Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Ein schön Exempel Quasimodogeniti

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Update zu Den Bach runter am Sonntag Quasimodogeniti:

Den so genannt ungläubigen Thomas konnte ich nie so verworfen finden, wie er liturgisch meistens hingestellt wird. Er hat halt genau nachgefragt. Als er mal anfassen durfte, hat er’s ja auch sofort eingesehen, kein Ding.

Soll das eine Demütigung sein? Ach komm, für heutige Begriffe wäre sogar schon leichtfertig, gleich alles zu glauben, nur weil man’s sehen und anfassen kann. Thomas war vielleicht Empiriker, aber doch nicht kurz vor Judas.

Sie hörten das Laienwort zum Sonntag Quasimodogeniti, der heute der Weiße oder Barmherzigkeitssonntag heißt. Weiter mit Musik:

Quasi modo geniti infantes, halleluja, rationabile sine dolo lac concupiscite, halleluja.

Kantate Am Abend aber desselbigen Sabbats, BWV 42, Leipzig 8. April 1725,
Nikolaus Harnoncourt dirigiert die Wiener Sängerknaben und den Chorus Viennensi, 1974:

1. Rezitativ

Am Abend aber desselbigen Sabbats,
Da die Jünger versammlet
Und die Türen verschlossen waren
Aus Furcht für den Jüden,
Kam Jesus und trat mitten ein.

2. Arie

Wo zwei und drei versammlet sind
In Jesu teurem Namen,
Da stellt sich Jesus mitten ein
Und spricht darzu das Amen.
Denn was aus Lieb und Not geschicht,
Das bricht des Höchsten Ordnung nicht.

3. Duett

Verzage nicht, o Häuflein klein,
Obschon die Feinde willens sein,
Dich gänzlich zu verstören,
Und suchen deinen Untergang,
Davon dir wird recht angst und bang:
Es wird nicht lange währen.

4. Rezitativ

Man kann hiervon ein schön Exempel sehen
An dem, was zu Jerusalem geschehen;
Denn da die Jünger sich versammlet hatten
Im finstern Schatten,
Aus Furcht für denen Jüden,
So trat mein Heiland mitten ein
Zum Zeugnis, daß er seiner Kirch Schutz will sein.
Drum laßt die Feinde wüten!

5. Arie

Jesus ist ein Schild der Seinen,
Wenn sie die Verfolgung trifft.
Ihnen muß die Sonne scheinen
Mit der güldnen Überschrift:
Jesus ist ein Schild der Seinen,
Wenn sie die Verfolgung trifft.

6. Choral

Verleih uns Frieden gnädiglich,
Herr Gott, zu unsern Zeiten;
Es ist doch ja kein andrer nicht,
Der für uns könnte streiten,
Denn du, unsr Gott, alleine.
Gib unsern Fürsten und allr Obrigkeit
Fried und gut Regiment,
Daß wir unter ihnen
Ein geruhig und stilles Leben führen mögen
In aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.

Amen.

Caravaggio: Der ungläubige Thomas, 1601–1602.

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Written by Wolf

7. April 2013 um 00:01

Veröffentlicht in Barock, Vier letzte Dinge: Himmel

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