Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Archive for April 2014

Der Drang zum Sturm

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Update zu The Little Lower Layer,
And then dreams he of cutting foreign throats,
Die einen sagen so, die andern so und
Sapir, Whorf, Bernstein, Jean Paul, Scoresby, Hakluyt, Poe, Linné und Gott (und Uma Thurman)
aus Moby-Dick™ und aktualisierte Wiederveröffentlichung:

Das Jahr von William Shakespeares 450. Geburtstag wurde von keiner Seite zum Shakespeare-Jahr gewidmet — was daran liegen mag, dass nur der 26. April als Tag seiner Taufe feststeht. Ist man in Deutschland von Bach-, Goethe- und Mozartjahren gewöhnlich schon im vorausgehenden Advent genervt, wird der runde „Schäkespears Tag“ (Goethe) kaum in England wahrgenommen. Der Fairness halber: Die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft tut zu ihrem eigenen 150. Geburtstag, was sie kann, und sie kann es in München, wo sie in den ehemaligen Räumen des Lyrik-Kabinetts ohnehin die Shakespeare-Forschungsbibliothek führen.

Gut so, das verschafft uns Gelegenheit, ihn auf unsere eigene Weise zu feiern: Setzen wir ihn in Beziehung zu unseren eigenen weltlichen Haus- und Regionalheiligen, damit kann ohnehin schon kein Mensch jemals fertig werden. — Das Phänomen Shakespeare existiert für Deutschland seit der Aufklärung.

Brooke Denton, Ophelia, 31. Juli 2011Shakespeare höchstselbst (Lebenszeit von 1564 bis 1616, was in in die deutsche Renaissance fällt; der Barock winkt schon) ist schon fast kein toter Schriftsteller mehr, der einst auf Erden wandelte, einem Gewerbe nachging und nach seinen Fähigkeiten Spuren hinterließ, sondern eine Art Naturgewalt. Die Diskussion darüber, welche von seinen Zuschreibungen tatsächlich auf ihn selbst gehen, hält an. Gestorben ist er 1616, seine große Zeit hatte er allerdings erst ab etwa 1762. Da ging nämlich die wichtige Zeit in der Literatur los: In Deutschland Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik, Romantik; in England und Amerika die Entsprechungen dazu, jeweils einige Jahre vorweggenommen. Alles davor war Barock, Renaissance und noch Antikeres, und da oblagen die Geistesgrößen dem christlichen Glauben, der seine kulturelle Berechtigung hat, und die Kunstschaffenden dem Ehrgeiz der gottgefälligen Erbauung, jedenfalls weder einer Wissenschaft noch einem Qualitätsbegriff im heutigen Verständnis. — So grob dürfen wir vereinfachen, solange wir uns bewusst bleiben, dass wir grob vereinfachen.

Deutschland, der seit seinen Wurzeln der Spätantike nie so ganz eins und einig gewordene Flächenstaat, ist ja nicht in seinen wenigen Metropolen, sondern in der Provinz am stärksten und ganz bei sich. Christoph Martin Wieland, den wir zur Aufklärung rechnen, übersetzte ab 1762 tief im Schwäbischen als erster Shakespeare ins Deutsche. Um das Gesamtwerk zu übertragen, ist er zu früh gestorben, aber er hat die meisten Dramen geschafft, noch nicht die Gedichte und Sonette, und zwar etliche Jahrzehnte vor Schlegel, Tieck und Kollegen, von deren allgemeingültig gewordener Gesamtübersetzung man gerade erst im jungen Jahrtausend zaghaft abrückt. Die Kuriosität dazu: Das erste Shakespeare-Stück auf Deutsch wurde 1761 im Komödienhaus zu Biberach aufgeführt: Wielands Übertragung von Shakespeares sinnigerweise letztem, zugleich maritimsten Stück Der Sturm.

Der Wieland-Shakespeare existiert heute in ein paar besserwisserischen Studienratsausgaben. Natürlich hatte ich nach deren Neuausgabe als erster so eine, und ich finde ihn stellenweise sogar schöner als den Schlegel/Tieck aus dem kollektiven Gedächtnis. Wielands Leistung war, Shakespeare erfolgreich in Deutschland zu verbreiten. Für Erscheinungen ab Goethes Werther-Roman 1774 wird der moderne Begriff des Bestsellers gebraucht, in die gleiche Zeit fällt die deutsche Entdeckung Shakespeares. Den machte Wieland zum Allgemeingut.

(Man mag sich das spaßeshalber auf heutige Verhältnisse übertragen vorstellen: Ein vor einem geschlagenen Vierteljahrtausend verstorbener Wanderschauspieler wird Bestsellerautor. Schlagen Sie heute mal einem Verlag vor, er soll jetzt Wieland hypen. Der stellt Ihren ganzen Provider auf Spam.)

1780 erreichte das immerhin eine ungestüme, in künstlerischem Aufbruch begriffene Jugend, die Bewegung des Sturm und Drang — denn ja: Sturm und Drang war keine organisch entstandene Fortführung vorausgegangener und langsam abgelebter Epochen, sondern eine absichtsvoll herbeigeführte Bewegung mit Theorie, Organisation und Agenda: Goethe vor seiner Italienreise, den untauglichen Militär Schiller, Lenz, Gerstenberg, Herder (ebenfalls vor seiner Italienreise). Halten wir als Stoffsammlung zu Shakespeare im deutschen Sturm und Drang fest (chronologisch, hier nur zufällig zugleich alphabetisch nach Verfassern):

Brooke Denton, Ophelia, 31. Juli 2011und verweilen wir vorerst bei Shakespear von Herder 1773: Das ist der II. Aufsatz in der Sammlung von Johann Gottfried Herder/Johann Wolfgang Goethe/Paolo Frisi/Justus Möser: Von Deutscher Art und Kunst. Einige fliegende Blätter, einer der maßgeblichen Programmschriften für den Sturm und Drang, in der dritten Fassung und im Gegensatz zum Volltext bei Zeno in ursprünglich belassener Orthographie bei Reclam greifbar, original Hamburg: Bode, Mai 1773. Herder hebt an:

Wenn bei einem Manne mir jenes ungeheure Bild einfällt: „hoch auf einem Felsengipfel sitzend! zu seinen Füssen Sturm, Ungewitter und Brausen des Meers; aber sein Haupt in den Stralen des Himmels!“ so ists bei Shakespear! — Nur freilich auch mit dem Zusatz, wie unten am tiefsten Fusse seines Felsenthrones Haufen murmeln, die ihn — erklären, retten, verdammen, entschuldigen, anbeten, verläumden, übersetzen und lästern! — und die Er alle nicht höret!

Große Worte; darunter machen es die Stürmer und Dränger nicht — und schon ganz nebenbei mit dem ersten Seitenhieb auf Shakespeare-Übersetzungen, dafür mit — Druckfehler? — Pronomen-Kapitale für das Genie wie sonst nur für GOtt. Und welches „ungeheure Bild“ vom thronenden Shakespeare eigentlich? — Aufschluss gibt L.M. Price: Herder and Gerstenberg or Akenside, in: Modern Language Notes 65, 1950, Seite 175–178: Das entnimmt Herder einem Lehrgedicht von Mark Akenside: The Pleasures of the Imagination, 1744:

Hence when lightning fires
The arch of heav’n, and thunders rock the ground ;
When furious whirlwinds rend the howling air,
And ocean, groaning from his lowest bed,
Heaves his tempestuous billows to the sky ;
Amid the mighty uproar, while below
The nations tremble, Shakspear looks abroad
From some high cliff, superior, and enjoys
The elemental war.

Das wiederum weiß Hans Dietrich Irmscher in der Reclam-Ausgabe der Deutschen Art und Kunst 1968, ausgebaut 1988 — ein grandioses Heft übrigens, gerade wegen der originalen Rechtschreibung. Damit ich hier nicht rein alles zusammenguttenberge, gebe ich oben die Stelle von Akenside nach einem Scan des Originals von 1744 korrigiert wieder, weil die digitalen Volltexte alle die selben paar Tippfehler übernommen haben.

Was steht sonst noch drin? Shakespeare als Originalgenie, das rechtmäßig dem deutschen Sturm und Drang angehören sollte, was sonst. Was ein Originalgenie ist und in welchem ganz und gar erstaunlichen Sinne Herder das Wort „deutsch“ verwendet, kriegen wir noch.

Bilder: Brooke Denton: inszenierte die fröhlichste Ophelia der Welt am 31. Juli 2011;
Shakespeares Schwestern: Shakespears Sister: Hello (Turn Your Radio On) von Siobhan Fahey, Marcella Detroit und Manu Guiot, aus: Hormonally Yours, November 1992. Als Nerd-Wissen steht auf der Wandtafel bei Minute 3:00: „The Womans Work Is Never Done„. Das Beste ist immer noch, wie die linke Schwester schon mal das Gitarrensolo der rechten nutzt, um uns — weswegen wir das HQ-Video im Vollbild wiedergeben sollten — den Bildschirm zu putzen.

Brooke Denton, Ophelia, 31. Juli 2011

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Written by Wolf

26. April 2014 at 00:01

Veröffentlicht in Renaissance, Weisheit & Sophisterei

23!!

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——— William Shakespeare: Othello II,1:

Iago. She that was ever fair and never proud,
Had tongue at will and yet was never loud,
Never lack’d gold and yet went never gay,
Fled from her wish and yet said ‚Now I may,‘
She that being anger’d, her revenge being nigh,
Bade her wrong stay and her displeasure fly,
She that in wisdom never was so frail
To change the cod’s head for the salmon’s tail;
She that could think and ne’er disclose her mind,
See suitors following and not look behind,
She was a wight, if ever such wight were,—

Desdemona. To do what?

Iago. To suckle fools and chronicle small beer.

Es ist der Tag des Buches (daher heute ohne Musik), des Urheberrechts (daher heute ohne Bilder), in Katalonien sogar der Verliebten (daher heute ohne Zeit), in Gesamtspanien Todestag von Cervantes (daher heute ohne … öh, Windmühlen), in England Geburtstag von Shakespeare (daher heute ohne nackte Weiber) und in Deutschland Tag des deutschen Bieres (daher heute ohne Sinn).

Written by Wolf

23. April 2014 at 16:37

Veröffentlicht in Nahrung & Völlerei, Renaissance

Nur dich glaubst du zu erfreuen, wenn du die Welt erquickst

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Update zur Kompaßmuschel. Träume aus Träumen:

Die Älteren entsinnen sich: Was war das voriges Jahr um diese Zeit für ein Bohei um den 250. Geburtstag des ungelesensten aller Hochkomiker Jean Paul. Der Mann konnte schneller schreiben und saufen als unsereiner lesen und pinkeln; für seinen Titan hat er eine Lesezeit von 2 Stunden, 33 Minuten und 36 Sekunden errechnet — was man unter den allergünstigsten Umständen schafft, wenn man zum Beispiel in seiner Stammkneipe eine eigene Gaststube mit ungefragtem Biernachschub inne hat. Ich würde in dieser Zeit nicht mal die Verfilmung schaffen, wenn eine gäbe.

Vor einem Jahr herrschte kein Mangel an Leseempfehlungen für Jean-Paul-Einsteiger (meine eigene bleibt: Dr. Katzenbergers Badereise oder Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch). Jetzt nach 1 Jahr und 1 Tag vermisse ich eine gewisse kulturbetriebliche Betreuung, ob jemand nach seiner zurecht nahegelegten Einsteigerei auch brav im Lesefluss geblieben ist.

Ich schon; den Siebenkäs, den auch bei den Experten weithin vernachlässigten Halbapokryphen Der Komet und die Flegeljahre lese ich praktisch dauernd. Nur eben nicht immer. Und Sie so? Schon weitergekommen?

——— Jean Paul: Nr. 25.: Smaragdfluß: Musik der Musik,
in: Flegeljahre. Eine Biographie, Zweites Bändgen, Cotta, Tübingen 1804:

Zu Hause sezt‘ er im Feuer, das fortbrannte, diesen Strekvers auf:

Die Unwissende

Wie die Erde die weichen Blumen vor die Sonne trägt und ihre harten Wurzeln in ihre Brust verschließ’t — wie die Sonne den Mond bestrahlt, aber niemals seinen zarten Schein auf der Erde erblickt — wie die Sterne die Frühlingsnacht mit Thau begießen, aber früh hinunterziehen, eh‘ er morgensonnig entbrennt: so du, du Unwissende, so trägst und giebst du die Blumen und den Schimmer und den Thau, aber du sieh’st es nicht. Nur dich glaubst du zu erfreuen, wenn du die Welt erquickst. O fliege zu ihr, du Glücklichster, den sie liebt, und sag‘ es ihr, daß du der Glücklichste bist, aber nur durch sie; und glaubt sie nicht, so zeig‘ ihr andere Menschen, der Unwissenden.

Federico Costa, Reading Beauty. She's Like a Rainbow, 13. September 2010

Wie die Sonne den Mond bestrahlt: Federico Costa: Reading Beauty (She’s Like a Rainbow),
13. September 2010;
Altes Lieblingslied dressed in blue: The Rolling Stones: She’s a Rainbow
aus: Their Satanic Majesties Request, 1967.
Bonus Track: der Alternative Rough Mix ohne den Chor der Gartenzwerge.

Written by Wolf

21. April 2014 at 00:01

Veröffentlicht in Klassik, Vier letzte Dinge: Himmel

Und beflügelt jedes Herz

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Max von Schenkendorf: Ostern, 1814:

Ostern, Ostern, Frühlingswehen!
Ostern, Ostern, Auferstehen
Aus der tiefen Grabesnacht!
Blumen sollen fröhlich blühen,
Herzen sollen heimlich glühen,
Denn der Heiland ist erwacht.

Trotz euch, höllische Gewalten!
Hättet ihn wohl gern behalten,
Der euch in den Abgrund zwang.
Konntet ihr das Leben binden?
Aus des Todes düstern Gründen
Dringt hinan sein ew’ger Gang.

Der im Grabe lag gebunden,
Hat den Satan überwunden –
Und der lange Kerker bricht.
Frühling spielet auf der Erden,
Frühling soll’s im Herzen werden,
Herrschen soll das ew’ge Licht.

Alle Schranken sind entriegelt,
Alle Hoffnung ist versiegelt,
Und beflügelt jedes Herz;
Und es klagt bei keiner Leiche
Nimmermehr der kalte, bleiche
Gottverlaßne Heidenschmerz.

Alle Gräber sind nun heilig,
Grabesträume schwinden eilig,
Seit im Grabe Jesus lag.
Jahre, Monde, Tage, Stunden,
Zeit und Raum, wie schnell verschwunden!
Und es scheint ein ew’ger Tag.

Lesende, St. Emmeramsmühle, 20. März 2014

Zeit und Raum, wie schnell verschwunden: St. Emmeramsmühle, 20. März 214.

Written by Wolf

20. April 2014 at 17:06

Des Frühlings beklommnes Herz

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Friedrich Rückert muss gedichtet und geschrieben haben, wo er ging und stand. Kein Wunder, dass viel Mist darunter war. Seine Kindertotenlieder allerdings hat Hans Wollschläger als „die größte Totenklage der Weltliteratur“ ausgegraben und in eine vorbildliche, vom Buchhandel schon wieder vergessene Ausgabe gefasst (als antiquarisches Schnäppchen bei Insel!).

Insgesamt ist Rückert eine unerschöpfliche Fundgrube für alle Qualitäten und vor allem für so ziemlich alle bekannten Formen der Lyrik, die jemals ausprobiert wurden, und einer der wenigen Gründe, aus denen ich so eine Art stolz bin, in Erlangen studiert zu haben: Rückert, Wollschläger und ich, wir alten Frankenbeutel, ha.

Das mit dem Wässerlein ist wahrhaft grandios: Formal ein Volkslied, sind die Bilder nacheinander tatsächlich wie ein Kranz ineinander geflochten — sogar ein geschlossener: Das Ende ist wieder der Anfang.

——— Friedrich Rückert:

Alle Wässerlein fließen

aus: Kindertodtenlieder, 1834:

William-Adolphe Bouguereau, Douleur d'amour, Elegy, 1899Alle Wässerlein fließen
In die grundlose See;
Alle Freuden ergießen
Sich ins trostlose Weh.

Alle Freuden ergießen
Sich ins endlose Leid;
Alle Blumen, die sprießen,
Sind des Todes Geschmeid.

Alle Blumen, die sprießen,
Sind ein lächelnder Schmerz;
Mit Lächeln will sich erschließen
Des Frühlings beklommnes Herz.

Mit Lächeln will sich erschließen
Das Herz, das beklommene;
Wie bald muß es verdrießen
Das Unternommene.

Wie bald muß es verdrießen,
Was süße Lust war vorher!
Alle Wässerlein fließen
In das bittere Meer.

Bild: William-Adolphe Bouguereau: Douleur d’amour, 1899. Besonders empfohlen werden dazu die Versionen, die so ein allgemeingültiges Thema offenbar anregt: bei Bougereau Remastered.

Written by Wolf

18. April 2014 at 00:01

Veröffentlicht in Romantik, Vier letzte Dinge: Tod

Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind

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Update zum Weekly Wanderer 13:

——— Goethe an Charlotte von Stein, Thun d. 14. Oktb. Abends 7:

wir sind glücklich wieder hier angekommen. Diese vier Tage das schönste Wetter, heut und gestern keine Wolcke am Himmel, und die merckwürdigsten Gegenden ganz rein in dem himmlischen Lichte genossen. Es fällt schweer nach allem diesem zu schreiben, ich will nachher aus meinem Bleystifft Gekrizzel Phillippen wieder dicktiren.

Die merckwürdige Tour durch die Bernischen Glätscher ist geendigt wir haben leicht vorübergehend die Blüte abgeschöpft an einigen Orten hätt ich mit dem Bogen noch einmal schlagen können aber es ist auch so gut. Wär ich allein gewesen ich wäre höher und tiefer gegangen aber mit dem Herzog muss ich thun was mäsig ist. Doch könnt ich uns mehr erlauben wenn er die böse Art nicht hätte den Speck zu spicken, und wenn man auf dem Gipfel des Bergs mit Müh und Gefahr ist, noch ein Stiegelgen ohne Zweck und Noth mit Müh und Gefahr suchte. Ich bin auch einigemal unmutig in mir drüber geworden, dass ich heut Nacht geträumt habe ich hätte mich drüber mit ihm überworfen, wäre von ihm gegangen, und hätte die Leute die er mir nachschickte mit allerley Listen hintergangen. Wenn ich aber wieder sehe, wie iedem der Pfahl in’s Fleisch geben ist den er zu schleppen hat, und wie er sonst von dieser Reise wahren Nuzzen hat, ist alles wieder weg. Er hat gar eine gute Art von Aufpassen, Theilnehmen, und Neugier, beschämt mich offt wenn er da anhaltend oder bringend ist, etwas zu sehen oder zu erfahren, wenn ich offt am Flecke vergessen oder gleichgültig bin.

Es soll recht gut werden denck ich und bisher hat uns das Glück gar unerhört begleitet. Kein Gedancke, Keine Beschreibung noch Erinnerung reicht an die Schönheit und Grösse der Gegenstände, und ihre Lieblichkeit in solchen Lichtern Tageszeiten und Standpunckten.

Wedel hat des Tags hundert tolle Einfälle, und wenn ihn nicht manchmal der Schwindel ankäme und ihn auf Augenblicke böser Laune machte, wäre kein Gesellschaffter über ihn.

Von dem Gesange der Geister hab ich noch wundersame Strophen gehört, kann mich aber kaum beyliegender erinnern. Schreiben Sie doch sie für Knebeln ab, mit einem Grus von mir. Ich habe offt an ihn gedacht.

Micky Maus, Lustige Taschenbücher, Goofy zitiert Goethe

Micky Maus, Lustige Taschenbücher, Goofy zitiert Goethe

Bilder: Jack Bradbury: Gesang der Geister über den Wassern, in: Micky Maus Heft 24, Seite 11 ff., 1969;
der Text von Goofy dargeboten ist ungefähr vorzustellen wie von Eckard Bade, 17. Oktober 2012.

Written by Wolf

11. April 2014 at 00:01

Veröffentlicht in Klassik, Land & See

What shalbe, shalbe

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Update for Mille tre and Grapefruit?:

Belated congratulations to Doris Day for her approximately 90th birthday!

——— William Teshe for Francis Russell, 2nd Earl of Bedford, KG:

Che sara, sara

1582, cit. Richard Williams, Frederick James Furnevall (edd.): Ballads from Manuscripts, 1873:

Doris Day, Qué Será Será, 1956„Some sorte of men contynually forecast,
and doe dyvine of thinges which maye insue,
neuer respecting what is gone and past,
but what’s to come, that deeme they wilbe true,
Though falce in fine; for why? by proofe we see,
che sara, sara, What shalbe, shalbe.

„No fatall feare, or dread of destenye,
can daunte a mynd which euer is resolv’d.
Mans thought is fraile, his forecast vanitye,
which when I ofte within my mynde revolu’d,
I took my pen and writt this worde for me,
Che sara, sara, what shalbe, shalbe.

„Per quant’ a me non stimo dj Fortuna
ch’ognj cose è al voler d’Iddio,
non credo che Fortun’ ha forz’alcuna:
mà che sara sara, ben dico Io,
proui che vuol et egl’in fin dira
fa tutto Iddio, che sara sara.“

{[Last stanza in English:]
As for me, I don’t hold Lady Luck in high esteem,
or all things are [subject] to the will of God.
I don’t think Fortune has any effect:
but what will be will be: so say I,
He will have the final say;
everything is done by God, [and] what will be will be.}

——— Jay Livingston, Raymond Bernard Evans, Alfred Hitchcock, Doris Day:
The Man Who Knew Too Much, 1956:

Record cover: Doris Day: Que Sera, Sera, from The Man Who Knew Too Much, 1956
via Silvae. Thank you ever again for your awesome weblog!

Written by Wolf

7. April 2014 at 00:01