Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Archive for Februar 2018

So singet laut den Pillalu (Och orro orro ollalu)

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Update zu And all I got’s a pocketful of flowers on my grave:

Seit Herder einen Begriff von der Volksmusik und kurz darauf Goethe einen Begriff von der Weltliteratur gefunden, erläutert und mit Inhalten gefüllt haben, ist die Freude über neu kennen gelernte Lieder fremder Völker groß. Vielleicht das Dankenswerteste, was Goethe je geleistet hat, aber das diskutieren wir ein andermal.

Eliza H. Trotter, Lady Caroline Lamb, ca. 1811--1814Immerhin trieb die Sammlerfreude den jungen Goethe in Herders Gefolge ins Elsass, den alten dazu, aktuelle Romane zu lesen, die ihm absehbar nicht gefallen konnten. Zum Beispiel: Glenarvon von Lady Caroline Lamb, Viscountess Melbourn, 1816 — der abrechnende Schlüsselroman einer Geliebten über Lord Byron, den Goethe wiederum sehr wohl mochte.

Aber Goethe war auch nicht geradezu von Byron besessen, wurde nicht aufgrund etwelcher Affären mit ihm von seiner Frau verlassen, und er starb auch nicht nach Ausstoß einiger Schauerromane mit 42 Jahren an Suff, multiplem Drogenmissbrauch und Folgebeschwerden der Erotomanie. Vielmehr sah Goethe über diese ganze Verwicklung menschlicher Tragödien und literarischer Ressentiments, von denen er laut den Tag- und Jahresheften von 1817 wusste, großzügig darüber hinweg, dass es in Glenarvon überhaupt Parteien für ihn zu ergreifen gab: Der Roman erschien, weil von weiblicher Hand verfasst, wie üblich anonym, und

sollte uns über manches Liebesabenteuer desselben [Lord Byrons] Aufschlüsse geben; allein das voluminöse Werk war an Interesse seiner Masse nicht gleich, es wiederholte sich in Situationen, besonders in unerträglichen; man mußte ihm einen gewissen Werth zugestehen, den man aber mit mehr Freude bekannt hätte, wenn er uns in zwei mäßigen Bänden wäre dargereicht worden.

Laut allen heutigen Quellen ist Glenarvon nicht in zwei, sondern sogar drei Bänden erschienen, die Goethe nicht zwingend zu Ende gelesen haben muss. Aber es ist gut, wie es ist, denn gleich anfangs des ersten Bandes findet sich ein Keening, das ist: das Klagelied über das verstorbene Kind des Gutsherrn über das lyrische Ich, das hier ein „lyrisches Wir“ ist, das Goethe umgehend in sein Tagebuch übersetzen musste.

Mathias Mayer scheint für seinen Beitrag zur Frankfurter Anthologie: Johann Wolfgang Goethe: „Klaggesang. Irisch“ in der FAZ vom 26. November 2017, wie es nahe liegt und auch von mir empfohlen wird, die richtige Goethe-Ausgabe benutzt zu haben — nämlich die, mit der man am meisten inhaltlischen Spaß hat: die Frankfurter. In derselben kommt Goethes Klaggesang. Irisch gleich zweimal vor: einmal innerhalb der Gedichte, einmal in einem Band, den man meistens nur in größeren Präsenzbibliiotheken erreicht: Hans-Georg Dewitz, Hrsg.: Johann Wolfgang Goethe: Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche. Band 12: Bezüge nach außen. Übersetzungen II. Bearbeitungen, Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 1999. Den will sich privat niemand leisten, die Gedichte in zwei Bänden, hrsg. Karl Eibl schon eher; die gibt’s gerne als Doppelpack für 15 Euro im Modernen Antiquariat und bietet mehr und erhellenderen Kommentar als alle anderen.

Worauf ich hinauswollte: Frankfurter Anthologie wie Frankfurter Augabe — jedenfalls Eibls Gedichtkommentar — merken sachte missbilligend Goethes Umgang mit der Übersetzung von Ortsnamen an — siehe unten die Gegenüberstellung, spezielles Augenmerk auf die sechste Strophe. Aus eigener Übersetzertätigkeit heraus finde ich Goethes Lösung durchaus zulässig: Um einen fremden bis fremdartigen Text möglichst weitreichend deutschen Lesern zu vermitteln, kann es höchst sinnvoll sein, Orte bei ihrer verallgemeinernden Bezeichnung statt bei ihrem Toponym zu nennen.

Wenn ich allerdings selbst die Texte mit ihrem Sekundärmaterial vergleiche, fällt mir viel eher auf: Irisch ist mitnichten Schottisch, auch nicht in ihren alten Vorstufen, trivialer Schauerroman hin oder her. Sind Keltologen anwesend, die Freude daran haben, Old Goethe samt seinen Exegeten bei Unsauberkeiten zu ertappen, und etwas Kluges beisteuern können?

Thomas Philliops, Lady Caroline Lamb, ca. 1813Die Übersetzung als „Klaggesang“ war von Goethe wirklich als Lied im Sinne von musikalischer Aufführung gemeint und wurde auch unmittelbar so eingerichtet: von Carl Friedrich Zelter. Der mit Goethe befreundete Komponist erklärt brieflich am 8. Januar 1819 dazu:

Hier erfolgt denn auch der Pillalu in den ich mich leichter gefunden habe als ich Anfangs dachte, wie Du an der Musik merken wirst. Doch wünschte ich etwas von Dir darüber zu vernehmen, da es eine ganz leichte Melodie ist. Es ist eigentlich ein Todtenmarsch: Harfen, Posaunen und gedämpfte Pauken (großer Art) gehören dazu. Der Refrain wird vom Chore, jung und alt, in Unisono gesungen.

In der zweyten Strophe habe ich, einer Doppelsylbe wegen, eine Veränderung gemacht und in der letzten Zeile der letzten Strophe die Worte umgestellt, des Accentes wegen. Ist es Dir so nicht recht, so laß mich’s wissen und ich richte es ein wie es gehn will.

Man wird sich geeinigt haben; es ist ja schon zurvorkommend von einem Künstler, sich so ausdrücklich nach der Arbeit eines Kollegen in einem anderen Medium richten zu wollen. Noch am 16. Juni 1827 erinnerte sich Zelter an Goethe, wieder brieflich:

Das Altschottisch ist ein prächtiges Stück; dem Metro nach ganz behandlich; der Ton des Ganzen möchte nicht so leicht gefunden seyn. Es ist ganz eigen damit, sogar Deine eigene Handschrift ist mir dabey von Bedeutung. Ein Aehnliches ward mir mit dem Pillalu, der wenn ich nicht ganz irre ganz gelungen ist, indem ich so glücklich war auf diese Art den rechten Trauerton des Todtenmarsches zu finden, dessen Metrum mir im Kopfe umher schritt. Man hat von solcher Arbeit hinterher keinen Begriff und doch, wie wüßte man denn ob’s getroffen ist wenn es kein Bild dafür gäbe? Im Pillalu seh‘ ich den ganzen Zug an mir vorüberschreiten.

Heute ist diese 1819er Zelter-Vertonung leider nur noch theoretisch dokumentiert, praktisch nicht — was auf derzeitigem Stand der Technik heißt: weder in YouTube, Vimeo noch Dailymotion vorhanden. Das ist sehr schade, denn die bildliche Vorstellung einer Gruppe mutiger, für die kunstsinnige Zusammenkunft im Salon zurechtgemachter junger Frauen, die sich im Wohnzimmer neben dem Piano zusammenstellen und im Chor „jung und alt, in Unisono“ und auf Küchenterz mit aller gebotenen Ernsthaftigkeit „Och orro orro ollalu“ singen, die bildliche Vorstellung, sagte ich, hat Größe.

——— Lady Caroline Lamb:

Glenarvon

in three volumes. Published by Henry Colburn, London 1816, Chapter V., Schluss:

The tenants and peasantry were, according to ancient custom, admitted to sing the song of sorrow over the body of the child: but no hired mourners were required on this occasion; for the hearts of all deeply shared in the affliction of their master’s house, and wept, in bitter woe, the untimely loss of their infant Lord. — It was thus they sung, ever repeating the same monotonous and melancholy strain.

Oh loudly sing the Pillalu,
     And many a tear of sorrow shed;
Och orro, orro, Olalu;
     Mourn, for the master’s child is dead,

At morn, along the eastern sky.
     We marked an owl, with heavy wing;
At eve, we heard the benshees cry;
     And now the song of death we sing;
Och orro, orro, Olalu.

Ah! wherefore, wherefore would ye die;
     Why would ye leave your parents dear:
Why leave your sorrowing kinsmen here,
     Nor listen to your people’s cry!

How will thy mother bear to part
     With one so tender, fair, and sweet!
Thou wast the jewel of her heart,
     The pulse, the life that made it beat.

How sad it is to leave her boy.
     That tender flow’ret all alone:
To see no more his face of joy,
     And soothe no more his infant moan!

But see along the mountain’s side.
     And by the pleasant banks of Larney,
Straight o’er the plains, and woodlands wide,
     By Castle Brae, and Lock Macharney;

See how the sorrowing neighbours throng,
     With haggard looks and faultering breath;
And as they slowly wind along,
     They sing the mournful song of death!

O loudly sing the Pillalu,
     And many a tear of sorrow shed;
Och orro, orro, Olalu!
     Mourn, for the master’s child is dead.

Thus singing, they approached the castle, and thus, amidst cries and lamentations, was Sidney Albert, Marquis of Delaval, borne for ever from its gates, and entombed with his ancestors in the vault of the ancient church, which, for many hundred years, had received beneath its pavement the successive generations of the family of Altamonte. Heart-felt tears, more honourable to the dead than all the grandeur which his rank demanded, were shed over his untimely grave; while a long mourning and entire seclusion from the world, proved that the sorrow thus felt was not momentary, but lasting as the cause which had occasioned it was great.

——— Goethe:

Klaggesang.

Irisch.

entstanden 22. Oktober 1817 im Tagebuch, zitiert nach der Erstveröffentlichung in: Kunst und Alterthum, Band IV, 1823, Seite 108 bis 110:

So singet laut den Pillalu
Zu mancher Thräne Sorg‘ und Noth:
Och orro orro ollalu,
O weh des Herren Kind ist todt!

Zu Morgen, als es tagen wollt‘,
Die Eule kam vorbey geschwingt,
Rohrdommel Abends tönt im Rohr.
Ihr nun die Todtensänge singt:
     Och orro orro ollalu.

Und sterben du? warum, warum,
Verlassen deiner Eltern Lieb‘?
Verwandten Stammes weiten Kreis?
Den Schrey des Volkes hörst du nicht:
     Och orro orro ollalu.

Und scheiden soll die Mutter, wie,
Von ihrem Liebchen schön und süß?
Warst du nicht ihres Herzens Herz,
Der Puls der ihm das Leben gab?
     Och orro orro ollalu.

Den Knaben läßt sie weg von sich,
Der bleibt und wes’t für sich allein,
Das Frohgesicht, sie sieht’s nicht mehr;
Sie saugt nicht mehr den Jugendhauch.

Och orro orro ollalu.

Da sehet hin an Berg und Steg,
Den Uferkreis am reinen See,
Von Waldesecke, Saatenland,
Bis nah heran zu Schloß und Wall
     Och orro orro ollalu.

Die Jammer-Nachbarn dringen her,
Mit hohlem Blick und Athem schwer;
Sie halten an und schlängeln fort
Und singen Tod im Todtenwort
     Och orro orro ollalu.

So singet laut den Pillalu
Und weinet, was ihr weinen wollt!
Och orro orro ollalu,
Des Herren einziger Sohn ist fort.

Special thanks an Hank für sein Tag und Nacht waches Auge.

Eliza H. Trotter, Lady Caroline Lamb, ca. 1811--1814

Bilder: Sir Thomas Lawrence: Portrait of Lady Caroline Lamb, ca. 1805;
Thomas Phillips: Lady Caroline Lamb, ca. 1813,
via Making History Tart & Titillating: Lady Caro Crops Her Hair;
Eliza H. Trotter: Lady Caroline Lamb, ca. 1811–1814, National Portrait Gallery, London.

Soundtrack: Ossian: Oidhche Mhath Leibh, aus: Ossian, 1977:

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Written by Wolf

23. Februar 2018 at 00:01

Veröffentlicht in Klassik, Vier letzte Dinge: Tod

Bitchy Lessing

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Sie wünschen ein deutsches Stück, das lauter solche Szenen hätte? Ich auch!

G. E. L., a. a. O., s. u.

Update zu Lessing aktuell (Das Vergnügen ist entbehrlich) und
Die Zueignung der Zuneigung:

Wo immer eine Lessing-Auswahl zusamengestellt wird, ist der 17. Literaturbrief dabei. Praktisch keine der Werkausgaben von Lessing ist vollständig, aber alle stehen angesichts des Meisters Produktionsmengen dazu — und ersparen sich (und uns) sogar noch seine umfangreiche Korrespondenz.

Wie viel Lessing zu sagen hatte, erschließt sich wenn schon nicht beweiskräftig, so doch hinweisartig aus der Atemlosigkeit, mit der er unterschiedliche Themen und Formen ins selbe Medium zusammenkleben konnte, wie sie ihm gerade wichtig vorkamen und heute in solcher Heterogenität in keiner Form des Journalismus mehr zu vertreten wären. Das zieht sich durchs ganze Werk bei ihm. Am 17. Literaturbrief zum Beispiel hängt am Schluss der größte Teil von Lessings — erhaltener — Beschäftigung mit dem Fauststoff dran. Der Rest kommt nächstes Jahr (nicht versprochen, aber wohlwollend geplant). Es fängt an:

Gotthold Ephraim Lessing, Briefe, die neueste Literatur betreffend, 17. Brief, 1759, Anfang

——— Gotthold Ephraim Lessing:

Briefe, die neueste Literatur betreffend

17. Brief, Erster Teil. VII. Den 16. Februar 1759:

French postcard, Witches Sabbat in Paris, ca. 1910„Niemand, sagen die Verfasser der Bibliothek, wird leugnen, dass die deutsche Schaubühne einen grossen Theil ihrer ersten Verbesserung dem Herrn Professer Gottsched zu danken habe.“

Ich bin dieser Niemand; ich leugne es gerade zu. Es wäre zu wünschen, dass sich Herr Gottsched niemals mit dem Theater vermengt hätte. Seine vermeinten Verbesserungen betreffen entweder entbehrliche Kleinigkeiten, oder sind wahre Verschlimmerungen.

Die eingangs erwähnte Bibliothek versteht sich allzu leicht als die Rezensionszeitschrift Allgemeine deutsche Bibliothek, die von Lessings engem Freund und Kollegen Friedrich Nicolai und herausgegeben wurde. Ein kurzer Datenabgleich ergibt aber, dass Lessings 17. Brief von 1759 stammt, die erste Ausgabe dieser Bibliothek aber erst von 1765. Lessing kann also viel eher die Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste meinen, ebenfalls unter Friedrich Nicolai zusammen mit Moses Mendelssohn, und als „Deutsche Zeitschrift zur Literatur und Ästhetik, insgesamt 9 Jahrgänge in 12 Bänden zu 24 Stücken und 2 Anhängen“ von 1757 bis 1765 als Vorgängerin der ersteren zu begreifen.

——— Hugh Barr Nisbet:

Lessing. Eine Biographie

Kapitel VIII: Berlin 1759–1760. Aus dem Englischen überssetzt von Karl S. Guthke, C. H. Beck, München 2009, Seite 336 ff.:

French postcard, Witches Sabbat in Paris, ca. 1910Der Witz und die Ironie dieses berühmten Auftakts sind nur dem ganz klar, der zweierlei erkennt: daß die zurückgewiesene Feststellung von dem mit Lessing eng befreundeten Nicolai stammt, dem Verleger eben der Zeitschrift, in der ihm hier widersprochen wird, und ferner daß Lesing selbst Gottscheds „unwidersprechliche Verdienste um das deutsche Theater“ etwa zehn Jahre zuvor ebenso begeistert gelobt hatte. Und bereichert wird die literarische Resonanz schließlich noch im letzten Satz durch das Echo der Antwort des listenreichen Odysseus auf die Frage des Polyphem, wer er sei. Das hat jedoch nicht verhindert, daß der siebzehnte Brief, dessen schelmischer Ton in diesen Zeilen angeschlagen wird, beinahe zwei Jahrhunderte lang ernster genommen wurde als fast alles sonst in Lessings nicht-dramatischen Schriften und eine Zeitlang sogar, wie ein Beurteiler es ausdrückt, „in einen Luthers fünfundneunzig Thesen vergleichbaren Rang“ erhoben wurde.

Oder einfacher:

——— Katrina Clara Liszt:

I love Lessing, he’s so bitchy.

Dabei kommt’s jetzt erst: Lessing schreibt Faust — als helle, schnelle Komödie. Oder jedenfalls als Fragment davon. Der vorgeschobene „Freund“ ist eine dramaturgisch gebrauchte Fiktion, das Fragment ist Lessings eigene Arbeit, vermutlich von wenigen Jahren zuvor. Für gewöhnlich — will sagen: zum Beispiel in der großen Hanser-Ausgabe — wird die Stelle getrennt vom Brief, nur mit gegenseitigem Verweis, als dramatisches Fragment geführt:

French postcard, Witches Sabbat in Paris, ca. 1910Daß aber unsre alten Stücke wirklich sehr viel Englisches gehabt haben, könnte ich Ihnen mit geringer Mühe weitläuftig beweisen. Nur das bekannteste derselben zu nennen; „Doctor Faust“ hat eine Menge Szenen, die nur ein Shakespearesches Genie zu denken vermögend gewesen. Und wie verliebt war Deutschland, und ist es zum Teil noch, in seinen „Doctor Faust“! Einer von meinen Freunden verwahret einen alten Entwurf dieses Trauerspiels, und er hat mir einen Auftritt daraus mitgeteilet, in welchem gewiß ungemein viel großes liegt. Sind Sie begierig ihn zu lesen? Hier ist er! – Faust verlangt den schnellsten Geist der Hölle zu seiner Bedienung. Er macht seine Beschwörungen; es erscheinen derselben sieben; und nun fängt sich die dritte Szene des zweiten Aufzugs an.

Faust und sieben Geister

Faust. Ihr? Ihr seid die schnellesten Geister der Hölle?

Die Geister alle. Wir.

Faust. Seid ihr alle sieben gleich schnell?

Die Geister alle. Nein.

Faust. Und welcher von euch ist der Schnelleste?

Die Geister alle. Der bin ich!

Faust. Ein Wunder! daß unter sieben Teufel nur sechs Lügner sind. – Ich muß euch näher kennen lernen.

French postcard, Witches Sabbat in Paris, ca. 1910Der erste Geist. Das wirst du! Einst!

Faust. Einst! Wie meinst du das? Predigen die Teufel auch Buße?

Der erste Geist. Ja wohl, den Verstockten. – Aber halte uns nicht auf.

Faust. Wie heißest du? Und wie schnell bist du?

Der erste Geist.. Du könntest eher eine Probe, als eine Antwort haben.

Faust. Nun wohl. Sieh her; was mache ich?

Der erste Geist. Du fährst mit deinem Finger schnell durch die Flamme des Lichts –

Faust. Und verbrenne mich nicht. So geh auch du, und fahre siebenmal eben so schnell durch die Flammen der Hölle, und verbrenne dich nicht. – Du verstummst? Du bleibst? – So prahlen auch die Teufel? Ja, ja; keine Sünde ist so klein, daß ihr sie euch nehmen ließet. – Zweiter, wie heißest du?

Der zweite Geist. Chil; das ist in eurer langweiligen Sprache: Pfeil der Pest.

Faust. Und wie schnell bist du?

Der zweite Geist. Denkest du, daß ich meinen Namen vergebens führe? – Wie die Pfeile der Pest.

Faust. Nun so geh, und diene einem Arzte! Für mich bist du viel zu langsam. – Du Dritter, wie heißest du?

Der dritte Geist. Ich heiße Dilla; denn mich tragen die Flügel der Winde.

Faust. Und du Vierter? –

Der vierte Geist. Mein Name ist Jutta, denn ich fahre auf den Strahlen des Lichts.

Faust. O ihr, deren Schnelligkeit in endlichen Zahlen auszudrücken, ihr Elenden –

Der fünfte Geist Würdige sie deines Unwillens nicht. Sie sind nur Satans Boten in der Körperwelt. Wir sind es in der Welt der Geister; uns wirst du schneller finden.

Faust. Und wie schnell bist du?

Der fünfte Geist. So schnell als die Gedanken des Menschen.

Faust. Das ist etwas! – Aber nicht immer sind die Gedanken des Menschen schnell. Nicht da, wenn Wahrheit und Tugend sie auffordern. Wie träge sind sie alsdenn! – Du kannst schnell sein, wenn du schnell sein willst: aber wer steht mir dafür, daß du es allezeit willst? Nein, dir werde ich so wenig trauen, als ich mir selbst hätte trauen sollen. Ach! – Zum sechsten Geiste. Sage du, wie schnell bist du? –

Der sechste Geist. So schnell als die Rache des Rächers.

Faust. Des Rächers? Welches Rächers?

French postcard, Witches Sabbat in Paris, ca. 1910Der sechste Geist. Des Gewaltigen, des Schrecklichen, der sich allein die Rache vorbehielt, weil ihn die Rache vergnügte. –

Faust. Teufel! du lästerst, denn ich sehe, du zitterst. – Schnell, sagst du, wie die Rache des – Bald hätte ich ihn genennt! Nein, er werde nicht unter uns genennt! – Schnell wäre seine Rache? Schnell? – Und ich lebe noch? Und ich sündige noch? –

Der sechste Geist. Daß er dich noch sündigen läßt, ist schon Rache!

Faust. Und daß ein Teufel mich dieses lehren muß! – Aber doch erst heute! Nein, seine Rache ist nicht schnell, und wenn du nicht schneller bist als seine Rache, so geh nur. (Zum siebenden Geiste) – Wie schnell bist du?

Der siebende Geist. Unzuvergnügender Sterbliche, wo auch ich dir nicht schnell genug bin – –

Faust. So sage; wie schnell?

Der siebende Geist. Nicht mehr und nicht weniger, als der Übergang vom Guten zum Bösen. –

Faust. Ha! du bist mein Teufel! So schnell als der Übergang vom Guten zum Bösen! – Ja, der ist schnell; schneller ist nichts als der! – Weg von hier, ihr Schnecken des Orcus! Weg! – Als der Übergang vom Guten zum Bösen! Ich habe es erfahren, wie schnell er ist! Ich habe es erfahren! etc. – –

Was sagen Sie zu dieser Szene? Sie wünschen ein deutsches Stück, das lauter solche Szenen hätte? Ich auch!

Fll.

Bilder: Katrina Clara Liszt: Lessing: 17. Brief, die neueste Literatur betreffend, 1759;
French postcard: Witches‘ Sabbat in Paris, ca. 1910, via Those Naughty Victorians, 31. Oktober 2013;
Soundtrack: Franz Liszt: Au Lac de Wallenstadt, aus: Années de pèlerinage, 1855
mit Tatia Pilieva: First Kiss Experiment, 2014:

Written by Wolf

16. Februar 2018 at 00:01

Nachtstück 0012: Wie es enden wird, vermag ein irdischer Verstand nicht zu ergründen

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Update zu Damals gab es keine:

——— Adalbert Stifter:

Der Nachsommer

Kapitel Das Fest, 1857:

Rembrandt van Rijn, Die Nachtache, 1642, Rijksmuseum AmsterdamWie wird es sein, wenn wir mit der Schnelligkeit des Blitzes Nachrichten über die ganze Erde werden verbreiten können, wenn wir selber mit großer Geschwindigkeit und in kurzer Zeit an die verschiedensten Stellen der Erde werden gelangen, und wenn wir mit gleicher Schnelligkeit große Lasten werden befördern können? Werden die Güter der Erde da nicht durch die Möglichkeit des leichten Austauschens gemeinsam werden, daß allen alles zugänglich ist? Jetzt kann sich eine kleine Landstadt und ihre Umgebung mit dem, was sie hat, was sie ist, und was sie weiß, absperren, bald wird es aber nicht mehr so sein, sie wird in den allgemeinen Verkehr gerissen werden. Dann wird, um der Allberührung genügen zu können, das, was der Geringste wissen und können muß, um vieles größer sein als jetzt. Die Staaten, die durch Entwicklung des Verstandes und durch Bildung sich dieses Wissen zuerst erwerben, werden an Reichtum, an Macht und Glanz vorausschreiten und die andern sogar in Frage stellen können. Welche Umgestaltungen wird aber erst auch der Geist in seinem ganzen Wesen erlangen? Diese Wirkung ist bei weitem die wichtigste. Der Kampf in dieser Richtung wird sich fortkämpfen, er ist entstanden, weil neue menschliche Verhältnisse eintraten, das Brausen, von welchem ich sprach, wird noch stärker werden, wie lange es dauern wird, welche Übel entstehen werden, vermag ich nicht zu sagen; aber es wird eine Abklärung folgen, die Übermacht des Stoffes wird vor dem Geiste, der endlich doch siegen wird, eine bloße Macht werden, die er gebraucht, und weil er einen neuen menschlichen Gewinn gemacht hat, wird eine Zeit der Größe kommen, die in der Geschichte noch nicht dagewesen ist. Ich glaube, daß so Stufen nach Stufen in Jahrtausenden erstiegen werden. Wie weit das geht, wie es werden, wie es enden wird, vermag ein irdischer Verstand nicht zu ergründen. Nur das scheint mir sicher, andere Zeiten und andere Fassungen des Lebens werden kommen, wie sehr auch das, was dem Geiste und Körper des Menschen als letzter Grund inne wohnt, beharren mag.

Anmerkung: Adalbert Stifter (gestorben am 28. Januar 1868) ist 23 Jahre älter als Jules Verne (geboren am 8. Februar 1828) — der meines Wissens nie das Internet „vorweggenommen“ hat. Aber sonst nächst Gott und Leonardo da Vinci so ziemlich alles.

Nachträglich angenehme Ruhe zum 150. Todestag, et mes félicitations au 190e anniversaire, maîtres.

Welche Umgestaltungen wird aber erst auch der Geist in seinem ganzen Wesen erlangen?: Rembrandt van Rijn: Die Nachtwache, 1642, Öl auf Leinwand, 363 cm × 437 cm, Rijksmuseum Amsterdam,
via The Adventures of Accordion Guy in the Twenty-First Century:
Nothing to see here…or is there?, 31. März 2015.

Soundtrack: Ajde Jano: The Story, 2017. Unterstützet auch Oliver Nowak an Mandoline, Gitarren, Saz und Moviemaker nebst King John, die miteinander Jack’s Compass bilden. Aufgenommen und filmed on location of Limerick, County Limerick, 2017. Die Moral stimmt immer:

Written by Wolf

9. Februar 2018 at 00:01

Veröffentlicht in Biedermeier, Handel & Wandel

Lichtmess-Gewinnspiel: Es kommt ja auch so viel zurück (verlängert bis 18. Februar 2018)

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Update zu Valentinsgewinnspiel: Ich bin nichts Offizielles (geschlossen),
zugleich Ein kleines Helles für Elke:

Weihnachten spendet ja schon jeder was. Wie ich nicht müde zu betonen werde, ist aber der liebenswerteste Feiertag des Jahres eben nicht Weihnachten, sondern Mariä Lichtmess, das Ende der liturgischen Weihnachtszeit: weil da noch richtig Frühling ist, aber langsam messbar welcher werden will, weil es der Tag der Brigid ist, der Personifikation der Dichtkunst und Beschützerin der Poeten, und weil man sich da nix schenken muss, außer man möchte gern.

Na, dann feiern wir doch Mariä Lichtmess. Das geht so: Sie spenden Summen Geldes, ich belohne Sie mit Büchern und CDs dafür. Wer an eine der folgenden Organisationen, einfach so, außerhalb der gängigen Weihnachtsfeiertage, in seiner Wohltätigkeit etwas spendet, kriegt was richtig Schönes von mir. Verlinkt sind praktischerweise die Spendenmöglichkeiten:

Das sind in aufsteigender Reihenfolge der von mir subjektiv empfundenen Wichtigkeit Organisationen, die mir am Herzen liegen: Das Goethezeitportal ist sehr verdienstreich und präsent für mein Online-Schaffen, aber nicht verzweifelt bedürftig; das Lyrik-Kabinett ist ähnlich verdienstreich für Lyriker, die noch am Leben sind, außerdem bewohnen sie eine liebenswert kuschlige Hiterhofbutze im Münchner Universitätsviertel, in der sie den lyrisch Interessierten glaubwürdig freundlich empfangen und wahlweise mit Kaffee versorgen oder in Ruhe studieren lassen — lang sollen sie leben, diese Helden der postkapitalistischen Gutherzigkeit; ja, und die Seniorenhilfe Lichtblick wendet sich mit möglichst unbürokratischen, aber pickelhart geldwerten Mitteln gegen Altersarmut. Menschen wie Sie und ich, die ihre Freizeit — und womöglich noch ihre Arbeitszeit — an die Literatur egal welcher Epoche wenden, werden sich noch schmerzlich für Begriffe wie „Versorgungslücke“ und „Grundsicherung“ interessieren müssen, glauben Sie’s ruhig.

Das halte ich für ein sehr viel dringlicheres politisches Thema als irgendwelches Flüchtlings-Hickhack. An jemanden zu spenden, der demnächst auf meiner Seite stehen könnte, grenzt an praktizierte Altersvorsorge, um nicht zu sagen: Eigennutz. Es ist also schlau, sein Geld auszugeben, solange noch eins da ist.

Das sind Vorschläge. Niemand muss sich genieren, diese Läden unterstützt zu haben, und sie sind allesamt gemeinnützig, das heißt: Was immer Sie spenden, können Sie von der Steuer absetzen. Zulässig sind noch sehr viele andere Adressen, die ich ebenfalls anerkennen werde, sagen wir: Amnesty International, Strahlemännchen, Animals‘ Angels, Attac, Ihr örtliches Tierheim, die Freiwllige Feuerwehr, das Rote Kreuz, solche Sachen.

Nachdem Sie gespendet haben, sollten Sie mich nämlich wissen lassen, an wen und wie viel. Dann entscheide ich, was ich Ihnen dafür schenke. Ich würde ja gern sagen, hey, ich verdopple einfach den Betrag, aber dann wedeln wieder alle mit den Hundertern, und die Seniorenhilfe Lichtblick wartet auf meine Aufstockung, bis sie mich unterstützen muss.

Spenden Sie, soviel Sie wollen, soviel Sie können; sehen Sie’s nicht als Opfer, sehen Sie’s so, dass Sie andere an Ihren Privilegien teilhaben lassen. Was immer Sie mir erzählen, werde ich nicht nachprüfen, da hätte ich schön was zu tun. Vielmehr gedenke ich Ihnen zu glauben, denn selbstverständlich habe ich die ehrlichsten und großzügigsten Leser der Welt. Wer meint, mich wegen eines alten Buches anlügen zu müssen, darf das entweder mit seinem eigenen Gewissen ausmachen, oder er hat alte Bücher sehr lieb, was dann schon wieder eine Qualifikation für sich wäre. Egal ob wir „Spendenanreiz“ oder „Belohnung“ oder etwas ganz anderes dazu sagen wollen, zu vergeben habe ich:

  • Gotthold Ephraim Lessing: Werke, Band 2 von 3: Kritische und philosophische Schriften. Nach den Ausgaben letzter Hand unter Hinzuziehung der Erstdrucke, die Winkler-Ausgabe 1969, Auflage von 1974, Dünndruck mit intaktem Lesebändchen, Schutzumschlag und Pappschuber, enthält unter anderem vollständig den Laokoon, die Hamburgische Dramaturgie, Briefe, die neueste Literatur betreffend und Die Erziehung des Menschengeschlechts. Der Schutzumschlag ist am Rücken etwas angefranst, was sehr vintage aussieht;
  • Gotthold Ephraim Lessing: Werke, Band 3 von 3: Vermischte Schriften. Ebenfalls die Winkler-Ausgabe 1972, Auflage von 1995, Dünndruck mit intaktem Lesebändchen, Schutzumschlag und Pappschuber, enthält Schriften zur Theologie, Philosophie und Literatur und antiquarische Schriften, Nachwort und Anmerkungen. Auffallend frisches Exemplar, schon mit dem neueren Verlagslogo, fast schon ein Stück fürs Moderne Antiquariat;
  • Ludwig Tieck: Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Band 1 von 4: Frühe Erzählungen und Romane, die Winkler-Ausgabe, Auflage von 1963, Dünndruck mit intaktem Lesebänchen, Schutzumschlag und Pappschuber, enthält vollständig den William Lovell, Franz Sternbalds Wanderungen plus etliche Raritäten, Nachwort und Anmerkungen von Marianne Thalmann. Das ist mein liebstes von allem Ausgesetzten, das hab ich selber erst kürzlich angeschafft;
  • Ludwig Tieck: Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Band 3 von 4: Novellen, die Winkler-Ausgabe 1965, Auflage von 1985, Dünndruck mit intaktem Lesebändchen, leider ohne Schutzumschlag und Pappschuber, enthält Tiecks umfassendste Novellensammlung in 1 abgeschlossenen Band außerhalb der Frankfurter Ausgabe, darunter etliche Preziosen der Romantik, Nachwort und Anmerkungen. Das Buch ist quasi nackt, aber in schönem dunkelgrünem Leinen und ansonsten recht frisch;
  • Ludwig Tieck: Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Band 4 von 4: Romane, die Winkler-Ausgabe, Auflage von 1966, Dünndruck mit intaktem Lesebändchen und Schutzumschlag, leider ohne Pappschuber, enthält Der Aufruhr in den Cevennen, Der junge Tischlermeister und Vittoria Accorombona, Nachwort und Anmerkungen. Der Schutzumschlag hat ein paar kleine Flecken und ist am Rücken angefranst und oben und unten vorsichtig mit Tesafilm repariert. Wie alle anderen ein einwandfrei benutzbares, bombig fest gebundenes Exemplar;
  • Robert Schumann: das vollständige Solo-Klavierwerk, eingespielt von Jörg Demus, Aufnahme von 1989, 13 CDs, Jewel-Cases im Pappschuber.

Das sind alles wunderschöne Sachen, mit denen man ein Leben lang Freude haben kann, die ich leider teils aus Platzgründen, teils wegen unzuträglicher Doppelungen loswerden muss, für die man aber sowieso keine Reichtümer erlösen kann. Deshalb macht es wesentlich mehr Spaß, das Zeug in gute Hände abzugeben. Wahrscheinlich kann — und will — ich nicht streng nach der Spendenhöhe bestimmen, was das materiell Wertvollste davon ist und wer warum was kriegt. Im Hintergrund sind sogar noch mehr Schätze vorrätig, die eigens abzulichten und zu beschreiben ich einfach zu faul bin, die aber abzugeben ich nicht anstehen werde. Das ist hier die privateste Veranstaltung, die sich denken lässt, und die rein unserer Gaudi dient. Etwelche Ansprüche können nirgendwoher abgeleitet werden, die Preisverteilung unterliegt meinem persönlichen Gutdünken.

Deshalb darf ich auch bestimmen: Wer sich hinreißen lässt, Geld an eine politische Partei egal welcher Ausrichtung zu spenden, kann gern das Doppelte an mich überweisen, weil er offenbar zuviel davon hat, für Spenden an die „AfD“ oder Schlimmeres: das Zehnfache, oder ach was, so viel kann kein Mensch zahlen. Redliche, freundliche Menschen schreiben mir dagegen formlos in den Kommentar, was sie an wen springen lassen und was sie gern dafür hätten. Wenn mich jemand durch besondere Freigiebigkeit oder Originalität in Spendenverhalten und/oder seinen Berichten darüber für sich einzunehmen versteht, könnte ich ihm sogar extra was Schönes oder ungemein Passendes ankaufen. Ich bin doch so ein schlichtes Gemüt und ganz leicht zu beeindrucken.

Versprechen kann ich nichts, ich will ja nur ein paar Bücher unter gute Menschen verteilen. „Ich bin nichts Offizielles, ich bin ein kleines Helles“, wie der Dichter sagt — aber die Redlichen und Freundlichen spenden natürlich auch ohne Gegenleistung, wie es ihnen auch jetzt passieren kann, stimmt’s? Das Porto für die Bücher- oder Warensendung geht auf mich. Ich selber hab einen Zwanziger an den Lichtblick gespendet, was Sie mir glauben können oder nicht, und darf mir deshalb was feines Neues kaufen.

Dergleichen muss man durchziehen, bevor der erste euphorische Entschluss kalt wird: Mein privates, unverbindliches Angebot steht eine weitere Woche lang: bis 18. Februar 2018, 23.59 Uhr.
Inzwischen happy Imbolc!

Lessing Tieck Schumann

Bild: Serviervorschlag, selber gemacht, 29. Januar 2018.

Soundtrack: Hauptsache, was Keltisches: The Pogues: I’m a Man You Don’t Meet Every Day, aus: Rum, Sodomy & the Lash 1985. Die stets malerisch missgelaunte Cait O’Riordan war eine der wenigen einzigen Frauen einer Band, die nicht die Vocals anführte, sondern ihrer Arbeit am Bass nachging. Ihren großen Moment hatte sie auf der zweiten und letzten Platte, die sie mit den Pogues machte — als sie eben doch das Vocal-Solo übernahm, um mit etwas verstörender Selbstverständlichkeit zu singen, was sie für ein ganzer Kerl und großer Herr sei. Kurz nach Fertigstellung des Albums heiratete sie dessen Produzenten Elvis Costello und ward von den Pogues nicht mehr gesehen:

Written by Wolf

2. Februar 2018 at 00:01

Veröffentlicht in Handel & Wandel, Romantik