Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

And to watch it dwindle gave him Kugelkopfschwindel

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Update zu Der Fluch des Albatros und
You’ll learn to sprechen Deutsch mein kind, ash fast ash you tesire:

Damit Hans Wollschläger vor einer Übersetzung zurückschreckt, musste wohl einiges kommen: Der Mann hat eine der wenigen legendär gewordenen Großübersetzungen des 20. Jahrhunderts — dem Ulysses von James Joyce für Suhrkamp 1975 — geliefert, und dann erscheint in derselben Reihe der Gesammelten Gedichte samt Anna Livia Plurabelle 1981 in der Nachbemerkung durch die Joyce-Koryphäen „K. R., F. S.“, was wir sinnvoll als Klaus Reichert und Fritz Senn auflösen dürfen:

Der vorliegende Band bringt fast sämtliche Gedichte von James Joyce, also sowohl die von ihm selbst publizierten wie die zu Lebzeiten nichtpublizierten. Ganz wenige, unerhebliche Stücke sind weggelassen. Bedauerlich ist höchstens das Fehlen eines Gedichts – ‚A Portrait of the Artist as an Ancient Mariner‘ (1932). Dieses fast unverständliche Gedicht hat zum Thema einige Tücken der Ulysses-Publikation wie etwa die Piratendrucke; es hat als formales Gerüst Coleridges ‚Rime of the Ancient Mariner‚. Bis ins kleinste entwirren ließ das Gedicht sich nicht, und die formale Strukturierung wäre für deutsche Leser ohnehin nicht erkennbar. Der Arbeitsaufwand hätte in gar keinem Verhältnis gestanden zu einem irgendwie akzeptablen Resultat.

Den Scan eines Schreibmaschinendurchschlags mit — die Älteren entsinnen sich — Kohlepapier liefert uns heute im Gegensatz zu 1981 die National Library of Ireland, die James Joyce Collection der University at Buffalo merkt zusätzlich an:

Joyce gave this manuscript to Sylvia Beach (see Buffalo MS X.C.244; Joyce to Beach; 30 October 1932; JJSB, p. 185). There is carbon copy of this typescript, without corrections, and two further, different typescript copies in the Zurich James Joyce Foundation as part of the Jahnke Bequest.

There is a note with the manuscript in Sylvia Beach’s hand in blue ink that reads: „referring to the Albatross Press | edition of Ulysses“. The manuscript was folded twice horizontally and once vertically.

Indem wir weit von allen Situationen entfernt sind, in denen wir uns mit Hans Wollschläger messen können, die Suhrkamp-Ausgabe aber zweisprachig ist, tun wir das Unsrige zur Vollständigkeit und machen immerhin Joyces Original zugänglich, das nach den herausgeberischen Drohungen überraschend viel unbefangenen Spaß macht. Korrigiert nach der besagten carbon copy:

——— James Joyce:

A Portrait of the Artist an an Ancient Mariner

Oktober 1932:

James Joyce, A Portrait of the Artist an an Ancient Mariner, 1932, via James Joyce Gazette, 19. April 2020

1) I met with an ancient scribelleer
    As I scoured the pirates‘ sea
    His sailes were alullt at nought coma null
    Not raise the wind could be.

2) The bann of Bull, the sign of Sam
    Burned crimson of his brow.
    And I rocked at the rig of his bricabrac brig
    With K.O. 11 on his prow.

3) Shakesfears & Coy danced poor old joy
    And some of their steps were corkers
    As they shook the last shekels like phantom freckels
    His pearls that had poisom porkers.

4) The gnome Norbert read rich bills of fare
    The ghosts of his deep debauches
    But there was no bibber to slip that scribber
    The price of a box of matches

5) For all cried, Schuft ! He has lost the Luft
    That made his U boat go
    And what a weird leer wore that scribeleer
    As his wan eye winked with woe.

6) He dreamed of the goldest sands uprolled
    By the silviest Beach of Beaches
    And to watch it dwindle gave him Kugelkopfschwindel
    Till his eyeboules bust their stitches.

7) His hold shipped seas with a drunkard’s ease
    And its deadweight grew and grew
    While the witless wag still waved his flag
    Jemmyrend’s white and partir’s blue.

8) His tongue stuck out with a dragon’s drouth
    For a sluice of schweppes and brandy
    And but for the glows on his roseate nose
    You’d have staked your goat he was Gandhi.

9) For the Yanks and Japs had made off with his traps
    So that stripped to the stern he clung
    While increase of a cross, an Albatross
    Abaft his nape was hung.

Die Nachbemerkung von Reichert und Senn fährt an der angegebenen Stelle fort:

Das gleiche gilt leider auch für das Pamphlet ‚From a Banned Writer to a Banned Singer‘: die zahllosen notwendigen Annotationen zu einer völlig ephemeren Geschichte und deren Verarbeitung in den Text hätten kaum die Doppelanstrengung des Übersetzens und des Lesens gerechtfertigt.

Wir müssen also später nochmal dran.

Ottocaro Weiss, James Joyce, Zürich 1915

Bilder: James Joyces Typed carbon copy, via James Joyce Gazette, 19. April 2020;
Ottocaro Weiss: James Joyce in Zürich, 1915,
via Frank Delaney: Seeing Joyce, Public Domain Review, 12. Juni 2012.

Soundtrack: Fran O’Rourke & John Feeley: The Long Farewell,
auf Joyces frisch restaurierter Gitarre, Joyce’s Tower in Sandycove, Dublin, Juni 2013:

Bonus Tracks: BBC Radio 4: James Joyce’s Playlist, Juni 2012:

Written by Wolf

21. Mai 2021 um 00:01

Veröffentlicht in Expressionismus, Handel & Wandel

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