Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Wumbaba

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Das Café Beethoven zu München ist ein auf einnehmende Weise unauffälliger Ort der Kultur. Ausgewiesen als Münchens ältestes Konzertcafé, wird es in Veranstaltungskalendern nicht geführt, und doch spielen dort jeden lieben Abend wechselnde Ensembles live Jazz und Klassik; bei meinem letzten Mal gaben drei Musikstudenten Klaviertrios. Es wird nie in werden, schon weil es sich auf dem Türschild für „Kaffeesiederei mit Bier- und Weinausschank, Speisenabgaben, Zuckerbäckerei und Beherbergung“ mit großem österreichischem Bahnhof Wiener Prägung empfiehlt, kennen muss man’s halt.

Und an Gedenktagen deutscher Dichter unterhalten sich an den Nebentischen ansprechende junge Frauen über deren Werke. Das kann ich allerdings nicht versprechen.

Café Beethoven, Matthias Claudius, Abendlied, ab 1771

——— Matthias Claudius (15. August 1740 bis 21. Januar 1815): Abendlied,
Vossischer Musenalmanach 1778:

Seht ihr den Mond dort stehen? —
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

„Öh: ‚Weil wir sie anders nicht verstehn‘?“

„Nö: ‚Weil unsre Augen sie nicht sehn‘.“

„Ahh.“

Fachliteratur: Axel Hacke (Hg.): Der weiße Neger Wumbaba. Kleines Handbuch des Verhörens, Verlag Antje Kunstmann, München 2004.
Bild: Tinte und Kaffee.

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Written by Wolf

26. Januar 2013 um 00:01

Veröffentlicht in Land & See, Sturm & Drang

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