Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Am deutschesteresteresten

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Update zu Was zusammengehört
und Geibels Wesen und Beruf:

——— Friedrich Rückert:

Grammatische Deutschheit

in: Urania. Taschenbuch auf das Jahr 1819. Neue Folge, erster Jahrgang 1819, Seite 400:

Neulich deutschten auf deutsch vier deutsche Deutschlinge deutschend,
     Sich überdeutschend am Deutsch, welcher der deutscheste sey.
Vier deutschnamig benannt: Deutsch, Deutscherig, Deutscherling, Deutschdich;
     Selbst so hatten zu deutsch sie sich die Namen gedeutscht.
Jetzt wettdeutschten sie, deutschend in grammatikalischer Deutschheit,
     Deutscheren Comparativ, deutschesten Superlativ.
„Ich bin deutscher als deutsch.“ „Ich deutscherer.“ „Deutschester bin ich.“
     „Ich bin der Deutschereste, oder der Deutschestere.“
Drauf durch Comparativ und Superlativ fortdeutschend,
     Deutschten sie auf bis zum — Deutschesteresteresten;
Bis sie vor comparativisch= und superlativischer Deutschung
     Den Positiv von Deutsch hatten vergessen zuletzt.

Friedrich Rückert, den mag ich ja. Und jetzt bilde ich mir wunder was darauf ein, als erster im großen bunten Internet die Quelle mit der originalen Rechtschreibung ausfindig und zugänglich gemacht zu haben. Dankeschön.

Die Reinigung von allem „Undeutschen“ und „Unvolkstümlichen“ war zur Zeit der Napoleonischen Befreiungskriege 1813 bis 1815 zur Mode geworden; siehe auch: Friedrich Ludwig „Turnvater“ Jahn: Deutsches Volksthum, Abschnitt Achtung der Muttersprache, Niemann und Comp., Lübeck 1810.

Johannes Sadeler, Germania, 1594

Bild: Johannes Sadeler I nach Hans von Aachen, Germania, aus der Serie „Quatuor Europae nationes“, 1594.
Kupferstich, 22 x 25,8 cm, München, Staatliche Graphische Sammlung
via Rainer Schoch im RDK Labor: Germania, 2014:

Nach Entwürfen von Hans von Aachen und mit Widmung an den Geographen Abraham Ortelius schufen Johannes und Raphael Sadeler 1594 die Kupferstichfolge der „Quatuor Europae nationes“: Italia, Germania, Francia und Hispania sind jeweils in einem Götterpaar personifiziert. Für Germania steht Ceres mit Krone und Szepter, umgeben von Gegenständen ihres Erfindungsreichtums: dem Pflug, der Uhr, dem Kupferstich, der Druckerpresse, dem Schießpulver und zahlreichen Waffen. Trotz der vielen kriegerischen Attribute ist ihr Bacchus als Gefährte zugeordnet; Zecher vor einem Wirtshaus im Hintergrund verweisen auf die Trinkfestigkeit der Deutschen. Germania verkörpert keinen politischen Nationalbegriff, sondern charakterisiert eine Kulturnation. Dieser allegorische Völkervergleich knüpft an die kulturgeographische Literatur des Humanismus an und fügt sich in den enzyklopädisch-allegorischen Kontext der niederländischen Bilderfolgen.

Klangspur: Die 82 schönsten deutschen Märsche aus der öffentlichen Domäne:

Und weil ich Sie schlecht mit geschlagenen vier Stunden Marschmusik im Ohr sitzenlassen kann, noch 2:03 Minuten der urdeutschen Fertigkeit des Jodelns und dem Spielen mit Gegebenheiten der deutschen Sprache — im Walzertakt und in der entspanntesten Weise und einer Virtuosität, dass man ihm spontan dankbar die Hand schütteln möchte, im spätneuzeitlichen Bacchus-Tempel zum Schimmelwirt dargeboten vom ehemaligen deutsch-niederbayerischen Nationalbarden Fredl Fesl zwischen erfindungsreichen Deutschen, ihre Trinkfestigkeit demonstrierend, 1976:

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Written by Wolf

3. Oktober 2017 um 00:01

Veröffentlicht in Biedermeier, Herrschaft & Revolte

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