Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Nachtstück 0006: Sie fielen alle über mich her, da dacht‘ ich: nun so hört zu

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Update zu Hört zu und berstet vor Langerweile
und Nachtsück 0005:

Sie fielen alle über mich her, da dacht‘ ich: nun so hört zu und berstet vor Langerweile.

E.T.A. Hoffmann: Johannes Kreisler’s, des Kapellmeisters, musikalische Leiden, 1810.

Milo ManaraWeil ich’s versprochen hab: Nach eineinhalb Jahren musste ich mal wieder die Playlist für Johannes Kreisler’s, des Kapellmeisters, musikalische Leiden von E.T.A. Hoffmann 1810 auf kaputte Links durchschauen.

Den Weg alles Digitalen waren das Ach ich liebte aus dem Serail und Lodi al gran Dio aus La Betulia liberata gegangen, beide von Mozart, und einen Link hatte ich von Anfang an vertippt (nein, jetzt, wo ich ihn repariert hab, verrat ich nicht mehr, welchen). Es ist schön, nach ein paar Monaten auf dergleichen zu stoßen, vor allem, wenn man Ersatz schaffen kann. Es hilft beobachten, in welchem Tempo das Internet, zumal YouTube, den Bach runtergeht, und in der Folge einschätzen, bis wann man alles, was man noch gehört haben will, gehört haben muss, bevor jeder Gedanke an Musik lizenzpflichtig und jedes Abspielen endgültig illegal geworden ist.

Vorläufig bleibt das Lieblingsvideo aus der o.a. Playlist das erste: Patricia Petibon beim Versuch, die Königin der Nacht zu meistern. Sie scheint eine wirklich Nette, und das Training in der Kempener Paterskirche war für ihr Amoureuses von 2008, da kann sie’s vielleicht schon heute.

Und wo ich schon dabei war, hab ich auch gleich die dahingegangenen Bachschen Inventionen und Sinfonien von Glenn Gould aus Engführung in mikrokosmisch strukturiertem Material (musikalisches Lustspiel) gefixt. Ganz anders, auch wunderschön. Aus den YouTube-Playlisten ist heute schon keine vollständige legale Sammlung mehr aufzutreiben. Für Österreich, Nordkorea oder den Iran möglicherweise schon, für Deutschland eben nicht.

Bild: Milo Manara, mutmaßlich mit einem Mozart auf dem T-Shirt, und spätes Novecento. Erkennt jemand aus dem Notenbild, das die Dame vor sich liegen hat, die Musik?

Da capo:

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Written by Wolf

3. August 2016 um 00:01

Veröffentlicht in Romantik, Schall & Getöse

2 Antworten

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  1. Ich würde auf KV300f La belle Francoise tippen, habe davon aber nicht die leiseste [pun intended] Ahnung.

    Sebastian Keller

    22. Dezember 2016 at 16:08

    • Wow. Ich hätte ja nie im Ernst zu hoffen gewagt, dass jemand aus dem rechts-unteren Zipfel der einzelnen Seite eines Notenbildes eine Köchelverzeichnisnummer herauslesen, die nicht gerade der CD „Mozart’s Greatest Hits“ entstammt, und dann noch die leiseste Ahnung von sich weisen kann.

      Die „12 Variations sur „La belle Françoise““ dauern ein Viertelstündchen:

      Wenn man die in YouTube einzeln sucht, kommen allerhand Einklimperungen mit unterlegten Noten, für die musikalische Erziehung der Jugend und so. Wer da mal mitvergleicht, hat am Heiligabend keine Langeweile.

      Ad vocem Weihnachten erscheint in dieser jugendbildnerischen Machart auch viel von Bach.

      Danke fürs Mitlesen und Mitdenken!

      Wolf

      22. Dezember 2016 at 17:46


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