Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Stiefpilzin

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——— Friederike Kempner (1828 bis 1904):

Wie verschieden ist’s hienieden

cit. Horst Drescher (Hg.): Das Leben ist ein Gedichte,
Reclams Universal-Bibliothek Band 506 (100 Seiten, 1,50 M), Leipzig 1973,
4. Abteilung: Mensch und Tier in der bürgerlichen Gesellschaft:

Jedesmal, wenn frohe Stunden
Mir im Herzen stattgefunden,
Haben sich mir vorgestellt
Auch die Leiden dieser Welt.

Schon, daß gar so sehr verschieden
Uns’re Lose sind hienieden —
Goethe fand zwar nichts dabei,
Doch mir scheint’s nicht einwandfrei.

Pilz des Glücks ist dieser eine,
Jener Stiefpilz des Geschicks,
Einem sind als O die Beine,
Andern wuchsen sie als X.

Sorglos aalen sich die Reichen,
Andern sind die Gelder knapp,
Und noch ungestorb’ne Leichen
Senkt zum Orkus man hinab.

Wißt ihr nicht, wie weh das tut,
Wenn man wach im Grabe ruht?

John Austin, Kaitlin, 17. Dezember 2010

Andern wuchsen sie als X: John Austin: Kaitlin aus Spokane/Washington, 17. Dezember 2010.

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Written by Wolf

16. Mai 2013 um 11:30

Veröffentlicht in Realismus, Vier letzte Dinge: Tod

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