Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Busenalmanach

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Update zu Also, Volk: Singe mit, lerne auswendig und verbreite!:

Heute ist meteorologischer Frühlingsanfang, da mag ich ein bissel spaßigen Schweinkram machen.

Wozu mir als erstes einfällt: Ich wusste gar nicht, dass wirklich schon mal jemand bildlich dargestellt hat, wie Säfte steigen; bisher dachte ich, das soll sich immer nur auf „Kräfte zeigen“ reimen.

Was von Parodien in der Titanic zu halten ist, muss ich hier nicht ausbreiten, schließlich hab ich lauter selbstständig denkende Leser. Die unauffällige, weil dankenswerterweise nicht illustrierte Seite 54 in der Januar-Nummer 2016 bringt so geballt wertfreie Kalauer, präpubertäre Schweinigeleien und haltloses Herumgewitzel um des albernen Gekichers willen, dass es eine Freude ist. Das ausformulierte „Eichendorff“-Gedicht darunter ist leider in dem gedrängten Layout nur als Fließtext durch Schrägstriche unterteilt. Das musste ich mal als Lyrik anschauen. — Die unvollständigen Highlights:

——— Valentin Witt:

Peinliche Pervers-Geheimnisse

Die total versexte Welt der Literaten

in: Titanic Nr. 1, Januar 2016, Seite 54:

Die wahre Natur Joseph von Eichendorffs zeigt sich in diesen bislang verborgen gehaltenen Versen:

An einem Mühlenrädchen
Zum Abschied ganz bedrückt
Hat mir mein liebes Mädchen
Ein Ringlein angesteckt.

Doch als in stiller Stunde
Ich an dem Rade stand,
Von ferne frohe Kunde
Sich mir ums Herze wand.

Da hat’s mir glatt beim Schiffen,
Als ich dran dacht‘ zu lochen,
Von Geilheit ganz ergriffen
Das Cockringlein zerbrochen.

Von dennoch profunden literaturgeschichtlichen Kenntnissen zeugt der Absatz über Schiller: Die Reste des Musen-Almanachs sind jedenfalls im Weimarer Friedrich-Schiller-Archiv geblieben, und den Kalauer mit den Horen hat 1788 schon Böttiger gebracht. Die Leserzahl dürfte grob hinkommen.

Friedrich Schiller betätigte sich als Autor und Herausgeber der Zeitschriften „Busenalmanach“ und „Die Huren“, deren einziger Leser er selbst war und die er nach Gebrauch sofort wieder vernichtete.

In so einem Sauhaufen darf auf keinen Fall die Arnim fehlen, die in jungen Jahren unbestritten die Hübscheste im ganzen Autorenlexikon war. Was man allerdings nicht sagen darf, weil sie unbestritten die einzige Hübsche war; siehe den letzten Fünf-Mark-Schein. Für mich ist die „Bettine“ in Damenstrumpfhosen nämlich gar keine so „perverse“ Vorstellung, sondern ein Typ für weiße, und zwar nicht über 30 Denier und ohne Zehenzwickel. Trotz ihres nachweislichen Sexuallebens kommt sie bei Witt ganz ungewohnt respektvoll weg.

Eine exquisite Sammlung an Korsetts, Damenstrumpfhosen und Unterröcken besaß und trug regelmäßig — sogar in der Öffentlichkeit und vor Kindern — die Romantikerin Bettina von Arnim.

Irgendwer bei der Titanic scheint irgendwas von der Droste (siehe auch den letzten 20-Mark-Schein) zu halten, worauf man nicht in einem Deutsch-Kurrikulum kommt: Ich trauere, wie erwähnt, immer noch der entweder Altmänner- oder genauso präpubertären Phantasie des Nacktbildes von der Freifrau hinterher und trau mich nicht die Künstler Greser & Lenz zu fragen, in welcher Nummer das war, wie sieht denn das aus.

Der biederen Erscheinung zum Trotz war Annette von Droste-Hülshoff zwischen den Laken eine ganz schöne Wildkatze, ja eine richtige kleine Squirtmaschine.

Und dann noch mein Zweitliebling cit. Witt:

Viele haben sich an Goethe gerieben.

Valentin Witt bringt a.a.O. noch Unerhörtes über Baudelaire, Beauvoir, Bernhard, Böll, de la Fontaine, Fontane, Kafka, Kehlmann, Thomas Mann, Herta Müller, Poe, Pirinçci, Wilde, Woolf („Virginia Woolf hatte Brüste, einen Po und eine Woolfa“, au weh) und Stefan Zweig; für unseren Zweck (welchen eigentlich?) sollte das vorerst reichen.

Puss in Boots

Katzenbild: Möglicherweise Kristen Stewart, rothaarig in Puss in Boots, 2015.
Wenigstens jetzt keine Kalauer, bitte.

Soundtrack: Placebo: Every You Every Me, aus: Without You I’m Nothing, 1999.
Der Film war klasse.

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Written by Wolf

1. März 2016 um 00:01

Veröffentlicht in Ehestand & Buhlschaft, Klassik

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