Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Archive for September 2012

Mein Lied ertönt der unbekannten Menge

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Was mich verwundert, ist die Verwunderung der Journalisten — darüber, was einen jungen Menschen dazu treiben mag, den Faust auswendig zu lernen. Der Tragödie ersten Theil wohlgemerkt, dafür alle Rollen. Gut, es war nicht im Feuilleton, sondern im München-Teil, da ging es ihnen wohl eher um den Event als um die Leistung, die jeder Schauspielschüler draufhaben muss.

Was mich freut, ist die Freude des jungen Menschen. An seinen zwei Kästen Bier.

——— Katrin Kuntz: Wie der Faust aufs Auge. Goethe-Lesung in der U-Bahn München, in: Süddeutsche Zeitung, 14. September 2012:

Leonhard Schülen by Stefan Rumpf für Katrin Kuntz, Wie der Faust aufs Auge. Goethe-Lesung in der U-Bahn München, Süddeutsche Zeitung 14. September 2012Am Samstag um 10.34 Uhr wird ein junger Mann in die Münchner U-Bahn steigen und dort Goethes Faust rezitieren — ohne Buch. Sein Lohn: zwei Kästen Bier. Im SZ-Gespräch erzählt Leonhard Schülen, wie er 4164 Verse auswendig gelernt hat, warum er gerne altklug ist und wie sich Goethe im Alltag einsetzen lässt.

Er will Physik studieren und später noch Philosophie. Der Abiturient Leonhard Schülen, 20, aus Obersendling hat den ersten Teil von Goethes „Faust“ auswendig gelernt: 4164 Verse, in einem Reclamheftchen sind das 135 Seiten. An diesem Samstag steigt er in Thalkirchen um 10.34 Uhr in die Linie U 3 in Richtung Olympia-Einkaufszentrum, um das Werk vorzutragen.

SZ: Sie hören nicht die folgenden Gesänge, die Seelen, denen ich die ersten sang…

Leonhard Schülen: … zerstoben ist das freundliche Gedränge, verklungen ach, der erste Wiederklang. Mein Lied ertönt der unbekannten Menge, ihr Beifall selbst macht meinem Herzen bang, und was sich sonst an meinem Lied erfreuet, wenn es noch lebt, irrt in der Welt zerstreuet.

Respekt. Stichprobe bestanden.

Danke. Das war die dritte Strophe der vier Stanzen aus „Zueignung“. Nicht unbedingt die schwierigste Stelle.

Wie lange hat es gedauert, den ganzen „Faust“ auswendig zu lernen?

Sehr lange. Ich habe vor einem halben Jahr angefangen. Die letzten zwei Monate waren sehr intensiv. Vor einer Woche habe ich mit dem Wiederholen begonnen. Das mache ich so zehn bis zwölf Stunden am Tag.

Oh. Und so haben Sie sich alles gemerkt?

Naja, da alles in Reimform geschrieben ist, fällt es gar nicht so schwer. Ich lese eine Szene mehrmals durch, dann lese ich nur die Seite und dann lerne ich eben Zeile für Zeile auswendig. Es hilft übrigens sehr, wenn man beim Auswendiglernen spazieren geht. Ich war bis Juni drei Monate auf dem Jakobsweg unterwegs, da hatte ich genug Zeit.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, den „Faust“ auswendig zu lernen?

Er ist mein Lieblingswerk, ich habe ihn bestimmt sieben oder acht Mal gelesen. Und dann bin ich eine Wette eingegangen…

Die da lautet?

Ich habe ja manchmal eine leicht altkluge Art, das gehört wohl zu meinem Charakter. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, lasse ich ziemlich oft Faust-Zitate fallen. Ein Spezl war irgendwann ein bisschen genervt davon und hat mich herausgefordert. Er meinte, ich könne ohnehin nur mit Fragmenten um mich werfen und werde es nicht schaffen, das ganze Werk auswendig zu lernen.

An diesem Samstag wollen Sie das Gegenteil beweisen. Was passiert, wenn Sie scheitern?

Wir werden bestimmt vier Stunden im ganzen U-Bahn-Netz unterwegs sein. Mein Freund ist dabei und kontrolliert mich anhand der Reclamausgabe — das wird eine Herausforderung. Aber ich werde die Wette natürlich nicht verlieren. Immerhin geht es um zwei Kästen Bier.

Welche Zitate waren das, mit denen Sie die Wette provoziert haben?

Viele! Das Schöne ist ja, dass der „Faust“ unerschöpflich ist. Es gibt Zitate für alle Lebenslagen. Der Klassiker ist natürlich: „Nun steh ich da ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor“. Das habe ich zum Beispiel nach dem Abitur gesagt. „Ich bin der Geist, der stets verneint“, sage ich, wenn ich mit Freunden diskutiere und nicht ihrer Meinung bin. Oder meine Antwort auf ein erstauntes „Ach, echt?“: „Allwissend bin ich nicht, doch viel ist mir bewusst.“

Stört es Sie eigentlich, wenn Sie jemand altklug nennt?

Überhaupt nicht. Stimmt ja durchaus.

Was mögen Sie am „Faust“?

Seine unglaubliche Sprachgewalt. Viele sagen, Deutsch sei eine hässliche, harte Sprache. Das stimmt nicht. Goethes Sprache ist wunderschön. „Selig“ zum Beispiel! Sprechen Sie sich das mal vor! Und: Der „Faust“ enthält alle Themen, die im Leben wichtig sind. Wonach sollen wir streben? Woran sollen wir glauben? Was ist Liebe? Was ist das Böse? Warum leiden wir gerne?

Glauben Sie, dass man leiden muss, um etwas zu erreichen?

Ich habe beim Auswendiglernen sehr gelitten! Aber es ist doch immer so: Je härter man sich etwas erkämpft, desto intensiver freut man sich über den Erfolg.

Wahrscheinlich gibt es auch dafür ein „Faust“-Zitat?

Oh ja. „Freud muss Leid und Leid muss Freude haben.“

„Zwar weiß ich viel, doch möcht ich alles wissen“: Offenbar geht bei den Lokaljournalisten das Gedächtnis dafür verloren, was in Wetten, dass…? einst gewettet wurde. Es muss noch unter Frank Elstner gewesen sein, da konnte ein damals junger Mensch den Faust auswendig, was er bewies, indem er vorgegebene Verse mit dem Folgevers parierte. Er konnte beide Theile.

Ob er gewonnen hat, weiß ich auch nicht mehr, aber wenn, dann bestimmt keine Getränkeeinheiten. Sein unabsichtlicher Nachfolger Leonhard Schülen hat sich am 15. September bis gegen 14.00 Uhr offenbar wacker geschlagen, jedenfalls weiß man nichts Gegenteiliges. Die Biersorte steht leider auch nicht im Bericht von Tobias Dorfer: Goethe im Untergrund. Mitten in München, Stadtviertel-Teil, in: Süddeutsche Zeitung, 17. September 2012, Seite R7:

LS in Wochenanzeiger München, Leonhard Schülen rezitiert Goethes Werk in der U-Bahn, 10. September 2012Der letzte Wagen der U 3 ist ungewöhnlich voll an diesem Samstagvormittag. Viele junge Menschen sitzen in der Bahn, sie lesen in gelben Reclam-Heftchen, trinken Ginger Ale und lauschen einem jungen Mann: Leonhard Schülen, 20 Jahre alt, hat Goethes Faust auswendig gelernt, den ersten Teil zumindest, aber selbst das sind schon 4164 Verse. Sieben oder acht Mal hat der Abiturient den Klassiker gelesen, das macht das Auswendiglernen schon leichter. Zeile für Zeile, Seite für Seite: Es war Schwerarbeit.

Nun trägt er das Gelernte in einem öffentlichen Event vor. Das SZ-Interview, in dem Leonhard Schülen sein Vorhaben ankündigte, hat sich im Internet rasant verbreitet. Innerhalb weniger Stunden wurde der Artikel 600 Mal über Twitter und Facebook geteilt. Ein Besucher hat sich den Text sogar mit Klebeband am Jackett befestigt. Am Olympiazentrum steigt ein älterer Herr in die U 3 ein. „Faust?“, fragt er. Allgemeines Nicken. „Den hab ich gesucht“, sagt er zufrieden, holt sein Smartphone aus der Tasche und will weitere Besucher rekrutieren.

Am Olympia-Einkaufszentrum steigen Schülen und etwa 50 Zuhörer aus. Doch es geht weiter im Text, weiter zum anderen Bahnsteig. Dann in die U 1 bis zur Fraunhoferstraße, von dort in die U 2 bis zur Messestadt. Wer an diesem Vormittag das ganze Drama hören möchte, braucht Sitzfleisch und Durchhaltevermögen. Es ist stickig und heiß im Wagen, aber das stört hier keinen.

Leonhard Schülen trägt den Faust aber nicht nur vor. Er rezitiert. Manchmal singt er sogar. „Christ ist erstanden„, hallt es dann klar durch die U-Bahn oder „Geh aus mein Herz und suche Freud„. Seine Freunde schauen kritisch in ihre Reclam-Heftchen, ältere Beobachter schenken ihm bewundernde Blicke. Ein paar Mal rezitiert das Publikum eingängige Stellen aus dem Text gemeinsam, dann wird der Goethe-Tross zum Chor. Schöner kann U-Bahn-Fahren fast nicht mehr sein.

Das Heldenhafte an Leonhards Leistung war ja eigentlich der Event-Charakter seiner Rezitation, mit der er offensichtlich Schüler mit Reclam-Heften in ihrer Freizeit in den öffentlichen Raum hineinmotiviert hat. Seinerzeit bei Wetten, dass…? wurde doch eher rezeptiv auf dem Sofa gesessen.

Nächstes Jahr den zweiten Theil, wie wär’s? Und zwar eine Woche später, am ersten Wiesn-Wochende. Dann gewinnt das gleich ein ganz anderes Gewicht, was es hinterher für ein Bier gegeben hat.

Michaela Kakuk, Vier Stunden Faust in der U-Bahn, Merkur 16. September 2012

Bilder: Stefan Rumpf für Süddeutsche Zeitung, 14. September 2012;
LS für Wochenanzeiger München, schon vor der Süddeutschen am 10. September 2012;
Michaela Kakuk: Vier Stunden „Faust“ in der U-Bahn, in: Merkur, 16. September 2012.

Written by Wolf

27. September 2012 at 06:28

Veröffentlicht in Klassik, Weisheit & Sophisterei

Große Zusammenkünfte, die mehr einer Feierlichkeit als einem geselligen Vergnügen gleichen

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Baronin Anne Louise Germaine „Madame de Staël“ de Staël-Holstein:
Über Deutschland. Erster Theil. I. Abtheilung.
Fünftes Capitel: Das südliche Deutschland. Übs. Friedrich Buchholz et al., 1815:

Karte Untersendling Theresienwiese 1812Kein Land bedarf so sehr der literarischen Beschäftigung als Deutschland; da die Geselligkeit in diesem Lande wenig Reiz darbietet, da es den Bewohnern größtentheils an der Grazie, an der Lebhaftigkeit fehlt, womit die Natur das wärmere Clima begabt, so folgt daraus, daß der Deutsche nur dann liebenswürdig ist, wenn er ein höherer Mensch ist, und daß er Genie haben muß, um geistreich zu seyn.

Franken, Schwaben, und, vor der Errichtung der berühmten Akademie zu München, auch Baiern, galten für schwerfällige einförmige Länder, wo es keine Künste gab, die Musik ausgenommen; wenig Literatur; eine rauhe Betonung, der die Aussprache der lateinischen Töchtersprachen ungemein schwer wurde; keine Gesellschaft; große Zusammenkünfte, die mehr einer Feierlichkeit als einem geselligen Vergnügen glichen; eine kriechende Höflichkeit gegen eine ungeglättete Aristokratie; Herzensgüte, Biedersinn in allen Classen, aber eine lächelnde Steifheit, die mit aller Zwanglosigkeit alle Würde verscheucht. Es dürfen uns also nicht die Urtheile, nicht die Spöttereien Wunder nehmen, die man sich über die deutsche Langeweile erlaubt hat. In einem Lande, wo die Gesellschaft so gar nichts, und die Natur so wenig ist, können nur die Sitze der Literatur, die gelehrten Städte, anziehend seyn. […]

Das südliche Deutschland, in jeder Hinsicht gemäßigt, schleicht im eintönigen Wohlseyn dahin, und verbleibt in diesem Zustande, dem nachtheiligsten für die Thätigkeit im Handeln wie im Denken. Der lebhafteste Wunsch der Bewohner dieser ruhigen fruchtbaren Länderstrecke besteht darin, so fortzuleben, wie sie leben; und wozu führt dieser Wunsch, wenn er der einzige ist? Er reicht nicht einmal hin, dasjenige zu behalten, womit man sich begnügt.

Festnahme eines betrunkenen Randalierers auf dem Oktoberfest, 23. September 2010Diese Einschätzung stammt von 1813. Das Münchner, mithin eindeutig süddeutsche Oktoberfest nahm seinen Ursprung 1810 — durch die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig, nachmals König Ludwig I., mit Prinzessin Therese Charlotte Luise Friederike Amalie von Sachsen-Hildburghausen — und war der Madame de Staël offensichtlich noch nicht so präsent wie heutigen Zugereisten, dass sie seine nachteiligen Auswirkungen auf alle Tätigkeiten im Handeln wie im Denken ermessen konnte.

Ganz erschrocken bin ich übrigens, dass es die Madame de Staël überhaupt im aktuellen Buchhandel gibt: Über Deutschland wird immer noch ganz regulär bei Insel vorgehalten, wo sie für sowas geradeweg zuständig sind — in der Übersetzung von E.T.A. Hoffmanns Herzensbruder Julius Eduard (H)Itzig und Kollegen. Wartet nur: Wenn wir Insel mal nicht mehr haben, wird es nicht mehr hinreichen, dasjenige zu behalten, womit wir uns begnügen.

Bilder: Oktoberfest 1812; Oktoberfest 23. September 2010, gemeinfrei.

Written by Wolf

23. September 2012 at 00:01

Veröffentlicht in Nahrung & Völlerei, Romantik

Feine Pfote, derbe Patsche

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Die Wölfin und ich liegen mitsammen zu Bette und treiben, was wir dort mit Vorliebe treiben: ein Buch lesen.

„Was liest’n da?“ fragt die Wölfin.

„Heine“, sag ich.

„Du mit deinen ganzen alten Zauseln. Kennst du die Lorelei nicht bald auswendig?“

„Doch, die Loreley schon — nur echt mit dem e-ypsilon am Schluss. Und mehr als die Harzreise hast du aus den Reisebildern bestimmt nicht mal in der Schule durchgenommen.“

„Ächz“, sagt sie. Ihre Comicsprache ist vorsätzlich.

„Das ist Band 6/I der Hanser-Gesamtausgabe von Klaus Briegleb, also zeig mal etwas Respekt bitte.“

„Stöhn“, setzt sie drauf.

Ich hebe den Blick aus dem Buch.

„Nicht was du denkst“, sagt sie. „Hopphopp, lies mir doch mal was Respektgebietendes vor.“

Ich blättere. „Zur Teleologie, wie wär’s?“

„Zur was? Na gut, whatever.“

Zur Teleologie

Beine hat uns zwei gegeben
Gott der Herr, um fortzustreben,
Wollte nicht, daß an der Scholle
Unsre Menschheit kleben solle.
Um ein Stillstandsknecht zu sein,
Gnügte uns ein einzges Bein.

„Echt, das soll Heine sein? Nicht Wilhelm Busch?“

„Siehste. Soviel weißt du aber von der Loreley, dass man Heine auch ohne Germanistikstudium liebhaben kann.“

„Ist ja gut, ich glaub’s dir ja, du Liebhaber.“

Augen gab uns Gott ein Paar,
Daß wir schauen rein und klar;
Um zu glauben was wir lesen,
Wär ein Auge gnug gewesen.
Gott gab uns die Augen beide,
Daß wir schauen und begaffen
Wie er hübsch die Welt erschaffen
Zu des Menschen Augenweide;
Doch beim Gaffen in den Gassen
Sollen wir die Augen brauchen
Und uns dort nicht treten lassen
Auf die armen Hühneraugen,
Die uns ganz besonders plagen,
Wenn wir enge Stiefel tragen.

Die Wölfin hebt ein Bein aus ihrer Bettdecke hervor, henkelt es in der Luft herum, schnipst mit den Zehen und begutachtet ihre Schenkelrasur vorne und hinten.

„Enge Stiefel“, sinnt sie. „Wenn Gott gewollt hätte, dass wir enge Stiefel tragen, hätte er uns dann barfuß erschaffen?“

„Dich nicht“, sag ich und betrachte verliebt ihr Bein von unten bis oben.

Mit der Wölfin ist es so: Ihre schönsten Stellen fangen mit Z an. Ihre Zähne sind reines Perlmutt, ihre Zehen rosenreine Elfenglieder. Sie hört es nicht gern, aber sie weiß es, darum bringt sie trocken einen Insider unter:

„Zausehaare.“

„Ein Wunder angesichts der Stellen, an denen du rasiert bist.“

„Jedenfalls gründlicher als du“, sagt sie, „fühl mal.“ Sie schnappt sich meine Hand und führt sie ihren Schenkel entlang.

Gott versah uns mit zwei Händen,
Daß wir doppelt Gutes spenden;
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute aufzuhäufen
In den großen Eisentruhn,
Wie gewisse Leute tun –
(Ihren Namen auszusprechen
Dürfen wir uns nicht erfrechen –
Hängen würden wir sie gern.
Doch sie sind so große Herrn,
Philantropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen für die Reichen.)

„Oha. Da zündelt wieder einer mit der Zensur.“

„Gut aufgepasst. Wann er das genau geschrieben hat, weiß keiner, da hat er sich sogar gleich selber zensiert. Muss aber nach 1845 gewesen sein, also jedenfalls Spätwerk.“

„Wie alt ist Heine eigentlich geworden?“

„1797 bis 1856.“

„Oh, keine sechzig. Steinalt sieht anders aus. Todesstrafe oder Hungertod?“

„Syphilis.“

„Für Geschlechtskrankheiten ist 59 wiederum recht junggeblieben.“

„Eben. Dabei hat er seine erste Gesamtausgabe erst 1863 gekriegt. Die Teleologie war sogar erst 1912 ungekürzt gedruckt, davor immer nur einzelne Strophen. Die harmlosen.“

„Harmlose hat das auch?“

„Wie man’s nimmt. Heine ist eigentlich wegen der Redefreiheit nach Paris ausgewandert. Und nicht, um sich bei den Coquotten sonstwas einzufangen.“

„Wenn er auch immer solche Dinger krachen lässt …“

Gott gab uns nur eine Nase,
Weil wir zwei in einem Glase
Nicht hineinzubringen wüßten,
Und den Wein verschlappern müßten.

„Das erfindest du jetzt!“ ruft die Wölfin. „Nie im Leben steht da ‚verschlabbern‘!“

„Doch“, sag ich, „mit Doppel-p. Da, schau.“ Ich halte ihr die Buchseite hin und lege den Finger auf ‚verschlappern‘.

Die Wölfin kann es nicht fassen.

Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppeltmäulig wär,
Fräß und lög er auch noch mehr.
Har er jetzt das Maul voll Brei,
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt er aber Mäuler zwei,
Löge er sogar beim Fressen.

„Yeah, Rock ’n‘ Roll, Alter!“ Die Wölfin lacht sich kaputt.

„Trefflich formuliert. Der Mann lässt echt nichts aus.“

„Stimmt. Ist das unter irgendwas gesammelt? Bestimmt nicht unterm gleichen Kapitel wie deine Loreley, oder?“

„Keine Spur, das Buch der Lieder war Frühwerk, da konnte er sich noch halbwegs in Deutschland blicken lassen. Die Teleologie steht meistens unter ‚Vermischtes‘.“

„Pf, vermischt. So eine Systematik kann ich auch.“

„Kannst du nicht. Du würdest nicht mal merken, dass es eine Langversion überhaupt gibt. Das geht nur übers Manuskript, du hättest bestimmt nur in der jeweils letzten Druckversion nachgeschaut.“

„Welchselbiges Manuskript bis dahin genau wo rumgeflattert ist?“

„In den Giftschränken der Literaturwissenschaft. Meistens ist sowas dann das Archiv einer Unibibliothek.“

„Klar, wo sonst. Führst du auch einen Giftschrank?“

„Sicher. Ich nenne ihn Bücherregal.“

„Dann verzeih meine Präpotenz.“

„Gern geschehen. Neuerdings steht’s immer unter ‚Zeitgedichte‘. Hier im Briegleb zum Beispiel.“

„Also mit dem mehr Blick auf die Kapitalismuskritik als auf die Schulbubengaudi.“

„Und den Gedanken der Teleologie bei Hegel.“

„Teleologie, Teleologie …“

„Zielgerichtetheit.“

„Hab ich doch gesagt.“

„Die Überschrift ist gar nicht von Heine, beiläufig.“

„Och? Sondern von wem?“

„Adolf Strodtmann.“

„Ächz, stöhn, jaul, Jammer, Not!“

„Der mit der ersten Gesamtausgabe.“

„1863.“

„Yeah, Rock ’n‘ Roll.“

Mit zwei Ohren hat versehn
Uns der Herr. Vorzüglich schön
Ist dabei die Symmetrie.
Sind nicht ganz so lang wie die,
So er unsern grauen braven
Kameraden anerschaffen.
Ohren gab uns Gott die beiden,
Um von Mozart, Gluck und Hayden
Meisterstücke anzuhören –
Gäb es nur Tonkunst-Kolik
Und Hämorrhoidal-Musik
Von dem großen Meyerbeer,
Schon ein Ohr hinlänglich wär! –

„Au weh. Die muss ich nicht alle kennen, oder?“

„Die kennst du alle, außer Meyerbeer.“

„Gut genug, um zu wissen, dass Haydn sich ohne e hinten schreibt.“

„Schon okay, das sollte reichen.“

„Und was, meint Heine nochmal, soll sich da auf ‚Tonkunst-Kolik‘ reimen?“

„‚Hämorrhoidal-Musik‘.“

„Na! Aber nur ausnahmsweise.“

„Was lernen wir daraus? Wölfin?“

„Dass Heine Meyerbeer nicht mag?“

„Richtig und gut. Und dass um 1850 ‚Kolik‘ noch auf der Ultima betont wurde, wie ‚Musik‘.“

„Oder dass er mit seinem Gedicht bald fertig werden wollte.“

„Wieder richtig. Das lässt du im Literaturseminar aber lieber weg.“

„Was reimt sich dann auf ‚anzuhören‘?“

„…“

„Ja, hab ich mir schon gedacht …“

„Anscheinend wollte er da langsam zum Höhepunkt kommen.“

„Bitte??“

„Zum unterdrückten Finale. Fertig werden, wie du sagst.“

„Wer unterdrückt denn sowas? Dein Strodtmann?“

„Ja, der auch: ‚Der skabröse Schluß des Gedichtes ‚Zur Teleologie‘ konnte hier aus Schicklichkeitsgründen nicht mitgeteilt werden‘, meint er. Alle bis Karl Schüddekopf.“

„Der von 1912?“

„Spickst du?“ Ich verstecke die Buchseite vor ihr.

„Nein, ich bin nur eine aufmerksame Zuhörerin.“

„Je nach Thema.“

„Das musst du sagen!“ Sie boxt mich unter der Bettdecke mit dem Knie. Ich fange ihr Bein mit gedankengeschwindem Griff ein und behalte es in der freien Hand. Sie lässt es geschehen.

„Oh là là, piquant, piquant“, strahlt sie mir ins Gesicht und schmiegt sich meine Seite entlang. Mir fällt noch einmal kurz ein, wie sehr ich ihre Zähne und ihre Zehen mag.

„Nein, skabrös, skabrös“, antworte ich.

„Das sowieso.“ Unter unserer Decke wippt sie erwartungsvoll mit dem Fuß.

Als zur blonden Teutolinde
Ich in solcher Weise sprach,
Seufzte sie und sagte: Ach!
Grübeln über Gottes Gründe,
Kritisieren unsern Schöpfer,
Ach! das ist, als ob der Topf
Klüger sein wollt als der Töpfer!
Doch der Mensch fragt stets: Warum?
Wenn er sieht, daß etwas dumm.
Freund, ich hab dir zugehört,
Und du hast mir gut erklärt,
Wie zum weisesten Behuf
Gott den Menschen zwiefach schuf
Augen, Ohren, Arm‘ und Bein‘,
Während er ihm gab nur ein
Exemplar von Nas und Mund –
Doch nun sage mir den Grund:
Gott, der Schöpfer der Natur,
Warum schuf er einfach nur
Das skabröse Requisit,
Das der Mann gebraucht, damit
Er fortpflanze seine Rasse
Und zugleich sein Wasser lasse?
Teurer Freund, ein Duplikat
Wäre wahrlich hier vonnöten,
Um Funktionen zu vertreten,
Die so wichtig für den Staat
Wie fürs Individuum,
Kurz fürs ganze Publikum.
Zwei Funktionen, die so greulich
Und so schimpflich und abscheulich
Miteinander kontrastieren
Und die Menschheit sehr blamieren.
Eine Jungfrau von Gemüt
Muß sich schämen, wenn sie sieht,
Wie ihr höchstes Ideal
Wird entweiht so trivial!
Wie der Hochaltar der Minne
Wird zur ganz gemeinen Rinne!
Psyche schaudert, denn der kleine
Gott Amur der Finsternis,
Er verwandelt sich beim Scheine
Ihrer Lamp – in Mankepiß.

„Teutolinde!“ ruft die Wölfin gedehnt, „ist das ein Name für einen Menschen?“

„Für einen deutschen Menschen weiblicher Herkunft ist Teutolinde ein sehr zulässiger Name.“

„Boah, da bin ich mit meinem doch noch ganz zufriedenstellend bedient.“

„Deinen Namen mag ich sogar gern.“

„Es hätte ‚Teutolinde‘ werden können! Sag mal, veröffentlichst du das alles in deinem Blogdingsda?“

„Selbstverständlich wirst du in meinem Weblog vorkommen. Ich komm ja auch vor, und du bist doch der beste Teil meiner bescheidenen Person.“

„Mit meinem Namen?“

„Ich sag: die Wölfin zu dir. Ist dir das genehm?“

„Geht so. Es gibt einen gewissen Sinn. Komm ich oft vor?“

„Gerade eben zum ersten Mal. Ich muss dich ja erst mal einführen.“

„Einführen. Gleich helf ich dir einführen.“

„O ja, gern. Darf ich noch zu Ende vorlesen?“

„Mach ruhig, ich hab heut nix Besonderes mehr vor.“

Also Teutolinde sprach,
Und ich sagte ihr: Gemach!
Unklug wie die Weiber sind,
Du verstehst nicht, liebes Kind,
Gottes Nützlichkeitssystem,
Sein Ökonomie-Problem
Ist, daß wechselnd die Maschinen
Jeglichem Bedürfnis dienen,
Den profanen wie den heilgen,
Den pikanten wie langweilgen, –
Alles wird simplifiziert;
Klug ist alles kombiniert:
Was dem Menschen dient zum Seichen,
Damit schafft er seinesgleichen.
Auf demselben Dudelsack
Spielt dasselbe Lumpenpack.
Feine Pfote, derbe Patsche,
Fiddelt auf derselben Bratsche,
Durch dieselben Dämpfe, Räder
Springt und singt und gähnt ein jeder,
Und derselbe Omnibus
Fährt uns nach dem Tartarus.

„Ohhhhh! Lies das büddebüdde nochmal, das mit dem ‚Was dem Menschen dient‘.“

„Das war klar, dass dir sowas gefällt.“

„Wegen der Stelle hast du’s doch vorgelesen.“

„Und wegen dem ‚Omnibus‘.“

„Ja, stimmt: Heine kannte einen Omnibus?“

„Angewandte Poesie hat zuweilen auch etwas Visionäres.“

„Wende sie jetzt an, Wolf.“ Die Wölfin breitet die Arme aus, dass die Bettdecke von ihr gleitet und großflächig eine skabrös nackte Wölfin freigibt.

„Mit dem Dudelsack?“

„Nein, du Lumpenpack. Mach bitte leise.“

„Mit dem einen Maule schon schwätzt zu viel der Erdensohn.“ Einhändig klappe ich das Buch zu und lege es unauffällig in sicherer Entfernung ab. Die Zunge der Wölfin schmeckt kühl, ihre Zausehaare kitzeln.

„Gefräßige Stille“, flüstert sie.

Brittney Bush Bollay, Skinny Legs and All, February 28, 2007

Beine hat uns zwei gegeben Gott der Herr: Nein, nicht die Wölfin.
Brittney Bush Bollay: Skinny Legs And All, 28. Februar 2007.

Written by Wolf

18. September 2012 at 00:01

Und waiß nit, wann

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——— Grabspruch des Magisters Martinus von Bieberach zu Heilbronn, gestorben 1498 [widerlegt].
Aus: F.K. Waechter (3. November 1937–16. September 2005): Mich wundert, daß ich fröhlich bin, 1991:

Ich leb und waiß nit, wie lang,
Ich stirb und waiß nit, wann,
Ich far und waiß nit, wahin,
Mich wundert, daß ich froelich bin.

F.K. Waechter, Mich wundert, daß ich froelich bin, aus Mich wundert, daß ich fröhlich bin, 1991

Written by Wolf

16. September 2012 at 00:01

Veröffentlicht in Renaissance, Vier letzte Dinge: Tod

Wähle dir ein Lied

with 6 comments

——— Nikolaj Karamzin: Briefe eines russischen Reisenden; Berlin, 6. Juli 1789:

„Führe mich zu Moritz„, sagte ich heute morgen zu meinem Lohnbedienten.

„Wer ist das, Moritz?“

„Wer das ist? Philipp Moritz, der Schriftsteller, der Philosoph, der Pädagog, der Psycholog.“

„Warten Sie, warten Sie! Sie sagen zuviel auf einmal; man muß ihn im Adreßkalender unter irgendeinem Titel suchen; er ist also (indem er ein Buch aus der Tasche zog), er ist also ein Philosoph, wie Sie sagen? Wir wollen sehen …“

Die Einfalt dieses guten Menschen, der mit wichtiger Miene die Blätter seines allumfassenden Kalenders umschlug und durchaus die Rubrik: Philosoph finden wollte, machte mich lachen.

„Suche ihn lieber unter den Professoren“, sagte ich, da der Titel: Liebhaber der Weisheit in Berlin nicht so bekannt ist.

„Karl Philipp Moritz wohnt in …“.

„Führe mich zu ihm.“

Rotbäckchen

——— Karl Philipp Moritz (15. September 1756–26. Juni 1793): Beiträge zur Philosophie des Lebens aus dem Tagebuch eines Freimäurers. Herrschaft über die Gedanken, 1780. Insel 1981: Werke Band 3, Seite 15:

Wenn man sich ein Lieblingslied, eine Melodie erwählt, die beständig eine Seite unsrer Empfindung trifft, so kann man oft dadurch die bösen aufsteigenden Gedanken verjagen. Es wachen mit diesem Liede oft alle unsre guten Vorsätze wieder auf, unsre beßre Natur behält die Oberhand, und wir tragen über die Lockung zum Bösen den Sieg davon. Drum wähle dir ein Lied, eine sanfte herzeindringende Melodie, und wenn deine bösen Stunden kommen, so fasse nur noch so viel Mut, das zu singen, oder zu spielen, und die Wolken die sich um deine Seele gesammlet hatten werden sich zerteilen, und die Sonne wird wieder in ihrer Klarheit hervorbrechen.

Können Sie rothaarige Mädchen in Ruhe lassen, die mitten im Starbucks den Anton Reiser (Reclam) lesen? Wenn sie auch sonst lieb aussehen, ist Abzeichnen nachhaltiger denn Anquatschen.

„Sagst du mir deinen Namen noch?“

„Schreib doch einfach Rotbäckchen.“

Melodie, die beständig eine Seite unsrer Empfindung trifft: Young Rebel Set: If I Was, 2009.
Directed by Andy Douglass, Camera by Nick Donnelly & Andrew Stebulitis @ Moving picture productions. Additional camera by John Laws.

Written by Wolf

15. September 2012 at 00:01

Veröffentlicht in Schall & Getöse, Sturm & Drang

Der kluge Narr flüchtet vor der Inflation in die Sachwerte.

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——— Kaiserliche Pfalz, der Kaiser mit Mephisto:

Dadurch sind unsre Mängel nicht erledigt,
Was willst du jetzt mit deiner Fastenpredigt?
Ich habe satt das ewige Wie und Wenn;
Es fehlt an Geld, nun gut, so schaff es denn.

Faszinierend war das schon immer, was der Faust denn nicht noch alles geleistet haben soll. Mein weiland Wirtschaftskundelehrer hat in einem interdisziplinären Anfall sogar mal verbreitet, Goethe hätte die Geldscheine erfunden.

Wie immer hat der Mann übertrieben. Das war natürlich Mephisto.

Von 14. September bis 30. Dezember 2012 gibt’s im Frankfurter Goethehaus genau die Ausstellung, die man in Frankfurt schon immer vermisst hat: Goethe und das Geld. Kommt jemand mit?

Rainer Hank, Die Faust & Mephisto AG , FAZ, 8. September 2012

Grafik: Ralf Banken in: Goethe und das Geld. Der Dichter und die moderne Wirtschaft, hg. Vera Hierholzer und Sandra Richter im Auftrag des Freien Deutschen Hochstifts, Frankfurt 2012, Seite 138.

Schau einer den vormaligen Stürmer und Dränger an: Über die Hälfte seines Vermögens aus Staatsanleihen, nachdem ihm noch die Generationen vor ihm, die er persönlich kannte, vorgelebt haben, wie man auf handfeste Werte setzt. Ist das noch fortschrittlich oder schon windig? Vielleicht fragen wir ja mal Hans Christoph Binswanger: Der hat in Geld und Magie den Faust auf 168 Seiten ökonomisch durchgedeutet. Bei Amazon.de steht das unter Esoterik, Hexen & Magie.

Das sind also meine Beiträge zur Eurorettung. Vielleicht würde ich mich etwas beflissener ins Zeug hängen, wenn mir jemand beibringen könnte, wofür.

Bild: Rainer Hank: Die Faust & Mephisto AG , FAZ, 8. September 2012.

Danke für Aufmerksamkeit an die Wölfin, die sich den ganzen Tag mit solchem Zeug rumärgern muss!

Written by Wolf

13. September 2012 at 00:01

Veröffentlicht in Handel & Wandel, Klassik

Weistu was so schweig

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Das moderne Bundesland Bayern, sonst in allen Dingen das erste, ist das letzte, das seine Schulferien beendet — mit der Begründung: weil die Kinder bis jetzt auf dem Feld gebraucht werden.

Sie wären keine Kinder, wenn sie die Schule nicht schwänzen wollten. Eine Tradition, seit es Schule gibt.

——— Das Volksbuch von Dr. Faust: 1. Anfanng Leben vnd Historj D: Faustj, ca. 1587:

Hannes Trapp, Old School, 2. April 2007Daneben so hat Er auch ein thummen Vnsynnigen vnd hofferttigen kopff wie man jn dann allzeit den SPeculierer genannt / jst zu der boesten gesellschafft gerathen / hat die Haylig Schrift ein weil hinder die Thur/ vnnd vnder Die Bannckh gesteckht / Das wortt Gottes nit Lieb gehalten/ sonnder hat Roch vnnd Gottloß jnn Fullerey / vnnd Vnzucht gelebt (.wie dann dise Historj hernach genuegsam zeugnus gibt.) Aber es ist ein War sprichtwort / Was zum Teuffel will / last sich nit aufhalten/

Wir wissen, wie böse Doktor Faustus endete — in allen Versionen, da war das Schuleschwänzen nur der kindliche Anfang. Allein bei Thomas Mann bleibt Fausti Schicksal nicht individuell, sondern ein Exempel für alle Deutschen. Insofern erschreckend und erstaunlich, weil Doktor Faustus im 20. Jahrhundert spielt, wo alles und jeder nach Individualität drängte. Offenbar erst nach der Katastrophe, die erst den Faust, dann mit ihm alle Deutschen und schließlich die ganze Welt erfasst.

Die neuzeitliche Fassung des Doktors Teufelsverführung entspringt bis in EInzelheiten des Wortlauts dem Volksbuch:

——— Thomas Mann: Doktor Faustus: Kapitel XXV:

Meinst du mit Wer ich bin: Wie ich heiße? Aber du hast ja all die skurrilen Necknämchen noch von der Hohen Schulen her im Gedächtnis, von deinem ersten Studium her, als du noch nicht die hl. Geschrift vor die Tür und unter die Bank gelegt hattest.

Das ist aus dem großen „Teufelsgespräch“; man bekommt schon von diesem einen Satz einen Begriff, wie verführerisch das ist.

Hört nicht hin, Kinder. Besucht euren Unterricht und schweigt fein stille, bis ihr gefragt werdet.

Bild: Hannes Trapp: Old School, 2. April 2007.

Written by Wolf

12. September 2012 at 00:01