Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Archive for the ‘~ Höllenfahrt ~’ Category

3. Stattvent: Sie haben kein Geld nicht besessen

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Wer an dieser Stelle ernstzunehmende Adventsinhalte wünscht, sei innerhalb des Weblogs freundlich auf die Sammlung über Weihnachtsengel (Dezember 2013), die Einschläferungsgedichte von Friedrich Rückert (Dezember 2014), das künstlerische Schaffen über Katzen (Dezember 2015) sowie das künstlerische Schaffen von Katzen (Dezember 2016) verwiesen.

Ludwig Thoma für Dirk Walter, Porträt über Ludwig Thoma: Geburtstag eines Widerspenstigen. Zum 150. des gefallenen Star-Autors, Münchner Merkur, 20. Januar 2017Das bekannte Heilige Nacht. Eine Weihnachtslegende von Ludwig Thoma stammt vom Dezember 1915 bis März 1916, als er Sanitäter an der galizischen Front war, und erschien 1917 im Druck Im Münchner Albert Langen Verlag. Sein gleichnamiges Gedicht von 1913 unter dem Pseudonym Peter Schlemihl hat technisch nichts damit zu tun, erscheint aber wie eine thematische Fingerübung dazu — und sein Gedicht Christmette wiederum wie eine Fingerübung dazu. Da war er allerdings Chefredakteur beim Simplicissimus und bestimmte selber, wer wann womit gedruckt wird.

Jedenfalls schaffen die fünf Vierzeiler Heilige Nacht die gleiche Aussage wie das Versepos in sechs Hauptstücken plus Gesangseinlagen. Ab 1917, als der Weltkrieg verloren zu gehen drohte, kippte der linksliberale Simplicissimus-Verantwortliche mit seinen Lausbubengeschichten und sechs Wochen Stadelheim wegen gedruckter Beleidigung von niederrheinischen Sittlichkeitsaposteln — alles noch in seiner linken Periode — in Nationalismus und Antisemitismus.

Es fällt seit jeher leicht, Thoma (1867–1921) zu unterstellen, aus ihm wäre noch ein guter Nazi geworden, aber es ist komplizierter: 1917 schrieb er noch außer den üblichen judenfeindlichen Artikeln in den Miesbacher Anzeiger hinein: „Warum muß gerade der Bauer die Kriegsanleihe zeichnen?“ mit „Unser Vaterland muß den Krieg durchführen bis zum siegreichen Ende“, 1921 füllte er den Aufnahmeantrag zur NSDAP dann doch nicht aus — im tiefsten Bayern in seiner hässlichsten Erscheinungsform nicht viel anders als eine Generation zuvor in Preußen bei Theodor Fontane (1819–1898) — siehe hierzu vor allem Prof. Dr. Dr. Herbert Grziwotz: Ludwig Thomas Heilige Nacht. Weihnachtsgeschichte eines umstrittenen Juristen, Legal Tribune Online, 24. Dezember 2012. Das reicht offenbar dem postmodernen Markt, von der Heiligen Nacht ungefähr so viele Einspielungen anzubieten wie sonst allenfalls von Peter und der Wolf, Russland 1936.

——— Ludwig Thoma:

Heilige Nacht

Simplicissimus-Gedichte von Peter Schlemihl, Dezember 1913:

So ward der Herr Jesus geboren
Im Stall bei der kalten Nacht.
Die Armen, die haben gefroren,
Den Reichen war’s warm gemacht.

Sein Vater ist Schreiner gewesen,
Die Mutter war eine Magd.
Sie haben kein Geld nicht besessen,
Sie haben sich wohl geplagt.

Kein Wirt hat ins Haus sie genommen;
Sie waren von Herzen froh,
Dass sie noch in Stall sind gekommen.
Sie legten das Kind auf Stroh.

Die Engel, die haben gesungen,
Dass wohl ein Wunder geschehn.
Da kamen die Hirten gesprungen
Und haben es angesehn.

Die Hirten, die will es erbarmen,
Wie elend das Kindlein sei.
Es ist eine G’schicht‘ für die Armen,
Kein Reicher war nicht dabei.

Oder weitgehend deckungsgleich:

——— Ludwig Thoma:

Christmette

Simplicissimus-Gedichte von Peter Schlemihl, 1901 ff.:

So wissen wir, daß Jesus Christ
In einem Stall geboren ist
Zu Bethlehem bei kalter Nacht.
Kein Reicher hat nicht aufgemacht.

Die lagen all im weichen Bett.
Daß auf der harten Liegerstätt‘
Das Kindlein in der Krippe fror,
Kam ihnen nicht betrübsam vor.

Sie hielten es für gar gering,
Wie daß es kleinen Leuten ging.
Was geht sie heut‘ das Wunder an?
Nur Armen ward es kundgetan.

Und, weil’s so schön war, endet das große Verepos Heilige Nacht nach ausreichend Kritik an sozialer Ungleichheit:

Und geht’s ös in d‘ Mett’n, ös Leut,
Na roat’s enk de G’schicht a weng z’samm!
Und fragt’s enk, ob dös nix bedeut‘,
Daß ’s Christkind bloß Arme g’sehg’n hamm.

Soundtrack: Tarquin Britten and the City Boyz: Credit Crunch Christmas, 2008:

Bonus Track: Franziska Well: Christoph Well: Che-Guevara-Landler,
aus: Gerhard Polt und die Well-Kinder: Fröhliche Frohheit, 2010:

Buidl: Dirk Walter: Porträt über Ludwig Thoma: Geburtstag eines Widerspenstigen. Zum 150. des gefallenen Star-Autors, Münchner Merkur, 20. Januar 2017.

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Written by Wolf

15. Dezember 2017 at 00:01

Veröffentlicht in Herrschaft & Revolte, Novecento

2. Stattvent: Rorate coeli desuper! (Die Welt, ein weites Grab)

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Wer an dieser Stelle ernstzunehmende Adventsinhalte wünscht, sei innerhalb des Weblogs freundlich auf die Sammlung über Weihnachtsengel (Dezember 2013), die Einschläferungsgedichte von Friedrich Rückert (Dezember 2014), das künstlerische Schaffen über Katzen (Dezember 2015) sowie das künstlerische Schaffen von Katzen (Dezember 2016) verwiesen.

Naturgemäß gibt es wenige martialische Weihnachtslieder. Selbst in Tauet, Himmel, den Gerechten, das ungefähr die energische Größe eines Weihnachtsoratoriums hat, findet sich die Stelle mit den von Gott verfluchten Gründen, in denen Satan, Tod und Sünden herrschen, nur in der Urfassung von 1774. Irgendwie schade, dergleichen Todesbezüge kriegen eben nur die Österreicher hin. Aus dem Goethezeitportal zu Weihnachten 2012 weiß man:

Die Erstfassung des Textes stammt vom Jesuitenpater Michael Denis und erschien 1774 in dessen Sammlung Geistliche Lieder zum Gebrauche der hohen Metropolitankirche bey St. Stephan in Wien und des ganzen wienerischen Erzbistums. Eine erste Melodiefassung des Herrenchiemseer Augustiner-Chorherrn Norbert Hauner erschien in Franz von Kohlbrenners Landshuter Gesangbuch (Landshut 1777).

——— Michael Denis:

Thauet, Himmel, den Gerechten

1. Thauet, Himmel den Gerechten!
Wolken! regnet ihn herab!
Also rief in langen Nächten
Einst die Welt, ein weites Grab!
In von Gott verfluchten Gründen
Herrschten Satan, Tod und Sünden.
Fest verschlossen war das Thor
Zu des Heiles Erb’ empor.

2. Doch der Vater ließ sich rühren,
Dass er uns zu retten sann,
Und den Ratschluss auszuführen
Trug der Sohn sich freudig an.
Gabriel flog schnell hernieder,
Kehrte mit der Antwort wieder:
Sieh! ich bin die Magd des Herrn,
Was er will, erfüll‘ ich gern!

3. Dein Gehorsam ist mein Leben,
Jungfrau demutvoll und keusch!
Gottes Geist wird dich beschweben,
Und des Vaters Wort wird Fleisch.
Menschen betet an im Staube!
Weh der Höll‘ und ihrem Raube!
Aber Adamskindern wohl!
Weil ein Heiland kommen soll.

4. Einen Zuruf hör‘ ich schallen,
Brüder wacht vom Schlummer auf!
Denn es naht das Heil uns allen,
Nacht ist weg, der Tag im Lauf.
O dann fort mit allen Taten,
Die die Nacht zur Mutter hatten!
Künftig ziehe jedermann
Nur des Lichtes Waffen an!

5. Lasst uns wie am Tage wandeln,
Nicht in Fraß und Trunkenheit!
nicht nach Fleischbegierden handeln,
Weit verbannt sei Zank und Neid!
Jenem gänzlich nachzuarten,
Dessen Ankunft wir erwarten,
Dieses ist nun unsre Pflicht;
So wie sein Apostel spricht.

6. Welterlöser, ich erfülle
deines treuen Knechtes Rath,
Komm in meines Fleisches Hülle!
Wie dein Bot verkündet hat.
Komm und bringe mir den Frieden!
Menschen ist er nur beschieden,
Die von gutem Willen sind,
Komm! ich bin es göttlichs Kind!

Frank Walka, Tauet, Himmel, den Gerechten, Liederprojekt. Ein Benefizprojekt für das Singen mit Kindern, 2009

Bild: Frank Walka: Tauet, Himmel, den Gerechten,
aus: Liederprojekt. Ein Benefizprojekt für das Singen mit Kindern, 2009.

Written by Wolf

8. Dezember 2017 at 00:01

1. Stattvent: Traudl (Mütter, euch sind alle Feuer, alle Sterne aufgestellt)

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Eigentlich ist niemand auf den Advent angewiesen, um Weihnachten zu feiern; ich zum Beispiel streite das ganze Jahr mit meiner Verwandtschaft, schmeiße das Geld zum Fenster raus und höre Musik, für die jemand Noten lesen lernen musste. Wenn’s endlich das Marzipan ganzjährig gibt, kann ich meine Sissi-DVDs auch Pfingsten anschauen. Das kann jeder.

Wer an dieser Stelle ernstzunehmende Adventsinhalte wünscht, sei innerhalb des Weblogs freundlich auf die Sammlung über Weihnachtsengel (Dezember 2013), die Einschläferungsgedichte von Friedrich Rückert (Dezember 2014), das künstlerische Schaffen über Katzen (Dezember 2015) sowie das künstlerische Schaffen von Katzen (Dezember 2016) verwiesen.

Traudl, Es wird ein Stern aufgehen über Bethlehem. 1. Adventssonntag 1935, Goethezeitportal Weihnachten 2010

Traudl. Es wird ein Stern aufgehen über Bethlehem. Verso: 1. Adventssonntag 1935.

——— Jutta Assel und Georg Jäger:

Weihnachtsgaben
Eine Dokumentation zu Weihnachten 2010

aus: Goethezeitportal, Dezember 2010:

Traudl war acht Jahre alt, als sie ihren Wunschzettel nicht an das Christkind oder den Weihnachtsmann schrieb, sondern diesen nur mit ihrem Namen bezeichnete, weil ihre Schwester nichts von den schönen Sachen erhalten sollte. Die klein gezeichneten Tannenzweige mit Zuckerkringel, Apfel, Baumbehang und Kerze „kriegte man sowieso“. Ihr größter Wunsch war ein elektrischer Stern als Beleuchtung für ihr Zimmer; ferner eine handkurbelbetriebene Puppen-Nähmaschine und ein Puppenherd, den sie bekam. Obschon diese Geräte in eine künftige Hausfrauenrolle nach Art der Mutter einüben sollten, wurde Traudl Chemikerin und blieb Junggesellin. (Nach persönlichen Mitteilungen)

Stattweihnachtslied: Hans Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne, 1936:

In dem Lied wird auf alle christlichen und weihnachtlichen Begriffe verzichtet, stattdessen werden in Abkehr davon die im Nationalsozialismus forcierten Mythen der Nacht (1. Strophe), das Wintersonnenwendfeuer (2. Strophe) und (entsprechend dem nationalsozialistischen Mütterkult) die Mütter (3. Strophe) in den Mittelpunkt gestellt.

Written by Wolf

1. Dezember 2017 at 00:01

Veröffentlicht in Herrschaft & Revolte, Novecento

The clock may stop, the hand be broken, then Time be finished unto me!

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Update zu Show me a guy that doesn’t want to come down off the cross
und Dieses treffliche Märchen vom Schmidt:

Werd‘ ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zu Grunde gehn!
Dann mag die Todtenglocke schallen,
Dann bist du deines Dienstes frey,
Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,
Es sey die Zeit für mich vorbey!

Faust I, Vers 1699 bis 1706.

Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht‘ ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
Zum Augenblicke dürft‘ ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Aeonen untergehn. –
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß‘ ich jetzt den höchsten Augenblick./p>

Faust II, Vers 11574 bis 11586.

That Hell-Bound Train von Robert Bloch bedeutet Menschen seit 1958 etwas. Es ist die einzige genuin faustische amerikanische short story, die aufzutreiben war, dafür gleich eine der besten überhaupt. Nicht zwingend deswegen, weil der „Faust“ bei Bloch wörtlich ein Waisenknabe und kein unterforderter Unidozent ist und der „Mephisto“ immer noch mit einem einzigen ebenso durchschaubaren wie unausweichlichen Trick arbeitet — dafür wird auf kaum 20 Druckseiten sehr viel klarer als bei Goethe, wer gewonnen hat und warum.

Egal was der gestrenge Deutsche Brecht sagt, ist es immer wieder ein kulinarisches Vergnügen, einem ausgebufften Schreibhandwerker bei der Arbeit zuzuschauen. Robert Boch, das ist einer von den sattelfesten Haudegen, der einen Hitchchock so beeindruckt hat, dass er ihm die Vorlage für seinen Überklassiker Psycho (1960) abnahm. Das will einiges heißen und musste zuvor mit jahrelang lückenlos nachweisbarer Zuverlässigkeit bewiesen werden.

Zum Beispiel anhand That Hell-Bound Train, der annähernd gleichzeitig zu Blochs Romanvorlage Psycho (1959) den Hugo Award als beste Short Story 1959 gewann. Der Hugo Award ist vor allem den Science-Fiction-Fans unter uns ein Begriff, innerhalb der phantastischen Literatur fällt Blochs Story eher in die Kategorie Fantasy, wenn nicht gar eine moderne Form des Märchens: Die faustischen Anklänge im Teufelspakt sind so deutlich, dass sie wohl so beabsichtigt waren.

Die erste deutsche Übersetzung erschien erst 1982 als Der Zug zur Hölle von Irene Holicki in einer Anthologie der Hugo-Preisträger von Isaac Asimov (Hrsg.): Das Forschungsteam. Die Hugo-Gernsback-Preisträger 1955–1961 in der Bibliothek der Science Fiction Literatur bei Heyne und noch einmal 1985 in Terry Carr und Martin Harry Greenberg (Hrsg.): Traumreich der Magie: Höhepunkte der modernen Fantasy in derselben Reihe. Dergleichen fiel damals noch unter Schundheftchen, anerkannt seriöse Verbreitung erfuhr erst die Übersetzung von Kurt Bracharz als Expreß zur Hölle in der fünften Folge von Dolly Dolittle’s Crime Club bei Diogenes 1988. Die fünf Folgen Dolly Dolittle sind bis heute eine der erlesensten Sammlungen „schrecklicher Geschichten“ — so der Untertitel — die eine eigens erfundene Kunstfigur, die nur für diese fünf Bände Edelkrimigeschichten bei Diogenes auffindbar ist, auf Deutsch zusammengetragen hat. Von Anfang an hat die Sammlung stolz behauptet: „Alle Texte sind Erstveröffentlichungen oder erscheinen hier erstmals deutsch“. Entweder hat sie sich also schon immer als wegweisend begriffen, oder es kann damit nach den zwei Veröffentlichungen bei Heyne nur die Bracharz-Übersetzung gemeint sein.

Ab und zu trifft man sie noch vergilbenderweise in den Stadtbibliotheken des Landes, solange tätige Büchereileiter noch an ihr das Krimilesen gelernt haben. Diese Fassung liegt mir immer noch vor, weil sie mich als Welpe mindestens so vom Hocker geweht hat wie das Original einst Alfred Hitchcock, angesichts heutiger Übersetzerleistungen erspare ich sie uns (abgesehen davon, dass ich sie abtippen müsste). — Das Thema ist mit der Variation über den Fauststoff höchst traditionell, das Setting mit dem ländlichen Amerika wirksam und anschaulich modernisiert, der Gang der Handlung nahe an den besten Momenten von Poe. Aber der hat uns nie so eine herzerwärmende, wirklich unerwartete Schlusswendung gegönnt.

Kurioserweise ist das handlungstragende Lied aus der Story, das als traditioneller Folksong vorzustellen ist, nicht ausfindig zu machen. Mich tröstet allein, dass ich das nicht aus interkultureller Ignoranz nicht schaffe, weil auch der Muttersprachler RyallTime darüber klagt. Anscheinend gibt es keine musikalische Vorlage, nur einige Lieder in umgekehrter Anlehnung und als Hommagen an die Story.

Das Bildmaterial besteht, weil hochformatige Bilder von Eisenbahnen selten sind, aus PR-Footage von Dave Wachter zu einer Comic-Miniserie von Joe and John Lansdale von 2011, die im jungen Jahrtausend unerwartet eine getreue Comic-Umsetzung eines Fantasy-Reißers von 1958 bringt. Die Tonart der Bilder finde ich allerdings entschieden zu dämonisch für eine unmittelbare Umsetzung; Blochs Original klingt mir doch viel stärker nach leichtfüßigen Filmen wie Paper Moon (Peter Bogdanovich, 1973) oder O Brother, Where Art Thou? (Coen Brothers, 2000).

Lesedauer: ca. 28 Minuten:

——— Robert Bloch:

That Hell-Bound Train

in: The Magazine of Fantasy & Science Fiction, September 1958:

When Martin was a little boy, his daddy was a Railroad Man. Daddy never rode the high iron, but he walked the tracks for the CB&Q, and he was proud of his job. And every night when he got drunk, he sang this old song about That Hell-Bound Train.

Dave Wachter für Joe and John Lansdale, That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011 via RyallTime, 24. März 2011Martin didn’t quite remember any of the words, but he couldn’t forget the way his Daddy sang them out. And when Daddy made the mistake of getting drunk in the afternoon and got squeezed between a Pennsy tank-car and an AT&SF gondola, Martin sort of wondered why the Brotherhood didn’t sing the song at his funeral.

After that, things didn’t go so good for Martin, but somehow he always recalled Daddy’s song. When Mom up and ran off with a traveling salesman from Keokuk (Daddy must have turned over in his grave, knowing she’d done such a thing, and with a passenger, too!). Martin hummed the tune to himself every night in the Orphan Home. And after Martin himself ran away, he used to whistle the song softly at night in the jungles, after the other bindlestiffs were asleep.

Martin was on the road for four-five years before he realized he wasn’t getting anyplace. Of course he’d tried his hand at a lot of things — picking fruit in Oregon, washing dishes in a Montana hash-house, stealing hubcaps in Denver and tires in Oklahoma City — but by the time he’d put in six months on the chain gang down in Alabama he knew he had no future drifting around this way on his own.

So he tried to get on the railroad like his daddy had and they told him that times were bad. But Martin couldn’t keep away from the railroads. Wherever he traveled, he rode the rods; he’d rather hop a freight heading north in sub-zero weather than lift his thumb to hitch a ride with a Cadillac headed for Florida. Whenever he managed to get hold of a can of Sterno, he’d sit there under a nice warm culvert, think about the old days, and often as not he’d hum the song about That Hell-Bound Train. That was the train the drunks and the sinners rode — the gambling men and the grifters, the big-time spenders, the skirt-chasers, and all the jolly crew. It would be really fine to take a trip in such good company, but Martin didn’t like to think of what happened when that train finally pulled into the Depot Way Down Yonder. He didn’t figure on spending eternity stoking boilers in Hell, without even a Company Union to protect him. Still, it would be a lovely ride. If there was such a thing as a Hell-Bound Train. Which, of course, there wasn’t.

At least Martin didn’t think there was, until that evening when he found himself walking the tracks heading south, just outside of Appleton Junction. The night was cold and dark, the way November nights are in the Fox River Valley, and he knew he’d have to work his way down to New Orleans for the winter, or maybe even Texas. Somehow he didn’t much feel like going, even though he’d heard tell that a lot of those Texas automobiles had solid gold hub-caps.

No sir, he just wasn’t cut out for petty larceny. It was worse than a sin — it was unprofitable, too. Bad enough to do the Devil’s work, but then to get such miserable pay on top of it! Maybe he’d better let the Salvation Army convert him.

Martin trudged along humming Daddy’s song, waiting for a rattler to pull out of the Junction behind him. He’d have to catch it — there was nothing else for him to do.

Dave Wachter für Joe and John Lansdale, That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011 via RyallTime, 24. März 2011But the first train to come along came from the other direction, roaring toward him along the track from the south.

Martin peered ahead, but his eyes couldn’t match his ears, and so far all he could recognize was the sound. It was a train, though; he felt the steel shudder and sing beneath his feet.

And yet, how could it be? The next station south was Neenah-Menasha, and there was nothing due out of there for hours.

The clouds were thick overhead, and the field mists rolled like a cold fog in a November midnight. Even so, Martin should have been able to see the headlight as the train rushed on. But there was only the whistle, screaming out of the black throat of the night. Martin could recognize the equipment of just about any locomotive ever built, but he’d never heard a whistle that sounded like this one. It wasn’t signaling; it was screaming like a lost soul.

He stepped to one side, for the train was almost on top of him now. And suddenly there it was, looming along the tracks and grinding to a stop in less time than he’d believed possible. The wheels hadn’t been oiled, because they screamed too, screamed like the damned. But the train slid to a halt and the screams died away into a series of low, groaning sounds, and Martin looked up and saw that this was a passenger train. It was big and black, without a single light shining in the engine cab or any of the long string of cars; Martin couldn’t read any lettering on the sides, but he was pretty sure this train didn’t belong on the Northwestern Road.

He was even more sure when he saw the man clamber down out of the forward car. There was something wrong about the way he walked, as though one of his feet dragged, and about the lantern he carried. The lantern was dark, and the man held it up to his mouth and blew, and instantly it glowed redly. You don’t have to be a member of the Railway Brotherhood to know that this is a mighty peculiar way of lighting a lantern.

As the figure approached, Martin recognized the conductor’s cap perched on his head, and this made him feel a little better for a moment — until he noticed that it was worn a bit too high, as though there might be something sticking up on the forehead underneath it.

Still, Martin knew his manners, and when the man smiled at him, he said, „Good evening, Mr. Conductor.“

Dave Wachter für Joe and John Lansdale, That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011 via RyallTime, 24. März 2011„Good evening, Martin.“

„How did you know my name?“

The man shrugged. „How did you know I was the Conductor?“

„You are, aren’t you?“

„To you, yes. Although other people, in other walks of life, may recognize me in different roles. For instance, you ought to see what I look like to the folks out in Hollywood.“ The man grinned. „I travel a great deal,“ he explained.

„What brings you here?“ Martin asked.

„Why, you ought to know the answer to that, Martin. I came because you needed me. Tonight, I suddenly realized you were backsliding. Thinking of joining the Salvation Army, weren’t you?“

„Well — “ Martin hesitated.

„Don’t be ashamed. To err is human, as somebody-or-other-once said. Reader’s Digest, wasn’t it? Never mind. The point is, I felt you needed me. So I switched over and came your way.“

„What for?“

„Why, to offer you a ride, of course. Isn’t it better to travel comfortably by train than to march along the cold streets behind a Salvation Army band? Hard on the feet, they tell me, and even harder on the eardrums.“

„I’m not sure I’d care to ride your train, sir,“ Martin said. „Considering where I’m likely to end up.“

„Ah, yes. The old argument.“ The Conductor sighed. „I suppose you’d prefer some sort of bargain, is that it?“

„Exactly,“ Martin answered.

„Well, I’m afraid I’m all through with that sort of thing. There’s no shortage of prospective passengers anymore. Why should I offer you any special inducements?“

„You must want me, or else you wouldn’t have bothered to go out of your way to find me.“

The Conductor sighed again. „There you have a point. Pride was always my besetting weakness, I admit. And somehow I’d hate to lose you to the competition, after thinking of you as my own all these years.“ He hesitated. „Yes, I’m prepared to deal with you on your own terms, if you insist.“

„The terms?“ Martin asked.

„Standard proposition. Anything you want.“

„Ah,“ said Martin.

„But I warn you in advance, there’ll be no tricks. I’ll grant you any wish you can name — but in return, you must promise to ride the train when the time comes.“

„Suppose it never comes?“

„It will.“

„Suppose I’ve got the kind of a wish that will keep me off forever?“

„There is no such wish.“

„Don’t be too sure.“

„Let me worry about that,“ the Conductor told him. „No matter what you have in mind, I warn you that I’ll collect in the end. And there’ll be none of this last-minute hocus-pocus, either. No last-hour repentances, no blonde frauleins or fancy lawyers showing up to get you off. I offer a clean deal. That is to say, you’ll get what you want, and I’ll get what I want.“

„I’ve heard you trick people. They say you’re worse than a used-car salesman.“

„Now, wait a minute — „

„I apologize,“ Martin said, hastily. „But it is supposed to be a fact that you can’t be trusted.“

„I admit it. On the other hand, you seem to think you have found a way out.“

„A sure-fire proposition.“

„Sure-fire? Very funny!“ The man began to chuckle, then halted. „But we waste valuable time, Martin. Let’s get down to cases. What do you want from me?“

Martin took a deep breath. „I want to be able to stop Time.“

„Right now?“

„No. Not yet. And not for everybody. I realize that would be impossible, of course. But I want to be able to stop Time for myself. Just once, in the future. Whenever I get to a point where I know I’m happy and contented, that’s where I’d like to stop. So I can just keep on being happy forever.“

„That’s quite a proposition,“ the Conductor mused. „I’ve got to admit I’ve never heard anything just like it before — and believe me, I’ve listened to some lulus in my day.“ He grinned at Martin. „You’ve really been thinking about this, haven’t you?“

„For years,“ Martin admitted. Then he coughed. „Well, what do you say?“

„It’s not impossible, in terms of your own subjective time-sense,“ the Conductor murmured. „Yes, I think it could be arranged.“

„But I mean really to stop. Not for me just to imagine it.“

„I understand. And it can be done.“

„Then you’ll agree?“

„Why not? I promised you, didn’t I? Give me your hand.“

Martin hesitated. „Will it hurt very much? I mean, I don’t like the sight of blood, and — „

„Nonsense! You’ve been listening to a lot of poppycock. We already have made our bargain, my boy. I merely intend to put something into your hand. The ways and means of fulfilling your wish. After all, there’s no telling at just what moment you may decide to exercise the agreement, and I can’t drop everything and come running. So it’s better if you can regulate matters for yourself.“

„You’re going to give me a Time-stopper?“

„That’s the general idea. As soon as I can decide what would be practical.“ The Conductor hesitated. „Ah, the very thing! Here, take my watch.“

He pulled it out of his vest-pocket; a railroad watch in a silver case. He opened the back and made a delicate adjustment; Martin tried to see just exactly what he was doing, but the fingers moved in a blinding blur.

„There we are.“ The Conductor smiled. „It’s all set, now. When you finally decide where you’d like to call a halt, merely turn the stem in reverse and unwind the watch until it stops. When it stops, Time stops, for you. Simple enough?“ And the Conductor dropped the watch into Martin’s hand.

The young man closed his fingers tightly around the case. „That’s all there is to it, eh?“

„Absolutely. But remember — you can stop the watch only once. So you’d better make sure that you’re satisfied with the moment you choose to prolong. I caution you in all fairness; make very certain of your choice.“

„I will.“ Martin grinned. „And since you’ve been so fair about it, I’ll be fair, too. There’s one thing you seem to have forgotten. It doesn’t really matter what moment I choose. Because once I stop Time for myself, that means I stay where I am forever. I’ll never have to get any older. And if I don’t get any older, I’ll never die. And if I never die, then I’ll never have to take a ride on your train.“

Dave Wachter für Joe and John Lansdale, That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011 via RyallTime, 24. März 2011The Conductor turned away. His shoulders shook convulsively, and he may have been crying. „And you said I was worse than a used-car salesman,“ he gasped, in a strangled voice.

Then he wandered off into the fog, and the train-whistle gave an impatient shriek, and all at once it was moving swiftly down the track, rumbling out of sight in the darkness.

Martin stood there, blinking down at the silver watch in his hand. If it wasn’t that he could actually see it and feel it there, and if he couldn’t smell that peculiar odor, he might have thought he’d imagined the whole thing from start to finish — train, Conductor, bargain, and all.

But he had the watch, and he could recognize the scent left by the train as it departed, even though there aren’t many locomotives around that use sulphur and brimstone as fuel.

And he had no doubts about his bargain. That’s what came of thinking things through to a logical conclusion. Some fools would have settled for wealth, or power, or Kim Novak. Daddy might have sold out for a fifth of whiskey.

Martin knew that he’d made a better deal. Better? It was foolproof. All he needed to do now was choose his moment.

He put the watch in his pocket and started back down the railroad track. He hadn’t really had a destination in mind before, but he did now. He was going to find a moment of happiness…

*

Now young Martin wasn’t altogether a ninny. He realized perfectly well that happiness is a relative thing; there are conditions and degrees of contentment, and they vary with one’s lot in life. As a hobo, he was often satisfied with a warm handout, a double-length bench in the park, or a can of Sterno made in 1957 (a vintage year). Many a time he had reached a state of momentary bliss through such simple agencies, but he was aware that there were better things. Martin determined to seek them out.

Dave Wachter für Joe and John Lansdale, That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011 via RyallTime, 24. März 2011Within two days he was in the great city of Chicago. Quite naturally, he drifted over to West Madison Street, and there he took steps to elevate his role in life. He became a city bum, a panhandler, a moocher. Within a week he had risen to the point where happiness was a meal in a regular one-arm luncheon joint, a two-bit flop on a real army cot in a real flophouse, and a full fifth of muscatel.

There was a night, after enjoying all three of these luxuries to the full, when Martin thought of unwinding his watch at the pinnacle of intoxication. But he also thought of the faces of the honest johns he’d braced for a handout today. Sure, they were squares, but they were prosperous. They wore good clothes, held good jobs, drove nice cars. And for them, happiness was even more ecstatic — they ate dinner in fine hotels, they slept on innerspring mattresses, they drank blended whiskey.

Squares or no, they had something there. Martin fingered his watch, put aside the temptation to hock it for another bottle of muscatel, and went to sleep determined to get himself a job and improve his happiness-quotient.

When he awoke he had a hangover, but the determination was still with him. Before the month was out Martin was working for a general contractor over on the South Side, at one of the big rehabilitation projects. He hated the grind, but the pay was good, and pretty soon he got himself a one-room apartment out on Blue Island Avenue. He was accustomed to eating in decent restaurants now, and he bought himself a comfortable bed, and every Saturday night he went down to the corner tavern. It was all very pleasant, but —

The foreman liked his work and promised him a raise in a month. If he waited around, the raise would mean that he could afford a second-hand car. With a car, he could even start picking up a girl for a date now and then. Other fellows on the job did, and they seemed pretty happy.

So Martin kept on working, and the raise came through and the car came through and pretty soon a couple of girls came through.

The first time it happened, he wanted to unwind his watch immediately. Until he got to thinking about what some of the older men always said. There was a guy named Charlie, for example, who worked alongside him on the hoist. „When you’re young and don’t know the score, maybe you get a kick out of running around with those pigs. But after a while, you want something better. A nice girl of your own. That’s the ticket.“

Martin felt he owed it to himself to find out. If he didn’t like it better, he could always go back to what he had.

Almost six months went by before Martin met Lillian Gillis. By that time he’d had another promotion and was working inside, in the office. They made him go to night school to learn how to do simple bookkeeping, but it meant another fifteen bucks extra a week, and it was nicer working indoors.

And Lillian was a lot of fun. When she told him she’d marry him, Martin was almost sure that the time was now. Except that she was sort of — well, she was a nice girl, and she said they’d have to wait until they were married. Of course, Martin couldn’t expect to marry her until he had a little more money saved up, and another raise would help, too.

That took a year. Martin was patient, because he knew it was going to be worth it. Every time he had any doubts, he took out his watch and looked at it. But he never showed it to Lillian, or anybody else. Most of the other men wore expensive wristwatches and the old silver railroad watch looked just a little cheap.

Martin smiled as he gazed at the stem. Just a few twists and he’d have something none of these other poor working slobs would ever have. Permanent satisfaction, with his blushing bride — Only getting married turned out to be just the beginning. Sure, it was wonderful, but Lillian told him how much better things would be if they could move into a new place and fix it up. Martin wanted decent furniture, a TV set, a nice car.

So he started taking night courses and got a promotion to the front office. With the baby coming, he wanted to stick around and see his son arrive. And when it came, he realized he’d have to wait until it got a little older, started to walk and talk and develop a personality of its own.

About this time the company sent him out on the road as a trouble-shooter on some of those other jobs, and now he was eating at those good hotels, living high on the hog and the expense-account. More than once he was tempted to unwind his watch. This was the good life… Of course, it would be even better if he just didn’t have to work. Sooner or later, if he could cut in on one of the company deals, he could make a pile and retire. Then everything would be ideal. It happened, but it took time. Martin’s son was going to high school before he really got up there into the chips. Martin got a strong hunch that it was now or never, because he wasn’t exactly a kid anymore.

But right about then he met Sherry Westcott, and she didn’t seem to think he was middle-aged at all, in spite of the way he was losing hair and adding stomach. She taught him that a toupee could cover the bald spot and a cummerbund could cover the pot-gut. In fact, she taught him quite a lot and he so enjoyed learning that he actually took out his watch and prepared to unwind it.

Unfortunately, he chose the very moment that the private detectives broke down the door of the hotel room, and then there was a long stretch of time when Martin was so busy fighting the divorce action that he couldn’t honestly say he was enjoying any given moment.

When he made the final settlement with Lil he was broke again, and Sherry didn’t seem to think he was so young, after all. So he squared his shoulders and went back to work.

Dave Wachter für Joe and John Lansdale, That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011 via RyallTime, 24. März 2011He made his pile, eventually, but it took longer this time, and there wasn’t much chance to have fun along the way. The fancy dames in the fancy cocktail lounges didn’t seem to interest him anymore, and neither did the liquor. Besides, the Doc had warned him off that.

But there were other pleasures for a rich man to investigate. Travel, for instance — and not riding the rods from one hick burg to another, either. Martin went around the world by plane and luxury liner. For a while it seemed as though he would find his moment after all, visiting the Taj Mahal by moonlight. Martin pulled out the battered old watch-case, and got ready to unwind it. Nobody else was there to watch him —

And that’s why he hesitated. Sure, this was an enjoyable moment, but he was alone. Lil and the kid were gone, Sherry was gone, and somehow he’d never had time to make any friends. Maybe if he found new congenial people, he’d have the ultimate happiness. That must be the answer — it wasn’t just money or power or sex or seeing beautiful things. The real satisfaction lay in friendship.

So on the boat trip home, Martin tried to strike up a few acquaintances at the ship’s bar. But all these people were much younger, and Martin had nothing in common with them. Also they wanted to dance and drink, and Martin wasn’t in condition to appreciate such pastimes. Nevertheless, he tried.

Perhaps that’s why he had the little accident the day before they docked in San Francisco. „Little accident“ was the ship’s doctor’s way of describing it, but Martin noticed he looked very grave when he told him to stay in bed, and he’d called an ambulance to meet the liner at the dock and take the patient right to the hospital.

At the hospital, all the expensive treatment and the expensive smiles and the expensive words didn’t fool Martin any. He was an old man with a bad heart, and they thought he was going to die.

But he could fool them. He still had the watch. He found it in his coat when he put on his clothes and sneaked out of the hospital.

He didn’t have to die. He could cheat death with a single gesture — and he intended to do it as a free man, out there under a free sky.

That was the real secret of happiness. He understood it now. Not even friendship meant as much as freedom. This was the best thing of all — to be free of friends or family or the furies of the flesh.

Martin walked slowly beside the embankment under the night sky. Come to think of it, he was just about back where he’d started, so many years ago. But the moment was good, good enough to prolong forever. Once a bum, always a bum.

He smiled as he thought about it, and then the smile twisted sharply and suddenly, like the pain twisting sharply and suddenly in his chest. The world began to spin and he fell down on the side of the embankment.

He couldn’t see very well, but he was still conscious, and he knew what had happened. Another stroke, and a bad one. Maybe this was it. Except that he wouldn’t be a fool any longer. He wouldn’t wait to see what was still around the corner.

Dave Wachter für Joe and John Lansdale, That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011 via RyallTime, 24. März 2011Right now was his chance to use his power and save his life. And he was going to do it. He could still move, nothing could stop him. He groped in his pocket and pulled out the old silver watch, fumbling with the stem. A few twists and he’d cheat death, he’d never have to ride that Hell-Bound Train. He could go on forever. Forever.

Martin had never really considered the word before. To go on forever — but how? Did he want to go on forever, like this; a sick old man, lying helplessly here in the grass?

No. He couldn’t do it. He wouldn’t do it. And suddenly he wanted very much to cry, because he knew that somewhere along the line he’d outsmarted himself. And now it was too late. His eyes dimmed, there was a roaring in his ears…

He recognized the roaring, of course, and he wasn’t at all surprised to see the train come rushing out of the fog up there on the embankment. He wasn’t surprised when it stopped, either, or when the Conductor climbed off and walked slowly toward him.

The Conductor hadn’t changed a bit. Even his grin was still the same.

„Hello, Martin,“ he said. „All aboard.“

„I know,“ Martin whispered. „But you’ll have to carry me. I can’t walk. I’m not even really talking anymore, am I?“

„Yes you are,“ the Conductor said. „I can hear you fine. And you can walk, too.“ He leaned down and placed his hand on Martin’s chest. There was a moment of icy numbness, and then, sure enough, Martin could walk after all.

He got up and followed the Conductor along the slope, moving to the side of the train.

„In here?“ he asked.

„No, the next car,“ the Conductor murmured. „I guess you’re entitled to ride Pullman. After all, you’re quite a successful man. You’ve tasted the joys of wealth and position and prestige. You’ve known the pleasures of marriage and fatherhood. You’ve sampled the delights of dining and drinking and debauchery, too, and you traveled high, wide, and handsome. So let’s not have any last-minute recriminations.“

„All right,“ Martin sighed. „I can’t blame you for my mistakes. On the other hand, you can’t take credit for what happened, either. I worked for everything I got. I did it all on my own. I didn’t even need your watch.“

„So you didn’t,“ the Conductor said, smiling. „But would you mind giving it back to me now?“

„Need it for the next sucker, eh?“ Martin muttered.

„Perhaps.“

Dave Wachter für Joe and John Lansdale, That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011 via RyallTime, 24. März 2011Something about the way he said it made Martin look up. He tried to see the Conductor’s eyes, but the brim of his cap cast a shadow. So Martin looked down at the watch instead.

„Tell me something,“ he said, softly. „If I give you the watch, what will you do with it?“

„Why, throw it into the ditch,“ the Conductor told him. „That’s all I’ll do with it.“ And he held out his hand.

„What if somebody comes along and finds it? And twists the stem backward, and stops Time?“

„Nobody would do that,“ the Conductor murmured. „Even if they knew.“

„You mean, it was all a trick? This is only an ordinary, cheap watch?“

„I didn’t say that,“ whispered the Conductor. „I only said that no one has ever twisted the stem backward. They’ve all been like you, Martin — looking ahead to find that perfect happiness. Waiting for the moment that never comes.“

The Conductor held out his hand again.

Martin sighed and shook his head. „You cheated me after all.“

„You cheated yourself, Martin. And now you’re going to ride that Hell-Bound Train.“

He pushed Martin up the steps and into the car ahead. As he entered, the train began to move and the whistle screamed. And Martin stood there in the swaying Pullman, gazing down the aisle at the other passengers. He could see them sitting there, and somehow it didn’t seem strange at all.

Here they were; the drunks and the sinners, the gambling men and the grifters, the big-time spenders, the skirt-chasers, and all the jolly crew. They knew where they were going, of course, but they didn’t seem to give a damn. The blinds were drawn on the windows, yet it was light inside, and they were all living it up — singing and passing the bottle and roaring with laughter, throwing the dice and telling their jokes and bragging their big brags, just the way Daddy used to sing about them in the old song.

„Mighty nice traveling companions,“ Martin said. „Why, I’ve never seen such a pleasant bunch of people. I mean, they seem to be really enjoying themselves!“

Dave Wachter für Joe and John Lansdale, That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011 via RyallTime, 24. März 2011The Conductor shrugged. „I’m afraid things won’t be quite so jazzy when we pull into that Depot Way Down Yonder.“

For the third time, he held out his hand. „Now, before you sit down, if you’ll just give me that watch. A bargain’s a bargain—“

Martin smiled. „A bargain’s a bargain,“ he echoed. „I agreed to ride your train if I could stop Time when I found the right moment of happiness. And I think I’m about as happy right here as I’ve ever been.“

Very slowly, Martin took hold of the silver watch-stem.

„No!“ gasped the Conductor. „No!“

But the watch-stem turned.

„Do you realize what you’ve done?“ the Conductor yelled. „Now we’ll never reach the Depot! We’ll just go on riding, all of us — forever!“

Martin grinned. „I know,“ he said. „But the fun is in the trip, not the destination. You taught me that. And I’m looking forward to a wonderful trip. Look, maybe I can even help. If you were to find me another one of those caps, now, and let me keep this watch—“

And that’s the way it finally worked out. Wearing his cap and carrying his battered old silver watch, there’s no happier person in or out of this world — now and forever — than Martin. Martin, the new Brakeman on That Hellhound Train.

Bilder: Dave Wachter für Joe and John Lansdale: That Hell-Bound Train, Comic-Miniserie, Juni 2011,
via RyallTime, 24. März 2011.

Soundtrack: Johnny Cash: Wabash Cannonball, ca. 1882, Aufnahme 1966:

Written by Wolf

24. November 2017 at 00:01

Veröffentlicht in Novecento, Vier letzte Dinge: Hölle

Meine Urgroßmutter und die Wolken

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Update zu Der Frühling liebt das Flötenspiel, doch auch auf der Posaune
und Vnd ist auff eim vnfruchtpern vnnd sandigen erdpoden erpawen:

The first time it was fathers,
the last time it was sons,
and inbetween your husbands
marched away with drums and guns.
And you never thought to question,
you just went on with your lives,
‚cause all they taught you who to be was mothers, daughters, wives.

Judy Small (Australia), 1982.

Die Geschichte muss ich ungefähr 1994 geschrieben haben, ich erinnere mich an die Kneipe. Trotzdem ist das dermaßen lange her, dass ich es als Zitat setzen muss. Bei meiner eigenen Wiederentdeckung hab ich gestaunt, wie anschaulich ich vor — geschmeichelt — einem halben Leben schreiben konnte.

Richard Carlson, Cool Clouds for Kids of all Ages, ca. 1997

Meine Urgroßmutter und die Wolken

Marie Wohlrab, 1898–1972.

Meine Urgroßmutter? Jaja, ich hab meine noch gekannt. An viel kann ich mich heute natürlich nicht mehr erinnern, aber ich glaub, das war eine ganz brauchbare Frau.

Es gibt eine auffallend kleine Fotografie von ihr mit mir an der Hand, ein altertümliches Hochformat von gerade mal vier auf sechs Zentimeter, unten mit breitem Rand wie bei einem Polaroid, aus einer Zeit, in der eine Polaroid-Anmutung noch ganz ironiefrei angestrebt wurde, nur dass die Farben sich etwas abgedämpft erhalten haben. Darauf grinst sie so aufmüpfig mit sämtlichen Falten, guckt aber noch ziemlich helle. Natürlich hat sie einen pickelhart geflochtenen Haarknoten hinten und so eine lange Kittelschürze an, dunkelgrün oder blau mit großen Blumen, wie sich das gehört für eine Urgroßmutter. Das Foto ist in ihrem Bauerngarten gemacht, wahrscheinlich von meinem Vater, weil immerhin ich noch mit einem Vater aufgewachsen bin. Und wie sie mich so an ihrer Hand hält, sieht sie aus, als ob sie richtig stolz ist auf alles, was da in ihrem Garten wächst und gedeiht.

Zu Hause hieß sie für uns die Alte Oma, im Unterschied zur Jungen Oma, die ihre Tochter war und gleichzeitig die Mutter von meiner Mutter. Klar? Klar.

Alle drei Frauen haben in den zwei Weltkriegen ihre Väter und ihre Männer verloren. Söhne kamen nicht vor. Der Mann von der Jungen Oma, mein Opa also, hat nur gerade noch per Feldpost erfahren, dass er eine Tochter kriegt, und musste sich noch Anfang Mai fünfundvierzig in Frankreich füsilieren lassen. Sein Grab muss unter einem von verwirrend vielen anonymen kleinen weißen Kreuzen auf einem Soldatenfriedhof liegen, in einer gottgesegneten Gegend im Elsass, ich bin mal in den Urlaub durchgefahren, dort sieht man die Kriegsgräber von der Autobahn aus, ohne Aussicht, je ein bestimmtes Grab ausfindig zu machen.

Den Brief hab ich im Nachlass der Jungen Oma gesehen: Er fiel an den Knickstellen in seine Viertel auseinander und war schon dunkelgelb; immer noch voller Wörter wie „im Felde der Ehre gefallen“ und als Schlussformel keine Freundlichen Grüße oder wenigstens Hochachtungsvoll, sondern ungelogen: Heil Hitler. Hakenkreuz und Eichenlaub, demütigend perfide vor lauter Vaterlandstreue. Da hab ich mit meinen Dreizehn Rotz geheult vor Wut. Im Juli nach dem Brief kam meine Mutter zur Welt.

Meine Urgroßmutter hat sich also knapp ihr halbes Leben lang mit ihrer Tochter und ihrer Enkelin durchgeschlagen. Keine von den dreien hat mir je allzuviel aus der Zeit erzählen wollen, als in ihrer Familie die Männer ausstarben. Aber man darf annehmen, dass das alles nicht ganz einfach war. Ich glaube nicht, dass es damals so stinknormal war wie heute, wenn eine Frau ohne Mann in einer fremden Stadt eine Wohnung nahm, und dann noch gleich drei Frauen zusammen. Die Leute werden ganz schön getuschelt haben. Aber ich kannte sie alle drei als unheimlich lebenslustige Weiber, die viel gelacht haben und meistens freundlich waren. Irgendwie haben sie’s geschafft. Von daher war von vornherein ausgemacht, dass ich ein Mädchen werden musste, als meine Mutter Mutter wurde.

Meine Urgroßmutter war, soviel ich weiß, Fließbandarbeiterin in einer Garnspinnerei, die Mädchen haben damals ja nichts Qualifiziertes lernen können. Das hat sie praktisch ein Leben lang gemacht, weil auch die Kriegswitwenrente nicht weit gereicht hat und die Junge Oma nie richtig arbeiten und genug dazuverdienen konnte. Die hatte von jung auf eine mysteriöse Krankheit, die sie von den Beinen aufwärts stückweise aufgefressen hat und die sie nicht einmal beim Vornamen gekannt haben, bis sie gestorben ist. Solange ich sie kannte, ist sie immer kleiner geworden, weil sie ihr alle paar Jahre wieder ein Stück von unten weg amputieren mussten.

Ich wusste es nicht anders und bin erst viel, viel später auf die Idee gekommen, dass meine Junge Oma eigentlich eine Behinderte war. Sie konnte halt einfach nur nicht laufen. Zuerst schwang sie sich auf Krücken durch die kleine Wohnung, in der sie bis lange nach dem Krieg zu dritt gehaust hatten, war viel größer als die Alte Oma und konnte mir noch selber Kekse aus der bunten Dose auf dem Küchenbüffet angeln. Auf der Dose war die Nürnberger Burg drauf und Albrecht Dürer. Später karrte die Junge Oma ganz geschickt mit dem Rollstuhl herum, das hab ich sehr bewundert als Kind. Und noch später saß sie im Altersheim wie ein freundlicher Buddha auf ihrem Bett und klatschte vor Freude in die Hände, wenn wir sie besuchen kamen. Ich wüsste überhaupt nicht, dass sie je traurig oder motzig oder mit ihrem Schicksal unzufrieden war, jedenfalls nicht für lange. Bis heute kann ich es mir im Ernst nicht anders vorstellen, als dass sie sich ihr Lebtag nur in geschlossenen Räumen aufhielt, darunter viele Krankenhäuser, und meistens in Nachthemden.

Meine Urgroßmutter war da anders: Die hatte dauernd was zu tun. Im Garten, im Wald, auf der Wiese, und wenn sie dort fertig war, in der Küche. Sie roch immer nach irgendwas zu essen, auch im Freien. Mich hatte sie oft dabei. Ich glaub, sie hatte mich sehr lieb.

Zu meinen ersten Erinnerungen gehört, wie meine Urgroßmutter mich im Kinderwagen durch die Straßen von unserer verpennten Kleinstadt schob, über die Feldwege, wo es in den Wald ging. Ich konnte schon sitzen und guckte mit riesiger Begeisterung den Autos nach, die unterwegs vorbeibrummten.

„Auto!“ rief ich und zeigte darauf.

„Auto“, bestätigte die Alte Oma und nickte mir von oben aufmunternd zu.

Wenn es nichts zu gucken gab, haute ich meine Urgroßmutter oft mit der flachen Hand auf den Bauch. Nur so aus Spaß, weil er in Reichweite lag und weil es so lustig patschte.

„Macht man das?“ sagte sie dann ungeheuer ernst, auch im Spaß und in ihrem weitgehend verklungenen Dialekt. Die Alte Oma verstand schon, wie’s gemeint war.

Im Wald brachte sie mir bei, wo man Pilze findet und wie man die „schönen“ von den giftigen unterscheidet. Stunden und Tage lang, wirklich von Sonnenauf- bis -untergang, konnten wir im Spätsommer Schwarzbeeren zupfen. Ich wusste praktisch alles über möglichst effizientes Beerenzupfen und die Lebensweise der Beerenwanzen.

Wenn wir wieder zu ihr nach Hause kamen, tat uns beiden das Kreuz rechtschaffen weh, und es gab immer eine große Salatschüssel voll Schwarzbeerkompott, das noch warm von der Altweibersommersonne war und nach Landnürnberger Kiefernwald roch. Wenn man es in Milch zerquetschte, wurde es immer ganz plötzlich dunkellila. Dann schaute mir meine Urgroßmutter wohlwollend zu, wie ich mit dem Suppenlöffel in null Komma nix das ganze Kompott vertilgte, und machte schon mal ihren größten Topf und die Einmachgläser fertig für den Putzeimer voll Schwarzbeeren, den wir den Tag über gesammelt hatten.

Meine Urgroßmutter sang gern. Sie hatte eine Stimme, die ein bisschen wie eine leicht eingerostete Tür knarzte, und sie gab immer alles, damit sie wie ein Sopran klang. Sie kannte immer noch alle Lieder, die sie in der Schule gelernt hatte, Sachen wie Wem Gott will rechte Gunst erweisen und Hohe Tannen weisen die Sterne. Am häufigsten sang sie das vom Rehlein im Walde, aber es kann sein, dass ich mir das nur einbilde. Vielleicht hat sie es auch nur ein einziges Mal gesungen, und es hat sich mir nur mehr aus Versehen am besten eingeprägt. Das war eine richtig schöne, uralte Schnulze, die vor Wald und Jägerromantik nur so getrieft hat, und mit einer unheimlich wehmütigen Melodie; Ganghofer ist ein Unfallprotokoll dagegen. Vor ein paar Jahren hab ich versucht, den Text mal wieder zusammenzubringen, und gemerkt, dass ich ihn komplett verlernt hab. Ich würfle sogar zwei verschiedene Melodien durcheinander.

Oft saßen wir in der Wohnung meiner Urgroßmutter auf zwei Sesseln gegenüber, und sie sang mir was vor. Ich blies, so laut ich konnte, auf einer ungeheuren Seemannsmundharmonika dazu, allerdings ohne jemals irgendeine Melodie zu erwischen. Einen Höllenlärm müssen wir zwei geschlagen haben. So sah meine musikalische Früherziehung aus.

Das Ding vom Rehlein muss ernsthaft das erste Lied sein, das ich auswendig konnte. Als ich nämlich vier war, wie sich nachrechnen lässt, da ist meine Urgroßmutter gestorben.

Sie war zum erstenmal in ihrem Leben in einem Krankenhaus. Sogar die Junge Oma hatte sie in ihrem Schlafzimmer, damals noch in den Sudeten, auf die Welt gebracht. Mit einem Schlaganfall kam sie jetzt „zur Beobachtung“ rein und keine Woche später mit den Beinen voran wieder raus. Ich hab davon nicht viel kapiert. Ich hab’s erst geschnallt, als die Alte Oma mich so lange nicht mehr abholen kam.

Heute habe ich noch zwei Bilder von meiner Urgroßmutter. Das eine ist das kleine Hochformat in ihrem Garten mit mir an der Hand, so ein grobkörniges, offensichtlich gestelltes mit einer stolzen, tapferen Frau irgendwo aus Sudetendeutschland drauf. Ich komme auch darauf vor, falle aber nicht so auf und bin mehr Kulisse oder Requisit.

Auf dem anderen Bild höre ich zuerst nur ihre Stimme. Über mir sehe ich langsam und stetig zwei Streifen Baumwipfel vorbeigleiten, weil meine Urgroßmutter mich im Kinderwagen durch einen Waldweg schiebt.

Zwischen den Baumwipfeln ziehen Wolken am Himmel entlang, aber das wusste ich damals noch nicht, dass das so heißt. Und irgendwo hinter mir fing die Alte Oma an zu singen. Vielleicht sogar das Rehlein im Walde.

In dem Lied, das Oma sang, kam nämlich – und das weiß ich bestimmt – eine Stelle vor, die hieß: „Die Wolken ziehen“. Mit einem besonders hohen, gedehnten Ton auf „zie-hen“. Der Satz ging noch weiter und sprach sicher davon, wohin denn die Wolken in dem Lied jetzt ziehen oder was für eine Stimmung sie dabei irgendwohin tragen, aber ich weiß tatsächlich nur noch die eine Stelle, die sich ganz kurz über die Baumwipfel um uns herum erhob und dann wieder ganz unauffällig in die Melodie schmiegte: „Die Wolken ziehen …“

Ich hatte mich im Kinderwagen aufgesetzt und schaute meiner Urgroßmutter zu, wie sie, wahrscheinlich wie immer in ihrer geblümten Kittelschürze und mit Dutt, hier im Wald dastand und vielleicht das Lied vom Rehlein im Walde sang. Falls darin eine Stelle von ziehenden Wolken vorkommt, war es das ganz sicher.

„Wolken ssiehen?“ fragte ich verdutzt, als meine Urgroßmutter fertiggesungen hatte.

„Ja“, lächelte sie, „Wolken ziehen!“ Und: „Da, schau!“

Und sie deutete in den Himmel zwischen den dürren Kiefernwipfelreihen hinauf, über den in einem Mordstempo ganz viele bunte Wolken zogen. Links orange, in der Mitte weiß, rechts dunkelgrau: Es wurde Abend. Heute noch sehen ziehende Wolken für mich unweigerlich genau so aus, wenn ich mir welche vorstelle.

„Wolken ssiehen“, sagte ich und deutete auch in den Himmel. Wir reckten die Hälse.

Dann fing meine Urgroßmutter noch einmal die Strophe zu singen an, wo die Stelle mit den Wolken vorkommt, weil sie ihr selber so gefiel.

Und dieses Bild von ihr gibt es noch, jedesmal wenn ich den Wolken zuschaue oder auch nur an die Wortwendung denken muss: wie die alte Dame, meine Urgroßmutter, im Wald neben meinem Kinderwagen steht und uns beiden vorsingt, wie die Wolken ziehen.

Wenn sie mich jetzt von ihrer eigenen Wolke herunter hier sitzen und niedrigpreisiges Bier schlucken sieht, wird sie weise verschmitzt dazu nicken und einem Engel, der ihr Kumpel geworden ist, davon erzählen, dass aus Kindern Leute werden. – Und ich? Hab so lange in Wolken geguckt und obskure Lieder gesungen, dass ich’s zu keiner Tochter gebracht hab.

Richard Carlson, Cool Clouds for Kids of all Ages, ca. 1997

Seit das Internet kein Science-fiction mehr ist, weiß man, dass in dem handlungsrelevanten Lied kein Wort von Wolken vorkommt, geschweige denn von ziehenden. Soviel zu meiner Erinnerung.

Bilder: R. Richard E. Carlson, Dept. of Agronomy, Iowa State University:
Cool Clouds for „Kids“ of all Ages, ca. 1997:

  1. Guess #22: Time for you to Guess!!;
  2. Guess #27: A short-legged, short-tailed, weiner dog in a hurry ???;
  3. A Time of Hope for the Future: It is said that every cloud has a silver lining, but this one is really bright and vivid. I love it! It gives me encouragement to do well.

Richard Carlson, Cool Clouds for Kids of all Ages, ca. 1997

Bonus Track: The McCalmans: Mothers. Daughters, Wives, aus: Peace & Plenty, 1986:

Written by Wolf

17. November 2017 at 00:01

Veröffentlicht in Novecento, Vier letzte Dinge: Himmel

The boys and girls are one tonight (I marry the bed)

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Update zu I am, I am, I am (your barefoot wench for a whole week):

Das Sexualverhalten von Frauen wird nie aufhören, mich zu faszinieren. Damit meine ich nicht ausdrücklich oder gar ausschließlich ihr Paarungsverhalten, das schon lange aufgehört hat, mich etwas anzugehen. Wie bitteschön können aber gerade die unbeobachteten Momente, in denen eine Lebensform, die sich weitgehend der Forschung und vor allem dem Verständnis entzieht, ihren hexenhaften Weiberkünsten nachgeht, einen fühlenden Menschen jemals kalt lassen?

Anne Sexton hat im Alter von 39 Jahren (und sieben Jahre vor ihrem Selbstmord) in ihren Love Poems 1967 eine Offenheit an den Tag — noch öfter wahrscheinlich: an die Nacht — gelegt, die erst drei Jahrzehnte später im Internet fällig war. Wer bis dahin aus seinen Erfahrungen schließen musste, dass Frauen gegen sexuelle Erregung ebenso immun sind wie gegen jene Form der Verliebtheit, deren Symptome sich eher ums Zwerchfell herum äußern, musste bei Anne Sexton lernen, dass die wahnsinnige Zeitspanne von 18 Tagen ohne ihren — angetrauten — Liebhaber Grund genug für ein Gedicht auf dem Weg zum Klassiker ist: Eighteen Days Without You.

Egal was man über Frauen im allgemeinen und die freiwillig verstorbene Anne Sexton im besonderen mutmaßen will, ist es kein Wunder, dass ihre Fans — jedenfalls solche, die sich als Fans bemerkbar machen — in der Überzahl weiblich sind. Dennoch beobachtet der bekennende Gedichtefreund Jamie H. sehr fein einen untergeordneten Gedichtzyklus innerhalb der Sammlung ihrer Love Poems: Poem(s) o’the Day: Anne Sexton, „For My Lover, Returning to His Wife,“ „The Ballad of the Lonely Masturbator“, Moments of Being, 10. Februar 2010:

„Barefoot“ (immediately after „Ballad“) begins anew and leads on the next affair until the final, powerful poem „Eighteen Days Without You“ remarks again upon grief after the souring of love.

Achtzehn Tage. Das sind keine drei Wochen. In der Zeit haben andere Leute noch gar nicht angefangen zu überlegen, ob vielleicht irgendwas fehlen könnte. Achtzehn Tage. Und das mit gesetzten 39, Frau Sexton. Lachhaft. Achtzehn Tage. Anfängerin.

Ellis Marell Photographiii Berlin, Vogue 2016

——— Anne Sexton:

The Ballad of the Lonely Masturbator

from: Love Poems, 1967:

Ellis Marell Photographiii Berlin, Vogue 2016The end of the affair is always death.
She’s my workshop. Slippery eye,
out of the tribe of myself my breath
finds you gone. I horrify
those who stand by. I am fed.
At night, alone, I marry the bed.

Finger to finger, now she’s mine.
She’s not too far. She’s my encounter.
I beat her like a bell. I recline
in the bower where you used to mount her.
You borrowed me on the flowered spread.
At night, alone, I marry the bed.

Take for instance this night, my love,
that every single couple puts together
with a joint overturning, beneath, above,
the abundant two on sponge and feather,
kneeling and pushing, head to head.
At night alone, I marry the bed.

I break out of my body this way,
an annoying miracle. Could I
put the dream market on display?
I am spread out. I crucify.
My little plum is what you said.
At night, alone, I marry the bed.

Then my black-eyed rival came.
The lady of water, rising on the breach,
a piano at her fingertips, shame
on her lips and a flute’s speech.
And I was the knock-kneed broom instead.
At night, alone, I marry the bed.

She took you the way a woman takes
a bargain dress off the rack
and I broke the way a stone breaks.
I give back your books and fishing tack.
Today’s paper says that you are wed.
At night, alone, I marry the bed.

The boys and girls are one tonight.
They unbutton blouses. They unzip flies.
They take off shoes. They turn off the light.
The glimmering creatures are full of lies.
They are eating each other. They are overfed.
At night, alone, I marry the bed.

Ellis Marell Photographiii Berlin, Vogue 2016

Bilder: Ellis Marell, Berlin, für Vogue, 2016, via Polki;
Anne Sexton at her home in Massachusetts via Alissa Fleck: The Protagonist: Was Sexton’s Suicide Preventable? A talk on poet Anne Sexton’s therapy tapes, Straus Media. Your Neighbourhood News Source, Manhattan, New York, 6. Juni 2013.

Anne Sexton at her home in Massachusetts

Soundtrack: Paradoxerweise ein Duett: Philippe Gaubert: Nocturne et allegro scherzando, 1906,
„a piano at her fingertips […] and a flute’s speech“: Karolin & Friederike Stegmann als Zwillingsduo, 2013:

Bonus Track: Cyndi „She Bop“ Lauper: True Colors, aus: True Colors, 1986
(„Es war das einzige Lied des gleichnamigen Albums, das nicht von Lauper zumindest mitverfasst wurde.“
Schade, das war eigentlich ganz ordentlich):

Written by Wolf

10. November 2017 at 00:01

Veröffentlicht in Ehestand & Buhlschaft, Novecento

Der deutsche Sonderweg zur Hochkomik 1–10

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Update zu So herzerwärmend dreist:

——— Robert Gernhardt:

Zehn Thesen zum komischen Gedicht

Originalbeitrag für Robert Gernhardt und Klaus Cäsar Zehrer (Hrsg.):
Hell und Schnell. 555 komische Gedichte aus 5 Jahrhunderten,
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, März 2004,
vorab als Zur Heiterkeit bereit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Februar 2004:

  1. Es gibt ernste und komische Gedichte.

    Erika Easy Tcogoeva, Princess Plain, 20. November 2015Bertolt Brecht unterschied zwei Linien, welchen das deutsche Gedicht der Neuzeit folge, die pontifikale und die profane. Goethe sei der letzte Dichter gewesen, welcher noch beide Stränge in seinem Werk vereinigt habe; schon Hölderlin nehme die „völlig pontifikale“, bereits Heine ganz die profane Linie ein. Der Dichter Brecht deutet an, daß ihm die Zusammenführung beider Linien erneut gelinge; zumindest ist nicht zu bestreiten, daß er den hohen Ton ebenso beherrscht wie den kessen. Beileibe nicht alle Gedichte der profanen Linie sind komisch, doch liegt auf der Hand, daß kein — mit Absicht — komisches Gedicht der pontifikalen Linie zugerechnet werden kann.

  2. Das komische Gedicht zielt auf das Lachen ab.

    Weit älter als der von Brecht bemerkte Unterschied ist die Scheidung der Gedichte in solche, die von den Leiden und Freuden des einsamen Ich handeln, und solche, die es auf ein zuhörendes Du, wenn nicht sogar mitmachendes Wir abgesehen haben. Da es sich am besten in Gesellschaft lacht, ist unschwer zu erraten, welchem Strang das komische Gedicht angehört.

  3. Das komische Gedicht erschöpft sich nicht im Lachen.

    Anders als der Witz, der schnurstracks auf eine Pointe zumarschiert, deren Wirkung sich in einmaligem Gelächter entlädt, ist beim komischen Gedicht bereits der Weg das Ziel. Dieser Weg läßt sich auch dann nochmals mit Genuß zurücklegen, wenn der Leser oder Zuhörer weiß, worauf das Ganze hinausläuft. Um so aufmerksamer wird er sich den Schönheiten am Wegesrande zuwenden können.

  4. Das komische Gedicht braucht die Regel.

    Erika Easy Tcogoeva, Princess Plain, 8. August 2017Komik lebt von vorgegebenen Ordnungssystemen, ganz gleich, ob die außer Kraft gesetzt oder lachhaft penibel befolgt werden. Daher kann das komische Gedicht nur profitieren, wenn es von allen Regeln der Kunst tradierter Suggestionstechniken wie Reim und Metrum durchtränkt ist und wenn sein Dichter von allen bereits erprobten Drehs zur Herstellung komischer Wirkung weiß. Was er ererbt von seinen poetischen Vätern hat, sollte der Verfasser komischer Gedichte aus zweierlei Gründen erwerben. Um es zu besitzen und um es bei Bedarf getrost zu belachen.

  5. Das komische Gedicht bedarf der Inspiration.

    Ohne Überraschung keine Komik, weshalb ein allein nach tradierten Regeln verfertigtes komisches Gedicht einen Widerspruch in sich selbst darstellt. Gerade der Verfasser komischer Gedichte ist stets dazu angehalten, jene Frage ernst zu nehmen, dank deren Ernst Lubitsch seinen Filmen den Lubitsch touch verlieh: „Wie kann man es anders machen?“ Anders machen oder anders sehen: Manchmal genügt ein schlichter Blickwechsel, um Walten, Wähnen, Wesen und Worte in ein anderes, komisches Licht zu tauchen.

  6. Es gibt komische Gedichte, aber keine komischen Dichter.

    Alles Dichten, sofern es Reimen meint, ist schon deshalb nicht frei von Komik, da es mit Sprache spielt und den Sinn wie Wortlaut eines Gedichts einem herzlich sinnlosen — richtiger: sinnfreien — Selektionsprinzip unterwirft, dem, Worte mit gleichklingenden Bestandteilen zusammenzustellen. Dieser — zur Kenntlichkeit entstellten — Unsinnigkeit verdanken sich Kinderverse, Klosprüche und Kommerslieder ebenso wie die Klassiker der komischen Dichtung. Die freilich sind zugleich zutiefst den Klassikern hochernster Dichtung verpflichtet, da deren hoher Ton, ob gereimt oder ungereimt, erst jene Fallhöhe ermöglicht, die großes Wollen, große Werte und große Worte so richtig auf den Bauch fallen läßt. Auch gibt es keinen herausragenden Verfasser komischer Gedichte, der sich ein Leben lang ins Gatter des komischen Gedichts hätte einsperren lassen: Heine, Busch, Morgenstern sowie die weiteren üblichen Verdächtigen haben auch Gedichte ernster Art und Machart geschrieben.

  7. Das komische Gedicht ist zeitverfallen.

    Erika Easy Tcogoeva, Princess Plain, 20. November 2015Komische Gedichte wurden zu allen Zeiten verfertigt, ohne daß wir Heutigen sie durch die Bank belachen könnten. Wenn Lachanlässe in Vergessenheit geraten, wenn zeitbedingte religiöse, gesellschaftliche und politische Grenzziehungen und Tabus nicht mehr als bedrückend und verpflichtend empfunden werden, dann kann deren punktuelle Aufhebung kein befreites Gelächter zur Folge haben. Auch ist nicht zu übersehen, daß das komische Gedicht im Laufe der letzten Jahrhunderte deutlich heller und schneller geworden ist — darin der komischen Prosa vergleichbar, deren bräsiger „Schwank“ im Laufe der Jahrhunderte zum raschen „Witz“ mutierte.

  8. Das komische Gedicht ist haltbar.

    Zumindest gilt dies für deutschsprachige komische Gedichte seit der Aufklärung, und das ist kein Zufall. Die meisten Verfasser komischer Gedichte waren und sind ernsthaft darum bemüht, lachend die Wahrheit zu sagen: „Es gibt zwei Sorten Ratten, / die hungrigen und satten“, „Enthaltsamkeit ist das Vergnügen / an Dingen, welche wir nicht kriegen“, „Weil, so schließt er messerscharf, / nicht sein kann, was nicht sein darf“, „Es gibt nichts Gutes / außer: Man tut es“. Seit Gellert und Lessing haben deutschsprachige Dichter nicht aufgehört, aus der Tatsache der gebrechlichen Einrichtung der Welt kein Drama zu machen, sondern handfeste komische Gedichte, und die Leserschaft hat es den Verfassern dadurch gedankt, daß sie deren profane Pointen weit häufiger im Munde führt und von Generation zu Generation weiterträgt als die pontifikalen Worte der Dichter-Priester. Wir zitieren Heinrich Heine und nicht Ernst Moritz Arndt, Wilhelm Busch und nicht Emanuel Geibel, Christian Morgenstern und nicht Stefan George, Erich Kästner und nicht Theodor Däubler.

  9. Das komische Gedicht ist der Königsweg zum Lachen.

    Obwohl der Mensch gerne lacht, fällt es ihm, auf sich gestellt, schwer, zum Lachen zu finden. Also muß er zum Lachen gebracht werden, und dabei haben sich kurze Mitteilungsformen als besonders effektive Transportmittel erwiesen: Fabel, Anekdote, Witz. Sie alle aber übertrifft das Gedicht. Rascher und umstandsloser als jeder Witz vermag es der Zweizeiler, einen nach Auflösung drängenden befremdlichen Sachverhalt aufzubauen, ja aufzustauen: „Die schärfsten Kritiker der Elche“ — Wieso Kritiker? Weshalb Elche? — „waren früher selber welche“ — Ach so! Deshalb!

    Das Lachen sei „ein Affekt aus der plötzlichen Verwandlung einer gespannten Erwartung in Nichts“, lehrt Kant. Nichts nichtiger, ergo: erfreulicher, als daß der Dichter die befremdlichen Elche „um des Reimes willen“ evoziert und abserviert hat. „In der Kürze liegt die Würze“, weiß der Volksmund, und „Jedem Tierchen sein Plaisierchen“: Nicht alle Vierbeiner kommen so rasch zum Punkt wie obengenannte Elche. Doch auch wenn ein Kleinräuber aus der Familie der Marder sich ein wenig Ruhe gönnt und sich Zeit nimmt — „Ein Wiesel / saß auf einem Kiesel / inmitten Bachgeriesel“ —, muß der Lachlustige nicht lange auf die Erklärung des Warum warten: „Das raffinier- / te Tier / tat’s um des“ siehe oben, und der düpier-te Mensch ist mal wieder auf die schnelle zum Lachen gebracht worden.

  10. Der deutsche Sonderweg zur Hochkomik

    Erika Easy Tcogoeva, Princess Plain, 8. August 2017Das komische Gedicht markiert einen deutschen Sonderweg zur Hochkomik. Die Deutschen gelten im In- und Ausland als humorlos, was gerne damit begründet wird, daß ihnen ein großer Lustspieldichter vom Schlage eines Shakespeare ebenso fehle wie ein großer komischer Roman vom Range des „Don Quichotte“. Nun könnte ein Zweifler die Frage stellen, ob es denn so ausgemacht sei, daß die naturgemäß durch Helligkeit und Schnelligkeit wirkende Komik in langen und breiten Zusammenhängen besonders gut aufgehoben ist. Nicht eher in Kurzformen?

    Ein Kundiger aber könnte darauf verweisen, daß sich eine seit Lessings Tagen nicht abgerissene Kette komischer Gedichte durch die deutschsprachige Hochliteratur zieht, welche in dieser Dichte und Qualität in keiner anderen kontinentaleuropäischen Nationalliteratur zu finden ist.

    Jeder Generation des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts erwuchs hierzulande ein Dichter, dessen komische Kraft ihn dazu drängte, die sich ständig erneuernden Anlässe zum Belachen und Verlachen aus neuen Blickwinkeln zu erfassen und mit neuen Redeweisen festzuhalten. Heine, Busch, Morgenstern, Ringelnatz, Tucholsky, Brecht, Jandl — jeder aus diesem Siebengestirn ist ein Stern erster Ordnung und zugleich ein Original. Bei jedem ergäbe eine Spektralanalyse seiner Aura ganz unterschiedliche U- und E-Wellen-Anteile, und doch bilden alle zusammen eine Plejade, deren Helligkeit — verstärkt durch eine Vielzahl von weiteren Komik-Sternen unterschiedlicher Größe — bei Licht betrachtet zweierlei bewirken müßte: den düsteren Vorwurf fehlender deutscher epischer oder dramatischer Hochkomik zu überstrahlen und das finstere Bild vom humorlosen, ja zum Humor unfähigen Deutschen in den Herzen aller rechtlich Denkenden für alle Zeiten aufzuhellen.

    Bilder: Erika „Easy“ Tcogoeva: Princess Plain, 20. November 2015 und 8. August 2017.

    Written by Wolf

    4. November 2017 at 00:01