Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Über den Kirchplatz mit Lancelot: Die namenlosen Religionen zu Coburg

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Update zu Schreiet fort, Mißtöne, zerschreiet die Schatten: denn Er ist nicht!
und Der Widersacher. Ästhetischer Gaukler vs. unnahbarer Eispalast: Braucht die Welt noch Dichterfürsten im Krähwinkel? Alles ist erlaubt und willkommen. Keine 30 Prozent der Quellen:

Eine Literaturzeitschrift, die Das Lindenblatt heißt. Je genauer man das von allen Seiten abschmeckt, desto klarer wird, auf wie vielen Ebenen das raffiniert ist. Die Anklänge reichen von altgermanischer Magie bis zu altfränkischer Gemütlichkeit, ums Eck linsen die Verletzlichkeit des teutschesten aller Teutschen Siegfried und rituelles Volksvergnügen. Ungemein passend für ein Blatt, das von der ober-fränkischen Kulturmetropole Coburg aus, nicht viel verpennter und nicht viel großkotziger als die traditionelle Konkurrenz Bamberg, aber mit zählbar wenigen Hakenschlägen bis in den weltumspannenden Commonwealth, hergebrachte Werte ins Moderne übersetzt. Warum heißt man eigentlich „Weheklag“, wenn man bei gleichem Aufwand „Lindenblatt“ heißen könnte?

Von dort erreicht uns ein Leserkommentar des literaturschaffenden Nephrologen Hansjörg Rothe, wie man ihn sich als „Blogger“ wünscht. Endlich feiert mal jemand Jean Paul nicht als liebenswert verschrobenen Provinzkrautkopf, sondern verspannt ihn in einleuchtender Weise in der Weltliteratur, ohne verzweifelt zu beteuern, dass die Viktorianer auch bloß mit Wasser und Ruß aus Walnussschalen geschrieben haben. Eine Affenschande, den Kommentar aus Layout-Gründen löschen zu müssen, dafür haben wir jetzt einen wunderschönen Gastbeitrag, dem ich ein paar gewohnt sinnhaltige Illustrationen beigeselle.

Zum Dezember-Thema Jean Paul muss ich spontan eine Geschichte schicken, die im diesjährigen „Lindenblatt“ erschienen ist (nun sagen Sie bloss noch, dass Sie das nicht kennen…?)

Auf die Gefahr hin, damit den ganzen Server zum Absturz zu bringen, kopiere ich die ganze Geschichte einfach mal hier rein.

——— Hansjörg Rothe:

Über den Kirchplatz mit Lancelot – eine Annäherung an Jean Paul

in: Das Lindenblatt, Oktober 2013:

Ernst Dorn, Idyllischer Altstadtwinkel mit Brunnen und Blick auf die Morizkirche, Coburg 1919Neuerdings komme ich nicht mehr an ihm vorbei. Es sei denn, ich wollte den Kirchplatz vor St. Moriz umgehen, der evangelischen Stadtkirche, die in Coburg ziemlich zentral liegt. Dort steht jetzt die Jean-Paul-Litfasssäule und ich wohne und arbeite in Coburg, seit nunmehr drei Jahren. Das dritte dieser Jahre ist aber das Jean-Paul-Jahr, und zugegebenermaßen wäre mir andernfalls wohl nicht aufgefallen, dass ich mit diesem Herrn Richter gleich zwei Lebensstationen teile: in meiner Heimatstadt Leipzig hat er studiert. Wirklich gelesen, also von Seite 1 bis zum Schluss, habe ich noch nichts von Jean Paul, weder seinen in 4 „Bändchen“ gegliederten „Siebenkäs“, noch irgendetwas anderes. Ganz abgerissen ist die Lese-Tradition dennoch nicht zwischen uns beiden, gehören doch zum Beispiel die Bücher von Günter de Bruyn zu meiner Lektüre, der sich seinerseits sehr intensiv mit dem fränkischen Schriftsteller beschäftigt hat.

So kam es wohl auch, dass ich vor nicht allzu langer Zeit sofort hellhörig wurde beim Lesen einer Textpassage aus dem „Siebenkäs“. Fast hätte ich sie wegen der Kapitelüberschrift „Erstes Blumenstück“ sofort überblättert gehabt – und nun wissen die Kenner natürlich schon, was ich meine, doch für die Jean-Paul-Ignoranten (zu denen ich selbst wie gesagt auch zähle) will ich das Kapitel noch einmal schildern:

Siebenkäs ist auf einer Sommerwiese eingeschlafen. Im Traum findet er sich zunächst auf einem Friedhof in schauriger Atmosphäre, vergebens sucht der Titelheld die Sonne am Himmel und vermutet eine Sonnenfinsternis. „Alle Gräber waren aufgetan“, heisst es weiter, „und die eisernen Türen des Gebeinhauses gingen unter unsichtbaren Händen auf und zu.“ Mit den Toten gelangt der träumende Erzähler in einen Tempel, wo plötzlich Jesus Christus „mit einem unvergänglichen Schmerz“ aus der Höhe herabsteigt. „Und alle Toten riefen: ‚Christus! Ist kein Gott?‘ Er antwortete: ‚Es ist keiner.'“ In der nachfolgenden Passage berichtet Christus, wie er durch Welten, Universen und Himmel gegangen sei, aber keinen Gott gefunden habe: „Ich stieg herab, soweit das Sein seine Schatten wirft, und schauete in den Abgrund und rief: ‚Vater, wo bist du?‘, aber ich hörte nur den ewigen Sturm, den niemand regiert… Und als ich aufblickte zur unermesslichen Welt nach dem göttlichen Auge, starrte sie mich mit einer leeren bodenlosen Augenhöhle an; und die Ewigkeit lag auf dem Chaos und zernagte es und wiederkäuete sich. – Schreiet fort, Misstöne, zerschreiet die Schatten; denn Er ist nicht!'“

Beim Lesen überkam mich dieses Déjà-vu-Gefühl, das wohl jeder kennt – diese Szene habe ich doch schon einmal erlebt, oder nein: Ich habe sie auf der Bühne gesehen. Bilder aus dem Jahr 1989 tauchen auf, ich sitze im Theater in Halle, das Stück heisst „Die Ritter der Tafelrunde“ von Christoph Hein. Die inzwischen vergreisten Ritter um ihren Anführer Artus tagen nach wie vor an der legendären Tafel und beschwören die Ideale ihrer Jugend. Ausser ihnen scheint aber niemand mehr die Rituale ernst zu nehmen – selbst Ginevra, die Gattin des Artus, sitzt gleich zu Beginn des Stücks lesend an der Tafel – auf dem Freistuhl, auf welchem nur der Ritter Platz nehmen darf, der von der Ausfahrt zurückgekehrt neue Kunde vom Gral bringt! Parzival, der Schriftsteller, kommt schon lange nicht mehr zur Tafelrunde und verbreitet Texte, in denen er argumentiert, jeder müsse den Gral in sich selbst suchen. Keie bespitzelt alle und besonders Mordret, den Sohn von Artus, der so gar keine Hochachtung vor den Leistungen seines Vaters zeigt. Als eine Nachricht von Gawein eintrifft, in der dieser mitteilt, er habe die Gralssuche aufgegeben und sei nun zu Klingsor gewechselt, winken alle nur verächtlich ab. Umso mehr reden sie aber von Lancelot, der noch an den Gral glaubt und momentan „draussen im Land“ unterwegs ist, bald wird er hoffentlich neue Kunde bringen… Doch dann seine Ankunft am Ende des zweiten Aktes – ein Greis wie die andern, obwohl er doch gerade erst so tatenfrisch ausgeritten war, lässt er sich schwer in den Freistuhl fallen und antwortet den ihn mit Fragen bestürmenden Rittern … nichts. Als der Vorhang wieder aufgeht und Lancelot endlich zu sprechen beginnt, ahnen alle schon, was er sagen wird: „Kreuz und quer bin ich gefahren, doch Niemand will etwas vom Gral hören – sie haben mich bespuckt und vertrieben… ‚Ritter‘ gilt ihnen als Schimpfwort!“ Es gibt keinen Gral, lautet das bittere Fazit, denn Lancelot war der letzte Ritter der Tafelrunde gewesen, der noch nach ihm gesucht hatte.

Die Ähnlichkeit zwischen beiden Passagen ist nun sicher nicht darauf zurückzuführen, dass Christoph Hein etwa Jean Paul kopieren oder seinen Lancelot als neuen Christus zeichnen wollte. Zwar sagte der gebürtige Schlesier in einem Interview: „Ich zähle mich zu den deutschen Humoristen“, und sein Lehrer Hans Mayer hatte über Jean Paul geschrieben, Poesie sei für diesen, „… den Dichter wie den Ästhetiker, nur als humoristische Dichtung vorstellbar“ gewesen. Aber zwischen den Geburtsjahren der beiden deutschen Schriftsteller liegen mehr als 180 Jahre, in denen sich in Deutschland und Europa so einiges verändert hat.

Störfix, Morizkirche Coburg, davor Steingasse 16, 25. Dezember 2010Suchen wir also nach einem Bindeglied – und richtig: ziemlich genau zwischen 1796 und 1989, den Erscheinungsjahren des „Siebenkäs“ und der „Ritter der Tafelrunde“, wurde im Jahre 1892 der Roman „Yeast“ von Charles Kingsley in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Gischt“ herausgegeben, das Standardwerk des Christian Socialism, in welchem Kingsley seinen Helden Lancelot Smith auf die Suche schickt nach einem Ausweg aus den Widersprüchen des industrialisierten Englands im 19. Jahrhundert. Nach vielen Begegnungen mit drastischen Schilderungen der Arbeitswelt Londons findet der junge Lancelot Smith am Ende einen Weisen, der ihm in einem langen Gespräch erklärt, dass die wahre Religion namenlos sei und der christliche Sozialismus die einzige Lösung. Da Charles Kingsley 1859 der Kaplan der in Coburg nicht ganz unbekannten Queen Victoria geworden war, kann auch das Ende von „Yeast“ nicht überraschen: Lancelot und sein weiser Lehrer schreiten einträchtig über den Platz vor der gewaltigen Londoner Kathedrale von St. Paul, um dieselbe im gerade anhebenden Glockengeläut zu betreten.

Apropos Glocken – die bringen uns zurück zu unserem Freund Siebenkäs im Ersten Blumenstück, denn davon erwacht er schliesslich aus seinem Albtraum. Um erfreut festzustellen, dass die ganzen hübschen Blumen auf seiner Wiese samt Bienchen, Käferchen und eben den im Tal läutenden Kirchenglocken alle noch da sind. „Meine Seele weinte vor Freude, dass sie wieder Gott anbeten konnte“, berichtet Siebenkäs, „… zwischen dem Himmel und der Erde streckte eine frohe vergängliche Welt ihre kurzen Flügel aus und lebte, wie ich, vor dem unendlichen Vater; und von der ganzen Natur um mich flossen friedliche Töne aus, wie von fernen Abendglocken.“ Wäre er vielleicht erschrocken, hätte statt dessen der Muezzin seinen Ruf vom nahen Minarett erschallen lassen? Die Frage ist natürlich unfair gegenüber dem Autor, der eben in seiner eigenen Zeit lebte und mit deren Problemen konfrontiert war wie wir mit unseren – auch könnte man Jean Pauls Credo durchaus so interpretieren, dass er den Ruf des Muezzins als eine weitere Lebensäusserung eines willkommenen Mitgeschöpfs begriffen hätte und die verschiedenen Religionslehren als jeweils legitime Übersetzungen der einen, namenlosen Religion.

Wie schwer die Kunst der Übersetzung aber zuweilen sein kann, zeigt sich schon am Titel „Gischt“, der 1892 für die deutsche Fassung von Kingsleys „Yeast“ gewählt worden war: Mag es auch eine komplizierte philologische Erklärung geben, warum „Gischt“ und „Yeast“ auf eine gemeinsame indogermanische Wurzel zurückgehen und deshalb eigentlich dasselbe Wort seien, so ist die Bedeutung im alltäglichen Leben doch durchaus unterschiedlich. „Yeast“ heisst „Hefe“ und war von Kingsley im Revolutionsjahr 1848 bewusst für das englische Original gewählt worden, um eine „Gärung der Ideen“ anzudeuten, von der er sich bezüglich des Christian Socialism viel versprochen hatte. Lancelot Smith ist kein von Anfang an fertiger Charakter, sondern durchläuft eine Entwicklung wie Goethes Wilhelm Meister, den Kingsleys Lehrer Thomas Carlyle ins Englische übersetzt und auf der Insel bekannt gemacht hatte. Nun haftete aber der Gärung der Ideen im deutschen Kaiserreich, zwei Jahre nach der Aufhebung des Verbots der SPD und des Rücktritts Otto von Bismarcks, noch ein durchaus delikater Beigeschmack an. Den Roman „Gischt“ zu nennen statt bei seinem wahren Namen, war ein Akt des Selbstbetrugs, eine Verlegenheitsgeste, um eine nicht vorhandene Harmonie herbeizureden und zu verbergen, dass hier Sachverhalte angesprochen wurden, die in nicht allzu ferner Zukunft noch zu gewaltigen Konflikten führen mussten. Die Lebensbedingungen der Arbeiter in den noch verhältnismässig jungen Industriezentren Deutschlands waren keineswegs um so viel besser als die Erlebnisse Lancelot Smiths, und wenn schon von der Gärung auf den dabei entstehenden Schaum abgelenkt werden sollte, dann wäre „Abschaum“ ein weitaus treffenderer Titel gewesen als „Gischt“.

Tilman2007, Hin geht die Zeit, her kommt der Tod, Gott schütze uns vor Krieg und Not, 1917. Evangelische Morizkirche Coburg, 2014Apropos Abschaum – das bringt uns zurück zu unserem Freund dem Ritter Lancelot von Christoph Hein. Den treffen wir nämlich im Gefängnis wieder: Sein Schöpfer hatte 10 Jahre nach 1989 einen Epilog, den wenig bekannten Einakter „In Acht und Bann“ verfasst. Ministerpräsident Mordret hat die alte Garde des Artus-Reichs inzwischen inhaftieren lassen und wird von Klingsor beraten, doch Lancelot und Keie tun so als sei nichts geschehen und die ganze bisherige Geschichte der vergeblichen Gralssuche sei keineswegs ein Hinweis, dass an ihrem Gedankengebäude irgendetwas geändert werden müsse, sondern lediglich auf das unzulängliche Menschenmaterial zurückzuführen. Beim Freigang im Gefängnishof lästern sie über ihren Mitgefangenen Orilus, der seiner Frau Jeschute eine Nachricht nach draussen schickt, er sei jetzt gläubiger Christ und würde sich gern mit ihr kirchlich trauen lassen – ein frommer Wunsch, war Jeschute doch noch im letzten Akt der „Ritter der Tafelrunde“ beim Fremdgehen mit Mordret erwischt worden. Parzival ist ebenfalls Mitgefangener, doch wie schon damals hält er sich weiterhin abseits von den alten Hardlinern und widmet die Freigangszeit dem von ihm im Gefängnishof angelegten Blumenbeet. Sein Ziel ist ein Beet, auf dem das ganze Jahr über Blumen blühen sollen – Artus gesellt sich zu ihm und sie rupfen schweigend das Unkraut.

Nach diesem glücklich vollzogenen Brückenschlag zurück zum alten Siebenkäs auf seiner Blumenwiese könnten wir uns zwar zufrieden zurücklehnen und das Jean-Paul-Jahr zu Ende feiern, doch schwant mir, dass diesem Johann Paul Friedrich Richter als passioniertem Satiriker ein solches Ende vielleicht nicht gerecht würde. Es wäre ihm durchaus zuzutrauen, dass er – durch eine Zeitmaschine ins heutige Coburg versetzt – unsere Fixiertheit auf Jahrestage einer gehörigen Behandlung mit den Produkten seiner „Essigfabrik“ unterzöge. Deshalb noch eine kleine Geschichte, die 10 Jahre vor 1989 in Leipzig die Runde machte – ein Mann kauft beim Bäcker 15 Brötchen und stellt sich danach sofort wieder hinten an. Als er, nach geduldigem Warten wieder bei der Verkäuferin angekommen, abermals 15 Brötchen verlangt und daraufhin die naheliegende Frage gestellt bekommt warum er nicht gleich 30 Brötchen gekauft habe, ruft er: „Hören Sie bloss auf – ich kann die Zahl nicht mehr hören!“

Wie schön, dass in Leipzig die Zeiten der überall plakatierten DDR-Jahrestage vorbei sind – und wie schön, dass in Bayreuth nicht nur Klingsors Zaubergarten im Rampenlicht des Festspielhauses steht, sondern daneben auch im Garten des Jean-Paul-Museums der Ritter Parzival von Christoph Hein und der alte Siebenkäs zusammen die Blumen giessen.

Keira Christina Knightley als Guinevere in King Arthur, 2004

Bilder: Ernst Dorn (1889-1927): Idyllischer Altstadtwinkel mit Brunnen u. Blick auf die Morizkirche, Öl auf Leinwand, 1919;
Störfix: Morizkirche in Coburg, davor Steingasse 16, 25. Dezember 2010<;
Tilman 2007:

Hin geht die Zeit
Her kommt der Tod
Gott schütze uns vor Krieg und Not!

1917: Evangelische Kirche (Morizkirche Coburg), für Wiki Loves Monuments 2014;
Keira Knightley als Guinevere in King Arthur, 2004 via Filmweb.

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Written by Wolf

10. Januar 2015 um 00:01

10 Antworten

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  1. Da überlege ich nun seit Jahren, wie ich Keira Knightley als Illustration in einer meiner Geschichten unterbringen könnte – dabei geht es so einfach…
    Wünsche weiterhin viel Schaffenskraft, HR

    Hansjörg Rothe

    13. Februar 2015 at 15:36

    • Meine Intention war nicht Keira Knightley, sondern eine Guinevera in egal welcher Schreibweise (außer „Jennifer“), aber Frau Knightley ist völlig okay. So funktioniert’s immer: Man darf es einfach nur nicht wollen.

      Wolf

      13. Februar 2015 at 16:07

      • Ja genau – man darf es nicht wollen, und nach einer kurzen Phase beharrlichen Nicht-Wollens kommt es dann und muss nur noch begrüßt werden. So geht es auch mit dem nachvollziehbaren Wunsch, „Lindenblatt“ zu heissen: Kaum nicht-gewollt, kommt auch schon die Einladung etwas für dasselbe (Jahrgang 2015) zu schreiben! Das Titelthema ist diesmal „Kindheit“ – so viel darf ich noch verraten, dass wir lange einen Wolf hatten, den wir seit über einem Jahr schmerzlich vermissen, mit entsprechender Weheklag…
        In Vorfreude, HR

        Hansjörg Rothe

        14. Februar 2015 at 14:41

        • In der Autorenliste finde ich gleich gar mehrere Wölfe. Der wahrscheinlichste heißt Kalz und behandelt besonders teutsche Themen. So sind sie, die Wölfe: Wenn sie nicht mehr wollen, wollen sie nicht…

          Wolf

          14. Februar 2015 at 16:10

        • Sagt mal, kommt ihr irgendwann in dieser Welt an? Das Leben besteht nicht nur aus romantischen ideen, auch wenn es euch gutgeht, aber ihr seid nicht allein auf dieser Welt. Ich wünsche euch, dass ihr endlich mal das Leid der Menschen teilt, die in Armut und Lebensgefahr leben, nur weil WIR im Luxus leben.

          Karl-Friedrich Schmucker

          8. September 2015 at 12:26

          • Diese Sorge hör ich oft. Ich verweise da immer auf meine Startseite:

            Müde vom Durchwandern öder Letternwüsten, voll leerer Hirngeburten, in anmaaßendsten Wortnebeln; überdrüssig ästhetischer Süßler wie grammatischer Wässerer; entschloß ich mich : Alles, was je schrieb, in Liebe und Haß, als immerfort mitlebend zu behandeln ! — — —

            Danke fürs Folgen!

            Wolf

            8. September 2015 at 12:53

            • und endlich zu handeln

              Karl-Friedrich Schmucker

              8. September 2015 at 13:22

              • Das ist nur zu unterstützen. Und so geht’s.

                Weiter mit Musik.

                Wolf

                8. September 2015 at 13:44

              • Unsere Literatur ist ja reich an geronnerer Erfahrung – wir müssen sie nur nutzbar machen. So schrieb der Minister Goethe ein heute hoch-aktuelles, aber praktisch völlig unbekanntes Stück, das sich mit dem Flüchtlingsproblem und den durch die Flüchtlinge ausgelösten Verwerfungen in einer kleinstädtischen Gemeinschaft auseinandersetzt (Hermann und Dorothea). Wir planen Leseabende mit anschliessenden Diskussionen und suchen noch organisatorische Unterstützer! Die Figur der Dorothea ist selber Flüchtling, ihre Textstellen müssen natürlich von einer Frau mit ähnlichen Erfahrungen gelesen werden –

                Rothe

                8. September 2015 at 13:49

                • Das ist mal ein guter Hinweis, dass Hermann und Dorothea eigentlich von Heimatvertriebenen handelt — das sind genau die Sachen, die man sich in Erinnerung an einen freudlosen Deutschunterricht nicht klar macht. Zu Flucht und Heimatverlust fallen mir spontan die ganz offensichtlichen Sachen ein: Hoffmann von Fallersleben, Ferdinand von Freiligrath — die üblichen Revoluzzer, nachdem das Biedermeier nicht mehr funktioniert hat.

                  Auf http://www.fda-thu.de sind wohl gerade die Termine kaputt. Wenn wieder was geht, kann ich’s gern in unserer gleichnamigen Facebook-Gruppe posten, vielleicht fühlt sich ja jemand zur Aktion angeregt.

                  Und mit Verlaub, um eine migrationserfahrene Frau Hexameter vorlesen zu lassen, kann man gar nicht weiträumig genug suchen :o)

                  Wolf

                  8. September 2015 at 13:56


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