Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Archive for Juli 2017

Verreißi zerreißi

leave a comment »

Update zu Seht, Ehrenbreitstein mit gesprengter Mauer
und Hipsteros:

Ringelnatz war mein erster Herzensdichter als Welpe. Alles, was man von dem hörte, war so eingängig und genial vielsagend, dass man darauf kommen musste: Wow, von dem will ich alles wissen. Die Gesamtausgabe war die erste, die ich mir vom Taschengeld absparte und zu Weihnachten und Geburtstagen zusammenwünschte; sieben Bände plus einer mit Briefen, jeder zwischen 55 und 75 D-Mark (28,12 und 38,35 Euro) war doch irgendwie Geld für einen 14-Jährigen. Heute gibt es nicht einmal mehr den Originalverlag Henssel, die Ausgabe ist seit dessen Konkurs bei Diogenes und schon seit Jahren auf dem Ramsch angekommen.

Fast das ganze Jahr 1932 tingelte Ringelnatz samt einer siebenköpfigen Schauspielertruppe mit seinem siebten, aber einzigen erhaltenen und noch posthum inszenierten Theaterstück Die Flasche. Eine Seemannsballade durch Deutschland. Das Tourneematerial, bestehend aus Tagebuch und Briefen an seine Frau, erschien ebenfalls schon 1932 als Mit der „Flasche“ auf Reisen im Sammelband Die Flasche und mit ihr auf Reisen.

Das Hotel Riesen-Fürstenhof an den Koblenzer Rheinanlagen wurde im Zweiten Weltkrieg zerbombt. Joachim Ringelnatz, den ein mittelgnädiges Schicksal schon 1934 ins Grab senkte, hat noch darin übernachtet. Und sich gelegentlich aufgeführt wie … nun ja: wie ein Hotelgast.

Hotel Riesen-Fürstenhof Koblenz, Postkarte ca. 1924, mit Dampferanlegestelle

——— Joachim Ringelnatz:

Koblenz und Abstecher

aus: Die Flasche und mit ihr auf Reisen, Rowohlt, Berlin 1932:

Riesenfürsten entdeckte ich nicht in meinem Hotel, aber einmal saß, nach Aussage des Besitzers, Reichskanzler Brüning dort in meiner Nähe.

Eine Dame, die sich auf ihrer Visitenkarte „wissenschaftliche Astrologin und Schauspielerin“ nannte, schickte mir einen Band ihrer ersten lyrischen Gedichte. Ich überflog diese ernste Poesie und muß gestehen, daß ich dann den Band in der Mitte einriß und ihn unter den Schminktisch warf. Sitty zog ihn wieder hervor. Er fand, daß die Gedichte sehr unterhaltend wären, zumal, wenn man das eingerissene Heft wie ein Vexierbuch handhabte und die eine halbe Seite des einen Gedichtes über die entsprechende Hälfte des nächsten deckte. So gelesen ergab sich in diesem „Blühen und Verwelken“ betitelten Buch z. B. folgendes Poem:

Mein Junge

Ich döste in leeren Straßen
Und du begegnetest mir.
Fasziniert über alle Maßen,
Lockte ich dich wie ein Tier.
Du bist ein Junge wie andre auch
Mit blonden Locken und trotziger Stirne;
Nur hast du schon ein klein wenig Bauch
Und – es ist möglich – eine weiche Birne.
Blüten bring ich dir von rotem Mohn.
Rot wie Mohn soll deine Neigung brennen.
Alles Gefühl wird Dein Atem mir nennen.
Du: – von plötzlicher Glut beglückt:
Ein japanischer Dolch auf deinen Leib gezückt,
Mach ich mit diri Harakiri.
O verführi, verführi, verführi!

Herausfinden lässt sich: Die Dame, Astrologin und Schauspielerin hieß Ingrid Svanström; ihr Lyrikband Blühen und Verwelken war bei Bachmair in München-Pasing 1931 erschienen und umfasste 30 Seiten, mithin sollte er sich mühelos zerreißen lassen. Wiedergegeben und geradezu exklusiv für die Nachwelt gerettet hat Ringelnatz den Anfang des Gedichts Mein Junge auf Seite 7 und — oben ab Vers 9 — den Schluss des Gedichtes Spiel auf Seite 9. Herausgeber Walter Pape meint dazu in der großen Ringelnatz-Gesamtausgabe, Band 5: Vermischte Schriften, 1983, in seinen Anmerkungen:

Es ist unklar, ob die Verse von Ingrid Svanström ernst gemeint oder parodistisch sind.

Mit Verlaub, das ist nicht unklar. Beim schallend lächerlichen letzten Vers mag ein Interpret noch unterstellen, dass mit der Dichterin da eine poetische oder sonstige Leidenschaft durchgegangen sei, aber so offensichtliche Fehlbildungen wie „mit diri Harakiri“ unterlaufen niemandem, der gut genug Deutsch kann, dass etwas ihn zum Verfertigen von Gedichten nötigt, die immerhin saubere Reime und Rhythmus aufweisen, aus Versehen. Wir reden hier nicht über den Schlesischen Schwan Friederike Kempner, deren Gesamtwerk schon bedeutend mehrdeutiger schillert. Und inhaltlich wollen wir nicht unterschätzen, was für eine gesellschaftliche und kulturelle Neuheit das war, dass eine Frau sich bekennend begehrlich und offensiv verführerisch an eine Mannsperson wendet.

Mich hätte interessiert, worauf sich „Blüten bring ich dir von rotem Mohn“ auf der Seite 9 reimt, wenn man sie nicht gerade als Vexierbild nutzt. Und einen anvertrauten Gedichtband durch Zerreißen verreißen, das gehört sich schon mal überhaupt nicht.

Hotel Riesen-Fürstenhof Koblenz, 1920, Hotels am Rheinufer, Bilderbuch Koblenz, Straßenansicht

Bilder: Kunstanstalt Kornsand & Co., Frankfurt am Main: Ansichtskarte/Postkarte ungelaufen, sehr guter Zustand, bei akpool 7,20 Euro:

Hotel Riesen-Fürstenhof, Koblenz a. Rhein. H. Kämpfer-Hansen. — Telephon 57, 58, 162. Telegramm-Adresse: Riesen-Koblenz. Große Garage. Neue Marmorhalle. Tägl. Konzert. Große Rheinterrassen.

Bilderbuch Koblenz: Hotel Riesen-Fürstenhof, 1920, Hotels am Rheinufer:

von rechts: Hotel Riesen-Fürstenhof, Hotel Traube, Hotel Koblenzer Hof mit dem charakteristischen Dreieckgiebel. Die Türme am Ende der Häuserreihe gehören zum ehemaligen Amtssitz der preußischen Bezirksregierung.

Soundtrack: Nicki Minaj: Anaconda, aus: The Pinkprint, 2014 in der grundrenovierten, revolutionär neu-alt interpretierten Version der warm empfohlenen Scott Bradlee’s Postmodern Jukebox,
aus: Selfies on Kodachrome, 2014; Gesang: die bezaubernde Robyn Adele Anderson:

I’m high as hell, I only took a half a pill,
I’m on some dumb shit, by the way, what he say?
He can tell I ain’t missing no meals,
Come through and fuck him in my automobile.

Advertisements

Written by Wolf

28. Juli 2017 at 00:01

Veröffentlicht in Land & See, Novecento

Münchner Sommerhaiku

leave a comment »

Update zu Japanischer Frühling (Hammer):

Im Teer festgedrückt
ein Löwenbräu-Kronkorken:
nix Route 66.

Megan Lynn W., Waiting in the Rubble, San Diego, April 16th, 2014

Bild: Megan Lynn W.: Waiting in the Rubble, San Diego, April 16th, 2014 (mit detailreicher Ansicht):

I did this photo as a sort of homage to all the people that work really hard with no reward — waiting for something good to happen. Interns, people looking for jobs, or people generally just down on their luck. A lot of the time we have to be in really bad situations for a really long time in order for something good to happen. I know I’ve had firsthand experience with this, and a few people close to me have as well.

I did the formatting similarly to that of Rachel Baran’s partly because I love her work, but mostly because I wanted the „road closed“ and not wanted sings to be of less importance. It’s not really about why or what is blocking the way, but how you handle it. *breaks into song* ITSSS THE CLIIIMB

There’s my schpeel.

Soundtrack: Miley Cyrus: The Climb, aus: Hannah Montana: The Movie Soundtrack, 2009:

Written by Wolf

21. Juli 2017 at 00:01

Veröffentlicht in Herrschaft & Revolte, Postironismus

Anaximander’s Revenge

leave a comment »

Der Liedertext ist zur Vertonung freigegeben. Es sollte eindeutig klingen wie etwas, das Monty Python für einen Männerchor gehalten hätten; nicht ganz so nach Shanty-Chor wie Knights of the Round Table und lange nicht so nach den Pogues wie Drunken Lullabies von Flogging Molly vielleicht, wenn jemand folgen kann. Ein Schuss früher Ringsgwandl schadet sowieso nie. Als einzige Gegenleistung wünsche ich mir eine Aufnahme vom Ergebnis, YouTube-Link genügt: Das will ich hören, wie jemand die zweite Strophe holperfrei singen kann.

Anaximander’s Revenge

(Since The Best Girl Is Yet To Big Bang)

Chorus: There’s no mind without a brain,
you can’t find a love in vain,
there’s no social interaction without you
(and you and you and you and you …).
Sing your dirge without a pyre
like your smoke requires a fire,
and some antecedent intercourse, too.

1. (Then) Don’t have sex with what you can’t,
skip the maid and meet your hand,
and the ups and downs and pros and cons therethrough.
Prôton Kinoun is the first
thing to come, but when rehearsed,
even your mind might come into existence anew.

2. You never get a chance without taking it,
in the world there is no love without making it,
Spontaneous Generation never left the sea.
There’s no teleologic argument that God not faked,
but you lived only when it ached
frae abiogenesis to eschatology.

3. Evolution’s come to stay,
so retribution has its way.
Salt your Primordial Soup, stand for your last meal in a queue,
sigh, defy, and shanghai,
bid your sanity goodbye,
but if you’re lucky, mate, your monster creates you.

Made Explicit, Awesome picture of my grandmother, February 11th, 2006

Making of: Der Text wurde im Februar 2009 als Anaxagoras‘ Revenge von Wilhelm Capelle (Hrsg.): Die Vorsokratiker, Kröner Verlag 1934 ff., in der Auflage von 1968 inspririert. „Inspiriert“ musste dann alles erst seit 2015 werden, darum war es erstens Zeit, die Inspiratiosnquelle denn doch wirkllich einmal zu lesen, und vor allem für ein Update: Anaximander stimmt inhaltlich viel besser.

Bild: Made Explicit: Awesome picture of my grandmother, 11. Februar 2006.

Written by Wolf

14. Juli 2017 at 00:01

Veröffentlicht in Weisheit & Sophisterei, ~ Weheklag ~

Das Beste sind die Kartoffeln

leave a comment »

Update zu Erdäpfelgulasch,
Schwarze Butter
und Jean Paul, sein erster Kuss, meine Bedienung und ich
— und wegen erhöhter Wichtigkeit noch zu
Moral, das ist wenn man moralisch ist, versteht Er. (Kartoffeln schmälzen):

Aus der Liebe will ich wie aus den Kartoffeln verschiedene Gerichte zubereiten.

Jean Paul: Titan, Zweiter Band, Dreizehnte Jobelperiode, 61. Zykel, 1801.

Das sind im Direktvergleich Jean Paul, 35-jährig im Gleimhaus zu Halberstadt 1798 von Heinrich Pfenninger gemalt, und noch einmal Jean Paul, 47-jährig 1810 von Friedrich Meier gemalt:

Heinrich Pfenninger, Jean Paul, 1798Friedrich Meier, Jean Paul, 1810

Carl Christian Vogel von Vogelstein, Jean Paul, 1822In den zwölf Jahren zwischen beiden Dichterportraits scheint also einiges vorgefallen. Weniger als in den zwölf Jahren darauf, denn das Jean-Paul-Portrait mit Bleistift, weiß gehöht, von Carl Christian Vogel von Vogelstein 1822 weist bei dem 59-Jährigen schon weit weniger zusätzliche Lebensspuren auf.

Die Wunsiedeler Diplom- und Food-Designerin Beate Roth hat eher spät in ihrem Leseleben Jean Paul kennen gelernt (das alte Lied: Warum ist der Mann kein Schulstoff?), sich aber umso spontaner in ihn verliebt. Vielleicht berufsbedingt hat sie alsbald bemerkt, dass es in seinen Büchern gerne was zu essen gibt, und veranstaltet seit 2011 Kochkurse nach seinen rekonstruierten Rezepten.

Wie beides zusammenhängt? — Am deutlichsten dadurch, dass es überhaupt möglich ist, Rezepte von Jean Paul zu rekonstruieren, und dass dabei doch eine ganze Fülle recht unterschiedlicher Ernährungsweisen herauskommt. Nach moderner Gebietsaufteilung wäre Jean Paul Franke — ja Oberfranke –, entstammt also einer kargen Gegend. Wunsiedel kenne ich: Da gibt’s nicht viel außer guter Luft und dem Grab von Rudolf Heß, da war Jean Paul mit seinen zahlreichen Umzügen innerhalb Deutschlands schon fast Jetset. Man mag mir ruhig glauben, dass dergleichen nicht gerade „typisch fränkisch“ ist. Nun kann es sein, dass so einer nach schmerzlich bewusst erlebten Hungerjahren erhöhten Wert auf gutes Essen legt; das ist einer von mehreren möglichen psychologischen Mechanismen.

Und siehe da, das Portrait von 1798 fällt in die Zeit nach seinem literarischen Durchbruch mit dem Hesperus 1795, die auffallende Veränderung also in die Zeit seiner Verfestigung als Erfolgsautor. Ausführlich nachweisen lässt sich auch, dass Jean Paul bei der häufig fälligen Wahl seiner Wohnorte immer auf die Qualität des lokal erhältlichen Biers geschaut hat: Stark und bitter sollte es sein, seine Briefwechsel sind voll davon, und an seinem letzten und ausdauerndsten Wohnort Bayreuth hat er sehr viel mehr Zeit in der Kneipe als zu Hause verbracht, siehe weiter unten. Seinen immer ehrwürdigeren Schwollkopf kann man deshalb auch der Sauferei zuschreiben. Ihn als langsam aufquellenden Schweralkoholiker anzusehen wäre demnach boshaft, aber korrekt. Und eine höchst plausible Erklärung.

Das Rezept für einen Humpen Bier beherrscht jeder, weil die Hauptarbeit schon von der Brauerei geleistet wurde. Den großen Rest, den Beate Roth aus Jean Pauls Ernährungsvorschlägen zusammengeklaubt hat, wurde 2013 zum 250. Geburtstag (nicht dem von Frau Roth) über den Bayerischen Rundfunk bekannt, als alle Medien „was mit Schangpaul machen“ mussten: Hoppelpoppel und Schnepfendreck, Bayerischer Rundfunk, Kultur Franken, 15. März 2013. Ich bringe im Anschluss alles, was bei Frau Roth selbst und im überlebenden Archivmaterial des Bayerischen Rundfunks aufzufinden war — und darunter noch einen Bonus, wie Sie’s von mir gewohnt sind. Persönlich nachgekocht hab ich noch nichts außer dem allerletzten Rezept, also viel Glück. Erfahrungsberichte sind im Kommentarteil natürlich gern gesehen.

Die Reihenfolge der Rezepte ist alphaetisch umgebaut wie ein Kochbuch, nicht chronologisch nach den fiktionalen Werken. Von Illustrationen der Gerichte sehe ich absichtsvoll ab, weil sogar die Food-Designerin Roth auf ihrer eigenen Präsenz nur die Rezepttexte anführt; wer gucken will, kann gerne beim Rundfunk reinblättern: Zum Nachkochen: Rezepte aus Jean Pauls Werken. Am wichtigsten ist aber: Die brauchbarsten Kochbücher sind immer die ohne Bilder.

  1. Als-ob-Essen

    Jean Paul regt sich in der Vorschule der Ästhetik über die Kleriker auf, die in der Fastenzeit allerlei Tricks finden um die fleischlose Zeit zu umgehen. Die reichen Kirchenleute haben einfach alles was im Wasser lebt als Fisch bezeichnet, was mit Biber anfing und zuletzt mit Gansbraten gänzlich ausgeufert ist. Die Mönche mit weniger Geld und mehr Skrupel „konstruierten“ sich ihr von Jean Paul Als-ob-Essen genannt. Das war Fisch der irgendwie so verarbeitet wurde, dass er wie Fleisch aussah. (Fischwürste, Fischpressack, …)

    ——— Vorschule der Ästhetik, nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien der Zeit, 1804:

    Leute, welche weder Begeisterung noch Kräfte, nicht einmal Sprache besitzen, ringen der letzten ein ausländisches Qualgedicht ab und legen uns diese Form, als sei sie poetisch gefüllt, auf den Tisch; so suchen die armen Kartäuser, denen Fleisch verboten ist, folglich auch Würste, sich damit etwas weiszumachen, daß sie Fische in Schweindärme füllen und dann laut von Würsten reden und speisen.

    Zutaten:

    • 250 g Lachsfilet
    • 150 g Rauchforelle
    • 250 g weißes Fischfilets
    • 150 g Räucherlachs
    • 10 Pfefferkörner
    • 2 Lorbeerblätter
    • Rosmarin, Thymian
    • 1 EL Sojasoße
    • 1 geröstete Zwiebel
    • 1 kleine Knoblauchzehe, zerdrückt
    • 1 Spritzer Balsamico
    • 600 ml Fischfond
    • 4 Blatt Gelatine (oder entsprechend Aspik)
    • 100 g knackig blanchierte Gemüsewürfel
    • 3 g Sepiafarbe

    Zubereitung:

    500 ml Fischfond mit allen Kräutern, Gewürzen, Sojasoße und Balsamico aufkochen und ca. 30 Minuten simmern lassen. Fischfilet und Lachs im restlichen Fond gar dünsten und zusammen mit der Forelle in Würfel schneiden oder reißen.

    Die eingeweichte Gelatine in 3 EL Fond auflösen, dann mit dem restlichen Fond vermischen. Würzig mit Salz und Balsamico abschmecken. Die Hälfte des Fonds mit Sepia schwarz färben. Kurz vor dem Gelieren die Gemüsewürfel und die Fischwürfel untermengen und in Gläschen oder Darm abfüllen. Über Nacht kalt stellen. Mit Sahne-Meerrettich und Feldsalat (Frühling an der Gabel) garnieren.

  2. Bergsuppe

    ———Jean Pauls Briefe und bevorstehender Lebenslauf, 1799:

    Nicht ohne Angst, Neid zu entzünden, sah ich, wie ich gern bekenne, unser Suppen-Paar auftragen; der Hospitalprediger reichte eine Kerbelsuppe, ich hingegen als ein ziemlich berühmter Schriftsteller glaubte nicht zu viel zu tun, wenn ich mit einer Bergsuppe erschiene. Sie muß dir erinnerlich sein durch den Kegel von schwarzem Brot, mit Zimt und Zucker beschneiet, wovon sie den Namen führt. Die Weiber waren (vielleicht vom Geschlecht bestochen) nachsichtiger gegen uns, und unsere Suppen entkamen dem Neid; aber was half das mir?

    Zutaten:

    • 200 g Schwarzbrot, altbacken
    • 50 g Butter
    • 3 Eier, getrennt
    • 30 g Zucker
    • 1 Packung Vanillezucker
    • ½ TL Salz
    • 1 TL Thymian, getrocknet
    • 2 Zitronen, Schalenabrieb
    • 50 ml Milch
    • 1 TL Zimt oder Lebkuchengewürz
    • 4 grüne Äpfel
    • 650 ml Wasser
    • 4 cl Zitronensaft
    • 300 ml Holundersirup
    • 25 g Stärke, nach Belieben

    Zubereitung:

    Butter schaumig schlagen, geriebenes Schwarzbrot unterrühren. Eigelb, Zucker, Salz, Thymian, Milch, Zimt und abgeriebene Schale einer Zitrone schaumig schlagen, unter Schwarzbrotmasse mengen. Eiweiß sehr steif schlagen, vorsichtig unter die Masse heben. Teig in kegel- oder kuppelförmige Pralinenformen füllen. Im vorgeheizten Backofen bei 175° Celsius etwa 15 Minuten backen.

    Für die Suppe Äpfel nach Belieben schälen, Kerngehäuse entfernen, grob schneiden. Mit Hollersirup, Wasser und Zitronensaft in einen Kochtopf geben, zum Kochen bringen. Nach etwa fünf Minuten fein pürieren. Stärke mit etwas Wasser verrühren, in die kochende Apfelsuppe rühren.

    Die Kegel in die Suppe setzen und mit Puderzucker bestäuben.

  3. Einträgliche Gemüsgärtchen

    ——— Der Komet, 1822:

    Alte und neue Staaten: Die neuen Staaten, weniger auf einem ethischen Wurzelgeflechte als Ganzes ruhend, verlangen tägliche Nachhülfen und Erinnerungen zum Gedeihen und sind einträgliche Gemüsgärten, die in jedem Jahre neu gepflanzt werden; aber die alten Staaten sind Obstgärten, die, einmal angelegt, von Jahr zu Jahr ohne neue Ansaat reichere Früchte geben und höchstens das Beschneiden bedürfen.

    Zutaten:

    • 1. Erde: 180g Mehl
    • 80 g Kathreiner Kaffee
    • 50 g gemahlene Haselnüsse
    • 25 g brauner Zucker
    • 80 g Zuckerrübensirup
    • 2.Erde: 50 g Mehl

    • 25 g Kathreiner Kaffee
    • 50 g gemahlene Haselnüsse
    • 70 g zerlaufenes Butterschmalz
    • Salz
    • Creme: 35 g Kräuter, fein gehackt (Estragon, Basilikum, …)
    • 150 g Joghurt
    • 100 g Creme fraîche
    • 5 g Instant-Gelatine
    • Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer
    • 20 Stück Radieschen, Mini-Möhren, Mini-Rettich, … gewaschen, geputzt und mit Grün

    Zubereitung:

    Für die 1. Erde alle trockenen Zutaten in der Küchenmaschine fein schroten. Esslöffelweise den Sirup zugeben. Alles im Ofen bei 100° ca. 1,5 Std. trocknen und über Nacht am besten auf der Heizung nach trocknen lassen. Danach für die 2. Erde genauso verfahren, ebenfalls im Ofen ca. 1,5 Std. trocknen und danach mit der 1. Erde vermischen. Klumpen zwischen den Fingern zerbröseln.

    Alle Zutaten für die Creme gründlich vermischen. Die Hälfte in kleine Gläschen oder Blumentöpfe füllen.

    Das Gemüse in die restliche Creme tauchen und in die vorbereiteten Blumentöpfe „pflanzen“.

  4. Gebackener Katzendreck

    ——— Der Komet, 1822:

    Es hätte wohl besser ausfallen können, ja zehntausendmal besser, und gern hätt‘ ich (ich darf es sagen) Bayonner Schinken aufgetischt und Straßburger Pasteten samt polnischem Salat, desgleichen gefüllte Zungen von Troyes und Kälber von Rouen und Hähne von Caux und Kapaunen von la Fleche und Rotkehlchen von Metz; mit Freuden, wie gesagt, hätt‘ ich damit bewirtet; aber die Sachen waren nicht zu haben: konnt‘ ich doch kaum in der Stadt Wien gebacknen Katzendreck auftreiben und sächsische Christscheit und abgetriebene Wespennester und boeuf à la mode und pommersche Gans. Indes war doch das Essen (dies beruhigt mich) gesund und leicht.

    Zutaten:

    • 2–3 rote Zwiebeln
    • 1 EL Butter
    • 30 g Zucker oder Honig
    • 50 ml Weißwein oder Wasser
    • 75 g geschälte und gut ausgekühlte Mandeln
    • 100 g Zucker
    • [weitere] 50 ml Wasser oder Weißwein
    • 50 g Mehl
    • 50 g Speisestärke
    • 10 g Backpulver
    • Schmalz
    • Puderzucker
    • Fruchtsoße (Erdbeere, Himbeere)

    Zubereitung:

    Die Zwiebel schälen und in kleine Stücke schneiden. Das Fett zerlassen, den Zucker darin auflösen und die Zwiebelstücke zugeben. Kurz anbraten, den Wein angießen und zugedeckt bei schwacher Hitze ca. 15–20 Minuten ziehen lassen. Auskühlen.

    Mandeln und Zwiebeln auf eine Schnur fädeln.

    Für den Tempurateig Mehl, Stärke und Backpulver in eine Schüssel sieben und mit soviel kaltem Wasser verrühren, dass ein grob flüssiger Backteig entsteht. Die Mandel/Zwiebelschnüre eintauchen und sofort im heißen Fett frittieren.

    Die Soße auf kleine Schälchen verteilen. Den Katzendreck vorsichtig über der Soße von den Schnüren ziehen und mit Puderzucker bestäuben.

  5. Hoppelpoppel

    ——— Flegeljahre, 1805:

    Vult schlug „Flegeljahre“ vor; der Notar sagte offen heraus, wie ihm ein Titel widerstehe, der teils so auffallend sei, teils so wild. „Gut, so mag denn die Duplizität der Arbeit schon auf dem ersten Blatte bezeichnet werden, wie es auch ein neuerer beliebter Autor tut, etwan: Hoppelpoppel oder das Herz.“ Bei diesem Titel mußte es bleiben.

    Zutaten:

    • 375 ml Milch
    • 70 g Zucker
    • 2 Vanilleschoten
    • 2 Eigelb
    • 50 ml Rum
    • 5–6 Blatt Gelatine
    • 600 ml Sahne
    • 20 Mini-Schokobiskuitböden
    • Kakao mit Zimt
    • Pistazien
    • 125 ml Rum zum Tränken
    • 30 g Puderzucker
    • 250 ml frischer Orangensaft
    • [weitere] 3 Blatt Gelatine
    • Schokoladen-Dekoration

    Zubereitung:

    Eigelb und Zucker mit einer Prise Salz schaumig schlagen. Milch mit den Vanilleschoten aufkochen, Vanille auskratzen. Die Milch zur Eigelbmischung geben und über einem heißem Wasserbad abrühren, bis die Creme bindet. Eingeweichte Gelatine in die noch warme Eiermasse einrühren. Abkühlen lassen, dabei manchmal umrühren. Mit dem Rum kräftig abschmecken. Die geschlagene Sahne unterheben.

    Den Rum mit 2 EL Wasser und dem Puderzucker zum Kochen bringen und die Biskuitböden damit tränken. In Gläschen legen.

    Die Creme darauf geben und glatt streichen. Völlig auskühlen lassen.

    Die Gelatine im Orangensaft auflösen und ca. 2-3 mm dick auf die erkaltete Creme füllen. Je nach Geschmack können einige getränkte Löffelbiskuits in der Creme versenkt werden und/oder Orangenfilets auf der Creme verteilt und mit der Saft-Gelatine-Mischung übergossen werden.

    Mit Kakao bestäuben und mit Schoko-Ornamenten dekorieren.

  6. Kerbelsuppe

    ———Jean Pauls Briefe und bevorstehender Lebenslauf, 1799:

    Die weiblichen Magenfieber vom Pickenick waren anfangs noch gelinde Schauer. Mit Vergnügen sah ich, wie schon gesagt, daß man Stiefels Kerbelsuppe und meine Bergsuppe ohne Neid aufnahm – Hedasch schlug sich mit seinen Hechtwürsten samt Hopfen von armen Rittern wohlbehalten durch – die dressierte Rinds-Pastete der Spezialin war schon schwerer zu verfechten – aber jetzt trat der farschierte Puter des Sechsers mit seinen Kartoffeln auf. Die Männer nicht, aber die Weiber spreizten und spannten alles, was sie von Puterfittichen und Schwanzrädern am innern Menschen hatten, jetzt auseinander und klappten auf und zu und wetzten und rauschten! – Gar aber nicht des farschierten Hahnes wegen, sondern weil Kartoffeln kamen.

    Zutaten:

    • 400 g Petersilienwurzel, geschält und gewürfelt
    • 3 Schalotten, gewürfelt
    • 1 EL Butter
    • 50 ml Noily Prat
    • 50 ml Sherry medium
    • 100 ml Weißwein
    • 500 ml Brühe
    • 400 ml Sahne
    • 1 TL Zitronensaft
    • 1 Prise Nelken
    • Salz
    • 1 Bund Kerbel
    • 100 ml Brühe

    Zubereitung:

    Die Schalotten in der Butter anschwitzen. Petersilienwurzeln zugeben und mit anschwitzen. Mit Weißwein, Noily Prat und Sherry aufgießen. Etwa 10 Minuten köcheln lassen. Die Brühe zugeben und nochmals aufkochen. Alles fein pürieren und mit der Sahne aufgießen. Mit Zitronensaft, Salz und Nelken abschmecken.

    Den Kerbel mit der Brühe fein pürieren und durch ein Sieb streichen. Zur heißen Suppe geben. Nicht mehr kochen!

    Der Kerbelsud kann mit 1 Blatt Gelatine angerührt und in Strohhalme gefüllt werden. Nach etwa 6 Stunden Kühlung als Infusion reichen.

  7. Sardellensuppe mit Himmelsbrot

    ——— Der Komet, 1822:

    Jetzo ließ er eine köstliche Sardellensuppe auftragen und leerte zwei Teller davon mit solchem Wohlbehagen ab, daß die Professoren und die Schulmänner einstimmig versicherten, sie hätten zum ersten Male eine so feine Suppe geschmeckt, als er sie darüber fragte und ihnen die trocknen Suppenteller weggenommen wurden und andere vorgesetzt.

    Zutaten:

    • 2 Schalotten, gewürfelt
    • 40 g Butter
    • 350 g Kartoffeln, geschält und gewürfelt
    • 150 ml Weißwein
    • 40 ml Noilly Prat
    • 1 Limette, Saft und Schale (Zeste)
    • 4–8 Sardellen
    • 500 ml Gemüsebrühe
    • 300 ml Schlagsahne
    • 100 ml Sauerrahm
    • 30 g Butter
    • 100 g Soßenkuchen

    Zubereitung:

    Die Schalotten in der Butter anschwitzen, Kartoffeln zugeben, kurz mit anbraten. Mit Weißwein und Noily Prat abschrecken und aufkochen. Die Brühe, die Limettenschale und die Sardellen zugeben. 20 min köcheln lassen (Kartoffeln müssen weich sein).

    Kartoffeln mit der Brühe pürieren. Die Sahne zugeben und nochmals aufmixen. Kurz vor dem Servieren den Sauerrahm und die Butter unterrühren. Mit Limettensaft, Salz und Pfeffer (evtl. Muskatnuss) abschmecken.

    Den Soßenkuchen in dünne Scheiben schneiden, fein würfeln und in reichlich Butter rösten. Über die Suppe streuen.

  8. Schnepfendreck

    ——— Dr. Katzenbergers Badereise, 1809:

    Da ich nun meinen Gästen gern Ausgesuchtes vorsetze: so bot ich einigen Leckermäulern darunter Schnepfendreck, wie gewöhnlich mit Butter auf Semmelscheiben geröstet, an, und zwar so wie ihn täglich meine beiden Schnepfen unmittelbar lieferten. Aber ich darf Sie als ehrlicher Mann versichern, meine Gnädige, auch kein einziger bezeigte statt einiger Lust etwas anderes als ordentlichen Abscheu vor dem vorgesetzten Dreck; und weshalb eigentlich? – Bloß deshalb – nun komm‘ ich auf unsern Punkt –, weil das Schnepfengedärm nicht mit auf die Semmelscheiben gestrichen war und die Gourmands nur bloßen Netto- und keinen Bruttodreck vor sich erblickten. Ich bitte aber hier jeden vernünftigen Mann zu urteilen, ob ich meine Sumpfvögel – da sie ganz die Kost erhielten (Regenwürmer, Schnecken und Kräuter), aus der Schnepfen von jeher den Liebhabern wieder eine Kost auf den ersten Wegen zugeführt – ob ich, sag‘ ich, solche etwan abschlachten sollte (wie jener seine Henne, die ihm täglich goldne Eier legte), um gleichsam die Legdärme aufzutischen.

    Zutaten:

    • 2 Auberginen
    • 100 ml Olivenöl
    • je 2 Zweige Rosmarin, Thymian, Estragon fein gehackt
    • 2 Knoblauchzehen, gepresst
    • 1 EL Orangenzesten, fein gehackt
    • 2 EL Tomatenmark
    • 125 g Sauerrahm
    • Balsamico, Cayennepfeffer
    • 1 Blatt Gelatine
    • 10 Scheiben Mehrkorn-Toast

    Zubereitung:

    Aubergine schälen und 0,5 x 0,5 cm groß würfeln. Mit Öl anschwitzen, salzen.

    Kräuter, Knoblauch und Orangenzesten zugeben, durch schwenken und mit Tomatenmark binden. Mit Balsamico abschmecken und abkühlen lassen.

    Sauerrahm mit Essig, Salz, Pfeffer und Gelatine glatt rühren.

    Toast mit Olivenöl bräunen und mit dem Sauerrahm bestreichen.

    Auberginen auf dem Toast platzieren, mit Thymian und Orangenzesten dekorieren

  9. Schweizer Bäckerei

    ——— Palingenesien, 1798:

    Die kategorischen Imperatoren werden mit mir darüber reden und Händel suchen, daß ich in der blauen Glocke ein wahres Fürsten-Pickenick – Dinte und Wein waren nur die erste Foderung – von der Sagosuppe an bis zur Schweizerbäckerei für mich und den Meister aufsetzen ließ, bloß um der Universität zu zeigen, was wir verzehret hätten bei längerem Bleiben. Stuß mußte Petitknaster rauchen und Fidibus fodern und den Span wegwerfen. Ach die passabelsten Menschen – das beweiset mein Zorn-, nicht Liebes-Mahl – gleichen den breitesten reinsten Parisergassen: die dunkelsten häßlichsten Quergäßchen durchschneiden sie oft. Menschen und Bücher müssen in mehr als eine Korrektur gelangen, um die Errata zu verlieren.

    Zutaten:

    • Teig: 300 g Butter • 150 g Puderzucker • Salz • 400 g Mehl • 40 g Kakao • 2 cl Rum
    • Füllung dunkel: 100 ml Sahne • 150 g dunkle Kuvertüre, fein geschnitten • Johannisbeergelee, mit Creme de Cassis verrührt
    • Füllung hell: 75 ml Sahne • 150 g weiße Kuvertüre, fein geschnitten • Marzipan, abgezogene Mandeln in Zuckerguss und Zucker gewälzt

    Zubereitung:

    Für den Teig alle Zutaten außer Kakao und Rum zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig halbieren. In ein Hälfte Kakao und Rum einarbeiten. Bei Teile in Folie packen und mindestens 1 Stunde kühl stellen, dünn ausrollen, Kreis ausstechen und in Tarteletteförmchen füllen. Mit Hülsenfrüchten blind backen.

    Für beide Füllungen die Sahne aufkochen und die Kuvertüre unterrühren. Mit dem Pürierstab homogenisieren.

    Die hellen Tartelettes mit einem Klecks Johannisbeergelee füllen. Die dunkle Creme einspritzen. Mit heller Kuvertüre garnieren. In die dunklen Tartelettes etwas Marzipan geben und die helle Creme einspritzen. Die abgezogenen Mandeln mit einem Klecks schwarzer Kuvertüre auf das Gebäck setzen.

  10. Virtuelle Rumfordsche Suppe

    Die überfettete Erbswurstsuppe erfand General Rumford für seine Soldaten. Bei Jean Paul kommt sie als Symbol für Sparsamkeit, ja Knausrigkeit vor. „Virtuell“ wurden die Bestandteile hier aufgespalten und verfeinert.

    ——— Vorschule der Ästhetik, nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien der Zeit, 1804:

    Die beste Probe und Kontrolle (Widerrechnung) des Witzes ist eben sein Überfluß; ein Einfall, welcher allein geschimmert hätte, erblasset in glänzender Gesellschaft; folglich wird der Vorwurf matter und gesuchter Einfälle gerade den Witz-Verschwender treffen. Wenn ökonomische Schreiber den Leser lange durch nötige Hungerkuren und Fastenzeiten durchgezogen, und sie ihn eben nun, da er fürchtet, in einen Ugolinos-Hungerturm hinabzusteigen, plötzlich vor eine Suppenanstalt bringen: Himmel, wer beschreibt das Entzücken und den Genuß! – Wollte jemand hingegen dieselbe Rumfordsche Suppe an andern Orten mit unter dem Nachtisch und feinen Weinen herumgeben: so fiele der Effekt schwächer aus.

    Zutaten:

    • 200 g Erbsen
    • 50 ml Sahne
    • 50 ml Gemüsefonds
    • 3 Blatt Gelatine
    • 20 ml Martini dry
    • Zitronensaft
    • 50 g geschlagene Sahne
    • 50 g Perlgraupen
    • frische Minze
    • 1 EL Salatdressing
    • schwarze Oliven oder getrocknete Blutwurst zum Dekorieren

    Zubereitung:

    Erbsen blanchieren, circa 30 Gramm für die Dekoration nach dem ersten Aufkochen herausnehmen. Restliche Erbsen mit Sahne und Gemüsebrühe gründlich pürieren. Gelatine auflösen und unterrühren. Alles erkalten lassen. Danach mit dem Martini nochmals aufschlagen. Mit Zitronensaft und Salz abschmecken. Die geschlagene Sahne unterhegen. Masse auf ein Blech circa zwei Zentimeter dick aufstreichen, erkalten lassen.

    Graupen in 150 Milliliter Wasser aufkochen, leise köcheln lassen bis das Wasser eingezogen ist. Abkühlen. Danach mit gehackter Minze, Salz, Pfeffer und Salatdressing anmachen.

    Aus dem Erbsenmousse kleine Kreise ausstechen und auf dem Graupensalat platzieren. Mit Erbsen, Oliven etc. dekorieren.

  11. Wespennester [Jean-Paul-Zitat siehe oben, unter Gebackener Katzendreck]

    Zutaten:

    • 250 g Butterschmalz
    • 20 g zerlassene Butter zum Bestreichen
    • 4 Eier
    • 4 Eigelb
    • 150 g lauwarme Sahne
    • 1 Packung Hefe
    • 500 g Mehl
    • Zibeben (Jumbo-Rosinen)
    • Korinthen (auch Schokoladenstückchen, Zimt, Kakao)

    Zubereitung:

    Das Butterschmalz schaumig schlagen (altdeutsch abtreiben) und Eier und Eidotter einzeln dazurühren.Die Hefe in der lauwarmen Sahne auflösen und nach und nach zugeben. Zuletzt das Mehl zugeben und den Teig gut abschlagen. An einem warmen Ort gehen lassen. Teig auf einer bemehlten Fläche ca. 5 mm dick ausrollen. In 3 cm x 20 cm lange Streifen schneiden. Mit den Rosinen belegen und einrollen. In Backpapierstreifen einschlagen und nochmal gehen lassen.

    Bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten langsam backen.

  12. Zichorien-Mousse

    ——— Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch, 1801:

    „Anlangend das Geld,“ (fuhr ich fort) „dieses Herz des innern Menschen, so bedaur‘ ich seit Jahren die Staaten, die es verfressen und versaufen. Die besten schneiden ihren Festungs-Sassen nur das Kaffeewasser ab; aber warum lassen sie zu, daß der Kaffee seine Repräsentanten ins Unterhaus schickt, Zichorien, Eicheln, Rüben und den Satan? Warum stopft man – dieselben Gründe schreien – der Glückseligkeitslehre nur eine Quelle zu? Warum wird Tee, Wein, Fleisch, Bier, Gebacknes so frei zugelassen? Desgleichen Obst, Gemüse und alles nur Leckerhafte, da gesundes Brot seinen Mann ernährt? – Mit alle diesem könnte ja gehandelt werden nach auswärts und ein hübscher Pfennig Geld ins Inland gespielt – alle Waren würden, wenn mans täte, wie bei den edeln Holländern die französischen Bücher, nur spediert und verlegt, ohne das geringste Konsumo – Ulrichsschlager! würde dann nicht das Staatsgebäude ein großer, blanker Silberschrank und alle Untertanen Preziosa für den Fürsten, die er angreifen könnte in der Not?“

    Zutaten:

    • 1 Ei
    • 1 Orange, Saft und Schale
    • 150 g dunkle Kuvertüre
    • 4 cl Creme de Cacao
    • 400 g geschlagene Sahne
    • 200 ml Milch
    • 30 g Kaffeebohnen
    • 10 g getrocknete Wegwartenwurzel (Apotheke)
    • 3 Eigelb
    • 4 cl Amaretto
    • 3 Blatt Gelatine
    • [weitere] 250 g geschlagene Sahne

    Zubereitung:

    Milch mit Kaffeebohnen und Wegwartenwurzeln aufkochen und 1 Stunde ziehen lassen. Durch ein Sieb streichen und erhitzen. Die Eigelb mit dem Zucker weiß schaumig schlagen. Kaffeemilch und Amaretto langsam einrühren. Im Wasserbad rühren, bis die Masse bindet. Ei, Orangensaft und -schale über dem Wasserbad schaumig schlagen. Mit dem Alkohol abschmecken. Die Kuvertüre verflüssigen und in die Eigelbmasse rühren. Sahne unterheben. In Gläschen füllen und abkühlen lassen. Die Blüten und die eingeweichte Gelatine einrühren und abkühlen lassen. Zuletzt vorsichtig die Sahne unterheben. Auf die Schokomousse füllen und auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit frischen oder getrockneten Blüten garnieren.

Auf ihrer eigenen Präsenz bringt Beate Roth noch: Der Geschmack der Heimat. Jean Paul und die Kartoffel. Nicht vollends unpassend vergleicht sie darin Jean Paul — siehe weiter oben die Ausführungen zu seinen Portraits — mit der schwellenden Knolle, allerdings verwenden bezeichnenderweise nur 50 % der angeführten zwei Rezepte Kartoffeln.

  • Hesperus-Erdäpfelkäse

    ——— Hesperus, Erstes Heftlein, 7. Hundposttag, 1795:

    Man setzte sich zum Gastmahl im Gartenhaus. Selten sind Schmäuse so wie dieser durch zwei außerordentliche Vorzüge gewürzt, durch Mangel an Essen und Mangel an Platz. Nichts reizt den Appetit so sehr als die Besorgnis, er finde nicht satt. Es war von Sebastian ausgesonnen, daß für jeden Gast nur das Leibgericht besorgt wurde – für den Pfarrer farcierte Krebse und Erdäpfelkäse – für Flamin Schinken – für den Helden das Gemüse vom guten Heinrich. – Jeder wollte jetzo das Leibgericht des andern, und jeder subhastierte seines. Sogar die Damen, die sonst wie die Fische essen und nicht essen, bissen an. Der zweite berauschende Bestandteil, den sie in ihren Freudenbecher geworfen hatten, war der Tisch samt Gartenstube, wovon jener die Kost, diese die Kostgänger nicht faßte.

    Zutaten:

    • 150 g Kartoffeln gekocht und durchgequetscht
    • 120 g Quark
    • 50 g saure Sahne
    • 30 g weiche Butter
    • Salz, Pfeffer
    • 4 EL fein geschnittene Schnittlauchröllchen
    • Rosa Pfeffer

    Zubereitung:

    Den Quark mit Sauerrahm und Butter verrühren. Danach Kartoffelschnee und Kräuter unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem rosa Pfeffer garnieren.

  • Farcierte Krebse

    Zutaten:

    • 250 g Krebsfleisch oder ausgelöste Garnelen (am besten TK-Ware)
    • 250 g Lachsfilet
    • 100 g Räucherlachs
    • 50 g Schinkenspeck nach Geschmack
    • 2 Eiweiß
    • Salz
    • 200 g Sahne
    • 50 g Crème fraîche
    • 1 Ei
    • 200 g fertig gekochte Krebse
    • 20 g Pistazien

    Zubereitung:

    Krebsfleisch, Lachsfilet, Räucherlachs und Speck am besten noch leicht gefroren im Mixer fein pürieren und das Eiweiß einarbeiten. Für 10 Minuten ins Gefrierfach stellen. Wenn die Masse nach dem Pürieren noch etwas grob ist, durch ein Sieb streichen.

    Sahne, Crème fraîche und das Ei kräftig unter die Krebsfarce rühren, salzen und pfeffern. Die Flusskrebse und die Pistazien vorsichtig unterkneten. Nochmals 10 Minuten kühlen.

    Eine Terrinenform mit Butter einfetten und die Farce einfüllen. Die geschlossene Form (Kuchenformen mit Alufolie abdecken) in eine mit heißem Wasser gefüllte Reine stellen und im vorgeheizten Ofen bei 150 Grad circa 50 Minuten garen. Gut auskühlen lassen.

  • Man ersieht eher aus dem Sekundärartikel von Frau Roth als aus ihren Rezepten nach dem Primärmaterial, wie grundlegend die Kartoffel für den Schreiber und Esser und Trinker Jean Paul war. Am eindeutigsten äußert er sich über die nahrhafte Hackfrucht noch in dem als „Kartoffel-Gastmahl“ bekannt gewordenen Abschnitt in Architektonik und Bauholz für die Vorrede zur zweiten Auflage des Hesperus 1798:

    Unser literarisches Küchenpersonale weiß uns dasselbe goutée unter dem Scheine sechs verschiedner Schüsseln auf das Tischtuch und in den Mund zu spielen, und belustigt uns zweimal im Jahr mit einer Nachahmung des berühmten Kartoffel-Gastmahls in Paris: anfangs kam blos eine Kartoffelsuppe – dann schon mit anderer Zubereitung wieder Kartoffeln – das dritte Gericht hingegen bestand aus umgearbeiteten Kartoffeln – auch das vierte – als fünftes konnte man nun wieder Kartoffeln servieren, sobald man nur zum sechsten neu brillantierte Kartoffeln bestimmte – und so ging es durch 14 Gerichte hindurch, wobei man noch von Glück zu sagen hatte, daß wenigstens Brod, Konfekt und Likör den Magen aufrichteten und aus Kartoffeln bestanden. – –

    „Umgearbeitet“ — aus so einer Angabe kann nicht einmal eine Food-Designerin ein Kochrezept destillieren, schon gar keine vierzehne. Das beste davon, das Jean Paul auch wirklich verzehrt hat, wird allerdings von der Wirtin seiner letzten Stammschreibstube zu Bayreuth Anna Dorothea Rollwenzel überliefert: Kartoffeln. — Wie Kartoffeln? — Na, Kartoffeln halt. — Kartoffeln mit was? — Kartoffeln mit zur Not einer Gabel. Einfach Kartoffeln. — Frau Rollwenzel über Jean Paul. Rede, gehalten in der Berliner Mittwochs-Gesellschaft zur Feier des Jean Paulschen Geburtstages, Dienstag am 21. März 1826, nach: Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz, 53stes Blatt, 3. April 1826:

    Sehen Sie, es vergeht fast kein Morgen, daß nicht der einzige Mann, dieser Jean Paul, zu mir heraus kommt mit seiner botanischen Kapsel; er grüßt mich, und dann geht er oben in sein Eckzimmer, das ich den Herren zeigen werde, und schreibt, oder draußen ins Freie. Ach und wie einfach ist sein Leben, das ist Alles nach der Regel! Plötzlich, wenn er schreibt, fällt ihm ein, daß er essen muß; dann verlangt er schnell nach seinem Lieblingsgericht. Und was ist das? — Denken Sie sich — Kartoffeln. Dieser einzige Mann ißt Kartoffeln. Wir kochen sie ihm schnell — wir wissen es ja. Ich bringe sie ihm, er sieht, wie ich sie hinstelle, er starrt mit der Feder in der Hand d’rauf hin, sehen Sie, und wenn ich nach ein Paar Stunden wiederkomme, stehen sie noch unberührt neben ihm. Nun will er essen, aber es ist kalt, das kann ich nicht zugeben und ich koche ihm von Neuem. Das weiß er auch wohl, und dem lieben einzigen Herrn thut es leid, daß ich so viel Mühe hätte — Gott, was thut man nicht für ihn! — und deshalb fordert er schon des Morgens früh sein Mittagbrod, daß wir Beide den Tag über Ruhe haben. Aber, du lieber Himmel, dadurch leidet denn auch sein Körper, wenn das nicht seine Zeit und Ordnung hat.

    Die Zutaten sind: Kartoffeln. Serviert wird zweimal täglich, vor allem wenn der hungernde Schreibende auf der Flucht vor Eheproblemen schon früh um sechs (sommers) bis acht (winters) im vier Kilometer von zu Hause entfernten Wirtshaus erscheint. Dazu muss immer dank der rührigen Rollwenzelin oder einer ihrer Stellvertreterinnen reichlich, vorzugsweise Bayreuther Bier auf dem Tisch stehen — und fakultativ ein Strauß Wiesenblumen, damit der Dichter der Vergänglichkeit dem Tod bei der Arbeit zuschauen kann.

    Das letzte überlieferte Portrait von Jean Paul ist denn auch das vom geringsten technischen Aufwand: Bleistift — und zeigt ihn in unentschiedener Pose, schon nicht mehr recht als er selbst kenntlich. Laut der Jean-Paul-Gesellschaft stammt es von Ernst Förster 1826, dem gleichen Jahr wie der obige Redeausschnitt der Rollwenzelin, und da war Jean Paul schon seit letztem Jahr tot.

    Ernst Förster, Jean Paul, 1826

    Soundtrack: Big Bill Broonzy & Washboard Sam: Diggin‘ My Potatoes,
    aus: Big Bill Broonzy and Washboard Sam, 1953:

    Written by Wolf

    7. Juli 2017 at 00:01

    Veröffentlicht in Klassik, Nahrung & Völlerei

    Ahnung und Gegenwart. Jeune femme assise. Wie sie ist

    leave a comment »

    Update zu Fräulein Rosa Martin aus Nürnberg (18),
    Candida Terpin und
    Welcome, proud Mary:

    I.

    ——— Joseph von Eichendorff:

    Ahnung und Gegenwart

    Erstes Buch, Zweites Kapitel, 1812, Johann Leonhard Schrag, Nürnberg 1815:

    Antoine Watteau, Jeune femme assise, tournée vers la droite, la jambe droite repliée, les épaules dénudées, 1716--1717, via Dave für Madame Pickwick Art BlogDas Rauschen und Klappern einer Waldmühle bestimmte seine Richtung. Ein ungeheurer Hund empfing ihn dort an dem Hofe der Mühle. Friedrich und sein Pferd waren zu ermattet, um noch weiterzureisen. Er pochte daher an die Haustüre. Eine rauhe Stimme antwortete von innen, bald darauf ging die Türe auf, und ein langer, hagerer Mann trat heraus. Er sah Friedrich, der ihn um Herberge bat, von oben bis unten an, nahm dann Sein Pferd und führte es stillschweigend nach dem Stalle. Friedrich ging nun in die Stube hinein. Ein Frauenzimmer stand drinnen und pickte Feuer. Er bemerkte bei den Blitzen der Funken ein junges und schönes Mädchengesicht. Als sie das Licht angezündet hatte, betrachtete sie den Grafen mit einem freudigen Erstaunen, das ihr fast den Atem zu verhalten schien. Darauf ergriff sie das Licht und führte ihn, ohne ein Wort zu sagen, die Stiege hinauf in ein geräumiges Zimmer mit mehreren Betten. Sie war barfuß und Friedrich bemerkte, als sie so vor ihm herging, daß sie nur im Hemde war und den Busen fast ganz bloß hatte. Er ärgerte sich über die Frechheit bei solcher zarten Jugend. Als sie oben in der Stube waren, blieb das Mädchen stehen und sah den Grafen furchtsam an. Er hielt sie für ein verliebtes Ding. „Geh“, sagte er gutmütig, „geh schlafen, liebes Kind.“ Sie sah sich nach der Türe um, dann wieder nach Friedrich. „Ach, Gott!“ sagte sie endlich, legte die Hand aufs Herz und ging zaudernd fort. Friedrich kam ihr Benehmen sehr sonderbar vor, denn es war ihm nicht entgangen, daß sie beim Hinausgehen an allen Gliedern zitterte.

    Antoine Watteau, Jeune femme assise

    ~~~\~~~~~~~/~~~

    II.

    Auf dem einzigen Nacktfoto, das von Maria existieren darf, sieht sie älter aus. Der extraharte Kontrast macht alles künstlich und beweist alles und das Gegenteil.

    Riccardo Arriola, Maria, 2016. Silver gelatin, Ilford Genuine Silver Gelatin Art PaperEs ist genau das geworden, was der Lateiner ein intense portrait nennt: Wer sie nicht kennt, fragt umgehend, wer das denn sei, weil es auf jeden Fall ein Jemand ist, nicht etwa ein Modell für oder von etwas. Gut so, sonst hätte Maria auch dieses einzige sofort aus dem Verkehr gezogen, die ersten Abzüge und das Negativ verlangt und sogar dem Fotografen das bloße Betrachten untersagt.

    Maria wurde zum ersten Mal in ihrem jungen Leben von ihrem zweiten Freund, der Fotograf ist, nackt fotografiert; soviel sie weiß, wurden von ihr nicht einmal in der Kindheit die typischen Babyfotos auf Eisbärenfellen oder beim Spielen im Planschbecken gemacht. So sieht die Nacktheit an ihr aus wie ein Kostüm. Ist es, weil sie so misstrauisch guckt? Sie hat kein gesteigertes Interesse daran, ihr Nacktbild kunsthistorisch zu interpretieren, schon gar nicht, wenn sie mit dem Fotografen zusammen ist.

    Ihr Bild, das ist nicht sie, das ist ihr klar. Sie setzt die Frau auf dem Bild nicht mit der Maria, die sie ist, gleich; nur deswegen kann sie damit leben. Etwas anderes als ihre Passfotos in Abständen von fast einem Lebensalter ist sie nicht gewohnt, und auch die waren ihr noch nie ähnlich.

    Eigentlich sollte die Frau auf dem Bild Kleider tragen; sie schreit sichtlich am natürlichsten nach einem zu großen grauen Flauschpullover, nach Jeans? Gar nicht einmal so selbstverständlich. Vielleicht passender Cordhosen? Gar einem langen Rock? Es kann sein, weil allein ihr Gesicht ein Häppchen Wetter abgekriegt hat und der Restkörper von aller Sonnenfärbung unbeleckt ist.

    Ihre Füße sind Größe 42, obwohl sie nach der Körperlänge nie die Größte in einer Gruppe war — worüber sich jede andere Frau ihr Leben lang „Gedanken gemacht“ hätte. Schuhe kaufen war gerade deswegen immer leicht: Sie nahm einfach immer die größten vorrätigen, genau eine Nummer vor den Schuhgeschfäten für Übergrößen. Sie fand ihre Füße immer ganz gut: haben immer getan, was sie sollten, fielen niemandem unangenehm auf, und als Kind trug sie erst dann Schuhe, wenn das Anziehen weniger lästig wurde als die kalten Füße vom Barfußgehen. Ihre Füße sind langzehig hübsch, aber davon weiß sie schon gar nichts mehr, und wenn man es ihr sagte, würde sie einen befremdet anschauen und unauffällig fliehen.

    Riccardo Arriola, Maria, 2016. Silver gelatin, Ilford Genuine Silver Gelatin Art PaperAuf ein Nacktportrait hat sie sich eingelassen, um ihrem Freund den Gefallen zu tun, wird dergleichen aber künftig lassen: „Du hast doch schon eins.“ Und: „Warte doch bis Samstag, wenn du wieder mit mir schläfst“ — Jawohl, sie sagt nicht etwa: „bis wir wieder miteinander schlafen“ –, „da siehst du mich noch nackig genug.“

    Sandalenträgerin war sie nie. Dazu sind ihr Füße, die sie nicht ausdrücklich als Element erotischen Interesses begreift, denn doch zu intim. Nicht einmal offenzehige Hausschuhe hat sie je besessen.

    Ihr Freund sieht in seinem Beruf jeden Tag ungefähr zehn nackte Mädchen, die allesamt viel schöner sind als sie, jedenfalls nach Model-Maßstäben, die man nun mal an kommerziell verwendbare Fotos legen muss. Die sind ihm aber erotisch egal, er hat über sie nur ein nüchternes Urteil, auf das er sich verlassen kann, und in ihr auf ähnliche Weise eine zuverlässige Freundin mit völlig anderem Beruf, auf die er sich verlassen kann. Etwas Unspektakuläres bei der Spedition ist sie, 8 bis 17 Uhr, ausgelernt, fest übernommen. Er betrachtet sie als sehr ernstes, sehr gutes großes Mädchen.

    Von dem Gefallen mit dem Nacktfoto nimmt sie für sich persönlich mit, wie es für die ganzen Profimodeletten so ist, mit ihrem Freund im selben Job zu arbeiten. In jeder Sekunde ist ihr ganz ohne Bedauern klar, dass sie das mit dem Modeln gar nicht richtig „kann“ und dass sie auch keinen Ehrgeiz dazu hat.

    Einmal hat er ihr gesagt, was sie für schöne Zehen hat: ohne Schwielen oder Verwachsungen, weder kurze Knubbel noch lange schlackernde Knochengespenster, so sieht man das selten, direkt fotografieren müsste man die mal … Da hat sie ihm angesehen, wie er ihre Füße geistig in seinem Profifotoportfoliodings unterzubringen versucht, und das wird sie nicht mitmachen. Ein Fetischist in ihrem Bett, auf Füße oder Ledersachen oder Spielzeuge, das fehlte ihr noch. Da hat sie ganz schnell und unauffällig die Füße unter die Bettdecke versteckt und das Thema gewechselt. Sie fand das beklemmend, er soll doch sie lieben, seine Freundin, und nicht ihre — Füße. Da hat sie fast geweint.

    Riccardo Arriola, Maria, 2016. Silver gelatin, Ilford Genuine Silver Gelatin Art PaperAm Samstag zur Liebeszeit will sie das Licht dabei ausmachen, weil sie Skrupel ob ihres nicht-modelkonformen mammalen Bindegewebes hat. Ihr Freund, der allein ihr Fotograf sein durfte, und das nur einmal, liebt sie trotzdem, wenn nicht gar deswegen — weil ihr Naturzustand eine Seltenheit ist, den sie immer nur ihm schenken wird. Sie muss lange und jede Woche aufs neue wie zum ersten Mal beschlafen werden, damit sie zu ihrem sexuellen Recht kommt. Das ist anstrengend, aber auf eine schöne Weise, die er nicht sportlich nennen will. Er ist nicht ihr erster Freund, wahrscheinlich aber nicht einmal der dritte, und auf jeden Fall der erste, der sie so lieben kann — weil sie es ihm nach ihrer eher durchwachsenen ersten Erfahrung erlaubt.

    Er heißt Richard. Ein Name, sagt sie ihm, mit dem man ruhig berühmt werden kann: ein Künstlername. Maria auch, findet er. Er ist ein paar Jahre älter als sie, so viel, dass sie als schönes Paar akzeptiert werden. Ach was, sagt sie. Nichts will sie weniger sein als berühmt.

    Sie mag: öffentlich küssen, das macht ihr ein Herzklopfen, von dem sie wacher und klarer im Kopf wird. Aber nicht zuviel davon, sonst hält sie nicht durch bis Samstag. Was sie nicht müsste, aber sie schätzt eine gewisse Ordnung. Sie kann, glaubt sie fest, schlecht einordnen, wann ein richtiger Moment zum Küssen im Bus oder im Supermarkt ist, darum schlägt sie es nie von sich aus vor.

    O ja, sie hat Orgasmen — nicht selbstverständlich für eine Frau, die der Falsche verklemmt hieße. Markieren würde sie niemals, darauf käme sie gar nicht — im Gegenteil: Ihr Höhepunkt ist still, geradezu introvertiert. Ihr Freund bemerkt ihn daran, dass sie erschrocken einatmet, was sie aber während einer Liebesrunde öfter tut und was darum kein sicheres Zeichen ist — gekommen ist sie erst, wenn sie es ihm sagt, indem sie ihn bei den Ohren schnappt und zu einem neuen Kuss ansetzt. Übrigens küsst sie besonders gut, aber wenn man ihr das sagt, wehrt sie ab: „Ach komm. Wie küsst man denn schlecht?“

    Nach dem Liebesspiel ist sie immer zittrig und so erschöpft, wie sie sich eigentlich nicht vor ihrem Freund zeigen will. Deshalb lässt sie sich — nur manchmal — zu einer zweiten Runde verführen, weil sie in diesen Momenten auf eine freudige Art wehrlos ist. Diese zweiten Male sind immer die schöneren. Das weiß sie, aber sie benutzt es nicht. Sie ahnt, dass sie deswegen etwas verpasst, aber sie vermisst es nicht schmerzlich. Ihre zweiten Orgasmen fallen etwas lauter aus, weil ihr Körper schon ganz labbrig ist und quasi unter seinen Händen zerfließt, dann kann sie schon nicht mehr verhindern, dass etwas mehr Stöhnen aus ihr hervorströmt. Diese Wehrlosigkeit genießt sie sehr bewusst, aber eigentlich will sie sich so nicht erleben, so versteht sie sich nicht.

    Unten geleckt werden, das mag sie. Das hätte sie nie im Leben von ihrem Freund verlangt, aber er mag es von selbst. Sie strubbelt ihm durch die Haare dabei und nimmt beim Sex zu zweit ihre Zeit für sich. Wenn sie ihm dabei mit den Zehen den Rücken streichelt, kommt sie sich schon verruchter vor, als sie sein will.

    Umgekehrt ihn blasen ist ihr eher eine Schuldigkeit, weil es schon das Allerverruchteste ist, das sie sich jemals für sich vorstellen kann. O doch, sie mag seinen Schwanz sehr, so aus der Nähe, wie sie ihn mit Lippen und Zunge erkunden und sogar seinen Aggregatzustand steuern kann — findet aber, dass sie sich eigentlich ekeln sollte. Das ist keine Scham, es ist eher Selbstbeherrschung.

    Sie kann ihn mit dem Mund zu Ende bringen und schluckt sogar, nicht ungern. Meistens will sie ihn aber noch vor seinem ersten Verströmen „richtig“ in sich spüren. Seine Schwanzmaße sind genau richtig, Länge und Umfang, nur hart genug kann er gar nicht sein. Auch das ist eine Art Steuern.

    Seine Eichel könnte ihr Lieblingskörperteil auf der ganzen Welt sein, wenn sie sich das gestatten würde. Sie hat sowas ja nicht, da ist ihr seine Eichel so schön zwischen fremd und vertraut. Ihre Mischung aus Härte und Weichheit entzückt sie nimmermüde, damit wird sie niemals fertig werden. Weder mit dem Mund, in dem sie dieses fremde Stück vertrauter Lieblingsmensch bis zur Wurzel hinab herumkugelt wie einen unanständig großen Schluck Pistazieneis, noch wenn er es in ihr auf und ab pumpt, so fest sie will, so lange sie will. Das Einführen, das Zurechtkuscheln seiner Eichel, wie sie ihren Weg in ihre feuchtwarme und dann immer besonders tiefe Muschel hinauf bahnt und seine ersten Stöße, das ist ihr das Schönste in jeder Woche. An diese Augenblicke ist sie nie ganz gewöhnt, die kostet sie immer bewusst aus.

    Er sagt, ihre Muschel riecht und schmeckt ungewöhnlich gut, überhaupt nicht nach abgestandenem Fisch, vielmehr nach frischer Seeluft, und ihr Mädchensaft ist schön flüssig und fast gar nicht sämig, und er ist kristallen durchsichtig und immer so viel, eher Gebirgsbachwasser als ein Schleim. Sie rasiert sich unten, extra penibel und nicht ungern, mit altmodischen Rasierklingen und der ein bisschen zu teuren Creme, hat es irgendwann ins Ritual ihrer Waschungen aufgenommen. Es gibt ihr ein sauberes Gefühl selbstbewusster Weiblichkeit, das ihr beim Lieben hilft. Wie seine Eichel schmeckt, kann sie nicht gut sagen, sie hat zuwenig vergleichende Erfahrung. Ein bisschen durch die Nase, nach Bittermandeln.

    Ihr fürchterlichstes Geheimnis ist: Sie hat schon mal in der Arbeit masturbiert, bis zu Ende, als sie einen Rock trug. Das war in der Urlaubszeit, als sie das Büro allein hatte, am ersten Tag nach ihrer eigenen Woche auf Rügen, wo ihre Haut noch mit Sonne aufgeladen war, und kurz nachdem sie mit den Intimrasuren angefangen hatte. Sie hatte die Schuhe ausgezogen, um eine letzte Prise Sand aus dem Urlaub auf den Boden zu leeren, und wurde erregt von ihrer eigenen glatten Haut. Da hakte sie den einen Fuß auf der Schreibtischplatte ein und schlüpfte mit den Fingern zwischen ihre Lippen, die sie von selbst einsaugten. Sie schaute auf ihre natürlich unlackierten Zehen dabei, die sich an den Strand erinnerten, und schenkte sich den verbotenen Genuss. O Gott, wenn das jemand mitgekriegt hätte. Im Moment, als sie die Zehen vom Tisch nahm, blickte sie eine einzelne offene E-Mail an, schon davon fühlte sie sich ewischt. Kein Kollege, kein Vorgesetzter, nicht einmal Richard weiß davon. Es war bestimmt wichtig, entschuldigt sie sich, für ihre Selbstwahrnehmung.

    Von hinten, das mag sie nicht, weil er dann nicht so tief in sie reicht, aber sie versucht sich so lebhaft zu schlängeln oder so ruhig zu liegen, dass es möglichst lange dauert. Schon im letzten Jahr hat sie sich vorgenommen, es doch einmal auf ihre Initiative hin von hinten zu versuchen, weil sie gelesen hat, dass er dann leichter an ihren G-Punkt reicht, und sie herausfinden will, ob es den gibt. Sie wird es ihm nicht vorher sagen, er wird es bemerken. Wenn sie ihm damit eine Freude machen kann, sollte es nicht ihre Absicht sein, aber umso besser. Beschlossen hat sie das in einem Moment, in dem sie kurz vor unbeherrschtem Herumstöhnen stand, nach einem zweiten Höhepunkt — worüber sie sich selbst wundert: Den Einfällen, die sie in entzündetem Zustand hatte, misstraut sie, vergisst sie auch meistens schnell wie Träume. Erklären könnte sie das nicht, und wozu sollte sie auch? Sie kann das eben. Sie schläft gern mit ihrem Freund und freut sich jede Woche darauf, und damit gut.

    Betrunken mit ihm schlafen, das mag sie auch nicht. Einmal hat sie ihn in ihrer Liebesnacht nach einer Geburtstagsfeier, auf der sie zuviel erwischt hatte, mit den Armen umklammert, ins Ohr gebissen, mit lasziv gesenkter Stimme das Wort „Ssseeex!“ hineingeflüstert, wie die Nymphomanin in einem Serienporno mit dem Hintern gekreist und dann albern gekichert, so geht das doch nicht. Ihm schien es zu gefallen, regelmäßig einfordern wird er es nicht.

    Den letzten Samstag, als beide betrunken waren, lagen sie nur nebeneinander im Bett und hielten sich an den Händen. Sie lag geduscht und nackt auf dem Rücken und fingerte sich selbst mit der Rechten. Sie war bedacht, die Welle der Bewegungen auf nur einer Seite der Matratze und ihers Körpers zu halten. Mit der Linken machte sie synchron die gleichen Fingerbewegungen in seiner Handfläche nach. So lange, bis ihr Höhepunkt einsetzte, worüber sie sehr erschrak, weil sie das nicht geplant hatte. Sie bäumte sich mit dem Becken auf und stöhnte laut, es war nicht zu verhindern. Und noch einmal. Sie hörte nicht auf, sich zu fingern, mit zwei, dann drei Fingern der Rechten in ihrer nass überlaufenden Höhle, und links in seiner Hand. In ihr stand eine Säule aus Lust, die oben als Stöhnen aus ihr wuchs. Wollte noch einmal, weil es so ein ungekannt schönes Gefühl war. Seufzte beim dritten Mal nur noch leise, bis sie merkte, dass sie schluchzte. Dann drehte sie sich zu ihm und wollte ihn küssen vor Glück, bestimmt mochte er sie jetzt auch richtig lieben. Er schlief schon.

    Händchenhalten, das mag sie auch. Zum Beispiel an jenem sonnenhellen frühen Nachmittag, als sie ihr Nacktfoto machen wollten, waren sie händchenhaltend in Richards Altbauwohnung gekommen. Die Verständigung zwischen ihnen lief wortlos, was sie normalerweise überschätzt findet, weil man doch bitte reden kann, wenn man sich liebt. Diesmal war es passend. Auch er zog sich dazu nackt aus, wohl um einen Unterschied zu seinen professionellen Shootings zu machen, und mit einem schweigend auffordernden Blick: Komm, du auch, zieh dich jetzt aus. Dann standen sie im größten Zimmer und legten ihre Kleider sorgfältig auf Stühle zusammen. Unnötig zu vereinbaren, dass sie hinterher natürlich miteinander schlafen wollten.

    Riccardo Arriola, Maria, 2016. Silver gelatin, Ilford Genuine Silver Gelatin Art PaperAls er ihr Bild nach wenigen Probeschüssen eingefangen hatte, wusste er sofort, dass es gelungen war: Profiblick. Der Ausschuss ruht heute irgendwo in Richards Beständen; sie weiß gar nicht, ob er digital, als Negativ oder als Abzug archiviert. Dann sprach er das einzige Wort während ihrer Sitzung:

    „Maria.“

    Darauf schlang sie die Beine unter sich hervor und ging auf ihn zu, um zu verführen und sich verführen zu lassen, es war Zeit. Er wies sie zärtlich ab, mit einem kleinen Kuss auf den Mund, und schraubte noch die Kamera vom Stativ.

    Entnahm den Film. Verstaute die Kamera. Baute das Stativ ab. Trug den Film ins Bad, das zugleich seine Dunkelkammer war. Hieß sie mit einem Blick folgen.

    Sie verstand, dass er das Vorspiel verlängern wollte, indem sie erst gemeinsam den Film entwickelten. Sie machte gerne mit. Das folgende Liebesspiel erinnert sie als besonders lange und besonders langsam, geradezu in Zeitlupe.

    Die letzten Meter ins Bett hatte er sie auf seinen Armen getragen, ihre Haut war warm. Er bettete sie so behutsam aufs Bett, dass sie gar nicht sagen konnte, in welchem Moment sie noch schwebte und schon auf der Federdecke lag. Er begann mit ihr an den Füßen, weil sie in Reichweite seiner Hände lagen. Nippte kleine Küsse von ihren Zehen. Sie ließ es geschehen, weil es um ihren ganzen Körper gehen sollte, dazu gehörten heute auch ihre — Füße. Das letzte, was sie in Worten dachte, war: Größe 42.

    Die Schlafzimmertür stand offen, ebenso im größten Zimmer das Fenster zur Straße. Als ihre Lust um den zweiten oder dritten Höhepunkt herum immer lauter wurde, war es noch nicht richtig Abend. Er selbst hatte sich den Höhepunkt offenbar verboten, denn er ließ immer nur sie aufs neue und noch einmal und dann noch ein letztes Mal kommen. Erst als von draußen kühle Abendluft an ihren Hintern fächelte, merkte sie, wie erschöpft sie war. Sie fing seinen Blick ein und blinzelte ihm die Erlaubnis zu: „Komm.“ Während in ihr sein Schwanz zu pumpen begann, flüsterte er ihr oben ein weiteres Mal ins Ohr:

    „Maria.“

    Ohne Hilfe der Hände entließ sie seinen erschlafften Schwanz aus ihrer Muschel. Scheidenmuskeln, dachte sie heimlich, Scheidenwände, Vaginalmuskulatur, der seltsamen, fremdartig erregenden Wörter wegen, und: Beckenbodengymnastik, und lächelte glücklich. Wie aus Versehen überlegte sie, wie das Nacktfoto von ihr wohl jetzt, nachher, ausfallen würde, brachte ihn aber auf keine weiteren Ideen. Sie bekam Lust auf etwas Süßes, Starkes. Portwein. Sie fasste ihn um den Nacken und zog seinen Kopf zu sich, um ihn noch einmal zu küssen. So, dass ihre Dankbarkeit und Liebe für ihn darin lag.

    Beim Aufstehen spannte ihre Haut am ganzen Körper elektrisch, ihre Gehversuche fühlten sich jetzt schon an wie nach zwei Gläsern Portwein. Ihre Fußsohlen mussten sich erst an die Parkettbohlen gewöhnen. Sie sah nicht, sie fühlte nur ohne Scham, dass sie noch aus der Muschel tröpfelte. Sie fuhr nicht einmal ertappt zusammen, als sie gegenüber das offene Fenster zur Straße bemerkte, freute sich sogar darüber, mit einem leisen Anflug von Stolz. Sie tapste tiefer in die Wohnung, verschwand aus dem Sichtfeld des Schlafzimmers, durchbefriedigt, barfuß, nackt.

    Hinter ihr stützte Richard den Kopf auf einen Arm und beobachtete sie, als ob sie sein Fotomodell wäre. Er versuchte nicht zu breit zu grinsen, denn es war ihm nicht entgangen, daß sie beim Hinausgehen an allen Gliedern zitterte.

    Riccardo Arriola, Maria, 2016. Silver gelatin, Ilford Genuine Silver Gelatin Art Paper

    Bilder: Antoine Watteau: Jeune femme assise, tournée vers la droite, la jambe droite repliée, les épaules dénudées, 1716–1717, via Dave für Madame Pickwick Art Blog: Watteau & Utopia on Standby: The Ghosts of Style, 15. Oktober 2010;
    Jeune femme assise, via The Morgan Library & Museum, wie üblich bei Watteau ausschließich Holzkohle mit Rötel als einziger Farbe, mit Weiß gehöht;
    Marienbilder: Riccardo Arriola: Maria, 2016. Silver gelatin, Ilford Genuine Silver Gelatin Art Paper, via Grand Studio Atelier, Dezember 2016.

    Marias Lieblingsband: First Aid Kit (Klara, 15, und und Johanna Söderberg, genau am Tag zuvor 18 geworden) live für ihre erste EP Drunken Trees im schwedischen Wald von Oppunda, 1. November 2008: You’re Not Coming Home Tonight; Our Own Pretty Ways; Jagadamba, You Might:

    Written by Wolf

    2. Juli 2017 at 00:01

    Veröffentlicht in Ehestand & Buhlschaft, Romantik