Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

1. Stattvent: Traudl (Mütter, euch sind alle Feuer, alle Sterne aufgestellt)

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Eigentlich ist niemand auf den Advent angewiesen, um Weihnachten zu feiern; ich zum Beispiel streite das ganze Jahr mit meiner Verwandtschaft, schmeiße das Geld zum Fenster raus und höre Musik, für die jemand Noten lesen lernen musste. Wenn’s endlich das Marzipan ganzjährig gibt, kann ich meine Sissi-DVDs auch Pfingsten anschauen. Das kann jeder.

Wer an dieser Stelle ernstzunehmende Adventsinhalte wünscht, sei innerhalb des Weblogs freundlich auf die Sammlung über Weihnachtsengel (Dezember 2013), die Einschläferungsgedichte von Friedrich Rückert (Dezember 2014), das künstlerische Schaffen über Katzen (Dezember 2015) sowie das künstlerische Schaffen von Katzen (Dezember 2016) verwiesen.

Traudl, Es wird ein Stern aufgehen über Bethlehem. 1. Adventssonntag 1935, Goethezeitportal Weihnachten 2010

Traudl. Es wird ein Stern aufgehen über Bethlehem. Verso: 1. Adventssonntag 1935.

——— Jutta Assel und Georg Jäger:

Weihnachtsgaben
Eine Dokumentation zu Weihnachten 2010

aus: Goethezeitportal, Dezember 2010:

Traudl war acht Jahre alt, als sie ihren Wunschzettel nicht an das Christkind oder den Weihnachtsmann schrieb, sondern diesen nur mit ihrem Namen bezeichnete, weil ihre Schwester nichts von den schönen Sachen erhalten sollte. Die klein gezeichneten Tannenzweige mit Zuckerkringel, Apfel, Baumbehang und Kerze „kriegte man sowieso“. Ihr größter Wunsch war ein elektrischer Stern als Beleuchtung für ihr Zimmer; ferner eine handkurbelbetriebene Puppen-Nähmaschine und ein Puppenherd, den sie bekam. Obschon diese Geräte in eine künftige Hausfrauenrolle nach Art der Mutter einüben sollten, wurde Traudl Chemikerin und blieb Junggesellin. (Nach persönlichen Mitteilungen)

Stattweihnachtslied: Hans Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne, 1936:

In dem Lied wird auf alle christlichen und weihnachtlichen Begriffe verzichtet, stattdessen werden in Abkehr davon die im Nationalsozialismus forcierten Mythen der Nacht (1. Strophe), das Wintersonnenwendfeuer (2. Strophe) und (entsprechend dem nationalsozialistischen Mütterkult) die Mütter (3. Strophe) in den Mittelpunkt gestellt.

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Written by Wolf

1. Dezember 2017 um 00:01

Veröffentlicht in Herrschaft & Revolte, Novecento

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