Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Hunderttausende erlebten Goethe, Schiller und Herrndorf! Schon beim Saisonauftakt waren alle tot. Dass Schiller nicht Wolfgang hieß, verblüffte alle.

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Update zu Mein Lied ertönt der unbekannten Menge und
So schreitet in dem engen Bretterhaus den ganzen Kreis der Schöpfung aus:

Das aktuelle Ranking der drei beliebtesten deutschen Theaterstücke des Deutschen Bühnenvereins:

Die Realität ist für diejenigen, die ihre Träume nicht aushalten, Faust am Residenztheater München, Juni 2014In der Theatersaison 2012/2013 gab es in Deutschland 43 Inszenierungen von Goethe: Faust. Insgesamt erlebten sie 380 Aufführungen; das ist etwas mehr als eine pro Tag.

Im gleichen Zeitraum im gleichen Erhebungsgebiet gab es 29 Inszenierungen von Wolfgang Herrndorf: Tschick. Insgesamt erlebten sie 764 Aufführungen; das sind etwas mehr als zwei pro Tag. Sie erreichten knapp 99.000 Zuschauer — nach verkauften Theaterkarten, nicht nach „Klicks“ auf halblegale Handy-Mitschnitte auf YouTube.

Im gleichen Zeitraum im gleichen Erhebungsgebiet gab es 24 Inszenierungen von Schiller: Kabale und Liebe. Sie erreichten 122.000 Zuschauer.

Tschick hat damit erstmals in der Theatergeschichte mit einem Aufführungsrekord Goethe und Schiller überholt.

Herrndorf wird wegen seines überschaubaren und jedem Casting-Event die Bude einrennenden Personals — zwei renitente Berliner Jungs — mit Vorliebe an eher familiär geführten Studiobühnen gespielt, Kabale und Liebe wird ungebrochen als Anschauungsmaterial für Schulstoff gebraucht, Faust hatte erst im Juni 2014 seinen eigenen Monat im Münchner Residenztheater.

Dreisatzaufgabe: a) Wie viele Zuschauer erreichte Faust in der bundesdeutschen Theatersaison 2012/2013 in seinen 1,04 täglichen Aufführungen? b) Wie oft musste Kabale und Liebe für seine 334-einviertel täglichen Zuschauer aufgeführt werden?

Fachfrage: a) Wie viele Leute laufen in diesem Moment in Deutschland herum, die den Faust auswendig können? b) Wie viele können wenigstens eine Sprechrolle aus dem ersten Teil?

Transferaufgabe: Ist es zum Erzielen eines Theatererfolgs sinnvoller, a) Wolfgang zu heißen oder b) zu sterben?

Diese Fragen dürfen Sie als rhetorisch betrachten oder beantworten. Genugsame Brillanz bei letzterem belohne ich mit Buchgeschenken. Mach ich einfach.

Die Realität ist für diejenigen, die ihre Träume nicht aushalten:
Residenztheater München, Juni 2014.

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Written by Wolf

12. September 2014 um 00:01

Veröffentlicht in Handel & Wandel, Sturm & Drang

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