Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Kritiken der reinen praktischen Urteilskraft

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Update zu Kotzmaterial (Ein Hoch auf deine Bildung du vollidiot)
und Homerische Dark Fantasy:

Solche Leser wünschen wir uns. Nicht „das Feuilleton“ oder das, was derzeit noch davon übrig ist (nein, ich bin ja leider keins), der Buchhandel je nach Tagesverfassung – aber wäre ich ein Schreiber, dann schon.

Was für Leser? Na, begeisterte, was sonst? – Rezensionen chronologisch:

Mike Disko Photography, Miranda Mae, Greencup Books, Birmingham, Alabama, 2009

——— Michael Saidak:

Reality’s dark dream…

zu Ludwig Tieck: Märchen aus dem „Phantasus“, Reclams Universal-Bibliothek 2003,
8. Juli 2005:

Stupendous masterpieces!!!! Phantasus, wow!!! Ludwig Tieck is a genius of highest order – this stuff is supreme German gothic dark romantic. Mind-boggling & spirit-crushing hardcore stories that delve darkly into the unconscious; paranoia, retribution, the mind-destroying power of nature, dreams, insanity… Insane depth hidden in the form of „fairy-tales“ (what a stupid English word)!!!

Highly unique!! Exquisite! Gorgeous dark words of magic and vision!!! Pure genius!!! A hundred million stars.

Unfortunately I don’t speak German; Tieck’s works are so hard to find in English – I had to search through obscure translations of out-of-print books in libraries to find some of his tales. What atrocity, what shame, what crime!!!! English-speaking Germans, translate all Tieck’s works to English (and all other languages), his tales are world heritage!!!

See also Heinrich von Kleist & E.T.A. Hoffmann.

Wow… I wonder what happened in Germany at that time?? I mean, such splendid dazzling brilliance!!!! What were these guys smoking??? How could they write such lucid & vivid narrative prose, and with such merciless & brutal intensity, reminiscent of LSD-induced revelations??? Wow!!

Mike Disko Photography, Miranda Mae, Greencup Books, Birmingham, Alabama, 2009

——— callisto (VINE-PRODUKTTESTER):

Unterhaltsame, antike Göttergeschichten

zu Anton Weiher, Hrsg.: Homerische Hymnen, Sammlung Tusculum 2014,
15. Juli 2014:

Homerische Hymnen, das klingt schrecklich langweilig. Man sollte sich aber nicht vom Titel abschrecken lassen, denn was die alten Griechen unter Hymnen verstanden ist zum Großteil deutlich spannender und unterhaltsamer als das, was das Christentum darunter versteht. Natürlich gibt es auch die langweilig, schwafeligen Lobhuddeleien an ein paar Götter, die den christlichen Hymnen in nichts nachstehen, die großen, langen Hymnen sind aber spannende Geschichten, die der Odyssee in nichts nachstehen.

Das Buch enthält 33 Hymnen, davon sind die langen wirklich spannende Geschichten:

1. Demeter – Hier wird die Geschichte von Persephone und Demeter erzählt. Persephone fällt beim Spielen in ein Loch im Boden und landet im Totenreich. Demeter ist am Boden zerstört, ihre Tochter verloren zu habe. Sie sucht sich daher einen Job als Kindermädchen zur Ablenkung. Die Mutter des Knaben, den Demeter umsorgt ist aber nicht sonderlich begeistert von Demeters Erziehungsmethoden, denn Demeter wollte aus dem kleinen mit Ambrosia und stärkenden Bädern in glühender Asche einen Unsterblichen machen. Das stieß bei der Mutter des Kindes irgendwie auf Unverständnis. Demeter kündigt und verlangt als Abfindung einen Tempel.

Mike Disko Photography, Miranda Mae, Greencup Books, Birmingham, Alabama, 20092. Apollon – Hier hat man einfach zwei Hymnen aneinandergeklebt. Eine handelt von Apollons Geburt. Keiner wollte aber, dass seine Mutter dieses gefährliche Kind auf ihrem Grund und Boden bekommt, bis sich dann doch eine Insel erbarmt ihnen Geburtsasyl zu geben. Anschließend muss sich jung Apollo einen Platz für seine Wohnung/Tempel suchen und dazu das passende Personal entführen.

3. Hermes – Meine Lieblingshymne. Klein Hermes hat es schon gleich nach seiner Geburt faustdick hinter den Ohren. Kaum einen Tag alt, büchst er aus und klaut Apollo die Rinder (die er rückwärts gehen lässt, damit nicht auffällt, wohin er sie gebracht hat). Apollo ist aber nicht doof, er weiß, dass Hermes mehr als ein neugeborenes Kind ist. Der Schlagabtausch zwischen den beiden ist sehr witzig. Hermes miemt das Baby, wickelt sich in die Windel und meint, dass er wohl kaum wie ein kräftiger Vieh Dieb aussieht und Apollo tobt rum, schnappt ihn und bringt ihn vor Zeus, der an der Angelegenheit auch seinen Spaß hat. Danach werden die beiden beste Freunde.

4. Aphrodite – Zeus hat die Nase voll, dass Aphrodite die Götter andauernd mit Menschen verkuppelt und lässt sie ihre eigene Medizin schmecken. Sie verliebt sich in Anchises und gebiert ihm Aeneas.

5. Dionysos – Kurz und unterhaltsam. Ein paar Seeräuber entführen Dionysos und wollen ihn als Sklaven verkaufen. Er lässt Rebstöcke aus den Planken sprießen und ersäuft das Schiff in Wein, während er sich in einen Löwen verwandelt.

6. Pan – Die Geschichte um die Geburt Pans, Hermes Sohn. Nett aber nicht sonderlich ereignisreich.

Diese 6 Hymnen machen einen Großteil des Büchleins aus, die 29 langweiligen Kurzhymnen, die selbst im Anhang teils als „mattes, sprachlich ungeschicktes Gebilde“ bezeichnet werden, kann man einfach ignorieren. Haufenweise Geschwafel, wie toll dieser oder jener Gott ist, da stehen sie den christlichen Hymnen in nichts nach.

Das Buch hat noch einen kurzen Anhang, der Auf den griechischen Text und einige Worte darin eingeht, das ist aber eher etwas für eingefleischte Altgriechischfans.

Genau wie bei der Odyssee schreibt man die Hymnen einfach mal Homer zu, denn er ist ein Garant für gute Unterhaltung, aber es ist schon klar, dass hier verschiedene Autoren aus unterschiedlichen Zeiten und teils unterschiedlichen Erzähltraditionen zusammengefasst werden. Einige der langen Hymnen sind möglicherweise wirklich aus Homers Feder (Homer im weiteren Sinne als Autorenkollektiv), andere mit Sicherheit nicht.

Fazit: Insgesamt sind besonders die langen Hymnen sehr unterhaltsame, antike Göttergeschichten, die man heute auch gut lesen kann.

Mike Disko Photography, Miranda Mae, Greencup Books, Birmingham, Alabama, 2009

——— Mr. Who?:

Sehr interessant

zu Immanuel Kant: Die drei Kritiken – Kritik der reinen Vernunft. Kritik der praktischen Vernunft. Kritik der Urteilskraft, Anaconda 2015,
20. Januar 2019:

Kant seine Exemplare sind meistens immer sehr interessant zu lesen.

Kann auch dieses Exemplar nur weiterempfehlen.

Es liest sich zum großenteils sehr gut und verständlich.

Klare Empfehlung

Mike Disko Photography, Miranda Mae, Greencup Books, Birmingham, Alabama, 2009

——— Anala Mentos:
zu Georg Wilhelm Friedrich Hegel,
10. November 2020:

Yo alle hegel memes bei seite finde man kann ihn sehr wohl gut verstehen wenn man aufmerksam liest. Er drückt sich halt sehr autistisch präzise aus und seine sätze sind sehr verschlungen, aber eben der Vollständigkeit wegen.

10/10 würde lesen

So, und wer jetzt überhaupt schon mal einen Pieps von den Homerischen Hymnen gehört hat, einen von Kant versteht oder einen von Hegel – nein, nicht über Hegel – gelesen hat oder Ludwig Tieck kontrastiv zu E.T.A. Hoffmann setzen kann, darf anfangen zu lästern.

Mike Disko Photography, Miranda Mae, Greencup Books, Birmingham, Alabama, 2009

Bilder: Mike Disko Photography: Miranda Mae von und für Greencup Books,
Birmingham/Alabama (Geschäft erloschen), 2009.

Beispiel-Track: Leslie Caron in Ein Amerikaner in Paris, 1951:

Soundtrack: Feelsaitig: Napoleons Frühstücksei, aus: Des hältzt ja net aus!, 1987,
live bei Songs an einem Sommerabend vor Kloster Banz, 1993:

Written by Wolf

19. August 2022 um 00:01

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