Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Die Tragik des Mannes

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Update zu Before Frühstück:

——— Heinrich Heine: Buch der Lieder — Junge Leiden — Lieder — VIII:

Anfangs wollt ich fast verzagen,
Und ich glaubt, ich trüg es nie;
Und ich hab es doch getragen –
Aber fragt mich nur nicht, wie?

Cover Nichts für zarte Seelen, ca. 1959

Das kennt man nun. Viel tiefer ins Vergessen versunken ist Will Höhne: Als Ersatz für den gealterten Hans Albers gedacht, dann in seinen Texten zu frech geworden, aus dem Radioprogramm des bayerischen Rundfunks getilgt (siehe auch: Falco: Jeanny; Scheibenwischer), den Lebensabend als Kellner in München gefristet; unterschiedliche Todesdaten in Wikipedia und Erinnerungen an die Sänger der fünfziger Jahre.

So einen Platz an der Sonne würde ich mir schön verbitten, wenn ich gar nicht mal so unlustige Lieder geschrieben hätte wie das vom Wüstensand, das wir bestimmt noch durchnehmen werden, oder Der Mann, der vor mir war. Ich bringe die erste, die Studioaufnahme 1958:

Das Plattencover fällt natürlich auf und erfreut durch LP-Format, in den CD-Zustand ist das Stück nie übergegangen. Auf Nichts für zarte Seelen ist eine angenehm jazzkellerige Live-Version von Der Mann, der vor mir war. Das Lied ist von 1958, die LP apokryph genug, um zu ihrer Bestellnummer (Marcato 73 953) nicht einmal eine Jahreszahl zu überliefern. Die Fotos vom real existierenden Vinyl weisen nur „Aufnahmen aus dem Electrola-Repertoire“ und die nötigen Copyright-Verbote aus. Sie muss aber ziemlich genau von 1959 sein, um noch unter die Fünfziger Jahre zu zählen und zugleich als dritte Aufnahme nach einer 1959 ausgewiesenen Version auf der EP Bei Will Höhne zu Gast im Pferdestall. Es war eine Zeit, die kannte noch Herrenabende.

Das Bild mit der Nackten ist erst innen, Seite 3 des Gatefolds. Rechts unten steht unkommentiert das Gedicht von Heine, einfach so. Aus heutiger Sicht ist das gestalterischer und marketingtechnischer Harakiri, aus meiner Sicht ist es anrührend.

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Written by Wolf

16. November 2013 um 00:01

Veröffentlicht in Ehestand & Buhlschaft, Novecento

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