Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Meines Schooßes Lippen

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Titelbild Schwester Monika 1815E.T.A. Hoffmann „zugeschrieben“ bedeutet, wahrscheinlich ist es nicht von ihm. Es ist 1815 anonym in Posen erschienen, wohin Hoffmann alte Beziehungen hatte, aber auch ohne Softpornos in der erotischen Auffassung von Fanny Hill (1749) genug Schreibaufträge. Ohne Hoffmann gegen eine Triebhaftigkeit zu verteidigen, für die er einem zu gut und hehr erscheint – der Mann war wie nahezu alle Romantiker einmal schwer in eine Vierzehnjährige verliebt –, ist das nicht sein Stil. Aber ihm wurden ja auch die Nachtwachen von Bonaventura zugeschrieben.

Schwester Monika gilt immer noch als apokrypher Geheimtipp, ist aber seit dem 20. Jahrhundert in einigen Ausgaben erhältlich, zuletzt auch als Kindle-Edition.

Zitiert wird nach der Bibliotheca Erotica et Curiosa bei Rogner & Bernhard 1970 in ursprünglicher Rechtschreibung.

Das eingeschobene Gedicht, eine übermütige lesbische Ferkelei, finde ich ganz hübsch. Ist doch Mai.

——— E.T.A. Hoffmann (zugeschrieben): Schwester Monika. Eine erotisch-psychisch physisch-philantropisch-philantropinische Urkunde des säkularisierten Klosters X. in S…,
editio princeps Kühn, Posen 1815:

Aurelie trat leise zu ihr hin, bückte sich, griff ihr unter die Kleider und entblößte sie bis an den Gürtel, ihr dann die Lenden voneinander ziehend und den geheimsten aller Reize betrachtend, erkennt sie an den hervorstehenden üppigen glühendrothen Lippen der Wollust, in der zarten und naiven Volanges keine Venus, die züchtig verbirgt, was sich verbergen läßt, sondern eine keusche Diana, die natürlich enthüllt, was die Natur an ihr nicht ins Verborgene zeichnete.

Noch weiter voneinander zog Lucilie ihre Lenden und fragte lächelnd: Nun, was bin ich? und riß Aurelien die aufgehobene Kleidung aus den Händen.

Ein Engel bist du, – rief entzückt Aurelie, eine Diana! – ein offenes Geheimnis der Natur – und küßte ihren Mund.

Lucilie lachte, schob Aurelie auf die Seite und sang und spielte:

Rasch, Geliebter! öffne meines Schooßes Lippen –
Eh‘ noch Sappho von Leucatens Klippen
Ihrem Phaon krampfhaft jetzt entgegenstöhnt –
Jede Lust der herbe Schmerz verhöhnt.

Frech zerreiß den Schleier meiner weißen Lenden;
Laß dich nicht von ihrem Glänze blenden.
Zwischen ihnen thronet Amors Lebenskraft,
Stirbt des Herzens blöde Leidenschaft.

Leg‘ die Kleidung mir auf den gebeugten Rücken,
Meinen bloßen Hintern zu erblicken,
Den selbst Venus schöner, fester nicht ausspannt,
Wenn ihn züchtigt Mavors harte Hand.

Gute Götter! o! laßt mich in Lust und Schmerzen,
Laßt mich sterben unter Amors Schmerzen –
Dir! Geliebter! weih‘ ich meinen Jungfraukranz!
Dir! Verhaßter, einen – Eselsschwanz!

Wir lachten Alle, und Aurelie führte mich zu Lucilie und deckte mich auf.

Was hältst du von diesem weiblichen Amor – fragte sie diese schäckernd und gab ihn ihr in die zarten Hände, indem sie Clementine winkte, uns zu verlassen. –

Lucilie errötete und manipulierte mein Glied unter ihrer hohlen Hand so ausnehmend reizend, daß es sich zwischen ihren Fingern durchdrängte und seinen Balsam über ihre Lebenslinie ausgoß –

Schwester: Titelbild 1815.

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Written by Wolf

1. Mai 2013 um 00:01

Veröffentlicht in Ehestand & Buhlschaft, Romantik

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