.‘ […]

Es begann nun eine merkwürdige Zeit. In meinem und Mathildens Leben war ein Wendepunkt eingetreten. Wir hatten uns nicht verabredet, daß wir unsere Gefühle geheim halten wollen; dennoch hielten wir sie geheim, wir hielten sie geheim vor dem Vater, vor der Mutter, vor Alfred und vor allen Menschen. Nur in Zeichen, die sich von selber gaben, und in Worten, die nur uns verständlich waren, und die wie von selber auf die Lippen kamen, machten wir sie uns gegenseitig kund. Tausend Fäden fanden sich, an denen unsere Seelen zu einander hin und her gehen konnten, und wenn wir in dem Besitze von diesen tausend Fäden waren, so fanden sich wieder tausend, und mehrten sich immer. Die Lüfte, die Gräser, die späten Blumen der Herbstwiese, die Früchte, der Ruf der Vögel, die Worte eines Buches, der Klang der Saiten, selbst das Schweigen waren unsere Boten. Und je tiefer sich das Gefühl verbergen mußte, desto gewaltiger war es, desto drängender loderte es in dem Innern. Auf Spaziergänge gingen wir drei, Mathilde, Alfred und ich, jetzt weniger als sonst, es war, als scheuten wir uns vor der Anregung. Die Mutter reichte oft den Sommerhut und munterte auf. Das war dann ein großes, ein namenloses Glück. Die ganze Welt schwamm vor den Blicken, wir gingen Seite an Seite, unsere Seelen waren verbunden, der Himmel, die Wolken, die Berge lächelten uns an, unsere Worte konnten wir hören, und wenn wir nicht sprachen, so konnten wir unsere Tritte vernehmen, und wenn auch das nicht war, oder wenn wir stille standen, so wußten wir, daß wir uns besaßen, der Besitz war ein unermeßlicher, und wenn wir nach Hause kamen, war es, als sei er noch um ein Unsägliches vermehrt worden. Wenn wir in dem Hause waren, so wurde ein Buch gereicht, in dem unsere Gefühle standen, und das andere erkannte die Gefühle, oder es wurden sprechende Musiktöne hervorgesucht, oder es wurden Blumen in den Fenstern zusammengestellt, welche von unserer Vergangenheit redeten, die so kurz und doch so lang war. Wenn wir durch den Garten gingen, wenn Alfred um einen Busch bog, wenn er in dem Gange des Weinlaubes vor uns lief, wenn er früher aus dem Haselgebüsche war als wir, wenn er uns in dem Innern des Gartenhauses allein ließ, konnten wir uns mit den Fingern berühren, konnten uns die Hand reichen, oder konnten gar Herz an Herz fliegen, uns einen Augenblick halten, die heißen Lippen an einander drücken und die Worte stammeln: ‚Mathilde, dein auf immer und auf ewig, nur dein allein, und nur dein, nur dein allein!‘ ‚O ewig dein, ewig, ewig, Gustav, dein, nur dein, und nur dein allein.‘ Diese Augenblicke waren die allerglückseligsten.

Adalbert Stifter, Blick auf die Falkenmauer aus der Gegend von Kremsmünster, ca. 1825

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Witiko

1. Band, 1: Es klang fast wie Gesang von Lerchen, 1865:

Sogleich trat das Mädchen, welches keine Rosen hatte, in den Wald zurück, das andere blieb stehen. Der Reiter ging zu demselben hin. Da er bei ihm angekommen war, sagte er: „Was stehst du mit deinen Rosen hier da?“

„Ich stehe hier in meiner Heimat da“, antwortete das Mädchen; „stehst du auch in derselben, daß du frägst, oder kamst du wo anders her?“

„Ich komme anders wo her“, sagte der Reiter.

„Wie kannst du dann fragen?“ entgegnete das Mädchen.

„Weil ich es wissen möchte“, antwortete der Reiter.

„Und wenn ich wissen möchte, was du willst“, sagte das Mädchen.

„So würde ich es dir vielleicht sagen“, antwortete der Reiter.

„Und ich würde dir vielleicht sagen, warum ich mit den Rosen hier stehe“, entgegnete das Mädchen.

„Nun, warum stehst du da?“ fragte der Reiter.

„Sage zuerst, was du willst“, erwiderte das Mädchen.

„Ich weiß nicht, warum ich es nicht sagen sollte“, erwiderte der Reiter, „ich suche mein Glück.“

„Dein Glück? hast du das verloren?“ sagte das Mädchen, „oder suchst du ein anderes Glück, als man zu Hause hat?“

„Ja“, antwortete der Reiter, „ich gehe nach einem großen Schicksale, das dem rechten Manne ziemt.“

„Kennst du dieses Schicksal schon, und weißt du, wo es liegt?“ fragte das Mädchen.

„Nein“, sagte der Reiter, „das wäre ja nichts Rechtes, wenn man schon wüßte, wo das Glück liegt, und nur hingehen dürfte, es aufzuheben. Ich werde mir mein Geschick erst machen.“

„Und bis du der rechte Mann, wie du sagst?“ fragte das Mädchen.

„Ob ich der rechte Mann bin“, antwortete der Reiter, „siehe, das weiß ich noch nicht; aber ich will in der Welt das Ganze tun, was ich nur immer tun kann.“

„Dann bist du vielleicht der Rechte“, erwiderte das Mädchen, „bei uns, sagt der Vater, tun sie immer weniger, als sie können. Du mußt aber ausführen, was du sagst, nicht bloß es sagen. Dann weiß ich aber doch noch nicht, ob du ein Schicksal machen kannst. Ich weiß auch nicht, ob du ein Schicksal machst, wenn du in unserem Walde auf der Wiese stehst.“

Bayerwaldgipfelstürmer, Wegweiser Dreisessel, 3. Mai 2011„Ich darf da stehen“, sagte der Reiter, „denn heute ist Sonntag, der Ruhetag für Menschen und Tiere, wenn es nicht eine Not und Notwendigkeit anders heischt. Mein Pferd habe ich eingestellt. Ich bin in den Wald herauf gegangen, zu beten. Und für den übrigen Tag will ich versuchen, ob ich nicht zu dem Steine der drei Sessel hinauf gelangen kann.“

„Das kannst du“, sagte das Mädchen, „es geht ein Pfad hinauf, den du immer wieder leicht findest, wenn du ihn einmal verlierst. Weil aber der Stein von dem Grunde, der um ihn herum ist, wie eine gerade Mauer aufsteigt, so haben sie Stämme zusammen gezimmert, haben dieselben an ihn gelehnt, und durch Hölzer eine Treppe gemacht, daß man auf seine Höhe gelangen kann. Du mußt aber oben sorgsam sein, daß dein Haupt nicht irre wird; denn du stehst in der Luft allein über allen Wipfeln.“

„Bist du schon oben gestanden?“ fragte der Reiter.

„Ich werde doch, da ich so nahe bin“, antwortete das Mädchen.

„Nun“, sagte der Reiter, „wenn du schon oben gestanden bist, so werde auch ich oben stehen.“

„Und wenn du heute von den drei Sesseln herunter kommst“, sagte das Mädchen, „dann reitest du morgen nach deinem Geschicke weiter?“

„Ich werde weiter reiten“, sagte er; „warum hast du die Rosen?“

„Muß ich antworten, wenn ich gefragt werde?“ sagte das Mädchen.

Wenn die Eltern fragen, mußt du antworten“, entgegnete der Reiter, „wenn jemand anderer artig fragt, sollst du, und wenn du es versprochen hast, mußt du antworten.“

„So will ich dir so viel sagen, als du gesagt hast“, antwortete das Mädchen, „ich trage die Rosen, weil ich will.“

„Und warum willst du denn?“ fragte der Reiter.

„Für den Willen gibt es keine Ursache“, sagte das Mädchen.

Wenn man vernünftig ist, gibt es für den Willen immer eine Ursache“, erwiderte der Reiter.

„Das ist nicht wahr“, sagte das Mädchen, „denn es gibt auch Eingebungen.“

„Trägst du die Rosen aus Eingebung?“ fragte der Reiter.

„Das weiß ich nicht“, entgegnete das Mädchen, „aber wenn du mir mehr von dir sagst, so sage ich dir auch mehr.“

„Ich kann dir nicht viel sagen“, antwortete der Reiter, „ich habe eine Mutter, die in Baiern wohnt, mein Vater ist gestorben, und ich reite jetzt in die Welt, um meine Lebenslaufbahn zu beginnen.“

„So will ich dir auch etwas sagen“, erwiderte das Mädchen. „Meine Eltern haben von hier weiter oben ein Haus. Wir würden es erreichen, wenn wir hier in den Wald gingen, wo ich mit meiner Gespanin herausgetreten bin, wenn wir in dem Walde nach aufwärts gingen, bis wir ein Wasser rauschen hörten, und wenn wir dann zu dem Wasser gingen, und demselben immer entgegen, dann würden endlich Wiesen und Felder kommen, und in ihnen das Haus. An dem Hause ist ein Garten, wo die Sonnenseite ist, und in dem Garten stehen viele Blumen. Und an der Hinterseite des Hauses geht ein Riegel gegen die Tannen, auf welchem viele Waldrosen stehen, und diese nehme ich oft.“

„Hast du die Rosen heute aus Eingebung genommen? Sie sind mir ein Zeichen, daß meine Fahrt gelingen wird“, sagte der Reiter.

„Ich habe einen Metallring, in welchen die Rosenstiele passen“, sagte das Mädchen, „habe heute Rosen genommen, habe sie in den Ring gesteckt, und den Ring auf das Haupt getan.“

„Weil wir noch mehr sprechen werden“, sagte der Reiter, „so gehen wir ein wenig an dem Waldsaume hin, woher du mich kommen gesehen hast. Da werden wir Steine finden, welche zu Sitzen taugen. Auf dieselben können wir uns setzen, und dort sprechen.“

„Ich weiß es nicht, ob ich noch mehreres mit dir sprechen werde“, antwortete das Mädchen, „aber ich gehe mit dir zu den Steinen, und setze mich ein wenig zu dir. Ich kenne die Steine, ich selber habe die Sitze machen lassen. Im Sommer ist es am Vormittage dort sehr heiß, am Nachmittage aber schattig. Im Herbste ist es vormittags lieblich und mild.“

Sie wandelten nun in der Richtung an dem Saume des Waldes hin, in welcher der Reiter zu den Mädchen hergekommen war. Sie hatten bald jene Steine erreicht, an denen der Reiter versucht hatte, ob sie zu Sitzen tauglich wären. Er blieb stehen, und harrte, bis das Mädchen sich gesetzt hatte. Es setzte sich auf einen glatten Stein. Der Reiter setzte sich zu ihrer Linken auf einen, der etwas niederer war, so daß nun sein Angesicht mit dem ihrigen fast in gleicher Höhe war. Das Schwert ragte zu seiner Linken in die niederen Steine hinab. Sie sprachen nun nichts.

Nach einer Weile sagte der Reiter: „So rede etwas.“

„So rede du etwas“, antwortete sie, „du hast gesagt, daß du mit mir noch sprechen willst.“

„Ich weiß jetzt nicht mehr, was ich sagen wollte“, entgegnete er.

„Nun, ich auch nicht“, sagte sie.

Da Knaus der Woche. Magischer Sonnenuntergang am Dreisessel mit Bischof-Neumann-Kapelle, da Hogn, 23. Februar 2015

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Aus dem Bayrischen Walde

November 1867, Erstdruck posthum in: Die Katholische Welt, Aachen, April 1868, Seite 122 ff.,
gesammelt in: Prager Ausgabe, Band XV, Reichenberg 1935,
das Letzte, was Stifter je zur Veröffentlichung freigegeben hat:

Als wir die Häuser um die Kirche hinter uns hatten, war wieder die weiße Wildnis vor uns, und das Grau des Schneefalles um und über uns, sonst nichts. Die Bahn war hoch oben, zu beiden Seiten war der tiefe lockere Schnee, und sie hatte nur die Breite eines Schlittens.

„Martin“, sagte ich, „wenn uns ein Schlitten begegnet.“

„Es begegnet uns keiner“, sagte er.

Wenn uns aber doch einer begegnet“, sagte ich wieder.

„Es begegnet uns keiner“, sagte er.

Wenn uns aber doch einer begegnet“, beharrte ich.

Dann weiß ich es nicht“, sagte er.

Es begegnete uns aber keiner.

Ferdinand Stiller aus Schwarzenberg fürs Wirtshaus Rosenberger Gut, Geschichte. Adalbert Stifter zu Gast im Rosenberger Gut

Die Wölfin meint: „Die Gegend kenn ich. Die sind da wirklich so.“

Bilder: Adalbert Stifter: Blick auf die Falkenmauer aus der Gegend von Kremsmünster, ca. 1825,
via Silvae: Adalbert Stifter, 23. Oktober 2010;
Bayerwaldgipfelstürmer: Dreisessel (1333m) — Bay. Plöckenstein (1365m), 3. Mai 2011;
Georg Knaus aus Freyung, Sägewerksmeister in Vilshofen: Da Knaus der Woche: Magischer Sonnenuntergang am Dreisessel, 23. Februar 2015 mit der Bischof-Neumann-Kapelle für da Hog’n. Onlinemagazin ausm Woid;
Ferdinand Stiller aus Schwarzenberg fürs Wirtshaus Rosenberger Gut.

Soundtrack: Georg Ringsgwandl: Oberpfalz, aus: Woanders, 2016:

Written by Wolf

31. August 2018 at 00:01

Veröffentlicht in Biedermeier, Land & See

Sich für Fluss entscheiden für ein Stück von dem Fluss

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Update zu Nachtstück 0009: Dieselben Finger:

Kathrin Bach, 24. September 2011Newsflash: Kathrin Bach, Buchhändlerin bei Buchhandlung Anakoluth Berlin, mit dem Gedicht der Woche im Signaturen-Magazin, Forum für Autonome Poesie, 5. Juli 2018, ist für den Lyrikpreis München 2018 nominiert und liest für die 1. Entscheidungsvorrunde am 20. Juli um 19.30 Uhr im Münchner Literaturbüro, München-Haidhausen, Milchstraße 4.

Weitere Nominierte — und deshalb dort Lesende! — alphabetisch:

2. Vorrunde: 28. September 2018 (Einreichfrist: 15. August 2018), Finale: im Oktober.

Man sieht sich doch?

——— Kathrin Bach:

Rinnsale

aus: Schwämme. Gedichte, parasitenpresse Band 037, Köln 2017; 14 Seiten. 6,00 Euro:

Kathrin Bach, Für den gefrorenen Frappé in uns. Schönen Sonntag., 8. Juli 2018Die Entscheidung nach rechts oder links zu schauen
sich für Schwäne entscheiden oder Häuschen Häuser Leerstand
ein See und wie viel Prozent von diesem See
die Bilder im Kopf vorbeiziehen sehen dein halber Kopf
sich für Wand entscheiden oder Fenster für Gardine auf oder zu
der Zug der die Landschaft teilt die Äcker von hier aus
sich links neben dich stellen
sich für deine linke Hand entscheiden
ein halbes Paket Mehl das sich in meiner Hand löst
sich in dieses Bett denken in deinen Kopf
mit deiner halben Zunge sprechen ihr Schlingern
dein halber Kopf dein eines Bein dein Arm
eine Linie die sich zu krümmen beginnt
sich für Fluss entscheiden für ein Stück von dem Fluss
für eine still gelegte Fläche die ich von allen Seiten betrachte
deine zwei Hälften unter der Decke
und der Punkt an dem sie zusammenführen

Bilder: Kathrin Bach: 24. September 2011;
Für den gefrorenen Frappé in uns. Schönen Sonntag., 8. Juli 2018.

Bach in München: Das Münchener Bach-Orchester unter Karl Richter
mit allen sechs Brandenburgischen Konzerten, vermutlich 1967:

Written by Wolf

9. Juli 2018 at 01:15

Veröffentlicht in Land & See, Postironismus

Bokeh

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Update zu O süßes Lied:

Ein weibliches Personenmotiv,
das horizontal durch den Mittelgrund schreitet,
vom Ausschnittrand links, winkelschief,
dass sich von selbst die Blende weitet,

stürzt in derselben Hundertfünfundzwanzigstel,
da es Motiv ist, ein Landschaftsbild
in ein Portrait um, solang sich schnell
das Querformat mit seinem Schatten füllt.

Davon kippt die Belichtung der Häuserzeile,
verschwimmen Statisten im Straßencafé,
dann stellt sich der Fokus auf Vordergrund ein,

und der Laternenmast setzt noch eine steile
Linie, das Model vollführt einen Dreh
und hört außerhalb seiner selbst auf, zu sein.

„Als ob es tausend Stäbe gäbe“, meint die Wölfin, „ist da wieder mit jemandem der innere Rilke durchgegangen?“

Rwarrrrr!“, sag ich.

Bild: Purple Grape Zeus;
Soundtrack: Ideal: Berlin, aus: Ideal, 1980:

Written by Wolf

8. Juni 2018 at 00:01

Veröffentlicht in Land & See, ~ Weheklag ~

Pfingsten, das liebliche Fest

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Update zu Nicht so übel scheint die Sonne:

——— N. N.:

Pfingstwonne

1905:

Verlag: M S. i B, Verlags-Nr. 60, Schweiz 1905, Ephemera-Sammlung MTP via Michael Studt, 5. Oktober 2017Prinz Lenz ist eingezogen,
Fandst Du nicht seine Spur?
In duft’gen Blumenwogen
Naht er der Erdenflur,
Gott selbst gab ihm die höchste Macht,
Sein ist die Welt in Maienpracht
Trat er herein nach Wintersnacht,
Was führt er mit hernieder?
Ohn‘ Gaben kam er nicht,
Nein, Pfingsten bracht‘ er wieder,
Nun singet Jubellieder,
Euch grüsst das Pfingstfest licht.

Bild & Text: Verlag: M S. i B, Verlags-Nr. 60, Schweiz 1905, Ephemera-Sammlung MTP
via Michael Studt, 5. Oktober 2017.

Soundtrack: Reinhard Mey: Es gibt keine Maikäfer mehr, aus: Wie vor Jahr und Tag, 1974, live 1973:

Written by Wolf

20. Mai 2018 at 00:01

Veröffentlicht in Land & See, Realismus