Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Altjahresgewinnspiel: Zischen, schrillen, summsen, murksen (geschlossen!)

with 4 comments

Update zu Die Brahmsianer können ja derweil aufs Klo, damit langsam eine Ruhe mit dem Wagnerjahr wird:

——— Matthias Küntzel: Wagner war Avantgarde – als Musiker und Antisemit.
Ein Ausnüchterungsversuch, in: Die Welt, 28. April 2013:

Der wagnersche Antisemitismus springt aber gerade bei diesem Nibelungen-Zyklus ins Auge und ins Ohr. „Der Gold raffende, unsichtbar-anonyme, ausbeutende Alberich, der achselzuckende, geschwätzige, von Selbstlob und Tücke überfließende Mime – all die Zurückgewiesenen in Wagners Werk sind Judenkarikaturen“, sagt Theodor W. Adorno. Gleichzeitig, so schreibt Paul Lawrence Rose in seinem Buch „Richard Wagner und der Antisemitismus„, gemahnen die habgierigen Nibelungenbrüder „allein schon durch die Art ihres Gesangs an das…, was Wagner im ,Judenthum in der Musik‚ ,die semitische Aussprechweise‘ genannt und als ,zischenden, schrillenden, summsenden und murksenden Lautausdruck‘ beschrieben hat“.

Aus diesem und manchem anderen Grund verlose ich ein verlagsfrisches, ungelesenes Exemplar Jens Malte Fischer: Richard Wagner und seine Wirkung, Zsolnay Verlag, Wien 2013 an den ersten, der mir sagt, warum er das haben will.

Bitte bis zum Ende der letzten Rauhnacht, also am Montag, 6. Januar 2014, zum Sonnenaufgang, weil ich mich länger nicht damit herumschlagen will. Das wirklich einwandfrei erhaltene Stück war auch für ein Gewinn aus einem Gewinnspiel, Sie können es also guten Gewissens haben, danach geht es an Oxfam. Die Kommentarfunktion ist offen.

Update: Das Gewinnspiel ist geschlossen, das Buch geht an Mr. Thomas Brook mit der Begründung: weil er zwei Menschen kennt, die Wagner lieben und hassen. Kann man eine noblere Motivation haben, sich ein Buch zu wünschen? — Auch wenn’s vermutlich 5. Januar über dem Versandweg werden kann: Glückwunsch!

Rheingold Extra Dry Lager Beer, ca. 1940

Ausnüchterungsversuch: Simply Sassy, 26. November 2013.
Danke: Katrina Clara Liszt!

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Written by Wolf

28. Dezember 2013 um 00:01

Veröffentlicht in Romantik, Schall & Getöse

4 Antworten

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  1. Eigentlich wäre mir ja diesmal statt eines wohlbegründeten Arguments, warum man sowas haben will, eher ein Gegenargument, warum mans vielleicht doch nicht haben wollen muss, wie ich glaub, eingefallen. Und zwar nicht mal zuerst, weil ich den Wagner-Monumentalien (außer bei monumentalen Nackedei-Konstruktionen eines Mr. Tunick mit bekannter Beteiligung ;o) ) meist andere schwer- oder leichtwiegende Musike vorziehe, sondern mehr, weil ich mit der Verdrängungskultur zur zischenden, schrillenden, summsenden und murksenden Haltung des Meisters und Teilen seiner Familienbande sowieso schon in Unfrieden bin. —Aber bei der hier einziehenden Manier des Tempo-Gewinnspiels, das seine eigene Deadline ignoriert, kömmt man ja nich mal dazu, sich rechtzeitig zum Liefertermin auch nur irgendwie auszulassen. ;o)

    Ööh… Glückwunsch an Mr. Thomas Brook, wollt ich sagen. Hey, entwaffnende Begründung. :o)

    hochhaushex

    3. Januar 2014 at 02:27

    • Das nächste Wagnerjahr kann ja nicht weit sein .ò)

      Wolf

      3. Januar 2014 at 07:33

      • Wollte etwa jemand, dass wir dessen mit Ungeduld harren? ;o)

        —Ha, noch ein Grund dagegen und wider die etablierte Leitkultur: Am Ende beschert uns das nächste n o c h ein Postwertzeichen von dem. Was unangemessen und überschätzt wäre, wo doch ein endlich mal erfrischendes Alternativ-Happening aus Bayreuth, uns‘ Jean Paul zumindest die gleiche Ehre angedeihen zu lassen, jüngstens grad aus oberster Instanz der Landeseltern in sturer Ignoranz abgewürcht ward.
        Und vielleicht erleben wir ja noch (und dann lieber) des hausheiligen E. T. A. Zweihundertfuffzigsten mit einem endlich mal fälligen Hoffmann-Jahr statt nur Hoffmann-Jahrbuch. Der konnte Musike und sogar
        o r d e n t l i c h schreiben. Und ordentlich zeichnen dazu, sogar andrer Leuts und seine eigenen Bühnenbilder. :o)

        hochhaushex

        3. Januar 2014 at 22:59

  2. Die sehn ja gar nicht mal schlecht aus, die Jean-Paul-Marken, schlicht und würdig. Bleibt die Frage, was jemand heute noch mit 55-Cent-Marken anfangen soll .ò)

    Das nächste Wagnerjahr ist wohl erst in 20 Jahren zu erwarten, weil er uns den Gefallen getan hat, in auf 3 endenden Jahren sowohl zu erscheinen als auch zu sterben, requiescat. Ein etwaiges Hoffmannjahr käme da noch dazwischen. Dringender als eine Briefmarke find ich dann aber eher endlich eine anständige Aufnahme der Aurora :o)

    Wolf

    4. Januar 2014 at 08:58


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