Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Vincent’s favorite author

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Best moment in Vincent is when Vincent Price says: „You’re not Vincent Price.“

——— Tim Burton:

Vincent

1982:

Vincent Malloy is seven years old,
He’s always polite and does what he’s told.
For a boy his age he’s considerate and nice,
But he wants to be just like Vincent Price.
He doesn’t mind living with his sister, dog and cat,
Though he’d rather share a home with spiders and bats.
There he could reflect on the horrors he’s invented,
And wander dark hallways alone and tormented.
Vincent is nice when his aunt comes to see him,
But imagines dipping her in wax for his wax museum.
He likes to experiment on his dog Abercrombie,
In the hopes of creating a horrible zombie.
So he and his horrible zombie dog,
Could go searching for victims in the London fog.
His thoughts aren’t only of ghoulish crime,
He likes to paint and read to pass the time.
While other kids read books like Go Jane Go,
Vincent’s favorite author is Edgar Allen Poe.
One night while reading a gruesome tale,
He read a passage that made him turn pale.
Such horrible news he could not survive,
For his beautiful wife had been buried alive.
He dug out her grave to make sure she was dead,
Unaware that her grave was his mother’s flower bed.
His mother sent Vincent off to his room,
He knew he’d been banished to the tower of doom.
Where he was sentenced to spend the rest of his life,
Alone with a portrait of his beautiful wife.
While alone and insane, encased in his tomb,
Vincent’s mother suddenly burst into the room.
„If you want to you can go outside and play.
It’s sunny outside and a beautiful day.“
Vincent tried to talk, but he just couldn’t speak,
The years of isolation had made him quite weak.
So he took out some paper, and scrawled with a pen,
„I am possessed by this house, and can never leave it again.“
His mother said, „You’re not possessed, and you’re not almost dead.
These games that you play are all in your head.
You’re not Vincent Price, you’re Vincent Malloy.
You’re not tormented or insane, you’re just a young boy.“
„You’re seven years old, and you’re my son,
I want you to get outside and have some real fun.“
Her anger now spent, she walked out through the hall,
While Vincent backed slowly against the wall.
The room started to sway, to shiver and creak.
His horrid insanity had reached its peak.
He saw Abercrombie his zombie slave,
And heard his wife call from beyond the grave.
She spoke from her coffin, and made ghoulish demands.
While through cracking walls reached skeleton hands.
Every horror in his life that had crept through his dreams,
Swept his mad laugh to terrified screams.
To escape the madness, he reached for the door,
But fell limp and lifeless down on the floor.
His voice was soft and very slow,
As he quoted The Raven from Edgar Allen Poe,
„And my soul from out that shadow that lies floating on the floor,
Shall be lifted—nevermore!“

——— Tim Burton:

Vincent

1982:

Vincent Malloy ist sieben Jahre alt,
Ein höflicher Junge, der tut was man sagt.
Man lobt sein Benehmen und rühmt seinen Fleiß,
Doch am liebsten wär er wie Vincent Price.
Mit Schwester, Hund und Katzen zu leben macht ihm nichts aus,
Doch lieber lebt er zusammen mit Spinne und Fledermaus.
Ungestört könnt er dann neue Monster entdecken,
Und wandeln in dunklen Gängen und finstren Ecken.
Zu seiner Tante ist Vincent immer sehr nett,
Doch im Geist taucht er sie in Wachs, für sein Figurenkabinett.
Er experimentiert mit seinem Hund Abercrombie,
In der Hoffnung, ihm gelänge ein furchtbarer Zombie.
So manches Opfer müsste erbleichen,
Sähe es beide durch Londons Nebel schleichen.
Er hat jedoch nicht nur Schauriges im Sinn,
manche Stunde sieht man beim Malen und Lesen ihn.
Andere Kinder macht man mit Märchen froh,
Doch Vincent bevorzugt Geschichten von Edgar Allan Poe.
Eines Nachts hat er wieder eine Gruselgeschichte gelesen
und ist dann vor Schrecken ganz blass gewesen:
Was er da las, konnt er unmöglich ertragen,
Denn man hatte seine schöne Frau lebendig begraben.
Vielleicht konnt er sie retten, noch war nichts zu spät,
Er merkte es nicht, ihr Grab war Mutters Blumenbeet.
Die Mutter bestrafte ihn mit Hausarrest,
Und Vincent wusste, er saß im Turm der Verdammnis fest.
Für den Rest seines Lebens im Verlies,
Mit dem Bild seiner Frau ihn alleine ließ.
Vor Qual und Gram verlor er fast den Verstand,
Als Vincents Mutter plötzlich im Zimmer stand.
Sie sagte: „Wenn du willst, kannst du zum Spielen rausgehn,
Die Sonne scheint, der Tag ist wunderschön.“
Vincent wollte sprechen, doch er war zu geschwächt,
Nach den Jahren der Haft ging es ihm wirklich schlecht.
Er fand einen Zettel und nahm einen Stift,
„Dies Haus hält mich gefangen“, schrieb er in krakliger Schrift.
Seine Mutter sagte: „Du bist nicht gefangen und stumm warst du nie,
All diese Spiele sind nur Fantasie.
Du bist nicht Vincent Price, wer hat dir das erzählt?
Du bist Vincent Malloy, und du wirst nicht gequält.
Du bist sieben Jahre alt, und du bist mein Sohn,
Geh raus und amüsier dich, die andern warten schon.“
Sie war nicht mehr böse und ließ ihn allein,
Doch das sollte Vincents Untergang sein.
Denn plötzlich bebte und schwankte das Zimmer,
Sein schrecklicher Wahn, der wurd immer schlimmer!
Ihm erschien sein Zombiehund Abercrombie,
Derweil seine Frau aus dem Grab nach ihm schrie.
Sie schrie aus dem Jenseits, und aus krachenden Wänden
Griff man nach Vincent mit Knochenhänden!
Jeder Schrecken, den er in seinen Träumen erdacht,
Suchte ihn heim mit aller Macht.
Er griff nach der Tür, um dem Wahn zu entkommen,
Doch fiel er zu Boden, kraftlos und benommen.
Und mit sterbender Stimme zitiert dort der Knabe,
Aus Edgar Allan Poes Gedicht „Der Rabe“:
„Doch vom Boden erheben wird sich aus dem Schatten schwer,
Meine Seele — nimmermehr.“

Image via Odd Film Stills, 2014.

Tim Burton, Vincent, 1982, opening credit

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Written by Wolf

1. November 2016 um 01:01

Veröffentlicht in Romantik, Vier letzte Dinge: Tod

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