Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Rede du darein!

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Ich verlinke zwei Online-Petitionen. Bitte unterschreibt, verbreitet und tut wenigstens so, als ob nicht in eurem Namen ein Angriffskrieg stattfindet.

——— Matthias Claudius:

Kriegslied

aus: Asmus omnia sua secum portans, Vierter Teil, 1783:

’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammleten, und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Goya, Die Schrecken des Krieges, Tafel 71, Contra el bien general

Bild: Goya: Contra el bien general. Das ist spanisch und bedeutet: Gegen das Gemeinwohl. Tafel 71 aus: Desastres de la guerra (Die Schrecken des Krieges), 1810–1815.

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Written by Wolf

1. Dezember 2015 um 17:52

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