Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Archive for August 2013

Weekly Wanderer 0016

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Nicht recht einig werde ich mit mir, was das sein soll: Volksgut um 1960 (was es faktisch ohnehin ist), das sich unbefangen wie der Sperber der Fränkischen Alb in die Höhen der Bildung erhebt — oder ein halbbildungshuberndes Gstanzl , das sich zu foin für eine schmissige Bauerntanzmelodie ist.

Dann versöhnt mich doch wieder, dass die unorthodoxe Zusammenstellung hier einen ganz ähnlichen Effekt erzielt wie die Erzeugnisse von Robert Gernhardt und Peter Knorr, und das aus gleichen Gründen. Wahrscheinlich sogar unter Einfluss nahe verwandter legaler Drogen.

Und der Pfarrer von Roth
Ist auch schon lang tot.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

Katholische Stadtpfarrkirche Roth bei Nürnberg, Hochaltar 1913, Katholische Pfarrei Roth Maria Aufnahme in den Himmel

Bild: Katholische Stadtpfarrkirche Roth bei Nürnberg: Neugotischer Hochaltar, errichtet 1913.

Written by Wolf

31. August 2013 at 00:01

Veröffentlicht in Glaube & Eifer, Klassik

Eine aufbrechende Knospe des ältesten Baumes als eine einjährige Pflanze

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Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt, das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie, besteht heute ein Jahr. Nicht schlecht für einen Weblog, der alles unternimmt, jegliche Leser fernzuhalten.

Bislang blicken wir auf 97 Beiträge. Meinen Ehrgeiz hätte ich demnach darein setzen können, das Hundert vollzumachen — aber wozu Ehrgeiz in einer Präsenz, die weit offensichtlicher und tiefer eingewurzelt als vergleichbare Präsenzen vom Scheitern handelt?

Klassik Stiftung Weimar, Collage unter Verwendung einer Fotografie von Jens Hauspurg, 2013Wäre es im besonderen Fall von Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt nicht noch verfehlter als in allen anderen Fällen, sich eines Sieger-Wortschatzes aus „Chancen ergreifen“ und „Durchstarten“ zu bedienen, so könnte ich vom „Launch“ im letzten Jahr berichten. In Wirklichkeit (was immer das ist) habe ich einfach einen der unauffälligeren Goethegeburtstage — den 263. — abgewartet und mit einem Eichendorff-Gedicht angefangen. Sinnig erschien mir das mit dem Wolf. Mittlerweile ist klar, dass Beiträge aus dem jeweils letzten Monat auf praktisch keinen Leser mehr treffen.

Auftrag und Wesen des Habe-nun-Achs war und bleibt, sich über dergleichen nicht zu beschweren. Vielmehr gilt es sich damit abzufinden. Es gibt nichts darüber zu jammern, dass unsere vorliegende Welt nur die beste aller möglichen darstellt; darin liegt ihr Auftrag und Wesen. Geduldiges Hinnehmen ist das, was statt Glück möglich ist.

Sollen wir einen Ausblick auf das folgende Jahr wagen, unerachtet Aussagen über die Zukunft eine Vermessenheit sind, die unter Umständen bis in alle Ewigkeit geahndet werden kann? — Ja, wir dürfen, weil wir gerade so lustig feiern: Es soll mehr Faust geben, mehr Weheklag, mehr Höllenfahrt, mehr Romantik in ihrer schwarzen Ausprägung, mehr Hausaufgabenhilfe für eher naturwissenschaftlich oder körperlich orientierte Gymnasiasten, mehr Bilder von leicht geschürzten Frauenspersonen und nicht zuletzt mehr Eigenarbeiten von mir statt der ewigen, nach Möglichkeit zuverlässigsten, wenigstens nachweisbaren Zitate, die das Internet hergibt. Die internen Richtlinien musste ich nie ändern. Weitere, gern diametral anderslautende Wünsche nehme ich willig entgegen, aber erstens: Von wem denn schon, und zweitens: Wundern Sie sich nachher nicht. — Schön, dass Sie da sind.

——— Goethe: 17. Linnés Theorie von der Antizipation,
in: Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären, 1790:

110. Wir sind dagegen zuerst dem Wachstum der einjährigen Pflanze gefolgt; nun läßt sich die Anwendung auf die daurenden Gewächse leicht machen, da eine aufbrechende Knospe des ältesten Baumes als eine einjährige Pflanze anzusehen ist, ob sie sich gleich aus einem schon lange bestehenden Stamme entwickelt und selbst eine längere Dauer haben kann.

In diesem Sinne: Viel Spaß weiterhin.

Luis Ricardo Falero, La Vision de Faust, 1878

Bilder: Klassik Stiftung Weimar: Collage unter Verwendung einer Fotografie von Jens Hauspurg, 2013;
Luis Ricardo Falero: La Vision de Faust, 1878.

Written by Wolf

28. August 2013 at 00:01

Weekly Wanderer 0015

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Mit dieser Folge nähern wir uns der Entstehung von unserem Lieblingsgedicht seit Wochen, wohin niemand zuverlässiger führen kann denn die Neue Frankfurter Schule. Nähern, sagte ich. Nicht ankommen bei.

——— Robert Gernhardt: Goethe und die Schlegel-Brüder II
aus: Welt im Spiegel, 1965:

„Wanderers Nachtlied“, wohl das schönste und schwebendste Gedicht Goethes, entstand bekanntlich in einer Jagdhütte auf dem Kickelhahn bei Weimar. Weniger bekannt sind die näheren Umstände. Goethe hatte gerade das „Über allen Gipfeln ist Ruh'“ auf die Wand der Hütte geschrieben, als er ein lautes „Juvivallera“ hörte. Er shaute hinaus und sag die Gebrüder Schlegel, die wieder einmal eins über den Durst getrunken hatten.

Über allen Wipfeln spürst du
kaum einen Hauch“
,

dichtete er unbeirrt weiter. „Huhuuu“, erscholl es von draußen.

„Die Vöglein schweigen im Walde …“

„Tirili“, schrien die Schlegels.

„Warte nur, balde
ruhest du auch“
,

schloß der Dichterfürst mit lauter Stimme sein Gedicht.

„Das ist noch nicht raus“, erscholl es als Antwort, doch nach einigem Randalieren trollte sich das Brüderpaar.

Unerfindlich bleibt es jedoch, wie sie später behaupten konnten, sie hätten wesentlichen Anteil an der Entstehung des Gedichts gehabt. Das Gegenteil ist wahr. Es ist trotz ihres Wirkens entstanden.

Baumeister Biber hat hier schon etliche Bäume gekappt. Wir schützen Baum und Biber. Nürnberg, Wöhrder Wiesen, Insel Schütt, März 2011

Bild: Nürnberg, Wöhrder Wiesen hinter der Insel Schütt, März 2011. Danke fürs Mitlachen, Andrea!

Written by Wolf

24. August 2013 at 00:01

Veröffentlicht in Klassik, Land & See

Weekly Wanderer 0014

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Gerhard Richter, Betty, 1988, Saint Louis Art Museum, Saint Louis, USADergleichen konnte ich als Kind gut, weil für mein von Anfang an verschrobenes Hirn Texte und Bilder nie etwas kategorial Unterschiedliches waren; deswegen übrigens sieht unser Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie aus wie ein therapeutischer Motivationsweblog für Legastheniker, die sich Wörter als Buchstabenbilder vorstellen sollen.

Aufgegeben habe ich es, als ich feststellte, dass es im Vortrag nichts nützt, Buchstaben wortweise rückwärts herzusagen, weil der natürliche Effekt phonetisch funktioniert, und vor allem dass andere Leute das mit vollständigen Sätzen draufhaben, die ich mir nie so weit im Voraus zurechtformulieren konnte. Ein Wort wie „Nielegöv“ ist allerdings eine Entdeckung, die das Sprachexperiment lohnt, tim Bualrev.

——— Brigitte Schulze: Rückwärts A
aus: Wipfelruh, Pa-Ra-Bü 17, 1979:

Rebü nella Nlefpig
tsi Hur,
ni nella Nlefpiw
tserüps ud
muak nenie Hcuah.
Eid Nielegöv negiewhcs mi Edlaw.
Etraw run: edlab
tsehur ud hcua.

Rückwärtsbild: Gerhard Richter: Betty, 1988, Saint Louis Art Museum, Saint Louis, USA. Das kann ich übrigens auch besonders gut: So sehen so ziemlich alle meine Fotos von Frauen aus. Wollen Sie eins, billiger als von Gerhard Richter?

Written by Wolf

17. August 2013 at 00:01

Veröffentlicht in Klassik, Land & See

Weekly Wanderer 0013

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Folge 13:

——— Carl Barks/Dr. Erika Fuchs: Ruhelos, i.e.: Quietly Floats The Don, in: Micky Maus, Heft 35, 1986, Seite 4:

Carl Barks, Dr. Erika Fuchs, Donald Duck in Ruhelos, Micky Maus 35, 1986

{Endlich äußere Stille und innere Harmonie ..}

„Über allen Wipfeln ist Ruh‘, du spürst irgendwo einen Hauch …“ oder so ähnlich. Tja, der verstorbene Goethe! Der verstand zu genießen.

Bild: via Dr. Erika Fuchs Stiftung, Schwarzenbach an der Saale.

Written by Wolf

10. August 2013 at 00:01

Veröffentlicht in Klassik, Land & See

Es ist

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Es ist der Schnaps,
es sind die Mädchen,
es sind die Bücher, ist das Meer,
die dich begreifen machen, einer hab’s
viel besser als du selbst begriffen.
Es ist der Wind auf Segelschiffen,
es ist ein Münchner Tabaklädchen,
das Gras. Der Ginster (ja! Warum denn nicht der?).

Es ist der Alk,
es sind die Frauen,
oft sind es Kerle, dann wieder ein Kind,
die dir das Herz in Muschelkalk
bergen, verschließen, dann öffnen und heben.
Es sind meistens die ärmsten Gewächse im Leben,
die dich lehren, die Schönheit zu schauen,
und was wir für Schurken und Heilige sind.

Es ist alles nicht wahr:
Es sind nie Gegenstände.
Es bist nur du selber und manchmal dein Schatz,
der dich versteht. Und dann kommt einmal ein Jahr,
in dem wird ein Mensch so still hundertdreißig,
dass keiner es merkt — doch der, soviel weiß ich,
solchen Krauskopfkram einwandfrei logisch fände.
Alles Gute, Ringelnatz.

Familienfoto Joachim Ringelnatz 1897

Bild: ringelnatz.net: Unbekanntes Ringelnatz-Foto entdeckt, 1897/5. Oktober 2012 (?):

Historikerglück: Dieses (vermutlich) bislang unbekannte Jugendfoto von Joachim Ringelnatz (bürgerlich: Hans Bötticher) habe ich in der Fotothek des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig entdeckt! Es zeigt Ringelnatz (2. v. r.) im Sommer 1897 im Kreise seiner Familie im “Bötticher’schen Garten”. Er befand sich in der Poniatowskistr. 12, heute Gottschedstraße.

Die Sensation ist irgendwie ausgeblieben.

Written by Wolf

7. August 2013 at 00:01

Veröffentlicht in Weisheit & Sophisterei, ~ Weheklag ~

Du aber bist beim Amtsgericht

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Newsflash: Wegen Inkrafttreten des neuen Leistungsschutzgesetzes am 1. August 2013, bekannter Praktiken des Lappan Verlags und der Preisentwicklung fürs Zitieren steht der Beitrag über Heinz Erhardt ab sofort nur noch für mich selbst aufrufbar auf Privat.

Ich selbst habe für die Zitatvorlage bezahlt, eine Weitergabe findet nicht statt. Einen Link zu legalen Zitatquellen werde ich aus gleichen Gründen ebenfalls nicht setzen.

Obwohl ich nicht verstehe, warum Lappan ein Presseverlag sein soll, was allerdings mein persönliches Problem ist, werde ich ebensowenig empfehlen, nach Texten von Heinz Erhardt, für die der Lappan Verlag offenbar die Kosten wieder reinbringen muss, über digitale Suchmaschinen zu suchen, und warne vielmehr davor, derart brandgefährliche Materialien auswendig zu lernen.

Written by Wolf

6. August 2013 at 00:01

Veröffentlicht in Handel & Wandel, ~ Weheklag ~

Kotzmaterial (Ein Hoch auf deine Bildung du vollidiot)

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Update zu Gateway Drug und Filius patri antevertens obiit:

Die Beschäftigung mit der Literatur der deutschen Klassik äußert sich bei jedem in anderen Forschungsansätzen, oft auch in anderem Wortschatz. Man müsste dergleichen nicht berücksichtigen, gar noch weiter verbreiten — wenn der Fragesteller auf Yahoo! Clever namens Spacelab nicht soviel Mindestanstand einhielte, für seine Ansicht Gründe anzuführen. Wie er sich im weiteren Verlauf der Diskussion, die 2012 stattfand, verhielt, gehört streng genommen nicht zur Sache; hat doch er selbst als „Beste Antwort“ diejenige von Frau Mytilena ausgewählt, die anführt: „Die meisten genialen Menschen waren menschlich A****löcher.“

Miss Audrey Brooks, An Aud Perspective, 2012——— Spacelab et al.: Gelöste Frage: Kann mir mal jemand erklären, was an Goethe so gut gewesen sein soll?, in: Yahoo! Clever, 2012, in unemendierter „Rechtschreibung“:

Was, bitte, soll denn an Goethe gut gewesen sein?

– Er hat inhaltlich von A-Z ausnahmslos ******* und Schwachsinn geschrieben
– Im öffentlichen Leben und mit seinen „Ämtern“ hat er nur Schaden angerichtet, dafür fähige Leute verdrängt und kaputt gemacht, mit seiner Profilneurose
– Seine Familie hat er durch Ignoranz, Unfähigkeit, Größenwahn, Eingebildetheit und Egomanie völlig zerstört. Seine Frau starb im Alkoholismus, sein hochbegabter, aber durch Goethe völlig kaputt gemachter Sohn starb auch im Alkoholismus

Goethe hat nur *******, Dekadenz und Kaputtheit hinterlassen.

Was soll an dem gut gewesen sein, ganz real?

Das war ein furchtbarer, rücksichtsloser Mensch und ein gewissenloser, ignoranter Dummkopf, der zeitlebens gute Menschen kaputt gemacht hat.

Aber das kapiert offenbar auch heute noch niemand.

Weitere Details

Ach so, ja, habe ich noch vergessen:

Seine „wissenschaftlichen Studien“ waren auch samt und sonders völliger Schwachsinn. In seinem Größenwahn und seiner anmaßenden Verblendung und seiner Selbstüberschätzung, hielt er einfach für wahr, was er sich in seinem dummen, unwissenden Kopf so zusammenreimte. Und weil er sich für so toll hielt, glaubte er ganz selbstverständlich, das sei wahr, weil er sich für so toll hielt.

Außerdem verschloss er einfach immer die Augen vor jeder für ihn unangenehmen Realität und vor dem Leid und den Schaden, den er anderen antat. Er wollte einfach nichts davon wissen und das einfach wahr haben, also war es für ihn einfach nicht wahr.

Goethe war einfach nur ein begabtes aber völlig unfähiges *********. Er hat nichts zur Erkenntnis von Wahrheit o. ä. beigetragen, er war einfach ein Vollidiot.

Theoretisch ist Bildung frei zugänglich, daher kann man so fragen. Und so kann man antworten:

——— Avalon:

Miss Audrey Brooks, An Aud Perspective, 2012Sicherlich wird niemand daran gehindert, auch einen Goethe zu kritisieren. Auch ich mag nicht alle Werke von ihm.

Nur sollte man nicht nur die Orthographie und Interpunktion bei einem solchen Vorgehen einigermaßen beherrschen, sondern auch inhaltlich und im Ausdruck von dem Objekt seiner Kritik nicht gar so eklatant abweichen.

Goethe als Mensch und Goethe als Dichter stehen auf zwei verschiedenen Blättern und es wäre anzuraten, für beide Beispiele anzuführen, die auch nachweisbar sind und sich nicht nur in durch „***“ verborgene Fäkalausdrücke äußern.

Das kehrt sternchenatmend die Gosse noch doppelt häßlicher her…

——— Felix:

Dir das zu erklären, halte ich für zwecklos. Aber du mußt zugeben: ein Gutes hatte Goethe doch, nämlich er hat dir dazu verholfen, dich mal so richtig auszu.kotzen. Das ist doch ein herrliches Gefühl – oder?

Der Magen ist leer, der Druck ist weg, man ist zwar etwas geschwächt, sieht noch ein wenig beschi.ssen aus, aber es geht aufwärts – dank Goethe.

Wenn dir wieder mal danach ist, dann lies Goethe, der hilft :-)

——— Felipe:

wer sagt denn das Goethe als Mensch gut war? Bzw. kanntest du ihn persönlich um über ihn urteilen zu können?

Seine Werke sind genial und das ist unbestritten. Les dir Faust I und II einmal durch. Oder die Leiden des jungen Werther.

edit : hast recht. Bushidos Bestseller ist wahre Kunst und Goethe war ein Idiot. Ein Hoch auf deine Bildung du vollidiot

——— Rinalso:

Eine sachlichere Erörterung wäre sicher vorteilhaft …

Goethe wurde – so oder so – von seinen Zeitgenossen richtig beurteilt, denn die haben ihn ja zum Teil persönlich gekannt !

Wenn es der Frager nicht mit Goethe hält, dann wäre es doch interessiert, welche PERSONEN er GUT findet … Vielleicht genügen auch alle nicht …

——— Ingemar Martyrius:

Goethe war Gartenfreund.
Quelle(n):
G. Balzer : „Goethe als Gartenfreund“

——— Limbo:

nur einer der sich nicht erkennen lassen will stellt so eine frage
Quelle(n):
du bist nicht besser als goehte

——— Konrad:

Wie gefällt das Gedicht: „Willkommen und Abschied?“
Quelle(n):
Meine Schule

——— ?:

mit sich selbst reden ist auf dauer ungesund, das bemerke ich jetzt.

*goethes faust in den himmel streck*

Eine Diskussion entsteht, wenn jemand auf eine Antwort antwortet. Wiederum theoretisch verhält sich der bildungsbeflissene Spacelab daher vorbildlich:

@ Felipe – Ich wollte eine Antwort auf meine Frage, und keine bekloppten Platitüden, die jeder Vollidiot kennt und von sich geben kann.

Und um die berechtigte Frage zu stellen, was an Goethe gut gewesen sein soll, und das auch zu beantworten, muss man ihn logischer Weise nicht selbst gekannt haben. Wenn das nötig wäre, dann wäre er ja schon, völlig zu Recht, vergessen.

@ Felipe – Ich wollte eine Antwort auf meine Frage, und keine bekloppten Platitüden, die jeder Vollidiot kennt und von sich geben kann.

Und um die berechtigte Frage zu stellen, was an Goethe gut gewesen sein soll, und das auch zu beantworten, muss man ihn logischer Weise nicht selbst gekannt haben. Wenn das nötig wäre, dann wäre er ja schon, völlig zu Recht, vergessen.

@ Felipe – Meinst du, ich kenne Faust und den Werther nicht? Das ist gequirlte *******, die niemandem hilft.

Es ist nicht nur Zeitverschwendung, sondern sogar schädlich, diesen Dreck zu lesen.

@ „Goethe war Gartenfreund“

Ach so, und Gartenfreunde sind tolle Menschen. „Der Mörder ist immer der Gärtner“ heißt es, und in diesem Satz steckt viel mehr Wahrheit, als die meisten Menschen glauben.

Ach ja, und wer an Goethes „geniale Lebensweisheiten“, d. h. das Sammelsurium seiner Zitate etc., glaubt, kann sich gleich erschießen.

Er hat viel geschrieben, das Einiges an Wahrheit enthält, leider aber nicht mehr als das. Und deshalb ist es schädlich, weil das, was er von sich gab, eben nur einen Wahrheitsgehalt hat, von ihm in der Gesamtheit aber völlig unzulänglich und falsch verstanden wurde. Und das ist nur schädlich, und daher wäre besser gewesen, er wäre Rechtsanwalt o. ä. geworden, als so einen Bockmist zu fabrizieren.

Wer „Goethes Weisheiten“ glaubt, sollte sich besser gleich erschießen. Das Ergebnis ist dasselbe, nur dauert die erste Möglichkeit zu diesem Ergebnis nicht so lang und ist auch nicht so qualvoll.

Goethe war ein ******** und ein Volltrottel. Ja gut, wem seine bekloppten „kunstvollen“ Schreibereien gefallen, de gustibus non est disputandum, aber in Bezug auf die Lebensrealität war er ein Völlarsch und Trottel, der nur Schaden

Ach ja, und zum „Werther“ noch: Der „Werther“ war ja zu Goethes Zeit der Jugendbestseller schlechthin, ein Megaerfolg. Und das führte dazu, dass sich, ganz nach Werthers Vorbild, unzählige junger Männer das Leben nahmen.

Super!

Das ist aber nur EIN Beispiel, das ich nur thematisiere, weil hier Antworter den „Werther“ erwähnte.

Super der Goethe! Toll!

Da kann man sich schon war darauf einbilden, auf solche Killer-Ergebnisse.

@ limbo – „Nur einer, der sich nicht erkennen lassen will, stellt so eine Frage.“

Erstens stimmt das nicht, dass ich mich nicht erkennen lassen will, zweitens verwendet hier jeder einen Nick.

Außerdem hatte ich nicht um einen unqualifizierten persönlichen Angriff gebeten, sondern um Antworten auf die Frage.

Auch wenn ich davon ausgehe, dass du von dem Thema sowieso keine Ahnung hast. Aber ich lege, der Unterhaltsamkeit wegen, mal deine Platte auf:

Dass jemand wie du, der noch nicht einmal eine Antwort auf die Frage geben kann und anstatt dessen sinnlos aggressiv und persönlich wird, Goethe gut findet, ist schon klar.

@ Felix – Deine Antwort wäre schon witzig, wenn sie witzig wäre. Aber erstens ist deine Antwort falsch, zweitens ultrapromitiv, drittens keine Antwort auf die Frage und viertens: Wenn du das schon als „Auskotzen“ bezeichnen musst: Goethe ist der Grund dafür, dass ich überhaupt etwas zum „Kotzen“ habe, wenn schon. Goethe lesen hilft nicht dagegen, sondern er liefert das Kotzmaterial. Das ist ja genau das Problem.

Oh Gott.

@ Felix: „Dir das zu erklären halte ich für zwecklos.“

So? Ich denke eher, dass du einfach von Tuten und Blasen keine Ahnung hast, aber hier dummdreist rumposten. Naja, ich finde ja auch, dass es keinen Zweck hat DIR die phyiskalischen Berechnungen zur Konstruktion von Apollo 5 zu erläutern … ich meine, ich KÖNNTE das natürlich, wenn ich nur wollte, aber es hat eben keinen Zweck DIR das zu erklären! Das ist der Grund, nicht etwa, weil ich keine Ahnung davon habe. NEIN!

@ Felix: Wenn sich hier jemand AUSGEKOTZT hat, dann warst das du, und zwar auf MEINE KOSTEN. Deshalb bist du jetzt geblockt.

@ rinalso – So ’ne aggressive und außérdem völlig substanzlose ******* kannst du für dich behalten.

@ Avalon – Halt einfach die Klappe!

Aber die Mytilena, die mag er: „Beste Antwort — Ausgewählt vom Fragesteller“:

Miss Audrey Brooks, An Aud Perspective, 2012Goethe hat der Nachwelt viel geniale Werke hinterlasssen.
Er war in seiner Zeit schon eine außergewöhnliche Persönlichkeit,
Auch unterstützte er oft Schiller, der unter permanenter Geldknappheit litt und fand sogar in sogar im Armengrab, weil er auf Reisen war, als er starb und ließ ihn anständig bestatten.

Doch jedes Ding besitzt mindestens zwei Seiten.

Seine Frau, Christiane Vulpius, mit der er lange Jahre zusammenlebte und sie keinem seiner Gäste vorstellte, sondern sie als seine Haushälterin ansah, heiratete er erst, nachdem napoleonische Truppen in sein Haus eingedrungen waren und er sich in der letzten Ecke verkrochen hatte, während sie sich ihnen entgegenstellte und sie darüber aufklärte, in wessen Haus sie sich befanden.
Goethe kannten auch die Franzosen. Sie zogen sich zurück.

Als ich das Goethehaus besuchte, war ich erschüttert über sein Testament. Er behauptete darin, dass es niemals mehr einen größeren Dichter als ihn geben würde.
Ich schätze ihn in menschlicher Hinsicht als Egozentriker und Narzissten ein.

Doch seine Verdienste für die deutsche Literatur und die Weimarer Kulturlandschaft sind trotzdem ungeschmälert.
Die meisten genialen Menschen waren menschlich A****löcher.
Sie nahmen keine Rücksicht auf andere, schon gar nicht auf ihre Familie, sondern steuerten nur ihr Ziel an.
Auch der russische Flugzeugkonstrukteur Ziolkowski ließ seine Kinder hungern, um seinen Plänen nachzugehen.

——— Bewertung des Fragenden: *****:

Die einzige qualifizierte Antwort, und überhaupt das einzige Posting, das nicht nur aus aggressiver Kenntnisfreiheit besteht, außerdem sehr informativ. Der Begriff „genial“ ist eine dümmliche Worthülse, die i. d. R. dann eingesetzt wird, wenn etwas zwar irgendwie begabt, aber trotzdem Müll ist.

Bilder: Miss Audrey Brooks: An Aud Perspective, ebenfalls alle 2012.

Bildung: Rudi Carrell: Am laufenden Band, 1978.

Written by Wolf

5. August 2013 at 00:01

Weekly Wanderer 0012

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Als Ergänzung zur Folge von letzter Woche, der mit den Fassungen auf Englisch, Französisch und Lateinisch, bringen wir eine für die altostdeutschen Normalabiturienten, die weniger obgenannten Sprachen und mehr Russisch lernen mussten. Es ist die deutsche Rückübersetzung einer Übersetzung von Lermontov, die Arthur Rubinstein später vertonte, und als solche eine historische Perle. Und eine rhythmische dazu.

——— Michail Jurjewitsch Lermontov: Aller Berge Gipfel, 1840:

Aller Berge Gipfel
Ruhn in dunkler Nacht,
Aller Bäume Wipfel
Ruhn, kein Vöglein wacht,
Rauscht kein Blatt im Walde,
Überall ist Ruh.
Warte, Wandrer, balde
Balde ruhst auch du!

Written by Wolf

3. August 2013 at 00:01

Veröffentlicht in Klassik, Land & See

New-found methods and compounds strange

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Soviel hab ich in der Werbung gelernt: Als erstes steigt man hinter den tiefen Sinn sehr alter Schreiberweisheiten wie „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, und was das mit einem angeblich noch viel älteren Gewerbe zu tun hat. Daran ist nichts Ehrenrühriges, in seinen Ursprüngen ist der Hurenstand ein mit allerhöchstem Respekt behafteter. Muss man halt mögen.

Als Praktikant, später Freelancer, kann man an eine Werbeagentur geraten, in der erwartet wird, seinen Tagessatz möglichst brutto und lange vor Feierabend in eine Nasevoll Koks umzusetzen. Man kann auch Glück haben und als stärkste Kreativdroge das Firmenfreibier der regionalen Brauerei nutzen, die als Werbeklient so mitläuft. Zu den Nutten kommt auch nicht jeden Tag der mit Geschmeide und Liebesschwüren beladene Richard Gere, sondern ein mittelständischer, hoffentlich gewaschener Bierbauch. Glamouröser wird’s nicht. Der Vorteil liegt auf der Hand: keine bekoksten Kollegen.

Ich so: „Ha, gestern hab ich aus einem Shakespeare-Sonett einen Blues gemacht.“

Er so: „Naja … Is ja auch leichter als andersrum, gell.“

——— William Shakespeare: Sonnet LXXVI, Druck 1609,
kommagenau cit. n. The Norton Shakespeare: Based on the Oxford Edition, 1997 ff.:

Why is my verse so barren of new pride,
So far from variation or quick change?
Why, with the time, do I not glance aside
To new-found methods and to compounds strange?
Why write I still all one, ever the same,
And keep invention in a noted weed,
That every word doth almost tell my name,
Showing their birth and where they did proceed?
O know, sweet love, I always write of you,
And you and love are still my argument;
So all my best is dressing old words new,
Spending again what is already spent;
     For as the sun is daily new and old,
     So is my love, still telling what is told.

~~~\~~~~~~~/~~~

Copywriter’s Sonnet #76 Blues, ca. 1995, zur Vertonung freigegeben:

Why is my verse so barren of new pride,
So far from variation or quick change?
Tell me why’s my song so barren of new pride,
So far from variation and quick change?
     Why with the time do I not glance aside
     To new-found methods and to compounds strange?

Why write I still all one, ever the same,
And keep invention in a noted weed,
Yeah honey why do I still write all one, ever the same,
And keep invention in a noted weed,
     That every word duz almost tell my name,
     Showing their birth, and where they did proceed?

O, know, sweet love, I always write of you,
And you and love are still my argument;
Ooh, know, sweet love, I always write of you,
And you and love are still my argument;
     So all my best is dressing old word new,
     Spending again what is already spent:

Fade Out:

     For as the sun is daily new and old,
     So is love still telling what is told.

45SURF Hero's Journey, Swimsuit Bikini Model Goddess Reading Great Books, 24. September 2012

Bild: 45SURF Hero’s Journey: Swimsuit Bikini Model Goddess Reading Great Books!, 24. September 2012.

Written by Wolf

1. August 2013 at 00:01