Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Archive for Juli 2022

Blinde Finken (Vorsicht: Geschlossene Familie!)

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Update zu Das ihrer wartende Reich der Unschönheit. Nicht auf Hofburgen und in Zaubergärten,
Die junge Gräfin (erzählt neben einem Paar nachbarlichen Würsten)
und Ein ganz anderer Kerl als der Fuchs oder Wolf (so, gerade so bist du):

You will persist in thinking that my happiness depends on my sight.

Wilkie Collins, a. a. O., 1871 f.

Es ergeht Empfehlung für Wilkie Collins. Wie es den besten ergeht, ist der Mann recht obskur geworden; ohne die eine Übersetzung seitens Arno Schmidt wäre er fürs deutsche Literaturgeschehen eine Fußnote für Dickens-Experten. Da hülfe ihm nicht einmal, dass er als Erfinder des Mystery Thriller oder der Sensation novel gilt, je nachdem wen man fragt oder beide voneinander unterscheidet.

Illustration zu Wilkie Collins, Poor Miss Finch, 1872

Entfernter Verwandter, persönlicher Kumpel und dermaßen wesensnaher Kollege von Charles Dickens, dass sich einer vom anderen so tiefgreifend ins literarische Schaffen dreinreden ließ, bis sie die Anteile der Autorschaft selber nicht mehr auseinanderhalten konnten, siehe unter The Lazy Tour of Two Idle Apprentices et al. Und von Arno-Schmidt-Der-Alles-Weiß nicht allein hochgeschätzt, sondern auf eigenen Vorschlag hin übersetzt, jedenfalls Die Frau in Weiß 1965, und dann noch unter Der Titel aller Titel! Betrachtungen zu Wilkie Collins & seiner ‹Frau in Weiß› 1966 gewürdigt, das muss einer erst mal hinkriegen.

Lucilla erschien als Fortsetzungsroman Poor Miss Finch von Oktober 1871 bis März 1872 in Cassell’s Magazine. In historisch und obskur gewordenen Übersetzungen hieß der Roman unter anderem Die Blinde. Laut Klappentext der bis auf weiteres aktuellen Ausgabe bei Fischer, auch schon wieder von 1971, stufte ihn Richard Gerber im Hessischen Rundfunk einst als „Schmöker“ ein, „dessen Sätze wie ein dunkler, alter Portwein im Queen’s College in Cambridge nach einem angenehm fülligen Mahle wohltuend durch die Seele strömen.“

Leser, die gleich mir solcher Klappentextpoesie misstrauen, finden zur Bedeutung des „Schmökers“ (der für mich beiläufig gesagt eher nach Oxford denn nach Cambridge schmeckt) in den Wilkie Collins Information Pages von Andrew Gasson weit fundierter: Poor Miss Finch:

First English Edition 1872Poor Miss Finch was published in 1872 and dedicated to Mrs Elliot (Frances Dickinson). Collins returns to the theme of ‚bodily infirmity‘ with this story of a young girl’s temporary recovery of sight ‚exhibiting blindness as it really is.‘

The heroine, Lucilla, has been blind with cataracts from about the age of one. A significant part of the plot is taken up with the efforts of the eccentric but likeable German doctor, Herr Grosse, to restore her sight and his disagreement with the conservative English oculist, Mr Sebright. The operation, unfortunately, is only briefly successful, with Lucilla once again lapsing into blindness.

Collins’s account of her early attempts at seeing, however, represents his careful research and a remarkable awareness of visual psychology and perception. His descriptions of her disorientation, lack of spatial judgement, dislike of dark colours, and her continuing ability to recognise shape and form only by touch all bear a striking resemblance to a 20th century case history of recovery from blindness. This was documented by Richard Gregory and written in 1966, nearly 100 years later.

First American Edition 1872Initial elation is frustrated by the difficulties of experiencing the real world through sight without the aid of touch. Depression follows, ending in rejection of the newly acquired sense. More unlikely are the clinical premises for Lucilla’s infant cataracts. Most visual development in children occurs up to the age of five. If this is prevented, then vision is usually lost for ever and cannot be regained at a later age. This condition is called amblyopia (or lazy eye). In any event, after cataract surgery thick, high-powered spectacles are almost always necessary to replace the focusing ability of the eye’s natural lens. The extent to which Lucilla recovers lost vision after twenty years, without even the need for spectacles to write her journal is medically almost impossible.

The reading public, however, were convinced and Collins after several requests for the address of the German oculist, Herr Grosse, was obliged to add a note to the second edition that he had ’no (individual) living prototype‘ and was ‚a caricature instead of a character.‘ In order to create the hero’s ‚blue‘ appearance (dyschromia), horrifying to Lucilla after she regains her sight, Collins was forced to rely on a rare and already outmoded type of treatment for epilepsy.

Other details of the novel seem genuinely autobiographical. Collins stayed in Lewes during March 1870; little Jicks and Mrs Finch’s latest child were the same age as Collins’s daughters, Marian and Harriet Dawson.

Über die 450 Druckseiten, die das angeführte Fischer-Taschenbuch einnimmt, kann das sogar Spaß machen. Nehmen wir Collins‘ in Gewande seiner Ich-Erzählerin Mrs. Pratolungo, einer überzeugten französischen Revolutionärin, launige Charakterisierung ganzer Familien. „Finkenkäfig“ war wohl die immer noch holpernde, aber einzig sinnvolle Übersetzung für „finch cage“, das Gefängnis für eine Familie namens Finch:

Illustration zu Wilkie Collins, Poor Miss Finch, 1872

——— Wilkie Collins:

6. Der Finkenkäfig

aus: Lucilla, i. e. Poor Miss Finch, 1872,
übs. Eva Schönfeld, Henry Goverts Verlag, Stuttgart 1969,
cit. nach Fischer Taschenbuch Verlag 1971/1988, Seite 40 f.:

Nach meinen bisherigen Erfahrungen lassen sich große Familien in zwei Kategorien einteilen: Die eine brilliert in gegenseitiger Bewunderung und Ruhmredigkeit, die andere in gesundem Abscheu. Ich persönlich ziehe die zweite Kategorie vor. Ihre Streitigkeiten werden wenigstens in den meisten Fällen unter Ausschluß der Öffentlichkeit abgemacht, und die Beteiligten sind noch fähig (im Gegensatz zu den Mitgliedern der ersten Kategorie), zuweilen auch die Verdienste blutsfremder Personen anzuerkennen. Reines Sippenbewußtsein artet stets in unterträgliche Arroganz aus. Reden Sie mal inmitten einer solchen Idealfamilie von, sagen wir, Shakespeare, einem immerhin universellen Geist. Sofort wird Sie ein weibliches Familienmitglied darauf aufmerksam machen, daß Shakespeare gegen ‚Papa‘ ein trauriger Ingorant war. Oder Sie gehen mit einem männlichen Familienmitglied spazieren und sagen angesichts irgendeiner Passantin: ‚Was für eine entzückende Erscheinung!“‚ Ihr sippentreuer Begleiter wird Ihre törichte Begeisterung nur belächeln und Sie fragen, ob Sie schon einmal seine Schwester in großer Ballrobe gesehen haben. Kein Mitglied solcher Familien kann auch nur für einen Tag verreist sein, ohne seinen Lieben daheim lange Erlebnisberichte zu schreiben, die dann bei sämtlichen Bekannten mit dem Kommentar ‚Welcher Berufsschriftsteller könnte sich so ausdrücken?‘ herumgereicht werden. Auch in Ihrer Anwesenheit wird ausschließlich über Privatangelegenheiten geredet, denn natürlich setzt man bei Ihnen glühendes Interesse dafür voraus. Sie lachen sich halbtot über ihre Familienwitze und wundern sich über Ihre Humorlosigkeit, weil Sie nicht so recht mitlachen können. Schwestern und Brüder kosen unausgesetzt miteinander, und Ehemänner erkundigen sich liebevoll besorgt vor fremden Ohren nach den Verdauungs- und anderen Beschwerden ihrer Frauen, als befänden sie sich allein in ihrem ehelichen Schlafgemach. Ich hoffe, daß wir bei fortschreitender Zivilisation solche Leute von Staats wegen in Käfige setzen werden. An den Straßenecken werden dann Warnschilder stehen: ‚Vorsicht bei Nummer zwölf! Geschlossene Familie!‘

Ich erfuhr von Lucilla, daß die Familie Finch nicht zu dieser Kategorie gehörte. Ihre älteren Verwandten waren alle seit Jahren so zerstritten, daß sie nicht mehr miteinander sprachen und das Postministerium Ihrer Majestät nicht einmal mit Weihnachts- oder Geburtstagsglückwünschen behelligten.

Illustration zu Wilkie Collins, Poor Miss Finch, 1872

Bilder: Illustrationen und Covers 1872, via Andrew Gasson: Wilkie Collins Information Pages: Poor Miss Finch.

Soundtrack: June Tabor von der Oysterband mit Mark Emerson und Giles Lewin
auf dem WDR Folkfestival, Köln 1990:

  1. Bridget O’Malley,
  2. While Gamekeepers Lie Sleeping,
  3. Blind Step Away,
  4. Love Henry/The Cherokee Shuffle:

Written by Wolf

29. Juli 2022 at 00:01

Veröffentlicht in Herrschaft & Revolte, Romantik

Blumenstück 009: Hunde reden nicht so viel

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Update zu La feuille s’émeut comme l’aile dans les noirs taillis frémissants,
Wie Champagnerschaum das wilde Gelächter (deine Erdbeer- und Himbeerdüfte)
und Das Ungeheuer von Laster, das nicht einmal den Namen Feigheit verdient:

Un bon chien vaut mieux que deux kilos de rats.

Boris Vian.

——— Boris Vian:
9 février 1948,
dans: Cantilènes en gelée, 1949,
Poèmes inédits, 1970,
collection 10/18, page 97,
deutsch in eigener Übersetzung, ca. April 2022:

Bonjour, chien

J’avise un chien dans la rue
Je lui dis: comment vas-tu, chien ?
Croyez-vous qu’il me répondrait ?
Non ? Eh bien il me répond quand même
Et ça ne vous regarde pas
Alors quand on voit des gens
Qui passent sans même remarquer les chiens
On a honte pour leurs parents
Et pour les parents de leurs parents
Parce qu’une si mauvaise éducation
Ca demande au moins… et je ne suis pas généreux
Trois générations, avec une syphilis héréditaire
Mais j’ajoute pour ne vexer personne
Que bon nombre de chiens ne parlent pas souvent.

Grüß dich, Hund

Ich erblicke einen Hund auf der Straße
Ich sage zu ihm: Was geht, Hund?
Und du glaubst jetzt, der Hund gibt Antwort?
Nicht? Na klar gibt er mir eine Antwort
Aber keine die dich was angeht
Wenn wir also Leute treffen
Die einen Hund nicht einmal bemerken
Schämen wir uns für deren Eltern
Und die Eltern ihrer Eltern
Für eine dermaßen missratene Erziehung
Das erfordert zumindest … ohne Übertreibung
Drei Generationen erblicher Syphilis
Aber da muss man auch sagen um keinen zu vergrätzen
Die meisten Hunde reden nicht so viel.

Ирина Ожерельева, Irina Ozherelyeva, Boris Vian, Bonjiour chien, 20. April 2019

Image: Ирина Ожерельева: Boris Vian „Bonjour, chien“, 20. April 2019.

Hunde singen Blues: Pink Floyd: Seamus, aus: Meddle, 1971,
als Mademoiselle Nobs ohne Text, weil der zweibeinige Sänger den Mund voll hat,
in den Studios de Boulogne, Paris im Frühling 1972 für Live at Pompeii, 1972:

I was in the kitchen,
Seamus, that’s the dog, was outside.
Well, I was in the kitchen,
Seamus, my old hound, was outside.
Well, the sun sinks slowly
But my old hound just sat right down and cried.

Written by Wolf

22. Juli 2022 at 00:01

Veröffentlicht in Das Tier & wir, Novecento

Bitte, diesen Liebesakt mit jedem Atemzug, mit jedem Pulsschlag tausendmal wiederholen zu dürfen (Ich liebe diesen Liebesakt)

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Update zu Schreiet fort, Mißtöne, zerschreiet die Schatten: denn Er ist nicht!,
Über den Kirchplatz mit Lancelot: Die namenlosen Religionen zu Coburg,
Die katholische Zeit hat solche Geschmacklosigkeiten nicht gekannt
und Sollen denn aber bloß diese Kasus in der neu aufblühenden Kunstschule gebildet werden
(wenn wir bei deutscher Mundart bleiben)?
:

Jesus, Maria, ich liebe Euch,
rettet Priesterseelen, rettet Seelen
mit der großen Bitte, diesen Liebesakt
mit jedem Atemzug, mit jedem Pulsschlag
tausendmal wiederholen zu dürfen.

(Vicariat Rom, Imprimatur N. 26 v. 29.11.2013)

Das neue Gebet des Liebesaktes, a. a. O., 2013.

Das passiert einem nur in Altötting. Meiner verschwimmenden Erinnerung nach lag der Flyer am Schriftenstand der Basilika St. Anna oder der Bruder-Konrad-Kirche aus. Beides nicht die spektakulärsten der Altöttinger Sehenswürdigkeiten, die für die meisten die schwarze Madonna in der Gnadenkapelle und für meine verschrobenen Begriffe das Jerusalem-Panorama wären. Aber ohne die zahlreichen Nebenkirchen des beliebten Wallfahrtsortes abzuklappern hätte man gar nicht erfahren, dass erst allerjüngst verstorbene Mystikerin Frau Justine Klotz eine Blume im Garten des Herrn ist. Das tritt nicht etwa aus den Informationen, die der Flyer bietet, zutage, dazu muss man schon weitergoogeln. Aber den möcht ich sehen, der ein neues Gebet des Liebeskates nicht wenigstens versuchsweise durch die eine oder andere Suchmaschine scheucht. Hat sich das Vikariat Rom vom Bund der Hingabe wohl gedacht. Wer immer das ist, aber mit deren Erlaubnis möchte ich denen lieber nicht noch genauer hinterherforschen.

Leider war ich Ausgetretener nur einen halben Tag in Altötting zugegen, um mein 9-Euro-Ticket auszunutzen, und selbst da hab ich noch Neuötting mitgenommen (und von dort ein Tintenfass Nummer 21 aus dem öffentlichen Bücherschrank. Touristentipp: die drei Kilometer Autobahnzubringersteppe zwischen Alt- und Neuötting nicht ausgerechnet über den Parkplatz des Klinikums abkürzen, sonst finden Sie sich auf dem Pausenhof der Realschule wieder) und war im Russensupermarkt in der Bahnhofstraße einkaufen, weil da die Äpfel 99 Cent das Kilo gekostet haben. Eigentlich müsste ich also nochmal hin, aber das nächste Mal fahr ich vermutlich bis Burghausen durch, weil das die gleiche Zugverbindung ist.

Justine Klotz, Gott hab sie selig, die mir ein freundliches Großmütterchen scheint, hätte dazu wohl in ihrer Nachsicht gegenüber uns fehlbaren Menschen milde gelächelt. Hoffe ich.

——— Bund der Hingabe, Vikariat Rom:

Das neue Gebet des Liebesaktes

aus: Gott spricht zur Seele. Offenbarungen an Justine Klotz (1888–1984),
Heft 1: Der Liebesakt: Der sichere Weg zur Erneuerung,
Pro manuscripto, Alleanza di Donazione 2017
cit. nach Flyer: Das Gebet des Liebesaktes als Faltblatt A5, 2019, Auflage 29. November 2013:

Im Folgenden eine kleine Auswahl aus den Verheißungen Jesu an Justine Klotz (1888–1984) über das Gebet des Liebesaktes:

Flyer Das neue Gebet des Liebesaktes, 2019, 2013(Jesus): „Betet mit großem Vertrauen! Der Liebesakt ist ein Vertrauensakt in höchstem Ausmaß. Den Tag immer so anfangen und nicht anders aufhören! Das Wort „Tausend“ gebe Ich euch zum Geschenk. Es war noch nie so. Beachtet das! Es ist eine Liebesgabe Meiner Gottesseele. Es ist immer ein Weiheakt an Meine Liebe, soviel wie ein Festgottesdienst. Die Engel werden das „Heilig“ anstimmen und Meiner Liebe lobsingen, wie nie zuvor. Es sind oft höchste Engel dabei.

Ihr wisst gar nicht, was ihr da tut. Es ist ein Sold an Meine Liebe. Meine Liebe ist eine rettende Liebe, die Ich austeilen darf, unbegrenzt! Ihr seid von GOTT angeworben, was mit Liebe geschah, zu einem außerordentlichen Tun. Atmet mit dieser Liebe im Herzen und der Teufel hat keinen Zugang mehr. Du kannst Liebe einatmen und ausatmen. Bald wird die Bosheit zurückweichen. Es wird wieder licht in den Seelen, so wird es von Mir geschaut und vollzogen. Ich bin es selbst, der diesen Weg aufzeigt und zur Gnade führt.

Es ist an jede Seele ein Gnadengeschenk von großem Ausmaß: Der Sieg Meiner Mutter. Ich gab für sie den Liebesakt, so unbegrenzt, für jeden und immer. Die Mutter hat Scharen von Engeln, die sie aussendet, ihren Kindern im Kampf beizustehen. Keiner ist mit dem Liebesakt allein, es beten viele zugleich. Das sind Meine Turmwächter. Kein Priester wird ohne den Liebesakt sterben, der ihn verbreiten hilft und selber betet. Ein immer währendes Opfer. Schon wenn ihr daran denkt, kann Ich viele Seelen retten.

Lebe dein Leben in Liebe! – LIEBE für LIEBE! – Ich gebe sie dir brennend zurück. Noch ist die Zeit. – Ich habe das Tor der Liebe geöffnet, als Ich den Schlüssel dem Petrus übergab. – Und dies geschah im Geiste durch Meine Worte. Er regiert die ganze Kirche, so viel Macht haben Meine Worte. –

Illustration, Illumination Betet mit großem VertrauenNiemand hat solche Worte – und so viel Gnaden auszustreuen! Alles wird lebendig und voller Licht und Ich bin da und gegenwärtig, so dass Mich keiner sieht.

Mein ganzes Wirken war in der DEMUT verborgen.

Glaube jedes Wort, die ganze Liebe ist darin gefasst. Auf euch kommt es an, den Weg zu bereiten. – Es ist eine Siegesbotschaft vom Engel des Herrn. Dieser Liebesakt ersetzt alles, was heute versäumt wird. Es sind lauter Bausteine. – Es wird sein, wie ein warmer Südwind, der das Eis schmelzen lässt. Sie alle werden mit einbezogen in diesen Liebesakt. Darum soll man ihn verbreiten und verbreiten lassen, vorerst noch insgeheim. Es wird eine riesige Flamme werden. Ich verspreche es dir. Ihr wisst gar nicht, was ihr da tut. Diese Liebe wird der Atemzug jeder Seele sein. Viele Seelen kehren dadurch heim. Das ist ein ganz verborgenes Licht, vor dem Teufel abgeblendet, für immer, ohne dass er es ergründen kann. Viele Herzen werde Ich dafür neu erschließen, die schon erstarrt sind. Die Menschheit ist tief gesunken, nur Meine Barmherzigkeit kann sie noch retten. Darum gab Ich den Liebesakt. Wie werde Ich die Seelen beschenken! Es ist ein Aufruf zur Gnade. –

Ich liebe diesen Liebesakt. Ich habe ihm große Gnaden verliehen. Gnade bringt Liebe. – Es ist ein leuchtender Weg. Liebe ohne Maß! Soviel Macht gab Ich den Seelen mit diesem Liebesakt. Ihr wisst nie, was die Seele tut und tun kann.

Wir werden dem Teufel Herr werden bis in ungeahnte Tiefen.

Jeder kann dazu beitragen. Der Liebesakt ist schon der Anfang. Er ging von Meinem Herzen aus. Der Teufel kam, um die Welt zu vernichten. Die Macht der Seelen ist stärker. Darum schließt Euch an! Seid ihr nicht Tempel des Geistes vom Vater gewollt? So war die Mutter gekrönt, euch Hilfe zu bringen.

Kämpft mit den Waffen des Geistes! Ich umgürte die Lenden unaufhaltsam, dem Satan entgegen. Nehmt diesen Schutz an! Er kann Euch nicht genommen werden. Ich will Eure Lenden gürten, denn Gehorsam ist Liebe, die von Mir ausging, den Vater zu ehren.

Es wird sich immer wiederholen, bis das Tausend voll ist.

Nehmt die Lampe der Liebe, die Ich neu entzündet habe. Tragt sie dem Bruder entgegen. Wer liebt, rettet, wer rettet, liebt! Das sind die Zeiger dieser Uhr. Sie gehen rund um Mein Herz. Das sind Meine Herzschläge, so ist der Liebesakt an Mich angeschlossen. Das sind Meine eigenen Herzschläge und niemand kann diese Uhr zum Stehen bringen. Das Gegenteil ist der Fall: Sie finden Widerhall im Petersdom! Auch diese Uhr geht nicht zurück. Man wird ihn auf der ganzen Welt verbreiten. Die ganze Welt wird aufhorchen.

Jeder Liebesakt zündet, wie nie zuvor. Jeder wird Mich empfangen, bis alle eins geworden. – Würde ihn jede Seele nur einmal am Morgen und am Ende des Tages wieder nur einmal beten, wären die Tausend vollzählig angenommen, wie jeder Regentropfen in das Meer fällt und keiner wäre herauszufischen. Wer betet, liebt – wer liebt, betet!

So rücke Ich Meine Barmherzigkeit ans Licht. Ja noch mehr: Es ist wie eine Zündschnur, die an die Lichtleitung angeschlossen wird, die immer und immer überall dieselbe Wirkung erzeugt.

Ihr könnt ja die Liebe nicht fassen, darum nehmt den Liebesakt so für die ganze Welt an, die so erkaltet ist. Das ist die Sonne, das Licht gegen die Finsternis. Die Sünde kann sich nicht mehr ausbreiten, wo er gebetet wird. Ich gab ihn euch durch die Mutter als Geschenk, und zwar für jeden gleich groß. – Denkt an die Hochzeit zu Kana, Ich selbst bin der Bräutigam, durch das Wunder, das dort geschah.

Dieser Liebesakt soll eine Gemeinschaft bilden. Ich will euch diese Liebe zuteilen. Ich bin mitten unter euch – ein Liebender!

Ich will dem Teufel die Macht zerschlagen mit dem Liebesakt. Ich zeigte dir, wie der kleine David mit Kieselsteinen dem Kampf entgegenging und ihr habt den Liebesakt tausendfach vermehrt. Ich will euch den Wert zeigen. Seelen, Seelen! Ein Wehruf Meiner Liebe! Der Tod muss diesen Seelen weichen, weil Liebe nicht sterben kann. Das Kreuz ist zum Sieg geworden.“

Bilder: Das Gebet des Liebesaktes als Faltblatt A5, 2019;
Jesus, Maria, ich liebe Euch! Rettet Seelen. Messages from Heaven to the german Mystic Justine Klotz:
Der Liebesakt, der sichere Weg zur Erneuerung, o. J.

Mut zur Schnulze: Golden Shoulders: I Will Light You On Fire, aus: Friendship Is Deep, 2004:

Written by Wolf

15. Juli 2022 at 00:01

Veröffentlicht in Glaube & Eifer, Postironismus

Bist du müde oder hast du geweint?

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Update zu Nachtstück 0021: Нет хуже ада
und Blumenstück 005: Versprich du es auch:

Schön, dass du gefragt hast.

Caro, 2020.

Ca. 1992 innerhalb zwei Bier verzapft. Der Rest der Zeche ist dann noch für einen hoffentlich nicht erhaltenen Brief draufgegangen.

Mariam Sitchinava

Grüne Augen,
so grün so grün, so hell,
dass man sie beim Entgegenkommen
sehen konnte.

Wegen ihr war ich losgelaufen, sie wich
meinem Blick aus.

~~~\~~~~~~~/~~~

Schade um die schöne Musik,
wenn man nur Augen
für sein eigenes Bauchgrimmen hat.

~~~\~~~~~~~/~~~

Mariam SitchinavaNicht zu fassen,
wenn man sie draußen
quasseln, tändeln, zwitschern
gehört hat,

wie ihr beim Reinkommen
das Gesicht einschläft.

~~~\~~~~~~~/~~~

Kolleginnen Freundinnen Schwestern
schubsen mit Zaubergesten die Maus
und hui
leuchtet Excel in professionellen Farbmustern
und der nur die Wampe einziehen kann
darf nicht mit zum Shopping.

~~~\~~~~~~~/~~~

Kurz davor zu fragen,
ob sie ein System hat,
wann sie sich die Nägel
kirschrot,
zweifarbig,
gar nicht
oder vor zehn Minuten
frisch lackiert,
scheute ich zurück.

Nicht vor der Antwort,
sondern weil ich
es nicht wissen darf.

~~~\~~~~~~~/~~~

Wie kann sich dieser kalte Kirgisenblick
so goldige Kinderhinterpfötchen
bewahrt haben?

Ihre Zehennägel rauch ich als Zigarette,
alles was darüber kommt,
sing ich als Lied.

~~~\~~~~~~~/~~~

Allein wie sie dich ignoriert
ist schon hollywood.

Warte erst
bis sie dich auslacht.

~~~\~~~~~~~/~~~

Nach dem ersten Satz
gegen ein stumm lauerndes
Telephon verloren.

Im nächsten Leben
werd ich ein grauer Plastikumschlag
voll asiatischer Puderdosen,

mit dem musste sie
sich fast fünfzehn
Sekunden befassen.

~~~\~~~~~~~/~~~

Wenn sie mich nochmal
soviele Lebensjahre kostet,
lohnt sich’s nicht mehr,

den Kehrichthaufen meines Leibes
als Blutadler herzurichten,
dann können sie mich endlich

runterspülen, wie ich’s
als Vierjähriger
anberaumt hab.

~~~\~~~~~~~/~~~

Der Sieg der Arbeiterklasse
unter dem Pflasterstrand.

Oben drauf die Kippen,
die das Proletariat
auf dem Arbeitsweg

ausgetreten hat,
und ich
mitten unter ihnen.

Mariam Sitchinava

Noch während die Piper at the Gates of Dawn lief,
stand meine erste Freundin neben dem Bett.

„Sorry, ich wollte dir bloß schnell
deine Tapferkeitsmedaille von damals
endlich geben, ich war
grad auf dem Weg.
Muss gleich weiter,
woanders haben sie auch Probleme.“

Man spürte das Ding
durch die Zudecke.

„Aber gut hast du dich gehalten“,
krächzte ich ihr nach.

~~~\~~~~~~~/~~~

Was dich zerfleischt,
hatte ein mythisches Ausmaß,
einen tiefen Sinn
oder eine läuternde Wirkung.

Danach war man entweder
selber schuld,
schön blöd
oder beides.

~~~\~~~~~~~/~~~

„Kommst du mit eine rauchen?“

„Ich geh hinten raus.“

Es gab ja auch schöne Momente.

~~~\~~~~~~~/~~~

Entferntes murmelnd,
geisterte sie mit einem Word-Ausdruck
durch die Finsternis.

„Bist du müde oder hast du geweint?“
fragte ich sie hinterher.

Vor der Antwort schrieb sie
den Rand in ihrer Handschrift voll.
Ihr nächstes Wort war:

„Gute Nacht.“

~~~\~~~~~~~/~~~

„Die bisherigen Lebensjahre,
kann ich die vom Fegefeuer abziehen lassen?“

Die Sprechstundenhilfe lachte durch die Nase
und winkte mich
ohne aufzublicken weiter.

Mariam Sitchinava

Bilder: Mariam Sitchinava aus Tiflis/Georgien:

  1. 15. Mai 2012,
  2. Merge, 22. Oktober 2021,
  3. 15. Mai 2012;
  4. 23. Januar 2013.

Soundtrack: Trio Mandili, auch aus Georgien: მთიულური (Mtiuluri), 1. Juli 2020:

Written by Wolf

8. Juli 2022 at 00:01

Veröffentlicht in Ehestand & Buhlschaft, ~ Weheklag ~

Vom Schnöseln und Bröseln (100 % Zitate von Frauen)

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Update zu Wenn Schnee bedeckt mein Haar einmal,
Wenn er vom Blocksberg kehrt und
Umgestülpte Teufel (und Kryptonit für Circe):

Die Freifrau Marie Ebner von Eschenbach, geborene Marie Dubský von Třebomyslice, wurde 85 Jahre alt. Das ist als erste und einzige Information über eine bedeutende und gar nicht mal so langweilige Schreiberin, die man, skandalös genug, hautsächlich für ihre Lösungssätze für Kreuzworträtsel kennt, in geradezu undankbarer Weise mager, aber für die Kontrafaktur von Stephan Katz und Max Goldt, vulgo Katz & Goldt, mehr als ausreichend.

——— Marie von Ebner-Eschenbach:
von Katz & Goldt 2020 zugeschrieben:

„Jungen Damen möchte tunlichst angeraten sein, nicht den Dorfschulzen gleich unter den Linden zu raufen.“

„Der Honigtau der Läuse nämlich, Todestau wohl auch genannt, die an den Linden saugen, verklebt nicht nur die Kutsche, sondern gleichsam das Haar.“

„Wir schnöseln und bröseln und scheiden und schwinden in buntesten Zeiten und verenden doch immer im am wenigsten Bunten, genaulich dem Weißen.“

100 % Zitate von Frauen. Zwar nur von einer, aber diese eine, die hatte es echt drauf, und das bereits im 19. Jahrhundert! Die wurde uralt und hat nur tolle Sachen gesagt! Das ganze lange Leben lang!

——— Katz & Goldt:

Vom Scheiden und Schwinden in buntesten Zeiten

2020:

Katz und Goldt, Vom Scheiden und Schwinden in buntesten Zeiten, 2020

Comic: Katz & Goldt: Vom Scheiden und Schwinden in buntesten Zeiten, 2020.

Topic Track: Inspirierende Zitate: Bis heute aktuelle Zitate von Marie von Ebner Eschenbach, 1. März 2022:

Soundtrack (zwar nur von einer, aber diese eine, die hat es echt drauf):
Jessie Williams: Devil of a Woman, aus: Trigger Happy Shedneckz, 2013:

Written by Wolf

1. Juli 2022 at 00:01

Veröffentlicht in Herrschaft & Revolte, Realismus