Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

La Wölfin lernt einen Podcast 1.0

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Update zu Den Bach runter,
Danne ich wüete fluot des rîfen nû mit füezen bar,
Wir rechnen jahr auff jahre / in dessen wirdt die bahre vns für die thüre bracht
und Da unten in jenem Thale (da geht ein Kollergang):

Es ergeht Empfehlung für eine Art Podcast 1.0, mit der tröstlichen Gewissheit, dass hier ein Opus in seiner Abgeschlossenheit vorliegt.

Zweifarbig lackiert„Halt, halt, halt“, gebietet die Wölfin.

„Was denn wieder?“ halte ich sofort ein.

„Der Mann ist nach dem dreizehnten Vortrag gestorben“, sagt die Wölfin, „was soll denn daran tröstlich sein?“

„Genau das, was ich gesagt hab“, sag ich: „dass es nicht mehr als 13 Teile werden können.“

„Du wünschst Studiendirektoren den Tod, damit du nicht mehr als 320 Seiten lesen musst?“

„Das hab ich ganz sicher nicht gesagt“, sag ich, „auch aus dem traurigen Anlass des Ablebens kann Trost entstehen. Ja, so weit möchte ich mich aus diesem Fenster werfen, zu sagen, dass ohne den traurigen Anlass kein Trost notwendig wäre.“

„Wolfwolfwolf“, seufzt die Wölfin, „hingenommen. Fahre fort.“

Es ergeht Empfehlung, sagte ich, für die Vorträge von Wolfgang Beitinger, Lehrer für Latein, Altgriechisch und Deutsch in Kaufbeuren.

„Warum?“ fragt die Wölfin. – Darum:

Wolfgang BeitingerHier finden Sie insgesamt 13 germanistische Fachvorträge aus dem Nachlass von StD a. D. Wolfgang Beitinger († 2010). Gehalten wurden diese Vorträge in den Jahren 1993 bis 2007. […] Für Leute, die nicht so gern am Bildschirm lesen und lieber ein komplettes Buch in Händen halten, gibt es einen 320-seitigen Sammelband aller dreizehn Vortrags-Manuskripte als Taschenbuch (9,90 €). Er eignet sich auch als Geschenk für literarisch Interessierte, die selber keinen Computer haben.

Dass es das – immerhin ab anno salutis 2017 – noch geben darf.

„Was genau“, fragt die Wölfin, „macht es zum Podcast?“ – Nun, die Selbstbeschreibung:

Von allen Vorträgen gibt es Manuskripte. Von einigen gibt es zusätzlich komplette Tonaufnahmen. Diese Materialien stehen hier einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Sie dürfen kostenlos genutzt und in unveränderter Form weitergegeben werden.

Bilder und Musikbeispiele, die im Text erwähnt werden, sind aus urheberrechtlichen Gründen leider nicht enthalten.

Die Tonaufnahmen können Sie direkt von dieser Internetseite abspielen (Wiedergabe-Schaltflächen direkt unter den Titeln). Alternativ können Sie MP3-Dateien herunterladen und mit einem Player Ihrer Wahl wiedergeben.

Darunter die Sammel-Downloads.

„Was genau“, lässt die Wölfin nicht locker, „macht es 1.0?“ – Nun, dass ihm vom Seitenbetreiber Andreas Beitinger, vermutlich einem überlebenden Verwandten des vortragenden Studiendirektors a. D., keine widerwärtige Kommentarfunktion mit Ambition zur Community-Bildung angekleistert wurde.

„Das ist überaus tröstlich“, sagt die Wölfin.

„Sag ich doch“, sag ich.

„Und was genau steht drin?“ – Alle dreizehn Vorträge, darunter auch der ausgefallene:

  1. Cover Vorträge von Wolfgang Beitinger. Sammelband Taschenbuch, 2017Wallenstein aus kurbairischer Sicht: 31.03.1993 im Gablonzer Haus, 16 Seiten;
  2. Adalbert Stifter: Der Böhmerwald und das „Sanfte Gesetz“ 30.03.1994 im Gablonzer Haus, 15 Seiten;
  3. Mozart auf der Reise nach Prag. Historie – Dichtung – Musik: 29.03.1995 im Gablonzer Haus sowie am 21.11.1995 im Gasthof zum Goldenen Schwanen in Frankenried, 18 Seiten, Tonaufnahme 88 Minuten;
  4. Franz Grillparzer: Libussa und die Gründung Prags: 27.03.1996 im Gablonzer Haus, 16 Seiten, Tonaufnahme 84 Minuten;
  5. Clemens Brentano – ein Romantiker in Böhmen 1811 bis 1814: 19.03.1997 im Gablonzer Haus, 19 Seiten, Tonaufnahme 101 Minuten;
  6. Joseph Freiherr von Eichendorff: „… Und die Welt hebt an zu singen“: 01.04.1998 im Gablonzer Haus, 19 Seiten, Tonaufnahme 80 Minuten;
  7. Goethe: Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident: zum „West-östlichen Divan“ von Johann Wolfgang von Goethe am 24.03.1999 im Gablonzer Haus, 22 Seiten, Tonaufnahme 96 Minuten;
  8. Schlesische Lyrik im 17. Jahrhundert – Blütezeit deutscher Dichtung mitten im großen Krieg: Vortrag mit Dichterlesung am 19.04.2001 in der Schlesischen Heimatstube Kaufbeuren, 12 Seiten, Tonaufnahme 61 Minuten;
  9. Rainer Maria Rilke – Ein deutscher Lyriker aus Prag: 12.03.2003 im Gablonzer Haus, 20 Seiten, Tonaufnahme 124 Minuten;
  10. Gedenkstunde für Joseph von Eichendorff: 29.11.2003 beim Eichendorff-Denkmal Frankenried, 8 Seiten;
  11. Der Ackermann aus Böhmen. Ein Kleinod deutsch-böhmischer Literatur um 1400: 10.03.2004 im Gablonzer Haus, 16 Seiten, Tonaufnahme 98 Minuten;
  12. Adalbert Stifter: „Die Mappe meines Urgroßvaters“: Vortrag und Lesung (am 16.03.2005 im Gablonzer Haus geplant, aber ausgefallen), 6 Seiten;
  13. Eichendorff als politischer Denker: 25.11.2007 im Gasthof zum Goldenen Schwanen in Frankenried, 8 Seiten.

„Hab ich’s doch gewusst“, sagt die Wölfin, „nichts als Großvaterthemen.“

„Was fürs Leben halt.“

„Wolfwolfwolf“, seufzt die Wölfin.

Bilder: a. a. O., 2017;
eins von ungefähr Silvester 2017.

Soundtrack: Joseph von Eichendorff: Lied/Das zerbrochene Ringlein/In einem kühlen Grunde/Untreue, 1813;
Musik: Friedrich Glück/Friedrich Silcher; Regie: Joseph Vilsmaier, 1997:

Written by Wolf

9. Dezember 2022 um 00:01

Veröffentlicht in Klassik, Weisheit & Sophisterei

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